Polio-Impfung in Afghanistan Warum der Vorstoß der Taliban dem Kampf gegen Kinderlähmung helfen könnte

Polio-Impfung in Afghanistan: Warum der Vorstoß der Taliban dem Kampf gegen Kinderlähmung helfen könnte
© IMAGO / Xinhua
Poliomyelitis – besser bekannt als Kinderlähmung oder Polio – ist fast ausgerottet. Nur zwei Länder verzeichnen noch Ausbrüche: Pakistan und Afghanistan. Doch gerät der Sieg gegen das Virus nach der Machtübernahme der Taliban noch in Gefahr? Kann man mit ihnen kooperieren? Darf man das? Hamid Jafari leitet die Impfkampagne im Land und sucht Antworten auf diese schwierigen Fragen

GEOplus: Polio ist noch nicht besiegt. In Afghanistan und Pakistan kommt die wilde Variante des Virus noch endemisch vor. Was geschieht in einem Körper, wenn er von Poliomyelitis-Erregern befallen wird?  

Dr. Hamid Jafari: Polio-Viren werden meistens fäkal-oral übertragen. Wenn sie in den Darm gelangen, vermehren sie sich dort rapide. Davon merkt der Großteil der Infizierten gar nichts: In über 90 Prozent der Fälle ist eine Polioinfektion eine stille Infektion, führt also nicht zur Erkrankung, sondern macht den Körper immun. Das Virus übertragen die Infizierten über ihre Exkremente jedoch weiterhin, ungefähr vier bis sechs Wochen lang.

Was passiert mit den restlichen zehn Prozent, die eine Infektion nicht so einfach wegstecken?

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