El Salvador "Illegale Abtreibungen": Im Land der traurigen Frauen

Yessenia frisiert ihre Haare vor einem Spiegel
Yessenia wächst ohne ihre Mutter Salvadora auf. Diese sitzt im Gefängnis, weil sie ihr Baby erdrosselt hat. Sie tat es auf Befehl eines Gangmitglieds, das drohte, ansonsten Yessenia zu ermorden. Die Richter wussten dies – und verurteilten Salvadora trotzdem zu einer langen Strafe
© Nadia Shira Cohen
Straßengangster überfallen eine Schwangere, treten ihr in den Bauch; sie verliert ihr Kind. Ein Richter verhängt eine harte Strafe: 30 Jahre Gefängnis – für die junge Frau, wegen ­"illegaler Abtreibung". Jahrelang waren derartige­ Urteile normal in El Salvador, doch es regt sich ­Widerstand gegen die Ungerechtigkeit
Text: Jan Christoph Wiechmann, Fotos: Nadia Shira Cohen

Zehn Wochen bevor ihre Tochter auf die Welt kommen sollte, macht die Putzfrau Teodora ­Vásquez, 24, Mutter eines vierjährigen Jungen, sich auf den Weg zu einem Krankenhaus in San Salvador. Sie hofft auf einen Termin in der Gynäkologie, um den Gesundheitszustand ihres Babys untersuchen zu lassen. Die Kleine soll Genesis heißen.


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