Hauptinhalt
GEO Magazin Nr. 09/15 Seite 1 von 1


Forum zum Thema zu Globuli: "Homöopathie kann lebensgefährlich sein"

Kritiker spotten gern, dass in den homöopathischen Globuli kein einziges Wirkstoffmolekül enthalten ist. Das bedeutet aber nicht, dass sie niemandem schaden

Text von Prof. Dr. Edzard Ernst

Homöopathische Globuli: Eine Gefahr für Patienten? (Foto von: Claudia Rehm/Westend61/Corbis)
© Claudia Rehm/Westend61/Corbis
Foto vergrößern
Homöopathische Globuli: Eine Gefahr für Patienten?

Die Homöpathie ist von allen Formen der Alternativmedizin die am wenigsten plausible. Auch wenn nicht alle Ergebnisse einheitlich sind - klinische Studien legen den Schluss nahe, dass homöopathische Heilmittel nicht wirksamer sind als Placebos, also als Scheinmedikamente ohne Wirkstoff. Auch die australische Gesundheitsbehörde erkannte 2014, nach Auswertung der bis dahin umfassendsten unabhängigen Analyse: "Keine Wirksamkeit der Homöopathie bei der Behandlung der untersuchten Krankheitsbilder".

Aber mehr noch: Im Gegensatz zu dem, was wir so oft zu hören bekommen, gibt es sehr wohl Risiken bei der Homöopathie. Wenn etwa ein Schwerkranker sich für eine unwirksame Behandlung entscheidet, statt eine effektive Therapie zu wählen - dann können scheinbar harmlose Mittel lebensgefährlich sein. Ja, jetzt höre ich wieder den verzweifelten Aufschrei der aufgebrachten Homöopathen.


"Viele Homöopathen kennen keine Grenzen"


Dass die Homöopathie eine Placebo-Therapie ist, das haben sie sich schon des Öfteren sagen lassen müssen. Die Behauptung aber, dass ihre Heilmethode zudem gefährlich sei, geht den Homöopathen jedoch ganz eindeutig zu weit. Doch genauso ist es.

Viele Homöopathen kennen keine Grenzen, buchstäblich: "Homeopaths Without Borders", eine Organisation, die nichts mit "Ärzte ohne Grenzen" zu tun hat, will homöopathische Mittel bei Opfern von Naturkatastrophen einsetzen. Oder bei der Geburtshilfe in Elendsregionen wie Haiti. Die "Gambia Wellness Foundation" zieht mit Globuli gegen die Folgen von Fehlernährung zu Felde. Es läuft einem kalt den Rücken herunter! Und erst recht, wenn ich an das Homöopathen-Team denke, das nach Liberia reiste, um Ebola-Patienten zu kurieren.

"Das sind exotische Knallköpfe, sie repräsentieren nicht die Homöopathie" - so etwa argumentieren die Verteidiger der Homöopathie, wenn man sie mit solchen Aktionen konfrontiert. Gut. Dann nehmen wir eben die unzähligen Homöopathen, die Mütter davon abraten, ihre Kinder impfen zu lassen: Das ist ebenfalls verantwortungslos, um es milde auszudrücken.

Wenn ich die Homöopathie kritisiere, dann weiß ich, wovon ich rede: Ich selbst war einst ein Verfechter dieser Lehre. Begonnen hat mein Interesse an alternativen Heilmethoden ganz harmlos, mit Wassertreten auf der Wiese vor unserem Haus. Später kamen andere Verfahren hinzu, vor allem eben die Homöopathie. Unser Hausarzt war Homöopath, der sogar eine leichte Hepatitis, die ich mir als Teenager gefangen hatte, mit Globuli anging. Und siehe da: Meine Leber heilte tatsächlich komplikationslos aus.


"Ich sehe es als meine Pflicht an, Patienten zu warnen"


Als es 1978 an der Zeit war, einen Job als Jungmediziner zu finden, landete ich in einem homöopathisch geführten Krankenhaus. Dort habe ich mit naivem Eifer gelernt, mit den weißen Kügelchen „Wunder“ zu vollbringen. Bei vielen Patienten besserte sich der Zustand in beeindruckender Weise.

In den folgenden Jahren durchlief ich eine reguläre klinische Ausbildung. Und eines Tages fand ich mich in einem Londoner Labor, in dem Grundlagenforschung betrieben wurde. Ich staunte: Bislang hatte mir noch niemand beigebracht, dass man kritisch denken solle, um wirklich gute Medizin zu betreiben. Um ehrlich zu sein, im Medizinstudium hatte man kaum Zeit, einzelne Therapieformen analytisch zu hinterfragen.

Auch als Assistenzarzt gibt es keine Gelegenheit für Zweifel, Skepsis oder andere Frivolitäten. Dabei ist kritisches Denken vielleicht das wichtigste Werkzeug eines verantwortungsvollen Arztes. Erst jetzt, im Londoner Forschungslabor, wurde ich mit der Frage konfrontiert: War es vorstellbar, dass die homöopathischen Globuli in Wahrheit gar keine Wunder vollbrachten? Womöglich handelte es sich bei den "geheilten" Leiden um Krankheiten, die (wie meine Hepatitis) auch ohne Therapie ausheilen konnten? Vielleicht waren bei einigen Patienten auch andere Faktoren im Spiel, gute Pflege etwa? Solchen Fragen wollte ich auf den Grund gehen.

Im englischen Exeter wurde es ab 1993 meine Aufgabe, den weltweit ersten Lehrstuhl für Komplementärmedizin aufzubauen. Mit rund 20 Mitarbeitern forschten wir zwei Jahrzehnte lang intensiv, führten rund 40 klinische Studien durch und publizierten 300 Übersichtsarbeiten über etliche Therapieformen. Für manche Verfahren der Alternativmedizin kamen dabei am Ende sogar Positivmeldungen heraus (etwa für Johanniskraut, das bei Depressionen hilft). Insgesamt war die Bilanz aber durchwachsen. Und speziell für die Homöopathie ziemlich niederschmetternd.

"Der Edzard Ernst ist ein alter Spielverderber, der uns nur das Geschäft verderben will", erwidern ideologisch angehauchte „Alternativisten“. Aber das ist falsch. Es waren nicht nur unsere eigenen Studien, die viele negative Ergebnisse zur Homöopathie lieferten; sie festigen nur einen breiten, wissenschaftlichen Konsens. Und ich sehe es als meine Pflicht an, Patienten vor Therapien zu warnen, die nutzlos und gefährlich sind. Es ist dies aus meiner Sicht eine hoch ethische Aufgabe, die viel Geld sparen hilft, Leid vermeidet - und, ja, die auch Leben retten kann.


"Pseudowissenschaft ist letztlich ein Verrat, begangen an den Schwachen"


Letztlich ist das unkritische Verfechten von Alternativmedizin ein ethisches Problem. Und nicht nur bei Ärzten, die widerlegte Therapieformen anbieten, um Geld zu verdienen. Unmoralisch verhalten sich auch Homöopathie-Fans, die unreflektiert verkünden: "Wer heilt, hat Recht"; ebenso die Journalisten, die mit Anekdoten statt Recherche ihre Leser in die Irre führen; Apotheker, die Geld verdienen, indem sie Placebos verkaufen; Politiker, die Alternativmedizin unterstützen, ohne das geringste medizinische Verständnis zu haben; Forscher, die sich mit Alternativmedizin befassen, ohne sie je wirklich kritisch zu hinterfragen.

Wann immer Wissenschaft missbraucht wird, um ideologischen Glaubenssystemen zu dienen, werden ethische Standards mit Füßen getreten. Die daraus resultierende Pseudowissenschaft ist letztlich Verrat, begangen an den Schwachen. Wir schulden es uns und denen, die nach uns kommen, für die Wahrheit einzustehen. Egal welche Konsequenzen uns dadurch drohen.

Für mich waren die Konsequenzen meiner Haltung erheblich. In Exeter strich man mir Forschungsgelder. Meinen provozierenden Vorstoß ins Wunderland der Alternativmedizin bereue ich aber nicht. Wenn meine Arbeit nur einen einzigen Patienten davor bewahrt hat, Quacksalbern auf den Leim zu gehen, ist es jede Mühe wert gewesen.


Edzard Ernst, Jahrgang 1948, ist emeritierter Professor für Alternativmedizin im englischen Exeter. Er hat die Forschung über alternative Heilmethoden maßgeblich mitbestimmt. Sein Buch "Nazis, Nadeln und Intrigen. Erinnerungen eines Skeptikers" ist im JMB-Verlag erschienen.



Aus Ausgabe Nr. 09/2015: Deutschland Remixed


Der Text ist erschienen im GEO Magazin "Deutschland Remixed - Die neuen Gesichter unserer Gesellschaft".

Hier geht‘s zum Magazin




Kommentar verfassen

Ja, ich möchte eine Benachrichtigung per Mail erhalten, wenn es neue Kommentare zu diesem Artikel gibt.
* Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine gültige Mailadresse ein. Diese wird später nicht auf unseren Seiten zu sehen sein. Um Missbrauch zu vermeiden, senden wir Ihnen jedoch eine Mail mit einem Aktivierungslink - einfach anklicken und schon ist Ihr Beitrag online!

Mit der Abgabe eines Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Kommentare zu ""Homöopathie kann lebensgefährlich sein""

Martina | 13.04.2016 14:18

Und natürlich kommen in den unten stehenden Kommentaren gleich wieder alle idiotischen Begründungen für die Wirksamkeit von Homöopathie. Nein, Wasser hat kein "Gedächtnis", nein, es gibt keine "Informationsschwingungen", die sich auf echten oder auf Milchzucker übertragen lassen, nein, es gibt auch keine "homöopathischen Quantenwirkungen" (wie sie Walach ja gerne vorbringt), nein, anekdotische Berichte sind kein Nachweis der Wirkung. Ich kann ja den Wunsch nach etwas Magie im Leben nachvollziehen, aber leider macht uns magisches Denken anfälliger für echte Gefahren, es ist also besser, in der Realität zu leben. Beitrag melden!

Ernie | 12.04.2016 10:27

Natürlich hat Homöopathie eine Auswirkung - auf die Geldbörsen der Homoöpathen und Konzerne, die Zucker für teures Geld verkaufen. Seit 200 Jahren keine relevanten Kosten für Forschung, o.ä. wird Zucker mit geschütteltem Wasser besprüht und für teures Geld verkauft. Und ja, auch die Pharmalobby hat jede Menge Dreck am Stecken, dass aber legitimiert wohl kaum den ersatzreligiösen Unsinn mit dem Homöopathen missionieren, nur um selbst die eigenen Taschen voll zu machen. Beitrag melden!

Dirk | 11.04.2016 19:03

wenn Wasser Informationen aufnimmt (EMOTO et al) warum dann nicht auch Milchzucker. Homöopathie wirkt über die Informationsschwingung nicht über die Substanz. dass keine Substanz nachweisbar ist ist logisch, denn es wird die Information übertragen. die moderne Physik stützt im übrigen die These der Informationsübertragungen. dass die Messmethoden eines anderen eingeschränkteren Systems nicht greifen verwundert ebenfalls nicht. Das erinnert mich an den versuch der Studenten Globuli einfach zu schlucken und zu sagen nichts passiert also ist nichts drin. Schwingungsarbeit ist diffizil. Der Artikel ist aus seiner Sichtweise heraus gerechtfertigt beschreibt aber nur eine bestimmte Wahrheit...zum Glück kommen wir immer mehr dahin dass es mehr zwischen Himmel und erde gibt als die Schulweisheit sich träumen lässt... Beitrag melden!

Bettina Schürer | 11.04.2016 12:26

Hallo, sehr bedauerlich, dass Sie in dem langen Artikel nicht beschreiben wie Sie die Wirksamkeit Studie vorgenommen haben. Auf jeden Fall nicht nach homöopathischen Prinzipien, denn das ist nicht möglich. In diesen Studien werden nach allopathischem Prinzip den Probanden Arzneien verabreicht, nicht nach hom. Repertorisierung! daher sind sie nicht aussagekräftig. Hingegen werden mittlerweile die Arzneimittelprüfungen streng kontrolliert durchgeführt. Siehe HAMP, findet sich im I- Net. Diese HAMP beweisen die Wirksamkeit indem sie das Arzneimittelbild erkennen lassen.- Beitrag melden!

PharmaStudent91 | 23.09.2015 22:48

an die, die den artikel hinterfrage:
da steht GRUNDLAGENforschung, sowas wird von keinem gezielt gesponsort, man forscht nach lust und laune dabei. dabei fällt dann wissen an, da mehrere ergebnisse auf gewissen dinge zielen.
diese erworbenen grundlagen werden dann von anderen genutzt, da sowas forschungszeit und aufwand erspart.
also an alle, die damit argumentieren wollen, das sei eine bezahlte studie gewesen ... wie sag ich das nur freundlich ... naja sowas führen nur dumme homöo-jünger an, anders geht es nicht
es gibt kaum ein älteres wissenschaftliches prinzip, das immer funktioniert, als das de ursache und wirkung. bei globuli gibt es keine ursache, da da nur reiner zucker gegeben wird.

und an alle die hier mit naturheilverfahren ankommen wie alten pflanzlichen mitteln:
ihr seid auch nicht klüger, denn ihr könnt nicht lesen, hier geht es um globuli/placebos und nicht darum, ob naturverfahren funzen.
viele heutige medikamente bestehen aus natürlichen sachen und die funktionieren also nichts verwechseln hier Beitrag melden!

Johanna | 23.09.2015 16:15

Ich schliesse mich volkommen Thomas an... Meinen Bruder hat damals als Kind Homeopathie und ein Pendel gerettet, nach jahrelangen ärztlichen Versuchen. Unsere Mutter glaubte nicht an eine Heilung auf diese Art, hat es aber durchgezogen... er hätte es nicht geschafft mit den klassischen Methoden. Inzwischen, 35 Jahre später, ist doch wohl glasklar, dass 'man' ein sehr viel grösseres Interesse daran hat, dass wir krank bleiben und Geld einbringen. Oder haben das manche Menschen immer noch nicht begriffen? ;-)
Beitrag melden!

Dieter Wondrazil | 23.09.2015 15:02

"Studien legen den Schluss nahe, dass homöopathische Heilmittel nicht wirksamer sind als Placebos, also als Scheinmedikamente ohne Wirkstoff."
...
Hört sich schlimm an. Ist es aber nicht. Viel zugelassene Medikamente erreichen diesen Wert nicht. Ich möchte auf die "Skandale" der letzen Zeit hinweisen, die den Betrug in dieser Branche belegen und Zweifel wecken, was die "klinisch belegte" Wirkung der Std.-Medikamente angeht.
...
Die flammende Rede müsste dem Autor angesichts dieser Tastachen eigentlich im Halse stecken bleiben. Die Macht der Pharmaindustrie sollte doch langsam jedem klar geworden sein. Reicht die nun bis zu G+J? Beitrag melden!

Martin | 23.09.2015 01:11

Ich bin selbst kein aktiver GEO-Leser, aber den Artikel finde ich sehr gut. Lob dafür.

An alle die diesen Artikel hier kritisieren:
Zunächst einmal handelt es sich um ein Interview. Möglich, dass man einen Homöopathen auch hätte interviewen können. Quasi als Gegendarstellung. Allerdings sieht sich GEO, zurecht, als Wissensmagazin. Homöopathie kann hier also nur einen Platz im Sinne einer Kritik an ihr einnehmen. Was Homöopathen als "Wissen" anerkennen basiert in den seltensten Fällen auf gesicherten Erkenntnissen.

Steffen hat hier schon sehr ausführlich die Entstehung und die damit einhergehenden Irrtümer der Homöopathie dargestellt.
Es gibt hier weitere psychisch Relevante Effekte: Kognitive Dissonanz und selektive Wahrnehmung beispielsweise. Ersteres steht für einen Zustand ähnlich dem Schönreden. Man trifft eine Entscheidung nur um irgendwann festzustellen, dass diese, auf welche Weise auch immer, schlecht war. Je nach Aufwand den man aber vielleicht in diesem Zusammenhang betrieben hat versucht das Gehirn aber lieber die Sachlage in der persönlichen Wahrnehmung so zu drehen, dass man alles richtig gemacht hat. Andere sind dann am Scheitern schuld oder Ähnliches. Der Bezug zur Homöopathie ist stets gegeben wenn man als "Gläubiger" beweisen gegen diese Theorie gegenübersteht. Leider ist dies zu tiefst menschlich und wird oft nicht wahrgenommen. Es ist schwer sich sein eigenes "Versagen" einzugestehen und den Kurs zu wechseln. Das heißt keineswegs, dass alle Menschen, die an Homöopathie glauben schwachen Geistes sind. Aber kritische Selbstreflexion auf Basis wissenschaftlicher Fakten und Naturgesetze würde dem ein oder anderem sicher gut tun.

Wenn man nach dem Grund für diesen Glauben sucht muss man die Menschen, die an Homöopathie glauben als heterogene Gruppe betrachten. Es gibt Personen, die persönlich gute Erfahrungen gemacht haben. Hier stehen dann die guten Erinnerungen im Gegensatz zu den abstrakten wissenschaftlichen Ergebnissen von Studien und Abhandlungen. Hand aufs Herz: Um eine medizinische Studie vollends zu verstehen braucht man ein nicht unerhebliches Verständnis von Statistik. Ein Verständnis, dass Mediziner und bspw. Psychologen über Jahre im Studium lernen. Nach fünf Stunden Internetrecherche und dem überfliegen einiger Wikipediaartikel ist man nicht in der Lage Stochastik zu verstehen. Dann gibt es Menschen, die über Gehörtes einfach nicht kritisch nachdenken. Gerade im Internet wird man von Homöopathie in einen Strudel gezogen der einen immer tiefer hineinzieht. Die pure Masse des Gelesenen und der aktiven Kommentatoren wird dann als Beweis hingenommen. Nach dem Motto: „So viele Leute können sich ja nicht irren.“ Irrtum: die Nazis hatten auch viele Anhänger und quasi die gesamte Menschheit ging auch mal davon aus, dass die Erde eine Scheibe ist. Wahrer (bei den Nazis im Sinne ihrer Theorien über die Juden, die Slaven, die Arier usw.) ist das Ganze dadurch aber nicht geworden. An diesem Punkt setzt dann meist auch das Argument ein, dass sich ja auch JETZT einfach die meisten Menschen irren könnten und alles ganz anders ist als alle behaupten. NEIN. Die Wissenschaft gibt uns Mittel und Methoden in die Hand um Dinge zu verifizieren oder zu falsifizieren. Sicher sind auch diese in einem gewissen Rahmen fehlbar, weil die genutzten Instrumente, technisch oder intellektuell, nur eine gewisse Genauigkeit aufweisen. Deswegen steht immer die Frage der Reproduzierbarkeit im Raum. Die Antworten sind veränderte Versuchsvorschriften und Metastudien. Dadurch kann eine Theorie bestätigt oder verworfen werden. Wenn man die Wissenschaft und die Vernunft als deren Grundlage aber generell in Frage stellt und den Glauben darüber stellt kommt man zur letzten Gruppe von Homöopathen. Den Verschwörungstheoretikern. Da wird einfach alles in Frage gestellt: „Nichts ist wie es scheint. Die Welt ist nicht chaotisch, sondern wird von Mächten kontrolliert, die nur sich selbst dienen. Alles steht unter ihrer Kontrolle. Überall wird gelogen aus den bösesten Absichten. Usw.“ Verschwörungstheorien sind oft der Versuch dem Gedanken zu entkommen, dass es sich bei der Welt um ein chaotisches System handelt. Im mathematischen, wie philosophischen Sinne. Dabei ist selbst das Wetter als winzig kleines Element schon ein nicht-lineares dynamisches System. Eines, das selbst bei Kenntnis einer Lösung der Navier-Stokes-Gleichung nur mit einiger Ungenauigkeit und Fehleranfälligkeit vorherzusagen wäre. Das ist ein Resultat der physikalischen Gesetze.
Es gibt also die verschiedensten Gründe um an Homöopathie zu glauben. Aber es ist eben immer nur das: Ein Glaube! Und Glaube hat wohl nur äußerst selten in der Geschichte der Menschheit zu Fortschritt geführt. Außer vielleicht in der Funktion, dass man ihn hinterfragen kann.

Im Übrigen gehört es zur wissenschaftlichen Praxis, dass man nicht einfach eine Theorie aufstellt und dann sagt: „Beweist mir doch das Gegenteil!“. Sondern man kann wenn überhaupt Versuchen eine anerkannte Theorie zu hinterfragen und zu falsifizieren. Ein Wissenschaftler kann zwar mit der Intention arbeiten etwas zu widerlegen, aber er sollte nie auf Basis der Behauptung arbeiten, dass etwas Anerkanntes falsch ist. Genau das bringt den Mittelweg zwischen dem Zweifel an allem Bestehenden, der für den Fortschritt erforderlich ist und der Anerkennung und Achtung dessen, was meine Vorgänger geleistet haben.
Beitrag melden!

excanwahn | 23.09.2015 00:58

@Elke

Kurze Antwort:
1. ) Höchstwahrscheinlich!
2. ) Ja!

Längere Version:
„Urti“ (Upper respiratory tract infection), auf deutsch Husten, Schnupfen, Heiserkeit usw. sind der Homöopathen liebtes Kind.

Das liegt zum einen daran, dass diese Erkrankungen üblicherweise von selbst ausheilen, was zur Folge hat, dass jedes noch absurdes Heilmittel, wenn es nicht gerade den Menschen umbringt, mehr oder weniger schnell einen Heilerfolg produziert; zumindest in den Augen des Betrachters, der die im Grunde sinnlose Mitteleinnahme mittels Trugschluss zur Ursache der „Heilung“ erklärt.

Genau so toll finden es Homöopathen, schon möglichst früh Kinder zu therapieren, weil deren reifendes Immunsystem dafür sorgt, dass die Rotznasen, die man nicht umsonst in einem bestimmten Alter so nennt, irgendwann keine Rotznasen mehr sind.
Wenn das Immunssystem der Jüngsten immer mehr der rund 200 Virentypen (und auch ein paar Bakterien) kennen lernt, die für die häufigen Infektionen der oberen Atemweg im Kindesalter verantwortlich sind, und irgendwann dann genügend Immunkompetenz besitzt, dann lässt sich dieses Phänomen gut als Leistung der Globuli verkaufen, weil die meist schon ab Rotznasenalter konsequent eingeworfen wurden. Liegt nämlich das Kind nicht mehr alle Nase lang flach, dann liegt´s natürlich am Zückerlie, woran auch sonst?

Belladonna übrigens, besser Atropin, das ist nämlich der Wirkstoff, ist ein ein Alkaloid aus der Pflanze Atropa bella-donna L., der mit anderen Transmittern im synaptischen Spalt konkurriert. Der Wirkmechanismus besteht darin, die Rezeptoren der postsynaptischen Membran zu blockieren. Atropin ähnelt chemisch dem Neurotransmitter Acetylcholin und kann daher an dieselben Rezeptoren andocken. Durch die Verdrängung des Neurotransmitter Acetylcholin vom Acetylcholinrezeptor der motorischen Endplatte, werden solche physiologischen Prozesse hämmend beeinflusst, die vom Parasympathikus gesteuert werdenn - Atropin ist der Prototyp des Parasympathikolytikums.

In der Folge einer toxischen Dosierung von Atropin ist - in Abhängigkeit von der zugeführten Menge - mit folgenden Symptomen zu rechnen: Mundtrockenheit, Pupillenerweiterungen, Hitzegefühl, Herzklopfen und Tachykardie (Herzrasen), Sehstörungen, Gesichtsrötung, Trockenheit der Schleimhäute (Mundtrockenheit, Halskratzen), Schluckbeschwerden, Sprachstörungen, Halluzinationen und Delirien, Kopfschmerzen, Schwindel, Zittern, Schwanken und Übelkeit, Blutdruckanstieg, stark beschleunigte und vertiefte Atmung, Fieber, dazu addieren sich psychische Erregung bis zur starken Euphorie mit ausgeprägten Stimmungsreaktionen, schließlich kommt es zum Kollaps und der Patient verstirbt im schlechtesten Fall an einer zentralen Atemlähmung.

Sie müssen sich trotzdem keine Sorgen machen, in Ihren Zuckerkügelchen ist von Atropin meist nichts mehr drin. Allerdings sollten Sie sich die Zeit nehmen, einmal darüber nachzudenken, inwieweit und an welcher Stelle der wohlbekannte Wirkmechnismus des Atropins wohl heilende Wirkung bei Erkältungskrankheiten haben könnte.
Beitrag melden!

Elke | 22.09.2015 14:22

Ich verwende seit Jahren homöopathische Mittel. Ob ich auch so gesund geworden werde, wer weiß das schon?
Meine Tochter bekam als Kind, wenn sie krank war, immer Angina mit so hohem Fieber, dass ihr Kreislauf immer verrückt spielte und sie sich übergeben mußte.Durch Zufall lernte ich auf einem Kongress eine Homöopathin kennen, die mir für meine Tochter Belladonna empfahl. Was besseres konnte ihr nicht wiederfahren. Das Kind wurde auf dem schnellsten Wege gesund, ohne diesem hohen Fieber und Erbrechen. Bei dem leisesten Kratzen im Hals nahm sie 3 Kügelchen und war seitdem nicht mehr krank, worüber ich mich nur freuen kann. Also sagt mir, wirken die Kügelchen oder bilden wir es uns nur ein? Beitrag melden!

Piet van Veghel | 21.09.2015 19:02

Ich habe den Text von Prof. Edzard Ernst übersetzt auf Holländisch. Ich möchte gerne das es auf Facebook eingetragen wird. Es ist nicht nötig mein Nahm dabei zu vermelden. Kann ich das irgendwohin schicken oder darf ich das selbst eintragen?
Beitrag melden!

Axel | 20.09.2015 11:18

Prof. Dr. Ernst wird übrigens zu diesem Thema Mitte Oktober live bei drei Volkshochschulen im Badischen zu erleben sein (Vortrag mit Diskussion):

am 20.10. in Karlsruhe, am 21.10. in Offenburg und am 22.10. in Freiburg.

Ich weiß nicht, ob ich hier Links posten darf, aber Google (oder eine Suche auf der Website der jeweiligen vhs) findet das problemlos... Beitrag melden!

Linux Technik Nerd | 19.09.2015 16:22

Homöophatie gehört verboten um die Menschen vor solch gefährlicher Esotherik zu schützen. Gerade die geistig schwachen fallen leicht auf Pseudowissenschaften herein, am Ende darf dann die Allgemeinheit die Kosten für irgendwelche überteuerten Zuckerwässerchen bzw den Schaden den diese anrichten bezahlen.

Hier ist meiner Meinung nach ganz klar der Staat gefragt damit dieser unwissenschaftliche Betrug endlich strafbar wird. In anderen fällen geht der Staat ja auch gegen Scharlatanerie vor.

Im ürbigen, auch die Impfpflicht gehört endlich umgesetzt damit diese Irren nicht weiter das Leben von Kindern gefährden können. Beitrag melden!

excanwahn | 19.09.2015 01:11

Die Homöopathie, zu Napoleons Zeiten, als Folge der fehlerhaften Interpretation eines Experiments, schlicht und einfach erfunden, voller falscher Annahmen über die Natur und besonders über den erkrankten Menschen, diese Homöopathie ist eine Fiktion, ein Phantasiegebilde, eine soziale Konstruktion.

Ihre behaupteten Wesenselemente und Wirkmechanismen existieren nicht wirklich.

Dass diese als Phänomen von den Anhängern der Homöopathie wahrgenommen werden, liegt an Fehlinterpretationen der tatsächlich existierenden Realität.

Diese Fehlinterpretationen sind wohlbekannte kognitive Fehlleistungen. Wohlbekannt deshalb, weil sie auch in anderen Zusammenhängen unser Denken vernebeln.
Von diesen Fehlleistungen ist wohl die bedeutenste „Post hoc ergo propter hoc“ - gemeint ist der Trugschluss, dass zwischen zwei aufeinanderfolgenden Ereignissen - z.B. die Einnahme einer Arznei und die sich anschließend ereignenden Lebensäußerungen - in jedem Fall ein zwingender ursächlicher Zusammenhang besteht.

Wir wissen, dass diese Annahme falsch ist.

Wir haben die Methoden, diese Fehlleistungen als solche zu erkennen, sind deshalb in der Lage Schlußfolgerungen aus diesem Wahrnehmungsfehler zu ziehen, und diese sind nicht nur eindeutig, sie sind, im Gegensatz zu den Hypothesen der Homöopathen, belegbar:
Die Homöopathie, als pharmakologische Therapie, vollbringt ausschließlich Sinnloses – beginnend beim homöopathischen Therapeuten, der mittels einer untauglichen, auf einer sinnfreien Ätiologie beruhenden Anamnese, eine genauso sinnlose Arznei verordnete, die von speziellen pharmazeutischen Unternehmen, mittels eines sinnfreien Verfahrens und dementsprechend überflüssiger Inanspruchnahme menschlicher Arbeit hergestellt wird.

Nichts, was Homöopathen als Aspekte ihrer Therapie offerieren - Homöopathische Ätiologie Pathogenese, homöopathische Anamnese, homöopathische Arzneiverordnung nach dem Simile-Prinzip, die homöopathische Arzneimittelprüfung, und die Gewinnung homöopathischer Arzneien mittels Dynamisierung durch Potenzierung - ist tatsächlich mehr, als das Ergebnis eines autistischen-undisziplinierten Denkakts (um Bleuler zu zitieren) und auf diesem Denkakt basierenden sinnfreien Ritualen, die nur als Ritual Bedeutung haben. Der Inhalt des Rituals ist Unsinn, der, ohne dass es irgendeinen Effekt hätte, auch ganz anders unsinnig sein könnte.

Hahnemann hatte zu seiner Zeit nur wenig Chancen, den Unsinn, der er verkündete, als solchen zu erkennen. Als Mensch seiner Epoche noch stark beeinflusst von der Denkwelt der mittelalterlichen Alchemie, erklärte er die Wirkung seiner Zubereitungen mit einer geistartigen Kraft, die in der Vorstellung der Alchemie auch unbelebter Materie innewohnt.

Um eine innere Konsistenz in seiner Theorie zu schaffen, erklärte er weiterhin die vielfältigen Erkrankungen, die sich Menschen zuziehen können, ganz allgemein als Störung einer geistartigen Lebenskraft (in späteren Zeiten in "Lebensprinzip" umbenannt), die mit Hilfe der geistartigen Kraft der Medikamente beseitigt werden könnte.

Wir wissen heute, dass diese Denkmodelle letzlich nicht mehr sind, als der verzweifelte Versuch, seinen Erklärungsnöten zu entrinnen.

Hahnemanns Ansinnen war es, so darf man ihm zugute halten, drängende Fragen zum medizinisch sinnvollen Einsatz pharmakologischer Wirkstoffe zu beantworten: Welche Arznei hilft wann und in welcher Dosierung gegen welche Erkrankung?

Um diese Fragen aber beantworten zu können, braucht es ein erhebliches Maß an Wissen, über das weder Hahnemann, noch seine Zeitgenossen, verfügten. Nicht einmal ansatzweise hatten sie Kenntnisse (wie sie heute für jeden Arzt oder Apotheker selbstverständlich sind) von solchen Dingen wie Pharmakokinetik und -dynamik, genau so wenig wußten sie über Struktur-Wirkungsbeziehungen von pharmakologisch wirksamen Substanzen, also dem Zusammenhang von spezifischen Aspekten einer molekularen Struktur und einer biologischen Wirkung.

Gar nicht erst reden wollen wir von fundierten Kenntnissen über grundlegende physiologische Wirkmechanismen wie Wechselwirkung mit Rezeptoren, Beeinflussung der Enzymaktivität, Beeinflussung von spannungsabhängigen Ionenkanälen sowie von Transportsystemen auf Zellebene. Nicht abschließend sei noch das fehlende Wissen über die Hemmung von Biosynthesen in Mikroorganismen erwähnt - Grundprizip der Chemotherapie mit antibiotischen oder antiviralen Arzneistoffen.

Ich erwähne das so ausdrücklich, weil eine wesentliche Voraussetzung für die Erfindung der Homöopathie das nach heutigen Maßstäben umfänglich lückenhafte Wissen des ausgehenden 18. Jahrhunderts war, das die Freiräume schuf, in die die Homöopathie hineinkonstruiert werden konnte.

Salopp ausgedrückt sind die Eltern der Homöopathie die Wissenlücke und die durch keinerlei Faktenwissen disziplinierte Spekulation. Die Patenschaften haben „kognitive Verzerrungen“ beim Wahrnehmen, Erinnern, Denken und Urteilen übernommen.

Das zusammengenommen sind die Voraussetzungen, die zur „Erfindung“ der Homöopathie führten, und die letztlich auch noch heute bei vielen Anhängern der Homöopathie für die gleiche unkritische Haltung sorgen.

So ist dann auch das eigentliche Problem im Umgang mit der Homöopathie
- und besonders mit den Homöopathen - nicht das enormes Maß an Borniertheit, Ignoranz und letztlich auch Arroganz des Gründervaters, als er beschlossen hatte, mit der Erfindung der Homöopathie sei der „Stein der Weisen“ nun sein, sondern vielmehr das enorme Maß an Borniertheit und Ignoranz der heutigen Vertreter der Homöopathie.

Sie sind die wirklichen Quacksalber, weil ihnen die wissenschaftliche Methode an die Hand gegeben ist, die Irrtümer ihres Gründervaters, genau so wie auch ihrer eigenen Trugschlüsse, ohne großen Aufwand zu identifizieren.

Sie sind die Akteure diesem Albtraum „Alternativmedizin“, die ihre fixen Ideen mit der Attitüde der Erleuchtung zelebrieren, Kompetenzmimikry betreiben, und mit absurden Ritualen von intellektueller Trostlosigkeit, moralischen Verkommenheit und einer zutiefst neurotischen Psyche ablenken.

Deshalb: Wenn „ächte Heilkünstler“, vor allem die, denen man dummerweise irgendwann die staatliche Zulassung zur Berufsausübung als Arzt verliehen hat, heute die ernsthafte Aufassung vertreten, dass der „Eiter aus dem Urogenitaltrakt von Tripperkranken“, homöopathisch verklausuliert als Medorrhinum, nsich beispielweise als Therapeutikum zur Behandlungen von Menschen mit Gedächtnisschwäche, deren Erinnerungsvermögen nachläßt, eignet, dann sollten wir nicht an der Erweiterung des ärztlichen Horizonts erfreuen, sondern uns vielmehr an die alten Geschichten zu erinnern, in denen Teer und Federn eine tragende Rolle spielten - und natürlich an so neumodische Dinge wie Approbationsentzug.

(Nur damit nicht der Eindruck entsteht, Medorrhinum als genanntes Beispiel, wäre der einzige bedauerliche Zwischenfall im homöopathischen Kosmos. Medorrhinum lässt sich - ohne dass sich die Konsequenzen (die mit Teer und Federn) ändern würden - durch andere ausgesuchte Ingredienzien der homöopathischen Materia medica wie Krätze-Eiter, Sekrete syphilitischer Geschwüre, Verfaultes Fleisch, Speichel tollwütiger Hunde, Lymphdrüsen-gewebe tuberkulosekranken Rinder oder Hundekot gut und gerne ersetzen.)

Bringen wir es auf den Punkt: Liberia, gebeutelt von der Katastrophe „Ebola“, hat vor geraumer Zeit die Zuckerkugel-Heiler vor die Tür gesetzt – die dortigen Behörden haben sich erst gar nicht auf den offensichtlichen Unfug eingelassen, als ein paar „ächte Heilkünstler“ dem Ebola-Virus mit Saccharose an den Kragen gehen wollten.
Deutschland dagegen, so scheint es jedenfalls, lässt sich Pseudomedizin vorspielen und adelt die Homöopathie mit ihrem zynisch-parasitären Verhältnis zur wissenschaftlichen Medizin jeden Tag aufs Neue.

Den Grund dafür nennt uns ein früher Kritiker der Homöopathie, Johann Cristoph August Heinroth, der den ersten richtig kernigen Verriss der Homöopathie - das "Anti-Organon oder das Irrige der Hahnemannischen Lehre im Organon der Heilkunst" - schon im Jahre 1825 veröffentlichte:

“Von jeher hat sich die Ueberzeugung eines determinirten Mannes, wenn diese Ueberzeugung auch nur ein Wahn war, leicht auch anderen Gemüthern mitgetheilt.”

Und er sagt uns auch:

„Wer falsche Begriffe hat, spricht auch falsche Regeln aus, wenn er auf seine Begriffe Regeln baut; und thut er dies, so verleitet er auch zu einem falschen Verfahren.”

Das sind Worte von zeitloser Gültigkeit.

Wir sollten sie nicht nur regelmässig lesen, wir sollten aus ihnen auch Konsequenzen ziehen. Liberia hat´s vorgemacht.
Beitrag melden!

Mario | 19.09.2015 00:08

ein wirklich schlechter artikel geschrieben von dummen menschen. eine hetzkampagne jagt im moment die andere.. gut verkauft euch an die heuchleriche pharmaindustrie und schaufelt euch jetzt schonmal euer grab. ihr habt ausgedient und werdet sehen das der sieg der alten naturheilverfahren nicht mehr aufzuhalten ist. denn dumme menschen wie euch gibts bald nicht mehr allzuviele .. danke! Beitrag melden!

Ulrike | 18.09.2015 23:33

Mich würde in erster Linie interessieren, wer diese Studien finanziert hat!? Man weiß ja schließlich, dass Studien, medizinische Fakultäten und andere Stellen am "Tropf" der Pharmaindustrie hängen. Wie kann man also sicher sein, dass die genannten Studien nicht manipuliert sind? Beitrag melden!

thomas | 18.09.2015 22:30

Es ist alles gesagt, alles gelesen. Viele Verlage lassen sich aus der finanziellen Not heraus vor die florierende Branche der Pharmaindustrie spannen und veröffentlichen denen genehme Artikel. Zu bestaunen in den vertrauten Medien. Seltsam ist nur, dass die Panikmache über Yoga (!), Homöpathie, Heilpraktiker dennoch immer mehr Menschen zu alternativen Behandlern treibt - dafür braucht es ja nur einfachste Studien. Schade GEO !
Würde Euch glatt abbestellen, wenn wir unser Abo noch hätten. Beitrag melden!

Steffen | 18.09.2015 21:33

Nachtrag:

Was meist in diesen Diskussionen komplett außer acht gelassen wird, ist die Frage nach der Sicherheit homöopathischer Mittel.

Ordentliche Medizin durchläuft diverse klinische Tests, die einerseits die Effektivität und andererseits die Unbedenklichkeit bescheinigen, bevor es als Arzneimittel für ganz bestimmte Indikationen zugelassen wird.

Dagegen wird Homöopathie "ohne Indikation" verkauft, muss keinen Prüfprozess durchlaufen aber darf dafür auch nicht mit Aussagen wie "wirkt bei xxx" beworben werden. Dann muss auch gar nicht weiter nachgewiesen werden, ob das Mittel tatsächlich wirkt.

Allerdings prüft keiner, ob in einem Globuli tatsächlich auch der Wirkstoff in der versprochenen Verdünnung vorhanden ist. Auch weiß man nie genau, ob der Hersteller ganze Serien mit Arsenverbindungen verunreinigte Globuli auf den Markt bringt, weil diese zuvor durch die Geräte gejagt wurden. Es prüft auch niemand, ob tatsächlich die gewünschte Potenzierung im Endprodukt vorhanden ist - und ab C6 kann man das technisch auch nicht mehr (einwandfrei) Prüfen weil die Mengen so verschwindend gering sind.

Jedenfalls sind bei Globuli & Co Tür und Tor für Betrug geöffnet, und man könnte solch einen Betrug (oder schlicht Schlamperei) wirklich nur bei sehr offensichtlichen Vergehen nachweisen. Vor allem weil jede Potenz über C6 quasi ein Freibrief zum Geld drucken ist, man müsste lediglich die Globuli "Rohlinge" nur umverpacken und direkt weiter verkaufen ohne je befürchten zu müssen, dass jemand, der nicht am Verpackungsprozess beteiligt ist, dies je aufdecken könnte. Beitrag melden!

thomas | 18.09.2015 21:27

Es ist alles gesagt, alles gelesen. Viele Verlage lassen sich aus der finanziellen Not heraus vor die florierende Branche der Pharmaindustrie spannen und veröffentlichen denen genehme Artikel. Zu bestaunen in den vertrauten Medien. Seltsam ist nur, dass die Panikmache über Yoga (!), Homöpathie, Heilpraktiker dennoch immer mehr Menschen zu alternativen Behandlern treibt - dafür braucht es ja nur einfachste Studien. Schade GEO !
Würde Euch glatt abbestellen, wenn wir unser Abo noch hätten. Beitrag melden!

Steffen | 18.09.2015 21:19

Zusammenfassung:

- Ja, es gibt auch Placeboeffekte bei Tieren. Zudem muss man bedenken, dass wir den Gesundheitszustand eines Tieres nur indirekt beobachten und somit nur bedingt beurteilen können. Auf einfachste diagnostische Fragen wie "Hast du noch Schmerzen und wenn ja, wie stark auf einer Skala von 1 bis 10?" wird kein Tier antworten.

- Egal wie die Homöopathie vermeintlich zu wirken vermöchte, man kann die angebliche Wirkung unabhängig davon testen. Die Beweislage hier ist erdrückend: keine einzige (gut gemachte) Studie ergibt einen auch nur halbwegs klaren Hinweis, das irgendein homöopathisches Mittel tatsächlich eine Wirkung oberhalb des Placebo Effekts hat.

- Homöopathie findet fast nur dort Anwendung, wo Heilung fast schon automatisch durch Körperfunktionen vonstatten geht. Demzufolge ist es müssig über "Bei mir wirkt es" und ähnlichen anekdotischen Fällen zu diskutieren. Übrigens: in allen negativen Fällen spricht der Homöopath dann von "Erstverschlimmerung". Das ist Zynismus pur!

- Die Schulmedizin entwickelt sich weiter weil man neue Erkenntnisse dazugewinnt. Von daher ist es gut, dass vormals verbreitete Behandlungsmethoden heute nicht mehr eingesetzt und durch effektivere, nebenwirkungsärmere Behandlungsmethoden ersetzt wurden. Das zeichnet Wissenschaft aus: altes verwerfen wenn die Beweislage eindeutig ist. Im Gegensatz dazu steht der homöopathische Dogmatismus, der sich seit 200 Jahren nicht weiterentwickelt hat. Und jede Kritik an der Homöopathie ist sofort von der Hand zu weisen - man ist schlicht nicht daran interessiert, neues Wissen dazu zu gewinnen. Der Homöopath will nur hören, was er "ohnehin schon weiss".

- Die Naturgesetze sind unbestechlich. Die Aussage, dass höhere Potenzierung (Verdünnung) sich in stärkerer Wirkung niederschlägt, ist absurd und längst widerlegt. Das ist so, als würde man behaupten, das Globuli entgegen der Schwerkraft nach oben fallen (nur wäre das selbst für den Laien zu einfach zu widerlegen). Und angenommen, dass würde doch funktionieren, bräuchte man ja nur einmalig eine handvoll Globuli irgendwo in den Ozean zu werfen, um die gesamte Weltbevölkerung nachhaltig medizinisch zu versorgen. Auch wäre da die Frage: was passiert eigentlich mit all den Globuli-Wirkstoffen, die im Klo landen und den Weg des Wassers nehmen? Das bestünde ja erhebliche Vergiftungsgefahr, so denn die Homöopathie wirken sollte. Aber das tut sie ja nicht.

- Ab C6 Potenz übersteigt die Menge an Verunreinigungen die vermutlich noch vorhandene Menge an Wirkstoff. Im Grunde kann man sagen, das ab C6 kein Wirkstoff mehr drin ist - selbst wenn er statistisch noch vorhanden sein dürfte und u.U. sogar nachgewiesen werden könnte, so ist die Menge doch derart gering, dass man selbst mit einem Schluck Wasser die tausendfache Menge eines solchen Spurenelements zu sich nimmt. Z.b. das Schüssler Salz mit gewöhnlichem Kochsalz, dort enthält die gesamte 250g Packung in C6 Potenz grob mindestens mehrere hundert mal weniger Kochsalz als in einem einzigen Salzkorn! Spätestens, wenn man sich solche Vergleiche vor Augen führt, merkt man die Absurdität der Homöopathie.

- Nochmal: Die Aussage, das die Wirkung eines homöopathischen Mittels mit seiner Potenz ansteigt, gilt als widerlegt. Dann brauchen wir auch nicht diskutieren, wie es funktionieren könnte, weil es noch nie einen Beweis gab, DASS es funktioniert. Beitrag melden!

next page


Daten werden gesendet ...


Bitte geben Sie Ihren Namen an!


Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an!
Die angegebene E-Mail-Adresse ist ung�ltig!


Bitte geben Sie eine Empf�nger-Adresse an!
Die angegebene E-Mail-Adresse ist ung�ltig!




* Pflichtfeld

» E-Mail versenden «
Hinweis: Ihre E-Mail-Adresse und die E-Mail-Adresse des Empf�ngers werden ausschlie�lich zu �bertragungszwecken verwendet und nicht gespeichert oder an Dritte weitergeben!