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Astro-Highlights im Februar Der einsame Mars und sein prächtiges Sternen-Umfeld

Valles Marineris
In diesem Monat zeigt sich nur ein einsamer Planet am Nachthimmel – der Rote Planet
© NASA/JPL-Caltech
Der rote Mars steht im Februar einsam am Nachthimmel, da alle anderen freisichtigen Planeten sich unseren Augen entziehen. Aber alleine ist er nicht. In Kooperation mit dem Planetarium Hamburg stellt Prof. Thomas W. Kraupe, Astrophysiker und Direktor des Sternentheaters, bei uns jeden Monat die Höhepunkte des Sternenhimmels vor. Im Februar dreht sich alles um den Roten Planeten

In diesem Monat zeigt sich nur ein einsamer Planet für das bloße Auge sichtbar am Nachthimmel – der Rote Planet. Mars wandert durch das Sternbild Widder und wechselt am 24. Februar ins weiter nordöstlich gelegene Sternbild Stier. Damit gewinnt unser äußerer Nachbar gegenüber der Sonne weiter an Höhe und bleibt bis nach Mitternacht am Himmel.

Da sich die Erde auf ihrer Umlaufbahn immer weiter von Mars entfernt, nimmt die Helligkeit des Roten Planeten zunehmend ab. Dennoch fällt sein Lichtpunkt hoch im Südwesten sofort durch sein ruhiges, rötliches Leuchten ins Auge, sobald es abends dunkel wird.

Außerdem weiß sich Mars im Februar durch ein prächtiges Sternen-Umfeld in Szene zu setzen. So strebt er auf das „Goldene Tor der Ekliptik“ zu, das von den „Plejaden“ und den „Hyaden“ im Sternbild Stier gebildet wird. Es sind die wohl schönsten Sternhaufen, die wir mit bloßem Auge erkennen können. Ende Februar steht Mars nur 3 Grad unterhalb der „Plejaden“ und bietet mit dem „Siebengestirn“ einen herrlichen Anblick.

„Mondschiffchen“ und Roter Planet

Doch auch schon zur Monatsmitte lohnt sich der Blick zum Firmament. Denn am 18. Februar gesellt sich der zunehmende Halbmond zu Mars. Die beiden Himmelskörper bilden ein beeindruckendes Ensemble – zumal sich unser treuer Trabant in diesem Monat als „liegendes Schiffchen“ präsentiert.

Sternenhimmel im Februar
Ende Februar steht Mars nur 3 Grad unterhalb der „Plejaden“ und bietet mit dem „Siebengestirn“ einen herrlichen Anblick
© Frauenkron

Unser äußerer Nachbarplanet Mars steht auch für die Wissenschaft im Fokus. Er bietet den Forschern eine einzigartige Arena, um den großen Fragen nach dem Ursprung und den Grundbedingungen des Lebens auf den Grund zu gehen – dem Leben im All sowie auch auf der Erde. So ist die Marsforschung im weitesten Sinne tatsächlich Umweltforschung und wird uns ganz neue Blickwinkel auf die Besonderheiten unseres Erdklimas und die Zukunft unserer Zivilisation eröffnen.

Thomas Kraupe
Professor Thomas W. Kraupe studierte Mathematik und Physik an der Universität München. Seit dem Jahr 2000 leitet er als Direktor das Planetarium Hamburg und hat es zum erfolgreichsten Sternentheater im deutschsprachigen Raum gemacht. An dieser Stelle wird er nun monatlich die Highlights am Sternenhimmel erklären, die uns erwarten.
© Wolfgang Köhler

Professor Thomas W. Kraupe studierte Mathematik und Physik an der Universität München. Seit dem Jahr 2000 leitet er als Direktor das Planetarium Hamburg und hat es zum erfolgreichsten Sternentheater im deutschsprachigen Raum gemacht. An dieser Stelle wird er nun monatlich die Highlights am Sternenhimmel erklären, die uns erwarten.

Im Februar landen gleich drei Raumsonden auf dem Roten Planeten. Mars ist dann zwar bereits über 200 Millionen Kilometer von der Erde entfernt – doch die robotischen Kundschafter wurden rechtzeitig im vergangenen Jahr auf ihre monatelange Reise geschickt, als sich Mars noch in Erdnähe befand.

Am 9. Februar 2021 soll zunächst die Raumsonde „Hope“ der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) den Mars-Orbit erreichen. Danach ist für den 18. Februar die Landung des NASA-Rovers „Perseverance“ geplant, der erstmals sogar eine Flugdrohne mit sich führt. Fast zur gleichen Zeit soll auch die chinesische Mars-Mission „Tianwen-1“ zum Mars-Orbit gelangen, um wenig später ebenfalls einen Rover auf der Oberfläche abzusetzen. Niemals zuvor landeten so viele irdische Späher innerhalb einer so kurzen Zeitspanne auf dem Roten Planeten.


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