Amerikanische Geschichte Kurz erklärt: Was ist die Monroe-Doktrin, von der die halbe Welt spricht?

Dampfende Kriegsschiffe der USA, die von den Mächtigen Europas beobachtet werden; Karikatur, um 1904
Immer wieder berufen sich die USA auf die Monroe-Doktrin, wenn sie den Einsatz ihrer Streitkräfte oder ihre Machtpolitik begründen wollen (politische Karikatur aus dem "New York Herald", um 1904)
© W.A.Rogers/Bettmann / Getty Images
Die US-Regierung begründet ihren aktuellen außenpolitischen Kurs mit einer 200 Jahre alten Richtlinie. Doch worum handelt es sich dabei überhaupt?

Ende 2025 haben die Vereinigten Staaten von Amerika ihre Nationale Sicherheitsstrategie veröffentlicht. Darin legt die US-Regierung traditionell fest, wie sie sich künftig in außen- und sicherheitspolitischen Fragen verhalten will. Ein wiederkehrendes Motiv des Papiers der Regierung Trump ist die Orientierung an der sogenannten Monroe-Doktrin, einer am 2. Dezember 1823 vom damaligen US-Präsidenten James Monroe in einer Grundsatzrede ausgegebenen Richtline, in der es vor allem um die Abgrenzung einer amerikanischen Interessenssphäre gegenüber europäischen Einflüssen geht. 

Als James Monroe 1823 seine richtungweisende Rede hält, deren Leitgedanken man erst später nach ihm benennen wird, sind die USA noch immer eine relativ junge Nation. Das Ende des Unabhängigkeitskrieges gegen Großbritannien liegt gerade 40 Jahre zurück, der letzte Waffengang zwischen den USA und den Briten auf dem Kontinent ist erst 1815 beendet worden. In dem Jahr geht in Europa die Zeit der Napoleonischen Kriege zu Ende, werden die Machtverhältnisse in der alten Welt auf dem Wiener Kongress neu geordnet und haben sich einige Staaten Lateinamerikas bereits die Unabhängigkeit von Spanien oder Portugal erkämpft oder sind dabei, sie sich zu erstreiten. Das russische Zarenreich greift nach Alaska und von dort südwärts entlang der Pazifikküste aus. Das Zeitalter des Imperialismus dämmert herauf. Die USA sind 1823 vor allem auf ihre Souveränität bedacht, aber auch auf Expansion. Weite Teile des nordamerikanischen Kontinents gehören noch nicht zu dem aufstrebenden Staatenverbund.

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Die fünf wesentlichen Punkte der Monroe-Doktrin:

  • Es gibt zwei politische Sphären: die alte Welt – und die neue, den gesamten amerikanischen Doppelkontinent, in dem die USA eine Führungsrolle anstreben.
  • Die USA haben kein Interesse, sich in europäische Konflikte einzumischen.
  • Sollte umgekehrt aber eine europäische Macht in der "amerikanischen Hemisphäre" intervenieren, so "betrachten wir dies als gefährlich für unseren Frieden und unsere Sicherheit". Dieser Punkt bezieht sich auf politische Einmischungen, aber vor allem auch auf ein erweitertes oder neues koloniales Ausgreifen der Europäer in der sogenannten Neuen Welt.
  • Die Europäer sollten die Unabhängigkeit der jungen Staaten Nord- und Südamerikas respektieren.
  • Im Gegenzug respektieren die USA den Fortbestand der noch bestehenden Kolonien.

Insbesondere der letzte Punkt ist für die aktuelle Debatte um Grönland, das US-Präsident Trump laut eigener Aussage aus Sicherheitsgründen von Dänemark für die Vereinigten Staaten einfordert, interessant. Denn mit seinem heutigen Ansinnen widerspricht er damit eigentlich einer wichtigen Aussage der Doktrin.