Nächstenliebe Reiche Menschen sind unsozialer als ärmere, bestätigen Forscher

Macht uns zu viel Geld gefühllos? Eine US-Studie konnte belegen, dass arme Menschen gewissenhafter mit zwischenmenschlichen Konflikten umgehen, als Personen der hohen Mittelschicht
Obdachloser Mensch bekommt einen Apfel gereicht

Wer selbst nicht viel hat, ist schneller und besser in der Lage sich in die Probleme und Sichtweisen anderer Menschen einzufühlen, haben kanadische Forscher nun herausgefunden

Alle Jahre wieder steht das Fest der Liebe kurz bevor und wie immer wollen viele Menschen ihre Nächstenliebe mit Geschenken bezeugen. Desto teuerer, desto größer die Wertschätzung, ist bei vielen dabei das Kredo. Was aber, wenn uns Wohlstand unsere Menschlichkeit einbüßen lässt? Neue Forschungen argumentieren, dass reiche Menschen unsozialer und befangener gegenüber ihren Mitmenschen sind, als jene mit einem sozial schwacheren Hintergrund.

Kanadische Wissenschaftler der University of Waterloo haben Menschen unterschiedlicher Gesellschaftsklassen auf ihren Umgang mit dem sozialen Umfeld untersucht. Ziel ihrer Studie war es herauszufinden wie „weise“ Menschen mit zwischenmenschlichen Konfliktsituationen umgehen, wie aufgeschlossen sie sich gegenüber ihren Mitmenschen zeigen und inwiefern sie unterschiedliche Perspektiven sie lösungsorientiert berücksichtigen.

Igor Grossmann, Leiter der Studie, und seine Kollegen befragten dazu insgesamt 299 Menschen zu konkreten Konfliktsituationen, die sie darüber hinaus bewerten und fortspinnen sollten. Die Ergebnisse zeigen, dass Menschen aus einer höheren Gesellschaftsschicht mehr Probleme damit haben andere Sichtweisen zu tolerieren, und eigene Wissenslücken zuzugeben. Ärmere Menschen hingegen konnten Konfliktsituationen deutlich sozialer lösen und respektierten die Argumente ihrer Mitmenschen.

Vielleicht gibt uns die Studie einen neuen Ansatz für das kommende Jahr mit auf den Weg: Mehr Verständnis für unsere Mitmenschen aufbringen, dann lassen sich künftig Konfliktsituationen auch schneller bewältigen.