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Astrohighlights im September Zu Herbstanfang kommt uns Jupiter so nah wie lange nicht

Aufnahme des Jupiters auf schwarzem Hintergund
So nah, wie diesen September, kommt uns Gasriese Jupiter wie fast 60 Jahre nicht 
© Kevin M. Gill NASA JPL Caltech SwRIMSSS
In Kooperation mit dem Planetarium Hamburg erklärt uns Prof. Thomas W. Kraupe, Astrophysiker und Direktor des Sternentheaters, regelmäßig die astronomischen Highlights des Monats. Im September dreht sich alles um den Einbruch der dunklen Jahreszeit und Jupiter, den König der Planeten

Am 10. September erreicht unser Trabant seine Vollmondstellung. Als der am nächsten zum Herbstanfang gelegene Vollmond wird er traditionell als „Erntemond“ bezeichnet. Dieser Name kommt daher, dass er eine willkommene Leuchte für die Landwirte darstellte. Denn durch seinen Scheint erlaubte er es ihnen, die Feldarbeit bis tief in die Nacht fortzusetzen.

So bleibt unser Trabant auch an den Abenden nach Vollmond noch ungewöhnlich lange ähnlich hell und steigt auch fast zur selben Zeit über den Horizont. Geht er in der Regel jeden Tag etwa 50 Minuten später auf, sind es im September nur etwa zehn Minuten. Dazu kommt es, da er sich im Bereich Fische-Widder maximal schnell nach Norden bewegt. Damit steht er auch nach Vollmond bei Beginn der Dunkelheit als auffälliges Licht am Himmel und erhellt die zunehmende Dunkelheit.

Nun neigt sich der Sommer mit großen Schritten seinem Ende entgegen. So ist die Mittagshöhe der Sonne seit der Sommersonnenwende am 21. Juni um 23,5 Grad gesunken. Und am 23. September ziehen die hellen Stunden des Tages mit den dunklen gleich – die Sonne erreicht um 3 Uhr morgens den Herbstpunkt. Nun steht sie überall auf der Erde genau zwölf Stunden über und unter dem Horizont – mit Ausnahme der Pole.

Wir erleben die Tag-und-Nacht-Gleiche, auch Äquinoktium genannt. Zu dieser kommt es, da sich die Erde an der Stelle ihrer Umlaufbahn befindet, an der Nord- und Südhalbkugel gleich stark von der Sonne bestrahlt werden. Auf der Nordhälfte beginnt der Herbst mit zunehmenden dunklen Stunden und auf der Südhälfte der Frühling mit vermehrtem Tageslicht. Erst zur Wintersonnenwende im Dezember wird es langsam wieder heller – bis die Sonne im März den Frühlingspunkt erreicht und das Tageslicht bei uns anschließend wieder über die Nacht dominiert.

Thomas Kraupe
Professor Thomas W. Kraupe studierte Mathematik und Physik an der Universität München. Seit dem Jahr 2000 leitet er als Direktor das Planetarium Hamburg und hat es zum erfolgreichsten Sternentheater im deutschsprachigen Raum gemacht. An dieser Stelle wird er nun monatlich die Highlights am Sternenhimmel erklären, die uns erwarten.
© Wolfgang Köhler

Jupiter so nah wie lange nicht

Im September steht Jupiter als auffälliger „Superstar“ am Himmel. Wir sehen ihn schon am frühen Abend in südöstlicher Richtung. Ende des Monats steht der Gasriese der Sonne am Firmament genau gegenüber, was in der Astronomie als Opposition bezeichnet wird. Interessierte können Jupiter nun die ganze Nacht über bewundern.

Dies ist alle 13 Monate der Fall. Denn in diesem Turnus überholt unsere Erde, die etwa fünfmal näher die Sonne umkreist, den Riesenplaneten. In diesem Jahr geschieht dies am 26. September. Gleichzeitig befindet sich Jupiter in seiner knapp zwölfjährigen Umlaufbahn kurz vor dem sonnennächsten Bahnpunkt. Daher kommt er uns diesmal in seiner Oppositionsstellung mit „nur“ 591 Millionen Kilometern Entfernung so nah wie zuletzt 1963. So auffällig wird er erst in 107 Jahren wieder das Firmament zieren. 

Bei Sonnenuntergang geht der in einem ruhigen Licht strahlende Planet im Osten auf, erreicht in der Mitte der Nacht seine größte Höhe im Süden und geht bei Sonnenaufgang im Westen unter. Interessierte richten ein Fernglas auf Jupiter und sehen rechts und links von ihm bis zu vier kleine „Sternchen“, die in Wahrheit etwa so groß wie unser Mond sind. Es handelt sich um die vier großen Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Callisto. Mit einem kleinen Fernrohr lassen sich auch die Wolkenbänder und Sturmgebiete in Jupiters gigantischer Atmosphäre erkennen. Der Gasriese ist zwölfmal größer als unsere Erde und der größte sowie massereichste Planet in unserem Sonnensystem. 


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