Mexico City: Tipps für die Mega-Metropole

Auf den ersten Blick kann sie etwas einschüchternd sein. In Mexico City ist alles etwas größer, etwas lauter, etwas üppiger. Doch wer sich auf sie einlässt, den belohnt die Stadt mit einer Vielfalt an Kultur, Geschichte, köstlicher Küche und lebhaftem urbanem Charme
Mexiko-Stadt

Häuser so weit das Auge reicht: Mexico City zählt zu den größten Städten der Welt

Mexico City im Überblick

Wo liegt Mexico City?
Die Hauptstadt Mexikos liegt am südlichen Ende des 60 Kilometer langen und 100 Kilometer breiten Valle de México (auf deutsch "Tal von Mexiko").

Wie viele Einwohner hat Mexico City?
In der Metropolregion leben heute rund 22 Millionen Menschen. Im "Distrito Federal" sind es immer noch knapp 9 Millionen Einwohner. Mexico City hat damit mehr Einwohner als die US-Metropole New York. (Angaben von 2019)

Wie hieß Mexico City früher?
Im 14. Jahrhundert gründete das Volk der Azteken die Stadt Tenochtitlán. Im Jahre 1521 wurde die Stadt jedoch von den Spaniern völlig zerstört. Ein Jahr später wurde an gleicher Stelle eine neue Stadt errichtet: Mexico City.

Mexico City ist überwältigend, noch bevor das Flugzeug überhaupt gelandet ist. Gefühlte Ewigkeiten fliegt die Maschine über Häuser und noch mehr Häuser. Dächer so weit das Auge reicht, bis zum Horizont und vermutlich darüber hinaus. Kein Wunder, immerhin gehört Mexico City zu den größten Städten der Welt.

Mexiko-Stadt liegt in einem etwa 60 Kilometer langen und 100 Kilometer breiten Tal auf einer Höhe von rund 2.300 Metern über normal Null und ist auf drei Seiten von gewaltigen Bergen umgeben. Bei guter Sicht reicht der Blick über Mexico City bis zum Vulkan Popocatépetl. Kaum zu glauben, dass dieser Kessel bis vor wenigen Jahrhunderten ein riesiger See mit einigen versprengten Inseln war.

Das heutige Mexico City ist erbaut auf Schlammland und den Ruinen der Azteken-Stadt Tenochtitlán. In der Tat erscheinen einem einige Straßenzüge irgendwie schief und dem Sockel des Àngel de la Independencia, dem Unabhängigkeitsengel auf Mexico Citys Hauptverkehrsader Paseo de la Reforma, mussten sogar mehrere Stufen hinzugefügt werden, so sehr hat sich der Untergrund im Laufe des vergangenen Jahrhunderts gesenkt.

Von den Azteken bis zur Opposition: Die bewegte Stadtgeschichte

Im 14. Jahrhundert kamen die Azteken an den damaligen Lago de Texcoco und gründeten die Stadt Tenochtitlán. Der Stadtstaat prosperierte, man deichte ein und legte Gärten auf künstlichen Inseln an. Als Anfang des 16. Jahrhunderts die Spanier ankamen, leben hier bereits rund 100.000 Menschen. Nach mehrwöchiger Belagerung unterwerfen sich die Azteken und die 300-jährige spanische Herrschaft beginnt.

Anfang des 19. Jahrhundert kommt es dann zum Unabhängigkeitskrieg. Mexiko ist frei. Es folgt ein weiterer Krieg mit den USA, eine französische Intervention, Diktatur, Revolution, Einheitspartei als Regierung und schließlich siegte im Jahr 2000 die Opposition - das Mehrparteiensystem war in Mexiko angekommen.

Moloch Mexico City

15 Kilometer zieht sich der Paseo de la Reforma von Ost nach West - eine 60 Meter breite Schneise im Häusergewimmel von Mexico City. Ursprünglich erbaut, damit Kaiser Maximilian bequem von seinem Schloss in Bosque de Chapultepec zum Regierungssitz an der Plaza de la Constitución kommen konnte.

Mexico City heute: Verkehrslärm von sechs Millionen Autos, knatternde Zweiräder, Hupen, Martinshorn, Marktschreier und Mariachi-Musiker, Bauarbeiten, Kundgebungen – Mexico City ist laut, unübersichtlich und voll – nicht nur auf dem Paseo de la Reforma.

Rund 22 Millionen Menschen leben in der Metropolregion und im "Distrito Federal", kurz D.F., sind es immer noch knapp 9 Millionen. Davon sollten Besucher sich in Mexico City aber nicht abschrecken lassen, sondern – wenn sie die sieben Stunden Zeitunterschied ausgeschlafen haben – sich die Mega-City einfach Stadtteil für Stadtteil aneignen.

Templo Mayor Mexiko-Stadt

Die heilige Stätte Templo Mayor wurde erst Ende der 70er Jahre wiederentdeckt

Eine Besichtigungstour in Mexico City beginnt an der Plaza de la Constitución, kurz Zócalo genannt. Das Herz der Stadt und des Centro Histórico. Gigantische 235 Meter mal 215 Meter misst die Plaza de la Constitución. In der Mitte wird täglich eine große mexikanische Flagge gehisst und rund um den Platz verteilen sich die Top-Sehenswürdigkeiten von Mexiko-Stadt:

  • Templo Mayor, eine Ende der 1970er Jahre wiederentdeckte und dann ausgegrabene heilige Stätte der Aztekischen Gründungsväter Tenochtitláns.
  • Palacio Nacional, ein grandioser Palast aus Kolonialzeiten mit fantastischen Wandgemälden von Diego Rivera.
  • Und die große Kathedrale, Baubeginn war bereits 1573 und die Arbeiten an dem Bau überdauerten die gesamte Kolonialzeit. Entsprechend vereint der Bau verschiedenste Architekturstile in sich.

Anschließen sollte sich ein Bummel durch das 668 Häuserblöcke zählende Centro Histórico mit vielen Museen und prächtigen Gebäuden. 1500 von ihnen stehen seit 2007 auf der Liste des UNESCO Weltkulturerbes.

Überhaupt wimmelt es in Mexiko-Stadt nur so vor Kulturschätzen und Museen, darunter Sammlungen des Multimillionärs Carlos Slim, den Studios Kahlo und Tamayo, Museo Jumex für zeitgenössische Kunst, sogar ein Drogenhändlermuseum mit vergoldeten Pistolen gibt es in Mexico City. Das ist allerdings nicht für jedermann zugänglich…

Colonia Roma & Condesa

Das einstige Scherbenviertel Colonia Roma ist inzwischen eines der kultigsten Viertel von Mexico City. Künstler und Schriftsteller Enklave und eine echte Fundgrube für Architektur-Fans: ein Mix von Gotik über Art nouveau bis hin zum französischen Kolonialstil. Viele der Gebäude stehen unter Denkmalsschutz.

1985 gab es ein großes Erdbeben in Mexico City, bei dem ganze Viertel in Mitleidenschaft gezogen wurden, auch das Colonia Roma. Wiederbelebt wurde der Bezirk durch den jetzigen Kulturmix sowie durch kulinarische Angebote.

Im Nachbarkiez Condesa gibt es ebenfalls beeindruckende Architektur zu bestaunen, wenn sich Jugendstil und Art déco an von Palmen gesäumten Esplanaden treffen. Ein angesagtes Stadtviertel mit lässigen Restaurants, trendigen Boutiquen und pulsierendem Nachtleben.

Zona Rosa

Das "rosa Viertel" in Mexico City war ehemals als Einkaufsviertel mit internationalem Flair angelegt, aber irgendwie ging die Rechnung nicht auf und mit der Zona Rosa bergab. Heutzutage hat sich die Lage verbessert. Viele Häuserfassaden erstrahlen in frischem Rosa und die lebhafte Lesbian-Gay-Community hat in dem Viertel eine Heimat gefunden.

Chapultepec & Polanco

Chapultepec Mexiko-Stadt

Das Schloss Castillo de Chapultepec im Bosque de Chapultepec war Militärakademie, kaiserlicher und präsidialer Wohnsitz und beherbergt heute das Museo Nacional de História

Auf einem luftigen Hügel verschanzen sich hinter den Mauern von Lomas de Chapultepec die mexikanischen Multimillionäre und in Polanco reihen sich um die Avenida Presidente Masaryk teure Lokale und Boutiquen.

Am Hang liegt auch der Bosque de Chapultepec, mit einer Fläche von etwa vier Quadratkilometern die größte Grünanlage im Zentrum von Mexiko-Stadt und ein beliebtes Ausflugsziel mit einem See und mehreren Museen, wie zum Beispiel dem Castillo de Chapultepec. Das Schloss, Erbe der mexikanischen Aristokratie thront auf dem Hügel und war zunächst Militärakademie, dann kaiserlicher und präsidialer Wohnsitz und beherbergt heute das Museo Nacional de História, das die Zeit von den Anfängen Neuspaniens bis zur Revolution dokumentiert.

In einem Ausläufer des Bosque de Chapultepec liegt zudem das Museo Nacional de Antropología. Das Museum von Weltrang gibt bei Führungen einen Überblick über Mexikos komplizierte Geschichte.

Xochimilco

Aufatmen ist angesagt im südlichen Teil von Mexiko-Stadt. Hier liegen die berühmten Kanäle von Xochimilco, die letzten Überreste eines von den Azteken erbauten Bewässerungssystems. Das Netz aus Wassersträßchen und Gartenanlagen gibt einen Eindruck vom präkolumbianischen Aussehen der Stadt mit ihren schwimmenden Gärten. Besucher können in Gondeln auf Ausflugsfahrt gehen und den Lärm von Mexico City eine Zeit lang hinter sich lassen.

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