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Umweltschutz: "Bienen gehen jeden etwas an"

Der Film "More than Honey" des schweizer Regisseurs Markus Imhoof ist eine fulminante Hommage an ein unentbehrliches Insekt. Ein Interview

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Bekannt wurde der Schweizer Drehbuchautor und Filmemacher Markus Imhoof mit zahlreichen politischen Dokumentationen. Seine Literaturverfilmung "Das Boot ist voll" wurde 1981 für einen Oscar nominiert. Sein jüngstes Filmprojekt "More Than Honey" widmete er einem unterschätzten Insekt: der Honigbiene


Markus Imhoof bei den Dreharbeiten auf einer kalifornischen Mandelplantage (Foto von: zero one film)
© zero one film
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Markus Imhoof bei den Dreharbeiten auf einer kalifornischen Mandelplantage

Herr Imhoof, Sie sind nicht für Tierdokus bekannt. Wie sind Sie auf das Thema Bienen gekommen?
Die Beschäftigung mit Bienen liegt irgendwie in der Familie. Mein Großvater hatte eine Konservenfabrik und eigene Ländereien, auf denen die Beeren und Früchte wuchsen. Zur Bestäubung brauchte er die Bienen. Er hatte ein großes Bienenhaus mit 150 Völkern. Und meine Tochter und mein Schwiegersohn sind Bienenforscher.


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    In seinem neuen Film gelangen dem Schweizer Regisseur Markus Imhoof einzigartige Einblicke in das Leben der Honigbiene. Sehen Sie hier Aufnahmen aus dem Film

Ist der Film ein persönliches Statement?
Als ich mit der Arbeit an dem Film anfing, sagten viele: "Jetzt wird er alt! Er macht einen Bienchenfilm!" Aber die Bienen sind nicht mein privates Steckenpferd. Sie gehen wirklich jeden auf der Welt etwas an: Alles, was besonders Spaß macht am Essen, ist abhängig von den Bienen. Die Sättigungsbeilagen, Reis und anderes Getreide, werden vom Wind bestäubt. Aber in einem Hamburger zum Beispiel wäre kein Salat, keine Zwiebel, kein Ketchup, kein Senf und Fleisch von Kühen, die nie Klee gefressen haben. Es bliebe nur das Brötchen übrig. Wenn wir die Bienen nicht hätten, würden wir sehr traurig essen.


Filmstart von "More Than Honey" ist der 8. 11. (Foto von: )
Filmstart von "More Than Honey" ist der 8. 11.

Ihnen sind atemraubende Aufnahmen von Bienen im Stock und im Flug gelungen. Wie filmt man so etwas wie die Paarung einer Königin mit einer Drohne in der Luft?
Die Drohnen sammeln sich jeden Tag an einem Sammelplatz. Den kannten wir. Die Paarung findet aber eigentlich im Flug, in 30 Meter Höhe statt. Also haben wir einen zehn Meter hohen Turm gebaut und die Drohnen mit einem Wetterballon mit Duftstoffen von Königinnen heruntergelockt. Vom Turm aus konnten wir sie dann filmen.

Im Flug? Gestochen scharf und ruckelfrei?
[Lacht] Jeder Flohzirkus hat seine Geheimnisse, mit denen er den Zauber schützt.

Für die Filmarbeit haben Sie einen Bienenflüsterer engagiert ...
Der konnte zwar nicht mit den Bienen sprechen, aber er konnte sie immerhin verstehen. Er konnte ihnen ansehen, was sie tun würden. Um etwa das Schlüpfen einer Königin zu filmen, mussten wir vorausberechnen, wann sie schlüpfen würde, um mit der ganzen Technik bereit zu stehen. Es war sehr viel Geduld und Zufall nötig. Manchmal haben wir ein paar Sekunden brauchbares Filmmaterial pro Tag geschafft, manchmal haben wir auch Geschenke bekommen. Einmal lief beim Filmen mit dem Makro-Objektiv eine Drohne mit verkrüppelten Flügeln über eine Wabe. Das ist ein Effekt der Varroamilbe. Sie überträgt einen Virus, der die Flügel der Bienen verkrüppeln lässt. Als wir mit den Filmarbeiten fertig waren, hatten wir 105 Stunden Makro-Material, plus 100 Stunden dokumentarisches Material.

Sie stellen den traditionellen Schweizer Bergimker dem kalifornischen Großimker gegenüber, der seine Bienen geradezu industriell ausbeutet. Um nicht zu sagen, brutal ...
Der Großimker verhindert das Schwärmen, die natürliche Fortpflanzung der Bienen, indem er die Völker im Vorhinein teilt. Er macht aus einem Volk vier. Die Waben werden auf dem Förderband danach sortiert, was sie enthalten - Eier, Brut, Honig, unbestimmt - und auf der anderen Seite neu zusammengesetzt. Wie in einem Ersatzteillager. Das Volk, die Familie, wird auseinandergerissen und aus vier oder sechs verschiedenen Familien ein neues Volk zusammengesetzt. Die Bienen sind in totaler Verwirrung, die Königinnen sterben meist dabei. Das hat mit dem Grundgedanken eines Bienenvolkes überhaupt nichts mehr zu tun.



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Kommentare zu ""Bienen gehen jeden etwas an""

Friedhelm Roggenthien | 10.11.2012 04:23

Keine Bienen > keine Bestäubung von Blüten > keine Blumen, Garten- und Feld-Früchte, kein Wald > Keine Ernährung für Pflanzen, Insekten, Nutztiere, Menschen > Kein geregelter Kreislauf ist mehr möglich > Der Zusammenbruch der Nahrungskette ist die Folge! Und wir Menschen folgen - mit all unserer anderen NATUR-Zerstörung - letztendlich mit ... Beitrag melden!


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