Nie wieder Wiesn

Überfüllte Festzelte, überteuertes Bier und Dirndl vom Discounter – das Oktoberfest hat nur noch wenig mit der traditionellen Idee eines Volksfestes gemein. Dennoch begeistert es Jahr um Jahr Millionen Besucher aus aller Welt, die auf die Theresienwiese strömen. Die wenigsten von ihnen allerdings sehen mehr als das Festzelt in dem sie sich Maß um Maß um Verstand und Geld trinken.

In Ruhe feiern: Auer Dult

Gutes bayrisches Bier zu fairen Preisen lässt sich auf vielen Münchner Festen sehr viel entspannter genießen, als auf den Wiesn. Zum Beispiel auf der Auer Dult, die drei Mal im Jahr rund um die Mariahilfkirche im Stadtteil Au stattfindet. Nachbarschaftlich, gemütlich und traditionell geht es hier zu. Die Verkaufsstände bieten von bayrischen Delikatessen bis hin zu antiken Möbeln alles an, Fahrgeschäfte locken Klein und Groß, aber nicht die Massen.

Kennt jeder: Alter Peter

Für gute Aussichten ist an vielen Orten Münchens gesorgt. Die einen lassen sich per Fahrstuhl auf die Plattform des Fernsehturms bringen, die anderen erklimmen die Stufen des Alten Peter. Aufgrund seiner Lage direkt am Marienplatz gilt der Turm der Pfarrkirche Sankt Peter als die beliebteste Option, die bayrische Hauptstadt von oben zu betrachten. Inzwischen drängen sich fast zu jeder Tageszeit große Gruppen an Besuchern die 306 Stufen bis zur vergitterten Aussichtsplattform hinauf und stehen sich gegenseitig im Bild.

Auf Augenhöhe: Das Neue Rathaus

Ganz ohne Beklemmungen kommt man direkt gegenüber auf seine Kosten. Denn auch das Neue Rathaus punktet mit bestem Blick auf das historische Zentrum der Stadt und ist als Aussichtspunkt noch nicht so bekannt. Im Gegensatz zum Alten Peter bringt hier ein Fahrstuhl die Besucher auf die Aussichtsplattform des Turms, auf dessen Spitze das Münchner Kindl über die Stadt wacht.

Zum närrisch werden: Hofbräuhaus

Busladungen an Touristen drängen sich fast zu jeder Tageszeit dicht an dicht rund um die urigen Holztische des Hofbräuhaus am Platzl. Das historische Gewölbe gleicht einem Bienenstock, die sagenumwobene Gemütlichkeit eines bayrischen Brauhauses bleibt bei so viel Besucherwechsel allerdings auf der Strecke …

Zum glücklich werden: Hofbräukeller

Die genießt man dafür im Hofbräukeller am Wiener Platz. In dem historischen Bau aus der Neurenaissance geht es urig zu. Die Lage am Park des Isarhochufers zwischen Maximilianeum und Deutschem Museum macht den Keller und den dazugehörigen Biergarten zu einem perfekten Ort für einen Abend nach Münchner Art.

Schaulaufen im Englischen Garten

Der Englische Garten gilt als die Parkanlage in München, schließlich ist sie zentral und weitläufig. Doch besonders am Wochenende und an lauen Sommernächten kann es hier trotz der Weitläufigkeit ziemlich voll werden. Dann geht es vor allem um eins: Sehen und gesehen werden. Das kann bei einem als erholsam geplanten Spaziergang schnell nerven, ebenso die Müllhalde, die viele der Besucher hinterlassen.

Sinneswandel im Rosengarten

Wer mehr Natur als Schickeria sucht, sollte sich also in eine andere Parkanlage begeben. Zum Beispiel in den Rosengarten. Auf dem rund 4500 Quadratmeter großen Areal wird seit 1955 auf sehr farbenfrohe Art und Weise untersucht, welche Rosenarten sich am besten für die innerstädtische Bepflanzung eignen. Zudem gibt es einen Tastgarten für Blinde sowie eine Sektion, in der sich giftige Pflanzen begutachten lassen.

Pfiat di Viktualienmarkt

Mit bester Lage in der Münchner Altstadt steht ein Bummel über den Viktualienmarkt bei den meisten Touristen auf dem Programm. Zwar gibt es hier viele Möglichkeiten bayrische Spezialitäten zu probieren oder zu kaufen, allerdings sind die Preise aufgrund des hohen Besucheraufkommens eher deftig. Zudem haben die Münchner selbst schon lange die Flucht ergriffen und den Viktualienmarkt den Touristen überlassen.

Grüß Gott Elisabethmarkt

Wer sich also lieber mit den Einheimischen über die leckerste Weißwurst der Stadt austauschen möchte und ein authentisches Münchner Markterlebnis sucht, der sollte beispielsweise den Elisabethmarkt in Schwabing aufsuchen. Er zählt wie der Viktualienmarkt zu den vier ständigen in München, aber es geht hier deutlich beschaulicher zu.

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