Randecker Maar, Baden-Württemberg

Ein grüner Trichter: Satte Wiesen, Buschgruppen und Wälder bilden das Sommerkleid einer Landschaft, in der einst ein Vulkan kochte. Das Randecker Maar auf der Schwäbischen Alb, rund 1,2 Kilometer im Durchmesser, war vor Millionen Jahren ein gigantischer Krater. Heute erkunden Ausflügler und Naturfreunde seine Senken und sanften Hügel. Ornithologen der dort ansässigen Forschungsstation beobachten das Zugverhalten der zahlreichen Vogelarten. Empfehlenswert ist der Rundwanderweg entlang des Maares über den Mörikefels, Breitenstein und das Schopflocher Moor.

Funtensee, Bayern

Mit dem Elektroboot über den Königsee nach St. Bartholomä gleiten, an der Watzmann-Ostwand vorbei zur "Saugasse" wandern und ins Steinerne Meer zum Kärlingerhaus aufsteigen: Der Weg zum Funtensee ist weit, belohnt aber mit starken Naturerlebnissen. Wie von einem Maler arrangiert, liegt der nur fünf Meter tiefe Karstsee mitten im Nationalpark Berchtesgaden. Im Winter ist er für Kälterekorde gut, im Sommer spaziert man über Bergwiesen und lauscht der gurgelnden "Teufelsmühle", dem einzigen, unteririschen Abfluss. Elf Stunden braucht das Wasser dadurch bis zum Königssee.

Treptower Park, Berlin

Ob per Rad an der Spree entlang oder mit der S-Bahn, der Volkspark Treptow ist schnell erreicht. Und dennoch eröffnet sich hier eine andere Welt. Große Wiesenflächen wechseln sich mit Fluss- und Seenlandschaften ab. Das Herz bildet das Sowjetische Ehrenmahl, das größte Denkmal für die gefallenen Soldaten der Roten Armee in Deutschland. Traumhaft ist die Nähe zur Spree, kilometerlang lässt es sich auf der weitläufigen Promenade des Parks in Wassernähe spazieren. Wer sich zwischendurch stärken möchte, kehrt in eins der vielen kleinen Cafés ein, oder probiert sich auf der neuen Streetfoodmeile am Treptower Hafen von der Nordsee bis nach Mexiko durch. Ebenfalls hier erhältlich sind die gut gefüllten Picknickkörbe von Spreewein, mit denen man sich dann an einen Lieblingsplatz zurückziehen kann. 

Döberitzer Heide, Brandenburg

Wisente dösen auf den Wiesen, Wildpferde traben durch die Heide, Rotwild huscht durch die Ginsterbüsche: Westlich der Berliner Stadtgrenze erstreckt sich ein riesiges Naturschutzprojekt der Heinz-Sielmann-Stiftung. In der 5000 Hektar großen Döberitzer Heide, ehemals ein Truppenübungsplatz, wurden beinahe ausgestorbene Wildtiere angesiedelt. Und das Beste: Auf Wanderwegen durch das Wildnisgebiet kann man die sogar aus der Nähe beobachten. Die Bestände wachsen: 90 Wisente, 30 Przewalski-Pferde, die in freier Natur eigentlich schon als ausgestorben galten, und 90 Rothirsche zählt man bislang auf dem Gelände. Die Tiere fanden hier nicht nur ein Zuhause, sondern erhalten auch das Ökosystem, indem sie als natürliche Landschaftsgärtner Pflanzen stutzen und so die Heide erhalten.

Blockland, Bremen

Wer die Sightseeingrunde rund um Rathaus, Roland und Stadtmusikanten schon kennt, kann im Bremer Blockland etwas Landluft schnuppern. Das Marschland in den Wümmeniederungen eignet sich hervorragend für Fahrradtouren oder lange Spaziergänge. Das Blockland ist idyllisch, grün und ruhig. Zwischen Deichen und Weiden ducken sich Fachwerk und alte Bauernhäuser mit Reetdach, einige von ihnen laden im hauseigenen Bauerncafé zu regionalen Leckereien, wie der Hof Kaemena mit seinem preisgekrönten Bio-Eis (Niederblockland 6). Das Blockland zählt noch zum Stadtgebiet und ist mit der Bahnlinie 4 zu erreichen oder per Rad. Nur zu Pfingsten und Vatertag kann es im Blockland ungewöhnlich voll und laut werden.

Elbinsel Kaltehofe, Hamburg

Über 100 Jahre lang versorgte die Elbinsel Kaltehofe die Hamburger mit sauberem Trinkwasser. Noch immer sind die Becken der alten Sandfilteranlage in Rothenburgsort zu sehen, das Gelände des Industriedenkmals dient nun allerdings der Kunst und der Erholung. In der Villa Kaltehofe sind ein Café und ein Museum untergebracht, der Naturerlebnispfad vermittelt Wissen über die Tier- und Pflanzenwelt. Am besten integriert man einen Abstecher auf die Insel in eine Radtour, etwa durch das nahe Naturschutzgebiet Boberger Niederung oder von der Innenstadt aus, unter den Nordelbebrücken durch bis nach Entenwerder. Erreichbar ist das Eiland über einen Weg auf dem Hauptdeich von Moorfleet aus.

Limburg, Hessen

Limburg ist überregional vor allem für den spätromanischen St.-Georg-Dom bekannt (Foto). Das beschauliche Städtchen an der Westgrenze Hessens zwischen Westerwald und Taunus hat aber noch mehr zu bieten. Die hauptsächlich vom Fachwerk geprägte Altstadt lädt zu Spaziergängen ein. Hier stehen noch viele der ältesten Häuser Deutschlands, darunter das Gotische Haus, das Haus Brückengasse und die Alte Stiftsvikarie. Mitglieder des örtlichen Verkehrsvereins erklären auf Führungen die Historie. In dieser Kulisse finden unter anderem das Altstadtfest und die Rheingauer Weintage statt. Das Umland erkundet man am besten per Rad oder auf einer sommerlichen Kanupartie auf der Lahn.

Naturschutzgebiet Binnendünen, Mecklenburg-Vorpommern

Beim unscheinbaren Örtchen Klein Schmölen in der Nähe von Dönitz türmt sich ein echter Superlativ auf: Die größte Binnendüne Europas. Das Naturwunder gehört zum Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe, einem Unesco-Weltnaturerbe. Bis zu 40 Meter Höhe erreicht das hügelige, sandige Gebiet, durch das ein Lehrpfad führt. Von einem Aussichtspunkt blickt man über das weite Elbetal, seltene Tiere und Pflanzen haben sich in der hauptsächlich von Sandrasen durchzogenen Region angesiedelt.

Rehdener Geestmoor, Niedersachsen

Ein Besuch im Rehdener Geestmoor lohnt sich das ganze Jahr über: Im Wechsel der Jahreszeiten zeigt sich das Naturschutzgebiet in jeweils neuem Gewand. Das etwa 18 Quadratkilometer große Areal gehört zur Diepholzer Niederung und ist die Heimat zahlreicher Vogelarten, darunter Kraniche, Bekassinen, Rotschenkel, Krick- und Löffelenten sowie der seltene Schwarzhalstaucher. Rundwege führen die Wanderer nah an diese Naturvielfalt. Wenn dann noch die Schwärme am Horizont ziehen, sich das Wollgras sachte im Wind wiegt und der Blick von einem der Aussichtstürme schweift, ist der Ausflug ins Moor perfekt.

Mühlenkreis Minden-Lübbecke, NRW

In einem der schönsten Wandergebiete Norddeutschlands stehen so viele Mühlen, dass der Landkreis sich gleich nach ihnen benannt hat: Im Mühlenkreis Minden-Lübbecke in Ostwestfalen lassen sich die verschiedensten Mahlstätten besichtigen, angetrieben von Ross, Wasser (wie die Mindener Schiffsmühle auf dem Foto) oder Wind. Der 65 Kilometer lange Mühlensteig verbindet einige davon sinnvoll und führt durch das Weser- und Wiehengebirge. Unbedingt die Mahl- und Backtage beachten: Dann werden die Mühlen zu Folklore-Veranstaltungen schön herausgeputzt.

Nahetal, Rheinland-Pfalz

Das Nahetal bietet, wie viele Orte in Rheinland-Pfalz, diverse Routen und Treks für Outdoorfans. Einzigartig aber dürfte der Zubringer zu der Tour auf den Rheingrafenstein sein. Denn hier werden Sie von Hans-Joachim Gellweiler, kurz Hajo, zum Start der Wanderung per Hand über die Nahe gezogen. Wer im Salinental oder in Bad Münster parkt, läuft runter zum Ufer und steigt zwischen März und November bei Hajo aufs Boot. Die Überfahrt dauert zwar nicht lang, aber beschert bereits eine schöne Aussicht auf den Rheingrafenfels samt Burg. Wer hier oben ankommt, genießt wiederum den Blick über das Nahetal und zur gegenüberliegenden Ebernburg. Tipp: Jeden ersten Freitag im Monat veranstaltet Hajo auf seiner Fähre eine Weinprobe. Hierfür sollten Sie sich allerdings frühzeitig anmelden.

Netzbachpfad, Saarland

Vor den Toren Saarbrückens entsteht seit rund 20 Jahren im grünen Herzen des Saarkohlenwaldes ein Urwald. Hier wird auf die wirtschaftliche Nutzung von Holz verzichtet, sodass sich die Natur auf ihre ganz eigene Weise entfalten kann. Entstanden ist bereits jetzt eine einzigartige Waldlandschaft, die sich besonders gut auf dem Wilden Netzbachpfad erkunden lässt. Der Rundwanderweg führt auf einer Gesamtlänge von zehn Kilometern tief hinein ins Dickicht. Entwurzelte Bäume, Sumpflandschaften, Bachläufe und Waldseen kreuzen oder flankieren den Pfad. Wanderer sollten sich also entsprechend auf den abwechslungsreichen Weg vorbereiten. Wer genau hinsieht, wird unterwegs auch die Relikte des Bergbaus entdecken können, der in der Region einst Wirtschaftstreiber war.

Zittauer Gebirge, Sachsen

Während die Sächsische Schweiz mit ihrer Bastei sich kaum noch vor Besuchern retten kann, geht es rund um den Lausitzer Kamm noch gemächlich zu. Hier, im äußersten Süden das Landkreises Görlitz, erstreckt sich das nicht weniger schöne Zittauer Gebirge. Die dicht bewachsene Landschaft ist durchzogen von Sandsteinfelsen und Bergen, die sich auf bis 800 Meter erheben. Besonders Outdoor-Fans sind im Zittauer Gebirge richtig aufgehoben. Neben einem dichten Wanderstreckennetz gibt es viele Mountainbike-Trails. Insbesondere die markanten Nonnenfelsen unweit des Kurortes Jonsdorf bieten Kletterern perfekte Bedingungen. Kultur und Geschichte lässt sich hingegen rund um die Burg- und Klosterruine auf dem Berg Oybin erleben.

Teufelsmauer, Sachsen-Anhalt

Die zackigen Felsen im Harzvorland sehen aus, als wären sie von Riesen in die sanft-hügelige Landschaft gerammt worden. Dabei sind sie Teil der rund 20 Kilometer langen Teufelsmauer, die sich von Ballenstedt bis Blankenburg zieht. Sie besteht aus Sandsteinen aus der Kreidezeit und ragt an verschiedenen Stellen immer wieder in bizarren Formationen aus der Erde. Einzelne Figuren tragen Eigennamen. Während Heine im Ilsetal unterwegs war, zog es Goethe zu der Teufelsmauer, die er als so merkwürdig schön bezeichnet haben soll. Seit 2009 führt der sogenannte Teufelsmauer-Stieg auf einer Länge von 35 Kilometern von West nach Ost über das Sandsteingebilde. In der Mitte liegt der Königstein und bildet einen guten Einstieg in die Strecke, für jene, die nicht über die gesamte Distanz laufen möchten.

Schwentinental, Schleswig-Holstein

Ein Wanderparadies in hügeliger Nordidylle: Südöstlich von Kiel im Kreis Plön schlängelt sich die Schwentine über 60 Kilometer durch die Holsteinische Schweiz, 60 Kilometer von der Quelle am Bungsberg, bis sie in die Kieler Förde mündet. Naturschutzgebiete mit zahlreichen Vogelarten säumen die Ufer. Am Rosensee trifft der Europäische Fernwanderweg E1 auf den Wanderpfad Schusteracht. Von hier aus starten Paddelausflüge.

Schloss Altenstein, Thüringen

Die Meininger Herzöge nanntens es untertreibend ihr Landhaus, aber "Prunkschloss" trifft es wohl eher: Das Schloss Altenstein erhebt sich über das großzügige Gelände des Altensteiner Parks und bildet mit seinen Nebengebäuden gleich einen ganzen Stadtteil des Kurortes Bad Liebenstein im Wartburgkreis. Nicht weit erstreckt sich der berühmte Naturpark Thüringer Wald, im Umland um das Schloss gibt es allerdings noch mehr zu entdecken, etwa Themengärten, den Bonifatiusfelsen, die Altensteiner Höhle oder das Lutherdenkmal.

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