Reisebericht

Reisebericht: Kastilien und Asturien

 
 
 
 
 
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Vorwort:

 
 
 
 
 

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Seit vielen, vielen Jahren fahre ich immer wieder nach Spanien und je einsamer es wird, umso besser.
So viele habe ich noch nicht begeistern können, was vielleicht auch daran liegt, dass es mich immer wieder in die einsamsten Ecken der Meseta zieht.

Ich werde nicht vergessen, wie Freunde von mir, mit denen ich im Wohnmobil in die Montes Universales unterwegs war, auf dem Hinweg wie kleine Kinder fragten, wann wir denn endlich ankämen. Da ich bereits dort gewesen war, wusste ich zu meinem Grauen, wie lange es noch dauern würde.

Als wir dann wieder aus der Einsamkeit „entflohen“, machte ich den Fehler, nicht sofort in den nächsten grossen Ort zu fahren, sondern über einen kleine Seitenstrasse durch die Berge, was noch einmal einen ganzen Tag dauerte. Als dann noch in einem kleinen Geschäft in einem verschlafenen Ort in der Einöde das Verfallsdatum seit ca. 2 Jahren bei den Keksen abgelaufen war, war es vorbei mit lustig. Fluchtartig wurde die Gegend verlassen und erst wieder angehalten, als wir in der Provence angekommen waren.



Insbesondere Kastilien kann ein extrem schwermütiges Land sein, wenn im November die blaugrau-schwarzen Wolken quasi über den dunkelbraunen zerfurchten oder verkohlten und abgebrannten Boden schrammen und die Hölle nicht mehr weit entfernt ist.

Und selbst bei Sonnenschein hat dies der spanische Philosoph José Ortega y Gasset so empfunden:
„Einen einzigen Baum erblicke ich in der näheren Umgebung. In diesen Landstrichen ist die Einsamkeit unter der sengenden Mittagssonne düsterer als in der tiefen Nacht.“
(Von Madrid nach Asturien oder zwei Landschaften; De Madrid a Austurias o los dos paisajes; Kapitel „Duenas“, 1921)



 
 
 
 
 

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Dann halte selbst ich es vor lauter Schwermut in der endlos langen platten Landschaft nicht mehr aus und muss nach 3 Tagen wieder zurück in die Zivilisation. Was schon viel heissen will, bin ich doch verschrien als jemand, der sich tagelang in die einsamsten und kargsten Landschaften begeben kann.

Umso mehr haben die Pilger oder Wanderer nach Santiago de Compostela meinen Respekt verdient, insbesondere wenn diese über mehrere hundert Kilometer bei einer solchen Wetterlage unterwegs sind.

Insgesamt ist Spanien ein Land, das man mit seinen Menschen entweder mag oder nicht.
Auch die Menschen sind so ähnlich wie die Landschaft. Sie sind eher zurückhaltend und wirken sprö-de, ganz anderes als bei den lebendigen Italienern. Wenn man einmal Zugang zu ihnen gefunden hat, kann es sehr erlebnisreich sein wie damals die spontane Fete bei der Bauernfamilie in Extremadura zu Heilig Abend oder die Unterhaltung mit dem Schafhirten an der wilden Küste im letzten Winkel hinter Finistere in der entferntesten Ecke von Galizien.

Gleiches gilt auch für das Essen, entweder man mag es oder man mag es nicht.
Auch dieses ist gleich der Landschaft und mit seinen vielen in Olivenöl geschmorten Speisen nicht jedermanns Sache.

Vielleicht gelingt es mir mit diesem kleinen Streifzug durch Spanien andere zu einer Fahrt dorthin zu animieren.
Ich folge einfach meiner Reise Ende Mai 2006 in Tagesetappen von der spanischen Grenze an und zurück und erlaube mir immer wieder Rückblicke auf frühere Reisen.




 
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Kommentare
  • lucky-wanderer 08.01.2009 | 19:51 Uhr

    Toller Bericht! Sehr informativ, egal ob für Architektur/Kunstinteressierte, Naturliebhaber oder Bergsteiger, von allem was dabei...
    Außerdem schön eingearbeitete Zitate!

    Steigert die Vorfreude auf meine Spanien-Tour im Mai noch weiter!

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