Bali – Insel der Gegensätze

Indonesiens beliebte Ferieninsel vereint auf kleinem Raum viele Sehenswürdigkeiten. Ob aktive Vulkane, satte Reisfelder, lebendige Tempelanlagen oder traumhafte Strände - Bali hat von allem etwas zu bieten
Pura Ulun Danu Bratan, Bali

Bali ist auch bekannt als die Insel der Tausend Tempel. Kein Wunder bei solchen Anlagen wie des Seetempels Pura Ulun Danu Bratan

Bali im Überblick

Wo liegt Bali?
Die beliebte Ferieninsel zählt zum indonesischen Archipel und liegt in der Javasee. Westlich erschließt sich die wesentlich größere Insel Java mit der Hauptstadt Jakarta. Östlich von Bali erschließt sich Lombok.

An- und Abreise
Bali liegt von Deutschland aus fast auf der anderen Seite der Welt. Gerade einmal drei Flugstunden weiter erschließt sich bereits der Norden Australiens. Die Hauptstadt von Bali Denpasar verfügt über einen großen Flughafen, hier kommen die meisten Touristen an. Zwischen Deutschland und der Ferieninsel bestehen keine direkten Flugverbindungen. Die Reise beinhaltet also mindestens einen Zwischenstopp im arabischen oder asiatischen Raum und dauert in der Regel 18 Stunden. Wer seine Reise auf Java startet, kann auch mit der Fähre nach Bali übersetzen.

Wann ist die beste Reisezeit für Bali?
Da Bali in Äquatornähe liegt, diktieren Regenzeit und Trockenzeit den Tourismus. Trocken ist es auf der Ferieninsel in den Monaten zwischen April und Oktober, dann erreicht das Thermometer über 30 Grad. Dieser Zeitraum bildet auch die Hauptsaison. Vor allem in den Monaten August und September ist auf Bali viel los. Zur Regenzeit zwischen November und März haben hingegen einige Hotels und Restaurants geschlossen. Eine Ausnahme bilden die australischen Schulferien rund um die Weihnachtsfeiertage. Auch dann kann es in den touristischen Zentren wie Kuta empfindlich voll werden.

Bali, allein der Name weckt Fernweh und lässt exotische Bilder in den Köpfen entstehen – von Reisterrassen, traumhaften Stränden und reich geschmückten Tempeln. Und tatsächlich ist die beliebte Ferieninsel gespickt von interessanten Sehenswürdigkeiten. Sie bietet zudem auf kleinem Raum einen einzigartigen Einblick in die indonesische Kulturvielfalt. 

Viel Natur auf kleinem Raum

Auf einer Fläche von gut 5700 Quadratkilometern vereint Bali eine facettenreiche Natur. Dicht bewaldete Vulkankegel erheben sich im Inselinneren, malerische Buchten prägen vor allem die Ost- und Südküste während der Nationalpark Bali Barat im Nordwesten der Insel Primärwälder und Mangroven beherbergt. Das paradiesische Schutzgebiet ist ein Refugium für Tiere wie unter anderem die vom Aussterben bedrohten Banteng-Rinder oder Balistar-Vögel.

Auch die Unterwasserwelt ist artenreich. Taucher und Schnorchler werden bereits wenige Schwimmzüge vom Strand entfernt fündig und können Schildkröten, exotische Fische sowie Riffhaie beobachten. Besonders geeignet für Unterwasser-Erkundungen im Urlaub sind zum Beispiel:

  • das vorgelagerte Korallenriff an der Insel Menjangan, die rund eine Stunde Bootsfahrt vor der Nordostküste Balis liegt. Auf der Insel selbst leben die Muntjakhirsche zwischen weißen Sandstränden und Palmen.
     
  • der künstliche Korallengarten von Pemuteran baut das wieder auf, was durch falsche Fischereimethoden zerstört wurde. Die Idee geht auf und lässt sich per Schnorchel bestens erkunden.
     
  • die künstlichen und natürlichen Spots wie das Schiffswrack US Liberty oder der Coral Garden vor der Ortschaft Tulamben an der Ostküste.

Faszinierende Giganten: Balis Vulkane

Den Vulkanen wird auf Bali eine große spirituelle Bedeutung zugeschrieben, bestimmen sie doch über das Leben auf der Insel. Seit geraumer Zeit bereitet vor allem der Gunung Agung den Bewohnern Sorgen. Immer wieder speit der aktive Schichtvulkan Lava und Aschewolken. Es rumort und mit Schrecken erinnert man sich an den letzten verheerenden Ausbruch im Jahre 1963. Mit einer Höhe von über 3000 Metern markiert er zugleich die höchste Erhebung Balis. An ruhigen Tagen kann er von Wanderern erklommen werden.

In Sichtweite liegt der kleine Bruder – der ebenfalls aktive Mount Batur. Die steilen Flanken aus Lava-Geröll verlieren sich im satten Grün der umgebenden Anbaufelder und im Hintergrund schillert der Kratersee Danau Batur im Sonnenlicht. Trekking-Touren auf den Mount Batur werden in fast allen touristischen Zentren angeboten. Sie starten mitten in der Nacht, um den heißen Temperaturen zu entgehen, aber auch damit die erfolgreichen Wanderer den Sonnenaufgang mit Blick auf den Gunung Agung und den Danau Batur genießen können. Die Wanderung ist nicht zu unterschätzen: Sie führt auf unbefestigten Wegen die steilen Geröll-Flanken hinauf.

Sehenswerte Reisterrassen auf Bali

Tegallalang, Bali

Die Reisterrassen gehören auf Bali zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten. Besonders jene, die unweit der touristischen Zentren liegen, wie Tegallalang

Sehr viel sanfter präsentieren sich hingegen die diversen Reisterrassen, die sich auf der Insel verteilen und erkunden lassen. Sie gelten als eins der Wahrzeichen Balis und stellten, bis sich in den 1970er-Jahren der Tourismus entwickelte, die Haupteinnahmequelle der Einwohner dar. Geschützt von Palmenwäldern und einer exotischen Pflanzenwelt sind sie vor allem im Inselinneren zu finden.

Je nach Jahreszeit ändert sich der Anblick der Reisfelder. Wer die hohen Triebe in voller Pracht erleben möchte, sollte gegen Ende der Regenzeit, also im März oder April anreisen. Einige Anlagen sind inzwischen für den Tourismus erschlossen, darunter die wohl berühmten Tegallalang-Reisterrassen unweit von Ubud.

Die größte Anlage befindet sich im Herzen von Bali und umfasst 300 Hektar. Die Reisfelder von Jatiluwih zählen seit 2012 zum UNESCO-Welterbe. Auf verschiedenen Wanderwegen lässt sich das große Anbaugebiet im Schatten des Vulkans Batukaru entdecken. Etwas weniger frequentiert und dennoch sehr beeindruckend sind die Reisterrassen Belimbing und Munduk. Letztere liegen im fruchtbaren Hochland Balis auf rund 1000 Metern Höhe.

Die Insel der Tausend Tempel

Ob klein, ob groß, ob besucht oder verlassen – nahezu hinter jeder Biegung liegt auf Bali ein Tempel. Über 20.000 hinduistische Tempel soll die Insel in Indonesien Schätzungen zufolge beherbergen. Die hohe Zahl ergibt sich vor allem daraus, dass jede gut situierte Hindu-Familie einen eigenen Haustempel pflegt.

Obwohl Bali zum muslimisch geprägten Indonesien zählt, gehören über 90 Prozent der über vier Millionen Inseleinwohner dem Hinduismus an – wenn auch in abgewandelter Form. So werden hier zum Beispiel Felsen oder Pflanzen als Sitz von Geistwesen oder Göttern angesehen. Das prominenteste Beispiel ist die Reisgöttin Dewi Sri, für die am Rande der Felder kleine Schreine stehen und für die gleich nach dem Kochen ein kleiner Teil als Opfergabe abgezweigt wird. Viele der balinesischen Zeremonien und Feste dienen nur dazu, bestimmte Götter milde zu stimmen und böse Geister fernzuhalten.

Der Glaube wird auf Bali sehr aktiv gelebt und lädt dazu ein, sich von der lebhaften und bunten Atmosphäre in den Bann ziehen zu lassen. Das gelingt vor allem an den Haupttempeln. Hier ist man auf Touristen eingestellt, auch wenn es gern gesehen ist, wenn sie sich im Hintergrund halten. Zu den größten und schönsten Tempeln auf Bali zählen:

  • Pura Besakih: Der größte Tempelkomplex der Insel bettet sich in die Ausläufer des Vulkans Gunung Agung. Besakih besteht aus 23 einzelnen Tempeln, die wiederum in mehrere Bauten unterteilt sind. Nahezu täglich finden in der Anlage Zeremonien statt.
     
  • Pura Tanah Lot: Der kleine Tempel ziert nahezu jede zweite Postkarte und gehört bei den meisten Reisenden zum Pflicht-Programm: Der Meerestempel Tanah Lot. Er zählt zu einer Reihe von Seetempeln, die sich entlang der Südküste Balis aneinanderreihen. Der Zutritt ist nur gläubigen Hindus gestattet.
     
  • Pura Ulun Danu Bratan: Idyllisch am Ufer des Bratan-Sees gelegen, gehört diese Tempelanlage zu den meistbesuchten auf Bali. Bekannt ist Ulun Danu Bratan vor allem für seine Meru, aufwendig verzierte Schreine, die auf zwei vorgelagerten Inseln errichtet wurden.
     
  • Pura Tirta Empul: Die Anlage liegt an der Quelle des Flusses Pakrisan unweit von Ubud. Das Element Wasser spielt hier eine zentrale Rolle. Hinduistische Gläubige besuchen den Tempel, der zu den neun Staatstempeln auf Bali gehört, regelmäßig um sich mit dem Quellwasser zu reinigen und von Krankheiten und sonstigen Problemen zu befreien.
     
  • Pura Luhur Uluwatu: Hoch oben auf einer Felsflanke, die sich nahezu senkrecht im Meer verliert, thront der kleine Tempel aus dem 11. Jahrhundert. Für Reisende stellt er aufgrund seiner Lage ein beliebtes Fotomotiv dar, betreten werden darf er hingegen nur von Gläubigen.

Ubud: Glücksritter und Affenwald

Ubud, Bali

Ubud gilt als das balinesische Zentrum für Kunsthandwerk und traditionelle Tänze. Jeden Abend finden im Stadtzentrum Aufführungen statt

Die einst verschlafene Kleinstadt im Hochland Balis, rund 30 Kilometer nördlich der Hauptstadt Denpasar gelegen, avanciert seit geraumer Zeit zum Touristen-Hotspot. Schuld daran ist auch der Roman „Eat, Pray, Love“ sowie dessen Verfilmung. Denn hier spielt Ubud eine Schlüsselrolle. Seitdem beide Formate weltweit Erfolge feierten, suchen immer mehr Menschen im spirituellen Zentrum Balis, so wie die Hauptfigur der Geschichte, im Urlaub nach sich selbst.

Yoga, Meditation und reinigende Zeremonien werden entsprechend häufig angeboten, obwohl Ubud vor allem für traditionelles Handwerk und Tanz bekannt ist. Die Erzeugnisse der Kunsthandwerker lassen sich auch heute noch auf dem trubeligen Ubud Market bestaunen und erstehen. Jeden Abend finden in der Stadt verschiedene Tanzaufführungen statt, die meisten von ihnen sind allerdings inzwischen sehr touristisch.

Hippe Cafés und Restaurants säumen die Haupt- und Querstraßen, die vor allem westliches Publikum ansprechen. Und dennoch hat Ubud seinen ursprünglichen Charme noch nicht verloren. Es mag an der malerischen Lage zwischen Reisterrassen und Regenwald liegen oder an der entspannten Atmosphäre, dass sich die meisten Reisenden in Ubud verlieben. 

Vor den Toren der Stadt erschließt sich neben satten Reisfeldern auch die verwunschene Welt des Affenwaldes. Im Scared Monkey Forest ranken sich Lianen um steinerne Tempel, plätschert gemächlich einer der abertausenden Wasserarme der Region durch das Urwald-Dickicht, aber vor allem leben hier Hunderte Makaken. Die grauhaarigen Affen sind die Attraktion und wissen das gekonnt auszunutzen. Sie leben hier wie die Götter und nutzen die entzückten Touristen gern als Kletterstange. Die Makaken sind dennoch mit Vorsicht zu genießen, denn sie können auch ganz anders, als ihr unschuldiger Blick vermuten ließe.

Strandzeit: Nusa Dua, Sanur oder Seminyak?

Canggu Beach, Bali

Lang und sicherlförmig zieht sich die Bucht von Canggu entlang der Südwestküste Balis

Auch wenn Bali eine Insel ist, eignet sich nicht jeder Küstenabschnitt zum Baden. Besonders im Norden ist die Küste mit Ausnahme von Lovina, recht steinig. Wer die Insel in Indonesien vor allem für ausgedehnte Strandtage aufsucht, hat dennoch die Qual der Wahl. Die meisten Sandstrände erstrecken sich im Süden Balis, westlich und östlich von Denpasar sowie auf der Halbinsel Bukit.

Die meisten Reisenden verschlägt es aufgrund der guten Infrastruktur und Hoteldichte nach Kuta, Seminyak ,Nusa Dua oder Sanur. Seminyak liegt östlich der Hauptstadt an lang gezogenen Sandstränden, die sich im Indischen Ozean verlieren. Die Strömung und die Wellen sind hier nicht allzu stark, sodass sowohl Schwimmer als auch Surfanfänger glücklich werden. Wem es hier zu trubelig ist, findet mit Canggu etwas weiter westlich eine entspannte Alternative.

Sanur ist östlich von Denpasar zu finden und ist vor allem für seine Strandpromenade bekannt, die sich auf einer Länge von fünf Kilometern an der goldenen Bucht entlangzieht. Bei guter Sicht zeichnen sich am Horizont die Umrisse der Insel Nusa Penida ab. Nusa Dua ist ein reiner Touristenort auf der Bukit-Halbinsel. Die Landzunge ist vor allem bei erfahrenen Surfern beliebt, die sich in den Wellen messen. Neben schwer zu erreichenden Buchten, die durch Einsamkeit bestechen, gibt es auch beliebte Schwimmerstränder wie Padang Padang Beach oder Jimbaran Beach. Nusa Dua liegt etwas abseits der Surfreviere im Nordosten der Halbinsel.

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