Reisebericht

Reisebericht: Istanbul - Stadt zwischen den Kontinenten

 
 
 
 
 
Reisebericht: Istanbul - Stadt zwischen den Kontinenten

Als einzige Stadt der Welt zwei Kontinente berührend, erhebt sich Istanbul an den Ufern des Goldenen Horns und zu beiden Seiten des Bosporus, jener Wasserstrasse, die Europa und Asien trennt sowie das Schwarze und das Marmara Meer verbindet. Mehr als eineinhalb Jahrtausende Mittelpunkt und Hauptstadt dreier Weltreiche, prägen Vergangenheit und Gegenwart die Bosporusmetropole. Schlanke Minarette und unzählige Kuppeln beherrschen das Bild dieser Stadt, die sich das Erbe vergangener Jahrhunderte bewahrt hat. In den Gassen spielt sich ein quirliges Strassenleben ab und zwischen dem europäischen und dem asiatischen Ufer kreuzen Fischerboote, Fracht- und Fährschiffe hin und her.

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Sonntag, 03.05.2009

 
 
 
 
 

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Nach 3 Stunden Flugzeit mit Turkish Airlines landen wir auf dem „İstanbul Atatürk Flughafen“, wo wir bereits von einem Angestellten unseres Hotels erwartet werden. Nach kurzer Fahrt erreichen wir unser Hotel „Erboy“ im Stadtteil Sirkeci, in der Istanbuler Altstadt. Sehenswürdigkeiten wie die Blaue Moschee, die Hagia Sofia und der Topkapi Palast sind von hieraus gut zu Fuß zu erreichen. Der Hafen ist ebenfalls nur 2 Bahnstationen bzw. 15 Minuten Fußweg entfernt.



 
 
 
 
 

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Montag, 04.05.2009

 
 
 
 
 

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Wir besichtigen den Topkapi Palast, der sich auf einer Landzunge erhebt, dort wo der Bosporus in das Marmarameer übergeht. Der ehemalige Herrscherpalast war vom 15. bis 19. Jahrhundert der Sitz der osmanischen Sultane. Am Eingang befindet sich der Brunnen Achmet III, 1929 als Geschenk für den Sultan erbaut, mit seinem tief herunterhängenden, reich verzierten Dach. Ein wunderschöner Garten mit herrlichen Bäumen befindet sich im ersten Palasthof. Die Wege sind gesäumt mit Rabatten schwarzer Tulpen. Im zweiten Palasthof, wo sich einst die Wesire versammelten, befinden sich die Palastküchen sowie der Harem und die Privatgemächer der Sultane. Im Zentrum des dritten Palasthofes, hinter dem „Tor der Glückseeligkeit“ steht der „Pavillon des Heiligen Mantels“ mit Reliquien des Propheten Mohammed. Der Audienzsaal, die Bibliothek von Ahmet III, eine Sammlung kostbarer Herrschergewänder und die Schatzkammer sind ebenfalls äußerst sehenswert.

Der Gewürzbasar im Stadtteil Eminönü, in der Altstadt gegenüber der Galata Brücke und neben der Yeni Valide Moschee (Neue Moschee), ist unser nächstes Ziel. Der auch als Ägyptischer Basar bezeichnete Bau wurde 1660 von Sultan Hatice Turhan für den Verkauf von Gewürzen und Kräutern erbaut. Er beherbergt kleine Läden, die heute nicht nur Gewürze, sondern auch die verschiedensten Süssigkeiten, Kräuter, Tee, Apfelblütentee, Pistazien, Kaviar und Souveniere usw. verkaufen. Die Luft ist erfüllt vom Duft wohlriechender Gewürze, die in großen Säcken vor den Geschäften stehen. Henna, das uralte Färbemittel des Orients, findet man ebenfalls hier.
Ein Tipp: Einfach einmal den Basar durch einen der Seiteneingänge verlassen und in das Labyrinth der engen Seitenstrassen eintauchen. Hier findet man auch heute noch unzählige kleine urige Handwerkerläden.

Zum Schluss des heutigen Tages machen wir noch einen kurzen Abstecher zur „Istiklal Caddesi“. Diese ist von der Straßenbahnstation Karaköy an der Galatabrücke aus am Besten mit der Zahnradbahn “Tünel” zu erreichen. Die Fußgängerzone mit ihrer nostalgischen Straßenbahn ist das pulsierende europäische Herz İstanbuls. Sie führt vom Ausgang der Zahnradbahn bis zum Taksim-Platz, mitten durch den trendigen Stadtteil Beyoglu. Eine quirlige Straße mit Kinos, Musiklokalen, Geschäften aber auch Galerien, Antiquariaten und Buchläden. Da wir schon etwas fußlahm sind, nehmen wir die nostalgische Straßenbahn, die im Schneckentempo durch die sehr belebte Straße fährt.



 
 
 
 
 

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Dienstag, 04.05.2009

Da unsere Tochter zur Zeit ein Auslandssemester in Istanbul verbringt, steht heute zuerst der Besuch der „Kadir Has Üniversitesi“ am Halic Park auf dem Programm. Diese erreichen wir zu Fuß von der Galatabrücke aus am Goldenen Horn entlang. Abenteuerlich erweist sich hierbei die Überquerung des riesigen Kreisverkehrs an der Atatürk Brücke. Ampeln und Fußgängerüberwege fehlen und es ist Rushhour. Die zahlreichen Verkehrsinseln werden so immer wieder zu Rettungsinseln und glücklicherweise bilden sich immer wieder Staus, was uns Gelegenheit gibt, uns durch die Autos hindurchzuschlängeln, sodass wir auch dieses Hindernis überwinden. Die vom dem Unternehmer Kadir Has gegründete und in einer früheren Tabakfabrik untergebrachten Universität ist wirklich sehenswert. Hier kann sogar Studieren Spaß machen.

Mit dem Linienschiff geht es anschließend von Eminönü aus in den asiatischen Teil Istanbuls nach Kadiköy. Vom Fähranleger in Kadıköy erstreckt sich rechter Hand den Hügel hinauf die Altstadt. Hier gibt es Antiquitätenläden, die nicht so touristisch sind wie „auf der anderen Seite“, deshalb aber nicht weniger interessant und im Preis deutlich günstiger sind. Wer Lust auf einen ausgedehnten Spaziergang am Meer hat, kann dies von Kadıköy in Richtung Bostancı mit Blick auf das gegenüberliegende alte Istanbul auf einer für Fußgänger angelegten Promenade tun. Dreh- und Angelpunkt in Kadiköy ist die Verkehrsinsel um die "6 Wege" (Altı Yol) mit dem Stier in der Mitte. Von hier aus gelangt man in alle Richtungen des Viertels, u.a. mit der Buslinie 8 zum großen "Salı Pazarı" (Dienstagsmarkt), einem der größten in der Türkei, den wir natürlich auch besucht haben. Hier findet man neben zahlreichen Obst- und Gemüseständen auch ein reichhaltiges Angebot an Textilien und Lederwaren – nur Touristen fehlen weitgehend.
Noch ein Hinweis : Busfahren ist für Frauen hier angenehm - türkische Männer bieten Frauen immer ihren Sitzplatz an.

Tipp: Den Abend verbringen wir in einem der zahlreichen guten und günstigen Restaurants, welche sich direkt in der Passage gegenüber dem oberen Ausgang der Zahnradbahn “Tünel” im Ortsteil Beyoglu befinden. Die Gässchen sind unbedingt einen Abstecher wert.



 
 
 
 
 

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Mittwoch, 06.05.2009

12.00 Uhr Abfahrt in Kabatas - Endstation der Straßenbahn in der Nähe des Dolmabahce Palastes - mit dem Linienschiff zu den „Istanbul Adalari, den Prinzeninseln“ Die 9 im Bosporus gelegenen Inseln, von denen lediglich 4 bewohnt sind, verdanken ihren Namen den Prinzen, die dorthin verbannt und in den Klöstern untergebracht wurden. Die Inseln haben sich ihren Charme bis heute bewahrt und sind eine Sehenswürdigkeit Istanbuls. Kaum hat der Dampfer abgelegt, rennen junge Männer, ein Tablett geschickt balancierend, durch die Reihen: "Cay ister var mi?" Möchte jemand Tee? Auf einer Bank an der Reling, lassen wir die Beine baumeln und genießen den frischen Fahrtwind. Möwen folgen dem Schiff und stürzen sich schreiend wild auf die kleinen Brocken Simit (Sesamkringel), die ihnen die Fahrgäste zuwerfen. Nach etwa 40 Minuten erreichen wir Büyüada, die größte der Inseln, geprägt von zahlreichen hölzerne Jugendstil- und Sommervillen sowie von Kiefern- und Pinienwäldern. Die autofreie Insel lässt sich am Besten mit einer erholsamen Droschkenfahrt erkunden ( 1,5 Std. 50 TL/ca. 25 €), welche man direkt vom Hafen aus beginnen kann. Der Weg führt vorbei an den schönen Villen und Gärten, der armenisch-katholische Kirche, an einem "Bisiklet Park Yeri" (Fahrradparkplatz) und durch dichte Pinien- und Laubwälder, in denen freilaufende Kühe grasen. Die Luft riecht nach frischen Kräutern. Unterwegs eröffnen sich immer wieder traumhafte Ausblicke auf die teilweise steil abfallende Küste und das Meer.



 
 
 
 
 

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Übersicht Türkei

Region: Marmarameer
Stadt: Istanbul

Kommentare
  • RdF54 07.06.2009 | 10:20 Uhr

    Hallo Ralf,
    einen tollen Reisebericht und eine interessante und informative Stadtführung durch Istanbul hast Du hier gemacht. Dein Berich ist locker geschrieben, leicht nachzuvollziehen und Deine Bilder bringen uns diese Metropole etwas näher - so als würde man neben Dir hierlaufen und erzählst dabei über diese Stadt!

    LG Robert

  • lynley 20.07.2009 | 22:41 Uhr

    Hallo Ralf, ein sehr informativer Bericht (schon auf dem Merkzettel gelandet ) mit schönen Fotos. Jetzt freuen wir uns noch mehr auf die Stadt und werden sicherlich einige Deiner Tipps ausprobieren.
    LG Eva

  • Jabba 04.03.2010 | 10:12 Uhr

    Danke, macht richtig Lust auf die Stadt!

  • RELDATS 05.03.2010 | 13:48 Uhr

    Ja, Istanbul ist auf jeden Fall eine Reise wert.
    Gelungene Story.
    Nette Grüße von Josef

  • Blula 30.05.2010 | 15:29 Uhr

    Sehr schöner und informativer Bericht mit eindrucksvollen Fotografien. Habe ich mir sehr gerne angesehen, denn ich liebäugele schon lange damit, diese reizvolle Metropole einmal zu besuchen. Da hast mit disem Bericht meine Reiselust verstärkt.
    Viele Grüße!
    Ursula

  • Zaubernuss 16.07.2012 | 09:07 Uhr

    Ich danke dir für Deinen lebendigen Bericht mit den vielen anregenden Bildern! Macht Lust auf Istanbul...
    LG: Ursula

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Istanbul - Stadt zwischen den Kontinenten 4.58 12