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Partnerstädte Wo Deutschland die meisten Städtepartnerschaften pflegt

Deutschland pflegt mit über 2200 die meisten Städte- und Gemeindepartnerschaften mit Frankreich 
Deutschland pflegt mit über 2200 die meisten Städte- und Gemeindepartnerschaften mit Frankreich 
© Firn/ Adobe Stock
Deutschlands Städte und Kommunen pflegen insgesamt knapp 6500 internationale Städte- und Gemeindepartnerschaften. Einige Partnerschaften stechen dabei besonders hervor

Freundschaftliche Beziehungen ins Ausland erweitern den Horizont: Das gilt auch in der Kommunalpolitik. Deshalb pflegen Deutschlands Städte und Kommunen zahlreiche Städte- und Gemeindepartnerschaften – insgesamt knapp 6500, hauptsächlich innerhalb Europas. Auch Partnerschaften zwischen Stadtteilen, Landkreisen und anderen Gebietseinheiten gehören dazu. Laut einer Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung fördert die Kontaktpflege über die Ländergrenzen hinaus den Erfahrungsaustausch, Qualifikationen und gegenseitiges Verständnis. Vor allem Projekte für Jugendliche halten die kommunalen Partnerschaften lebendig.

Ursprünglich sind Städtepartnerschaften eine typische Nachkriegserfindung: Sie sollten helfen, die Völker zu versöhnen und eine neue Kultur des Miteinanders zu etablieren. Deshalb sind die Kontakte zu Frankreich traditionell besonders intensiv: Die erste Partnerschaft wurde 1950 zwischen den Städten Ludwigsburg und Montbéliard geschlossen. Auch Berlin und Paris schlossen sich zusammen, allerdings erst 1987 und in abgeschwächter Form eines Freundschaftsabkommens: Offiziell pflegt Paris nämlich nur eine einzige Städtepartnerschaft, und zwar mit Rom. Davon abgesehen kamen aber über die Jahre 2200 deutsch-französische Partnerschaften hinzu. Unser westlicher Nachbar steht somit auf Platz eins der Kontaktliste. Auf Platz zwei steht das östliche Nachbarland Polen. Hier gibt es über 1000 offizielle Partnerstädte. Auf Platz drei und vier folgen mit einigem Abstand Großbritannien und Italien (jeweils zwischen 400 und 500 Partnerstädte).

Einige Städte haben besondere Verbindungen

Mit Blick auf einzelne Städte sticht das russische Kaliningrad hervor: Die Geburtsstadt des Philosophen Immanuel Kant hat mit sieben deutschen Städten sowie dem Stadtteil Berlin-Lichtenberg freundschaftliche Abkommen geschlossen, wobei eine klassische Städtepartnerschaft nur zu Kiel besteht. Vielfach führen politisch-historische Motive zu den Verbindungen, aber nicht nur: Köln und Rio de Janeiro etwa fanden 2011 zueinander – als Karnevalshochburgen. Solche Gemeinsamkeiten sind wichtig, damit die Partnerschaft nicht irgendwann mangels Interesse wieder gekündigt wird. Auch das kommt vor: So beendete kürzlich die belgische Stadt Gent die meisten ihrer Städtepartnerschaften, darunter auch die Verbindung zu Wiesbaden.


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