Burg Hornberg

Die Fahrt von Heidelberg entlang des Neckars Richtung Osten gehört zu den landschaftlich schönsten Abschnitten der Burgenstraße, die sich über 770 Kilometer von Mannheim nach Bayreuth schlängelt. Hier im Neckartal folgt die Ferienroute den Biegungen des Flusses und wird ihrem Namen so gerecht wie nirgendwo sonst. Ganze vier Wehranlagen passiert man in Neckarsteinach, bevor sich, umgeben von Wald und Weinstöcken, hoch über dem Fluss die Burg Hornberg erhebt. Von 1515 bis 1562 lebte hier der bekannte Götz von Berlichingen, auch bekannt als "Ritter mit der eisernen Hand".

Burg Hornberg

Seit mehr als 400 Jahren befindet sich die Burg Hornberg im Besitz der Familie von Gemmingen-Hornberg. Als diese im Zuge eines wachsenden Tourismus 1953 die historische Burganlage für Gäste öffnete, zählte sie zu den Pionieren auf diesem Gebiet. Vorburg und Schafstall wurden zum Hotel, der frühere Marstall zum Restaurant, das mit regionalen Essen, burgeigenem Wein und Panoramablick überzeugt.

Burg Guttenberg

„Um die Enttäuschung gleich vorwegzunehmen: Eine Burg ist hier nichts Besonderes“, begrüßt uns Bernolph von Gemmingen-Guttenberg. Das stimmt natürlich, und dennoch untertreibt der Burgherr. Denn auch in einer Region, in der Burgen häufiger vorkommen als mancherorts Tankstellen, gibt es jene, die herausstechen. Die Burg Guttenberg, noch in Sichtweite von Burg Hornberg gelegen, ist so eine. Die Stauferburg ist nicht nur komplett erhalten, sie wurde auch kontinuierlich von den Burgherren bewohnt: seit 17 Generationen von der Familie von Gemmingen-Guttenberg. 

Burg Guttenberg, Seeadler

Doch eine Burg zu bewohnen und zu unterhalten ist kein günstiges Unterfangen. Allein für die Heizung gehen jährlich mehr als 12.000 Euro durch den Schornstein der Burg Guttenberg. Auch deshalb setzt die Familie auf eine ungewöhnliche Idee, um Besucher anzulocken: In der Burganlage ist die Deutsche Greifenwarte zu Hause. Sie kann in einem Rundgang erkundet werden, und von April bis Oktober gibt es zweimal täglich Flugvorführungen. Mutige können den Vögeln aber noch viel näher kommen: Bei einer „Falknerstunde“ lernen Besucher ab sieben Jahren den Umgang mit den Greifvögeln.

Schloss Kirchberg an der Jagst

Das Schloss in Kirchberg an der Jagst wurde nach Jahrzehnten nicht öffentlicher Nutzung vor zwei Jahren zum "Kirchberger Bauernschloss" – was durchaus wörtlich zu nehmen ist. Die Stiftung "Haus der Bauern" verfolgt das ambitionierte Ziel, das Schloss zu einem "Nukleus der Agrarwende" zu machen. Die Akademie für Ökologische Land- und Ernährungswirtschaft bietet in der größten Schlossanlage Hohenlohes Seminare und Vorträge rund um die Themen "Ernährung“ und "Landwirtschaft“ an. Im Schlosscafé wird Bio-Heumilcheis von der im Schloss ansässigen Moo-Eismanufaktur serviert.

Burg Abenberg

Lange Jahre des Verfalls hatte die Burg vor den Toren des Fränkischen Seenlandes hinter sich, bis mit dem Erwerb durch den Zweckverband Burg Abenberg ein neues Kapitel der Burggeschichte begann. Heute wird das Leben in der Burg vom Haus der Fränkischen Geschichte, dem Klöppelmuseum sowie dem Burghotel und -restaurant geprägt.

Burg Abenberg

Besucher der Dauerausstellung "Eine Zeitreise durch Franken" können Kettenhemd, Ritterhelm sowie Einhandschwert ausprobieren und erhalten am Ende die Urkunde "Geprüfter Franke". Im Klöppelmuseum, das den engen Bezug dieser Handarbeitskunst zu Abenberg herstellt, sind unter anderem prächtige Metallspitzen in Gold und Silber sowie ganze handgeklöppelte Kleidungsstücke zu sehen. Darüber hinaus zeigen Klöpplerinnen jeden Sonn- und Feiertag nachmittags ihre Kunstfertigkeit und geben Besuchern die Gelegenheit, sich selbst im Klöppeln zu versuchen.

Plassenburg

Die Plassenburg, erstmals 1135 erwähnt, zählt zu den mächtigsten Festungsanlagen Deutschlands. Beispielhaft verbindet sie die Eigenschaften einer wehrhaften Festung mit denen eines repräsentativen Schlossbaues. Letzteres kommt beim "Schöne Hof“ zum Ausdruck, dem Prunkstück der Anlage. Der eindrucksvolle Arkadenhof mit seinen Bildhauerarbeiten zählt zu den bedeutenden Schöpfungen der deutschen Renaissance. Die Burg beherbergt heute mehrere Museen, darunter "Die Hohenzollern in Franken". Die Plassenburg war wichtiger Stützpunkt dieser Dynastie, die hier bis 1806 geherrscht hat. Darüber hinaus beherbergt die Burg zwei Superlative: Das hier ansässige "Deutsche Zinnfigurenmuseum“ ist das weltweit größte seiner Art: Über 300.000 Einzelfiguren führen durch die Geschichte der Menschheit. Auch das größte Diorama der Welt befindet sich hier: Auf 40 Quadratmetern zeigen 19.385 Figuren die Zerstörung Kulmbachs im Jahr 1553.

Festung Rosenberg

Steil über der Altstadt von Kronach erhebt sich die 23,6 Hektar große Festung Rosenberg. Besucher mit einem Auge für Architektur werden deutlich die verschiedenen Bauphasen der Anlage erkennen. Die Bauten vom mittelalterlichen Bergfried über die Mauern und Türme des 15. und 16. Jahrhunderts bis hin zum bastionären Pentagon aus dem Spätbarock zeigen die immer neuen Anforderungen im Bau von Verteidigungsanlagen.

Festung Rosenberg

Ein Besuch der Festung Rosenberg lohnt besonders für Familien, denn die Sonderausstellung "Festungen – Frankens Bollwerke“ ist ganz auf die kleinen Gäste ausgelegt. Interaktive Stationen widmen sich Fragen wie "Wie riecht Schießpulver?“ oder "Was ist eine Kasematte?“. Die heute noch im Rahmen von Führungen begehbaren Kasematten – unterirdische Gänge und schusssichere Gewölbe der Festungsanlage – bilden das Highlight der Anlage. Die ursprünglich Kampf-, Wohn- und Lagerzwecken dienenden Kasematten wurden noch Ende des Zweiten Weltkrieges zu Produktionsstätten umgebaut.

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