Reisespecial 14 mal China

Ein riesiges Land voller Kunst und Kultur - da verliert man leicht den Überblick. Hier stellen wir Ihnen die interessantesten Ziele vor - egal, ob Sie organisiert reisen oder auf eigene Faust
In diesem Artikel
Von Konfuzius zum Kaisertempel
Von Dao zu Terrakotta-Armeen

Von Konfuzius zum Kaisertempel

1. Abstecher in die Ming-Zeit

Pingyao. Eine mächtige Mauer umschließt noch heute die wunderbar erhaltene Stadt, über die wir auf Seite 34–41 berichten. Das Bollwerk ist 6,4 Kilometer lang und bis zu zwölf Meter hoch, bewehrt mit 3000 Zinnen, welche die 3000 Schüler des Konfuzius symbolisieren; aus 72 Wachtürmen spähten die Stadttruppen nach Angreifern. Hinter der Verteidigungsanlage breitet sich die Altstadt aus, die seit 1997 zum Unesco-Welterbe zählt – sie ist Chinas größtes und am besten erhaltenes Stadtensemble aus der Ming- und Qing-Zeit, mit filigraner Holzarchitektur, nach Fengshui-Gesetzen gestalteten Innenhöfen, perfekt erhaltenen Tempeln sowie – ebenfalls bemerkenswert gut konserviert – Chinas erstem Bankhaus. Die Stadt erhebt eine pauschale Eintrittsgebühr, das Ticket für 120 Yuan (ca. 11 Euro) gibt es am Infokiosk vor der Mauer. Gute Infos auf Englisch: www.pingyao.cc

Hinkommen: Alle Reisen in und durch die Provinz Shanxi (nicht zu verwechseln mit Shaanxi, Hauptstadt: Xi'an, ca. 600 Kilometer südwestlich) haben Pingyao im Programm. Zwei Tage sollte man für die Stadt veranschlagen. Gasthaus "De Ju Yuan": www.pydjy.net

2. Stätten für die Ewigkeit

Qing-Gräber. Chinas eindrucksvollste kaiserliche Grabanlagen sind keineswegs die berühmten und vielbesuchten Ming-Gräber 50 Kilometer vor Beijing. Großartiger ist die Nekropole der Qing-Herrscher in Malanyu, rund 125 Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Fünf Kaiser dieser Dynastie, die aus der Mandschurei stammt, von 1644 bis 1911 herrschte und China zur Supermacht aufsteigen ließ, sind hier mit Pomp und unter ungeheurem Aufwand bestattet worden. Zur Besichtigung freigegeben sind die Gräber des Qianlong-Kaisers (1711–1799) und der Kaiserinwitwe Cixi (1835–1908). Die reichhaltigen Grabbeigaben wurden zwar in den Kriegswirren der zwanziger Jahre geplündert, sehenswert sind die Mausoleen aber immer noch. Beeindruckend sind vor allem die kunstfertigen Steinmetzarbeiten, die architektonische Pracht und die harmonische Lage inmitten einer großartigen Landschaft. Der Komplex ist rund 48 Quadratkilometer groß, sodass man ein Fahrzeug benötigt, um von einer Anlage zur nächsten zu gelangen – und er ist vergleichsweise wenig besucht, daher oft ruhig und stimmungsvoll. Tägl. 8.40–17.30 Uhr.

Hinkommen: In Standardrundreisen selten enthalten. Der Chinareisedienst bietet Ausflüge ab Beijing an, ab 150 Euro.

14 mal China

Faszination des Südens: Die Karstberge von Guangxi wirken märchenhaft

3. Kaiserliche Sommerfrische

Chengde. Die Herrscher der mandschurischen Qing-Dynastie eroberten ab dem 17. Jahrhundert ganz China und unterwarfen die kriegerischen Völker in den Grenzgebieten. Die besiegten Stammesfürsten aus der Mongolei und Tibet wurden regelmäßig ins 1703 erbaute "Bergschloss, in dem man der Sommerhitze entflieht" (Bishu Shanzhuang) zitiert, um ihren Kotau vor dem Kaiser zu vollziehen; danach hielt man sie mit luxuriösen Jagdgesellschaften bei Laune. In der 560 Hektar großen Sommerresidenz in Chengde, dem ehemaligen Jehol rund 250 Kilometer nordöstlich von Beijing, verbrachten die Kaiser auch die Sommer. Mehrere Monate lang zog der gesamte Hofstaat, rund 1000 Personen, aus dem heißen Beijing in die waldreichen und kühleren Berge. Im Halbkreis um den Palast entstanden die "Acht Äußeren Tempel", welche die Souveränität des Kaisers über unterworfene Regionen und Nachbarvölker symbolisierten. Sommerresidenz und Tempel tägl. 8.10–17.30 Uhr.

Hinkommen: Chengde ist Station auf Kultur- und Studienrundreisen zum Beispiel bei Studiosus und Dr. Tigges. Als Reisebaustein buchbar ab Beijing bei Caissa (2 Tage, Bahnfahrt, 165 Euro) oder Marco Polo (3 Tage, Privatwagen, Begleiter, Chengde und Große Mauer bei Jinshanling, ab 315 Euro).

4. Der Sitz des Manjushri

Wutai Shan. Mitten in den Bergen der Provinz Shanxi erheben sich die fünf Gipfel des Wutai Shan, des "Fünf-Terrassen-Gebirges", das von den Buddhisten als heilig verehrt wird. Jeder seiner bis zu 3000 Meter hohen Gipfel gilt als Residenz einer der Verkörperungen von Manjushri, des Bodhisattvas der Weisheit. Auch Tibeter und Mongolen betrachten Manjushri als Wächter über ihre buddhistischen Schulen, und so avancierte der am Tor zur Mongolei liegende Wutai Shan auch zum wichtigsten heiligen Berg der mongolischen Buddhisten. Höchster Punkt ist der Nordgipfel (Beitai Ping), das "Dach Nordchinas", mit 3058 Meter Höhe. Fast 60 prachtvolle Tempel, viele in mongolischem und tibetischem Stil, verteilen sich über die Hänge, darunter der riesige, im Jahr 68 gegründete Xiantong-Tempel, eine der ältesten Tempelanlagen Chinas.

Hinkommen: Station in der geschichtsträchtigen Provinz Shanxi: siehe Infos zu Pingyao (1). Als Reisebaustein bei Marco Polo verfügbar: ab Beijing, mit Bahn und Privatwagen, Besuche auch in den Yungang-Grotten und Pingyao. Sechs Tage, Beijing bis Xi'an, ab 460 Euro.

5. Buddhas Grotten

Longmen-Grotten. Im sechsten Jahrhundert war Luoyang nicht nur die Hauptstadt Chinas, sondern auch glanzvolles Zentrum des ostasiatischen Buddhismus. Mit den Karawanen gelangte über die Seidenstraße neben der Bildhauerkunst eine außergewöhnliche architektonische Technik und Bauweise aus dem Iran und Indien nach China: die Anlegung von Felsgrotten. Schon an der Seidenstraße entstanden zahlreiche buddhistische Höhlenkomplexe – die meisten über Jahrzehnte von Hand aus dem Fels gemeißelt. Longmen jedoch, etwa 14 Kilometer südlich von Luoyang am Yi-Fluss gelegen, übertrifft alle anderen Grotten Chinas an Größe, Pracht und künstlerischer Meisterschaft. Im Lauf von 400 Jahren schufen Mönche und Künstler etwa 2100 Grotten und Nischen mit fast 100 000 Statuen und Bildnissen. Gute Beschreibungen und Informationen auf Englisch gibt es unter: www.longmen.com

Hinkommen: Marco Polo bietet die Grotten als Bestandteil einer Privatreise von Beijing nach Shanghai an. 17 Tage, ab 2099 Euro. Auch machen viele China-Rundreisen bei den Longmen- Grotten Station.

6. Wiege des Konfuzianismus

Qufu. Nur der Kaiserpalast in Beijing ist bedeutender als die weitläufige Gedenkstätte für Konfuzius (551–479 v. Chr., in China Meister Kong genannt) in der kleinen Stadt Qufu in der Provinz Shandong. Bereits zwei Jahre nach dem Tod des Philosophen, der später als Gott verehrt wurde, errichteten ihm seine Schüler eine erste Gedenkstätte. Je mehr der Konfuzianismus zur offiziellen Staatsdoktrin wurde, desto umfangreicher und aufwendiger wurde in Qufu gebaut, bis die Anlage ihre heutigen Größe von 21 Hektar erreicht hatte. Der Weg durch den Konfuzius-Tempel (Kong Miao) ist vom orthodoxen Geist des Konfuzius inspiriert: Der Besucher durchschreitet 54 Tore mit so feinsinnigen Namen wie "Tor des ursprünglichen Äthers und der Höchsten Harmonie" oder "Tor der Zeitlosigkeit des Heiligen" und bekommt eine Vorstellung von der Bedeutung des Konfuzianismus in China. Gleich nebenan liegt die 16 Hektar große Residenz der Kong-Familie (Kong Fu), in der die Nachkommen des großen Denkers gelebt haben – 77 Generationen über einen Zeitraum von rund 2500 Jahren.

Hinkommen: "China Überland", eine Bustour von Ikarus-Tours ab/bis Beijing, macht auch in Qufu Station. 22 Tage, ab 2450 Euro. Gebeco kombiniert die Heimat des Konfuzius mit der kleinen Terrakotta-Armee von Xushou und der Gartenlandschaft von Suzhou. Ab 1645 Euro.

7. Glanz des Kaiserreichs

Xi'an. Keine andere Metropole Chinas war länger Hauptstadt des Landes. Mehr als 1000 Jahre lang regierten die Himmelssöhne von Chang'an ("Langer Friede") aus, wie Xi'an zu jener Zeit hieß, ihr riesiges Reich. In der Tang-Zeit (618–907) war Chang'an mit einer Million Einwohnern und 80 Quadratkilometer Fläche sogar die größte Stadt auf der Erde. Doch mit dem Ende der Tang-Herrscher 907 sank auch Chang'ans Stern. Bis heute ist eine Fülle atemberaubender archäologischer und historischer Relikte erhalten. Die Stadtmauer maß einst 13,7 Kilometer und ist nur wenig verfallen; heute umschließt sie das Siedlungsgebiet von fast vier Millionen Menschen. In der Tang- Zeit war Chang'an eines der Zentren des chinesischen Buddhismus, deshalb besitzt keine Stadt mehr buddhistische Tempel als Xi'an. Am Endpunkt der Seidenstraße entwickelte sich auch eine bedeutende muslimische Gemeinde – ihre Moschee in Holzbauweise, in Ost-West-Richtung nach Mekka ausgerichtet, geht auf frühere Bauten zurück, stammt in der heutigen Form aus der Ming- und Qing- Periode. Xi'ans weltberühmte Attraktion liegt außerhalb der Stadt: die Grabanlage des ersten Kaisers Qin Shi Huangdi (259–210 v. Chr.) mit der Terrakotta-Armee, die in den siebziger Jahren entdeckt wurde. Es ist nicht das einzige Kaisergrab, sondern Mittelpunkt einer ganzen Gräberlandschaft, die weltweit einzigartig ist. In den Nekropolen ruhen die Kaiser aus 13 Dynastien sowie hunderte von Frauen, Beamten, Fürsten. Spektakulär und noch wenig überlaufen ist Han Yangling, das Grab des Han-Kaisers Jingdi (188–141 v. Chr.) mit einem neuen, einzigartigen Museum, das in den Untergrund unmittelbar vor dem Grabhügel gebaut wurde.

Hinkommen: Keine China-Rundreise kommt ohne Xi'an und die Terrakotta- Armee aus – alle Veranstalter haben die Stadt und ihr Umland im Katalog.

Von Dao zu Terrakotta-Armeen

14 mal China

Einige der schönsten Gärten Chinas kann man in Suzhou bewundern, das auch "Venedig des Ostens" genannt wird

8. Die klassischen Gärten des unteren Jangtse

Suzhou. Der Daoist sucht das ewige und glückliche Leben, der konfuzianische Weise findet seine innere Ruhe am Wasser am Fuß eines Berges. Beide Vorstellungen verschmolzen zum Leitgedanken der klassischen Gartenarchitektur. Die Privatgärten reicher Beamter waren als Gesamtkunstwerke angelegt, die Einfachheit, Formlosigkeit und Wunschlosigkeit reflektierten. Einige der schönsten Gärten Chinas kann man in Suzhou bewundern, das auch "Venedig des Ostens" genannt wird und 85 Kilometer westlich von Shanghai liegt: den Garten des Meisters der Fischernetze (Wang-shi Yuan), den Garten des Bescheidenen Beamten (Zhuozheng Yuan), den Löwenwald- Garten (Shizi Lin) und den Garten des Verweilens (Liu Yuan). Tägl. 7.30–17 Uhr; Sammelticket für die vier Gärten 7 Euro. Informationen: www.suzhou.gov.cn

Hinkommen: Bei Caissa-Touristik können China-Reisende einen Ausflug mit der Bahn von/bis Shanghai buchen; eine Person zahlt 125 Euro, zwei Personen zusammen 160 Euro. Bei China Tours führt die Reise "China mit Yangtse" auch nach Shuzhou; 15 Tage, ab 1895 Euro.

9. Ausflüge ins Wasserland

Xinchang. Wie ein Krake greift die Megastadt Shanghai nach allen Richtungen aus, aber immer noch findet man im Westen und Süden der Megalopolis das weitläufige und sehr malerische "Wasserland" – mit Dörfern, die von Kanälen durchzogen sind und die früher oft nur per Boot zu erreichen waren. Eine tiefe Gelassenheit, die anderswo längst der Hektik des Wirtschaftsbooms gewichen ist, spüren Besucher nach wie vor in Ortenwie Luzhi, Tongli, Zhouzhuang, Zhujiajiao oder Wuzhen. Diese Dörfer sind zwar schon für den Tourismus erschlossen, aber nach wie vor einen Besuch wert. In tiefem Dornröschenschlaf scheint hingegen Xinchang zu liegen, ein Dorf in Shanghais Wirtschaftszone Pudong, das den Charme längst vergangener Zeiten ausstrahlt. Allerdings ist auch Xinchang nicht mehr ganz unentdeckt: 2006 drehte der Oscarprämierte Re gisseur Ang Lee ("Tiger & Dragon") Teile seines neuen Films "Se Jie" ("Gefahr und Begierde") in dem verträumten kleinen Wasserdorf.

Hinkommen: Gebeco bietet die Reise "China express" an, bei der auch Wuzhen angesteuert wird. 14 Tage, ab 1390 Euro.

10. Land der Unsterblichen

Huang Shan. Geheimnisvolle, bizarre und dramatische Bergregionen gibt es viele in China, aber die Schönheit des Gelben Gebirges (Huang Shan) gilt als einzigartig. Der Huang Shan hat Generationen von daoistischen Landschaftsmalern zu Meisterwerken beflügelt. Bis zu 1800 Meter ragen die mächtigen Felsgipfel empor. Endlose Treppen mit tausenden in den Fels gehauenen Stufen verbinden Täler und Gipfel, die oft von Nebelschwaden und Wolken verhüllt sind und sich in der Unendlichkeit zu verlieren scheinen. Schroffe, steile Felswände, knorrige Kiefern und tiefe Schluchten bilden die faszinierende Kulisse auf dem Weg nach oben. Am Fuß des Huang Shan runden die beiden zum Unesco-Welterbe zählenden Dörfer Hong Cun und Xidi Cun das Bild einer klassischen chinesischen Kulturlandschaft ab. Beide Dörfer sind ganz im Stil der Ming-Zeit (1368–1644) erhalten geblieben. Informationen – auch über das Wetter – unter: www.huangshantour.com

Hinkommen: Auf der Reise "Malerisches China" von Gebeco bildet die Wanderung durch das Gelbe Gebirge einen Höhepunkt. 12 Tage, von/bis Shanghai, ab 1335 Euro.

11. Kleine Terrakotta-Armee

Xuzhou. Es muss nicht immer die große Terrakotta-Armee des Gelben Kaisers bei Xi'an sein. Fast genauso eindrucksvoll ist die Terrakotta-Armee von Xuzhou, dem Geburtsort von Liu Bang (247–195 v. Chr.), dem Gründer der Han-Dynastie. Mit ihren mehr als 4800 Figuren zählt diese Grabarmee zu den "Drei Wundern der Han-Dynastie" und ist die einzige Grabanlage dieser Art, die bisher außerhalb des Komplexes von Xi'an gefunden wurde. Tägl. 8.30–16.30 Uhr.

Hinkommen: Bei Gebeco in der bereits vorgestellten Beijing-Shanghai-Reise enthalten.

12. Malerische Landschaften

Zhangjiajie-Nationalpark (a)

Karstgebirge bei Yangshuo (b)

Für chinesische Landschaftsmaler muss eine perfekte Szenerie drei Merkmale aufweisen: Berge, die sich abrupt aus flachem Land erheben, Flüsse und Bäche, die zwischen den Bergen mäandern, sowie ein sich in sanften Wellenlinien erstreckendes Hügelland, das die Erhabenheit der Natur unterstreicht. Das chinesische Wort dafür ist shan shui – und nirgendwo zeigt sich das Ideal perfekter verwirklicht als in der lieblichen Karstlandschaft bei Yangshuo in Guangxi und in ungezähmterer Form im Zhangjiajie-Nationalpark in Hunan. Der Park ist ein 13 000 Hektar großes Naturreservat mit bizarren Felsformationen, Karsthöhlen, Wasserfällen, ausgedehnten Mischwäldern und schroffen Schluchten. Sehenswert sind hier auch die Dörfer der Bai-, Tujia- und Miao- Minoritäten. Yangshuo hat sich zum Ausgangspunkt für Wander-, Berg- und Klettertouren entwickelt.

Hinkommen: Fahrten auf dem Li-Fluss, Wanderungen in den Karstbergen, Ausflüge und Trekkingtouren in den Nationalpark findet man bei etlichen China-Veranstaltern im Angebot (zum Beispiel bei Lernidee, Marco Polo, Gebeco). Bei TSA lässt sich ein Ausflug von Guilin nach Yangshuo buchen, zwei Tage auf dem Fluss, eine Übernachtung in Yangshuo, ab 131 Euro.

13. Insel der Göttin

Meizhou. Mazu, Tin Hau, Tian Hou, A Ma – die Göttin der Seefahrer hat viele Namen. Bürgerlich hieß sie Lin Mo und verbrachte die Jahre vor ihrer Gottwerdung auf der Insel Meizhou vor der Küste Fujians. Bereits mit 16 war sie in alle buddhistischen und daoistischen Geheimnisse eingeweiht und widmete ihr Leben notleidenden Menschen. Mit 27 verschwand sie für immer in den Wolken – und seitdem schwören Seefahrer, die einen Schiffbruch überlebt haben, Stein und Bein, dass ihnen Lin Mo zu Hilfe gekommen ist. Zum Dank wurde ihr auf Meizhou ein erster Tempel geweiht. Die Verehrung Lin Mos breitete sich schnell entlang der Küste und der großen Flüsse aus, und ab dem 12. Jahrhundert förderte sogar der Kaiserhof den Kult um Mazu, die "Ahnenmutter", wie sie nun genannt wurde. Heute bildet der weitläufige, kitschigverspielte Mazu-Tempel (Meizhou Zumiao) einen Pilgerort der in ganz China verehrten Göttin.

Hinkommen: Von Fuzhou oder von der historischen Stadt Quanzhou nehmen Reisende am besten den Expressbus nach Putian. Von dort fahren Zubringerbusse regelmäßig zum Fährhafen in Wenjia, von wo aus man nach Meizhou übersetzt. Gesamtfahrzeit von beiden Städten ca. 3–4 Std.

14. Die Große Mauer

Jinshanling/Simatai. Der am häufigsten vom Beijing aus angesteuerte Ort an der Mauer ist Badaling: Er ist überlaufen, hektisch, teuer, hemmungslos kommerziell. Wer es ruhiger und authentischer mag, sollte ins rund 120 Kilometer nordöstlich gelegene Simatai fahren. Die Landschaft hier wirkt wie eine Filmkulisse, mit Hügeln und Bergketten bis zum Horizont, die Mauerabschnitte sind gut erhalten oder vorzüglich restauriert. An manchen Türmen kann man noch die Spuren der Kämpfe gegen die japanischen Invasoren sehen. Es gibt zwar eine Seilbahn, die Besucher zum Fuß der Mauer bringt, doch reizvoller ist eine Wanderung vom Besucherzentrum aus (steil, ca. 2 Stunden Aufstieg) bis zum Turm Nummer zwölf. Wer die Mauer noch länger und intensiver erleben will, kann von Simatai nach Jinshanling wandern und sich dort abholen lassen (ca. 3–4 Stunden, auch in umgekehrter Richtung möglich). In Simatai gibt es gleich beim Parkplatz ein kleines, sehr einfaches Hotel.

Hinkommen: Die meisten Hotels in der Hauptstadt wollen zwar in aller Regel ihre Standardtouren nach Badaling vermarkten, bieten aber auch Touren nach Simatai und/oder Jinhanling an. In Backpacker- Hostels beginnen die Preise bei ca. 7,50 Euro. Ein privat gechartertes Taxi von Beijing nach Simatai schlägt für Fahrt und Wartezeiten mit maximal 28 Euro zu Buche.

GEO SAISON Nr. 01/2008 - China
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