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Walderhalt und Entwicklung in der Intag-Region, Ecuador
In Kooperation mit dem Ökostromanbieter LichtBlick ist "GEO schützt den Regenwald e.V." bereits seit 2004 mit großem Erfolg aktiv - für Gemeindewälder und Einkommen verbessernde Projekte.
Über die Region
Die Region Intag, an der westlichen Flanke der Andengebirgskette, ist Teil der ecuadorianischen Provinz Imbabura. Die abgelegene Region liegt rund 150 Autokilometer (vier bis fünf Stunden Fahrt) nördlich der Landeshauptstadt Quito. Typisch für Intag sind noch Nebelwälder, ein ganz besonders schützenswertes Ökosystem. Die Bewohner leben von der Landwirtschaft und dem seit jüngster Zeit einsetzenden Individualtourismus. Intag grenzt an das "Cotacachi-Cayapas-Naturreservat", zwischen den Provinzen Imbabura und Esmeraldas. Mit diesem teilt Intag zahlreiche bedrohte und gefährdete Tier- und Pflanzenarten, etwa den Brillen- oder Andenbär (der einzige Bär Südamerikas) und unzählige Orchideenarten, die nur hier heimisch sind.
Hintergrund des Projekts
Ecuador weist eine der höchsten Abholzungsraten in ganz Südamerika auf. Kahlschlag, Brandrodungen, Straßen- und Siedlungsbau sowie Bergbau bedrohen im Nordwesten Ecuadors die verbleibenden Reste des einst flächendeckenden Bergnebelwaldes. Kleinbauern brennen wertvollen Wald nieder, um neues Land für Äcker oder Viehweiden zu gewinnen. Die Folgen: Der Regen lässt ganze Berghänge erodieren, der Boden kann kein Wasser mehr speichern und trocknet aus, Ernten verdorren, es kommt zu Erdrutschen. Gleichzeitig wird sauberes Trinkwasser knapp.
Ziele
- Schutz von Primärwaldflächen
- Förderung von umweltverträglichen Landbaumethoden
- Verbesserung des Einkommens von Kleinbauern
- Stärkung des Umweltbewusstseins und Initiativen in der Umweltbildung
Fortschritte
Bislang konnten Schutzgebiete von insgesamt 4774 Hektar (Stand: Dezember 2012) geschaffen werden. Das entspricht einer Fläche von 47.740.000 Quadratmetern oder 6686 Fußballfeldern! Neben großen Gemeindeschutzwäldern in den Bezirken Cuellaje, Apuela und Peñaherrera wurden auch kleine Schutzflächen nahe der Ortschaft Madgalena, in Irubí und im Raum Rumyacu erworben. Durch den Schutz der Wälder werden der natürliche Lebensraum der einheimischen, teilweise bedrohten Tier- und Pflanzenwelt erhalten, die Bodenerosion gemindert und die Trinkwasserversorgung der Anwohner gesichert.
Verbesserte Praktiken in der Landwirtschaft: Ökologischer Anbau nimmt zu, Brandrodung und Abbrennen der Felder nach der Ernte haben deutlich abgenommen. Die Erfolge gehen wesentlich auf Radio-Spots in „Radio Intag“, sowie auf Plakate, Anzeigen und Berichte in der Intag-Zeitung (www.intagnewspaper.org) zurück, die der Bevölkerung die Gefahren verdeutlichen.
Durch die Anschubfinanzierung eines Ladens in Otavalo zum Verkauf von Produkten (Kaffee und andere landwirtschaftliche Produkte; Seifen; Kunsthandwerk) aus der Intag-Region und den Aufbau einer Baumschule wurde das Einkommen von Intag-Bewohnern verbessert.
Spezifische Maßnahmen in den Bereichen Bewusstseinsförderung und Umweltbildung:
2005 bis heute: Lehrfahrten, die Produktion von Informationsmaterial zu Umweltfragen und Vortragsveranstaltungen in Gemeinden, Schulen und Jugendgruppen haben zur Stärkung des Umweltbewusstseins der Intag-Bewohner geführt. Zu den behandelten Themen gehören: Bedeutung von Walderhalt und Wiederaufforstung; Folgen von Kupfertagebau; Müllvermeidung; korrekte Müllentsorgung; Trinkwasserschutz.
2009/10: Buchspenden, Bücherregale und Geräte, darunter ein Filmvorführgerät („Beamer“) und ein Kopiergerät, kommen nun in der Bibliothek des Gemeindezentrums "Casa Palabra y Pueblo" in Apuela zum Einsatz.
2010/11: 500 Exemplare des Kinderbuches "El Gran Capoquero" (auf Deutsch: „Der Große Kapokbaum“) wurden an Grundschulkinder der 4. und 5. Klassen im Intag verteilt. Daneben leistete das Projekt finanzielle Beihilfe zu den Transportkosten mehrerer Dutzend Schüler zu den drei weiterführenden Schulen („Colegios“) im Intag. Die relativ hohen Transportkosten werden vom ecuadorianischen Staat nicht gedeckt und sind ein Hauptgrund, weshalb Jugendliche im Intag keine weiterführende Schule besuchen können.
2011/12: An verschiedenen Grundschulen hielten DECOIN-Mitarbeiter Vorträge und begleiteten die Schulklassen im Anschluss bei ihren Exkursionen zum Gemeindeschutzwald von Cuellaje. Dank des Projekts konnten darüber hinaus fünf interessierte Erwachsene auf ihre künftigen Tätigkeiten als Hilfslehrer für den Umweltunterricht an Intag-Grundschulen ausgebildet werden. Die kanadische Lehrerin Angela Gómez erarbeitete hierzu didaktische Materialien, und leitete ein zweitägiges Intensiv-Seminar in Nangulví sowie praktische Trainingseinheiten an verschiedenen Grundschulen an.
Unsere Partner
„GEO schützt den Regenwald e.V.“ arbeitet vor Ort mit der ecuadorianischen Umweltschutzorganisation Defensa y Conservación Ecológica de Intag, kurz: DECOIN (www.decoin.org), zusammen, die 1995 gegründet wurde und sich für den Schutz der Bergregenwälder und die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung der Region einsetzt. DECOIN hat sich stark im Widerstand gegen den Kupfertagebau im Intag engagiert, der bislang verhindert werden konnte, und zahlreiche Waldgebiete vor der Zersiedelung bewahrt. Die Gemeindemitglieder beteiligen sich aktiv an jeder Projektphase. So entscheiden die Intag-Bewohner über alle Aktivitäten selbst, verwalten Schutzgebiete eigenverantwortlich und profitieren am wirtschaftlichen Erfolg der Maßnahmen in Landwirtschaft, Gewerbe und Tourismus. Im Auftrag des Vereins erwirbt DECOIN Waldflächen aus privater Hand, die durch die beteiligten Gemeinden unter Schutz gestellt werden.
Finanziert werden die genannten Aktivitäten durch den 1998 gegründeten Energieversorger LichtBlick www.lichtblick.de. LichtBlick ist ein bundesweit tätiges Unternehmen, das umweltfreundlich erzeugten Strom und Gas an Privathaushalte und Gewerbebetriebe verkauft. LichtBlick beweist seit Jahren, dass umweltfreundlich erzeugter Strom wettbewerbsfähig gegenüber Atom- oder Kohlestrom angeboten werden kann. Mehr als 500.000 private Stromkunden von LichtBlick sorgen inzwischen dafür, dass die Fläche des Waldschutzgebietes bei Cuellaje jeden Monat um die Größe von etwa 70 Fußballfeldern wächst. Mit steigender Kundenzahl erhöht sich entsprechend auch die Größe der geschützten Waldfläche.
Schirmherrschaft
Die Initiative steht unter der Schirmherrschaft des renommierten Klimaforschers und ehemaligen Leiters des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg, Prof. Dr. Hartmut Grassl. "Der tropische Regenwald ist nicht nur ein Hort der Biodiversität, sondern auch ein wichtiger Kohlenstoffspeicher. Regenwaldschutz ist deshalb Klimaschutz", so Hartmut Grassl. "Dieses Projekt könnte ein Vorbild für andere tropische Regionen werden."
Letzte Aktualisierung: April 2013
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Neuigkeiten aus der Intag-Region
Mary-Ellen Fieweger war Herausgeberin der Zeitschrift "Periódico Intag" und versorgt uns einmal im Monat mit den neuesten Nachrichten aus der Region und zu unseren Projekten.
Hier ein Link zur Vogelwelt im Intag von Birdlife International:
http://www.birdlife.org/datazone/sitefactsheet.php?id=14566
Aufstand im Kupferwald - Ein Fotofilm von Elisabeth Weydt
In einem abgelegenen Tal im Norden Ecuadors verteidigen Bauern ihren Regenwald mit Gummistiefeln und Flugblättern. Wenn es ernst wird, sperren die Campesinos der Intag-Region schon mal 60 Paramilitärs in ihre Dorfkirche. So konnten sie bisher zwei transnationale Konzerne vertreiben. Jetzt will die Regierung selbst an das Kupfer unter der Erde von Intag. Und die Inteños ziehen vor Gericht.
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