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GEO Magazin Nr. 01/10 Seite 1 von 1


Riesending: In der tiefsten Höhle Deutschlands

Sechs Kilometer nördlich von Berchtesgaden ragt die tiefste Höhle Deutschlands in den Fels: das Riesending im Untersberg

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Einstieg in die Unterwelt
© Carsten Peter
Einstieg in die Unterwelt
Zwischen karstigen Dolinen fällt ein Schacht 300 Meter ins Ungewisse ab. "Was ist das für ein Riesending?", fragten ihre Entdecker - seither heißt die Höhle so
Meter für Meter
© Carsten Peter
Meter für Meter
... lassen die Abenteurer sich und ihre roten "Schleifsäcke" mit Ausrüstung ab
Eisige Wasserfälle
© Carsten Peter
Eisige Wasserfälle
Spitzer Fels und eisige Wasserfälle zehren an den Kletterern - wie auch an den Sicherungsseilen
Paddeltour
© Carsten Peter
Paddeltour
... in 875 Meter Tiefe: Nur mit einem kippeligen Schlauchboot können die Forscher den Höhlensee und dahinter liegende Gänge erkunden. Kentern ist bei vier Grad kaltem Wasser nicht ratsam
Wie geht es weiter?
© Carsten Peter
Wie geht es weiter?
Was folgt im nächsten Schacht? Wasser, Enge oder Ende? ...
Kletternd, hangelnd oder kraxelnd
© Carsten Peter
Kletternd, hangelnd oder kraxelnd
... Und wie geht's weiter? Kletternd, hangelnd oder kraxelnd? So lauten die Fragen, die Speläologen immer weiter in die Nischen der Höhle treiben
Handwerk
© Carsten Peter
Handwerk
Unterirdisches Handwerk: Johann Westhauser setzt in 100 Meter Tiefe einen neuen "Spit" für einen weiteren Sicherungshaken
Tageslicht
© Carsten Peter
Tageslicht
Oben lockt das Tageslicht: ein Mann am Seil im Ausstiegsschacht, in den der Turm des Ulmer Münsters passen würde
Lars Abromeit
© Carsten Peter
Lars Abromeit
GEO-Expeditionsredakteur Lars Abromeit auf dem Weg in die Tiefe des Riesendings
© GEO-Grafik
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In einer Schlucht unter Bayern, 350 Meter tief in der Erde, hängt ein Seil. Nebelschwaden umhüllen es; geschmolzener Schnee tropft neben ihm aus dem Ungewissen herab. Von einer Felsspalte aus speit uns ein Wasserfall Gischtfahnen entgegen, die im Stirnlampenlicht wie Sternschnuppen aufblitzen. Eisiger Wind, klamme Finger. Drei Grad Celsius, Mitte Juni.

Ich wische Nässe und Lehm aus den Augen und starre dem Seil nach, das sich an der Steilwand des unterirdischen Canyons empor in die Finsternis windet. Eine Polyamid-Spur, lächerliche zehn Millimeter schwach, gefangen in Abertausenden Tonnen Gestein. Die Fasern sind aufgequollen, seine Geschmeidigkeit hat das Seil in Kälte und Dreck schon lange verloren.

Und an diesen geschundenen Strick soll ich mein Leben hängen? Ganz offenbar habe ich keine Alternative.

Weit und breit kein Felsvorsprung, an dem ich auch nur einen Meter emporklettern könnte. Kein verborgener Seitengang. Das Seil ist der einzige Ausweg zurück Richtung Sonnenlicht. Thomas Matthalm, mein Begleiter, der diesen Teil der Höhle vor ein paar Jahren zusammen mit seinen Speläologen-Freunden Marcus Preißner und Johann Westhauser entdeckt hat und seither dutzendfach mit ihnen in der Tiefe war, kramt einen Müsliriegel aus seinem Rucksack und hält ihn mir hin: "Könntest du brauchen, der Aufstieg wird lang", sagt er tiefenentspannt.

Ist nett gemeint, nur leider kann ich nicht einmal daran denken zu essen. Ich muss meine Panik in Schach halten. Fünf Stunden Aufstieg an Seilen wie diesem liegen zwischen uns und der Erdoberfläche. Der Untersberg, sechs Kilometer nördlich von Berchtesgaden, direkt an der deutsch-österreichischen Grenze: ein Kalkstein- und Dolomitmassiv, 1972 Meter hoch, das von Höhlengewölben durchlöchert ist. Den Sagen nach haben Zwerge und Wildfrauen dort in der Tiefe marmorne Schlösser erbaut und sie mit Silber- und Goldschätzen ausgeschmückt ...

Lesen Sie hier die komplette Reportage aus dem GEO Magazin Nr. 1/2010.



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