VG-Wort Pixel

Reisespiele Klein, leicht, unterhaltsam – die besten Brettspiele für den Urlaub

Das Spiel "Gold" wandelt Memory unterhaltsam ab – allerdings mit mehr Glücks- und Ärgerfaktor
Das Spiel "Gold" wandelt Memory unterhaltsam ab – allerdings mit mehr Glücks- und Ärgerfaktor
© Benjamin Siebert/dpa-tmn
Auch in der Urlaubszeit lässt der Boom der Brettspiele nicht nach. Für die Reisetasche bieten sich besonders kleine und nicht allzu schwierige Spiele an. Eine Auswahl, mit der man punkten kann

Sommer, Sonne und einfach mal die Seele baumeln lassen: Im Urlaub ist Erholung und Entspannung angesagt. Dabei dürfen natürlich auch Brettspiele für den lockeren Zeitvertreib im Reisegepäck nicht fehlen. Die Spiele sollten für den Koffer eher klein und in der heißen Jahreszeit vielleicht auch nicht zu anspruchsvoll sein. Wenn sie dann noch ein bisschen Urlaubsflair versprühen, umso besser. Acht Brettspiele die gut für den Urlaub geeignet sind:

1. "Codenames Duett"

Die Variante des beliebten "Spiel des Jahres" von 2016 macht das Wort-Assoziationsspiel mit Agenten-Thema nun kooperativ. Ziel ist es, den Mitspieler auf bestimmte ausliegende Begriffe nur mit einem Wort und einer Zahl hinzuweisen. Im Gegensatz zum Original gibt es nun quasi keine Wartezeit mehr, bis man wieder dran ist. Eigentlich für zwei Spieler konzipiert, aber es ist auch in zwei kleinen Teams spielbar.

"Codenames Duett": Autoren Vlaada Chvátil und Scot Eaton, Czech Games Edition/Asmodee, ab 11 Jahren, für 2 Spieler, Spieldauer ca. 15 Minuten, Preis ca. 16 Euro

2. "Das perfekte Wort"

In nur einer Minute ein Wort bilden, wenn nur der Anfangsbuchstabe und die maximale Länge vorgegeben ist? Eigentlich kein Problem. Aber um richtig Punkte abzusahnen, gilt es noch, möglichst Umlaute oder bestimmte Konsonanten als Erster einzubauen, die maximale Länge genau auszureizen und am besten noch die auf dem mitgelieferten Block aufgedruckten Buchstaben zu nutzen. Zudem sind bei jedem neuen Spiel die Vokale unterschiedlich viel wert. Nicht nur für Scrabble-Fans einen Blick wert.

"Das perfekte Wort": Autor Moritz Dressler, Moses Verlag, ab 12 Jahren, für 1-6 Spieler, Spieldauer ca. 15 Minuten, Preis ca. 15 Euro

3. "Fantastische Reiche"

Durch geschicktes Kombinieren von jeweils sieben Karten bauen alle ihr Königreich, das die meisten Punkte bringt. Bestimmte Schlüsselwörter ergänzen sich, blockieren andere Karten oder geben sogar Minuspunkte. Der Grundmechanismus ist simpel (eine Karte nehmen, eine ablegen), die Suche nach der optimalen Hand durchaus komplex. Optisch besticht das Spiel mit seinem Fantasy-Thema. Eine hilfreiche App nimmt einem das Punktezählen ab.

"Fantastische Reiche": Autor Bruce Glassco, Strohman Games, ab 10 Jahren, für 2-6 Spieler, Spieldauer ca. 20 Minuten, Preis ca. 20 Euro

4. "Frantic"

Wer sich nicht auch mal gerne ärgert, ist hier falsch. Frantic ist Uno auf Speed. Reihum werden Karten ausgespielt, Farbe auf Farbe, Zahl auf Zahl. Mal müssen Karten genommen oder getauscht werden, Attacken können gekontert werden. Klingt gewöhnlich, zufällig gezogene Ereigniskarten sorgen aber für das unberechenbare Element. Zwei Beispiele: "Doomsday" - die Runde endet sofort; "Communism" - jeder zieht auf so viele Karten, wie der Mitspielende mit den meisten hat. Mit Erweiterungen wird der Wahnsinn immer weiter getrieben.

"Frantic": Autoren Fabian Engeler, Pascal Frick, Stefan Weisskopf und Pierre Lippuner, Game Factory, ab 12 Jahren, für 2-8 Spieler, Spieldauer ca. 30 Minuten, Preis ca. 13 Euro

5. "Ganz schön clever"

Ein klassischer Vertreter des sogenannten Roll&Write-Genres. Es wird also erst gewürfelt, in diesem Fall mit fünf unterschiedlich farbigen und einem weißen Würfel, und dann auf einem Block das Bestmögliche eingetragen. Dabei gibt es für jede Würfelfarbe einen Bereich, der nach eigenen Regeln funktioniert, und der weiße Würfel kann als Joker genutzt werden. Am Ende einer Runde werden drei nicht genutzte Würfel für die anderen zum Eintragen auf einem Silbertablett serviert. Die höchste Gesamtpunktzahl führt am Ende zum Sieg. Das Spiel ist so beliebt, dass es bereits weitere Blöcke mit Varianten und auch zwei Nachfolgespiele ("Doppelt so clever" und "Clever hoch drei") gibt. Zu empfehlen ist auch die App, bei der solo der Highscore gejagt wird.

"Ganz schön clever": Autor Wolfgang Warsch, Schmidt Spiele, ab 8 Jahren, für 1-4 Spieler, Spieldauer ca. 30 Minuten, Preis ca. 10 Euro

6. "Gold"

Allein schon die sehr kleine Metall-Box ist perfekt zum Mitnehmen geeignet. Passt sie doch tatsächlich mühelos in jede Hosen-, nein, sogar Hemdtasche. Das Spiel des bekannten Autors Reiner Knizia erinnert an Memory, wandelt den Klassiker aber unterhaltsam ab. Thematisch in der Goldgräberzeit angesiedelt, gilt es, die meisten Goldmünzen zu sammeln. Diese bekommt man nur, wenn gleichzeitig ein eigener Goldgräber aufgedeckt wird, der mindestens die Wertigkeit hat wie die Münze. Aber Achtung: Irgendwo ist auch Dynamit versteckt, das zu einer Explosion führt! Ein flottes Spiel mit durchaus hohem Glücks- und nicht zu unterschätzendem Ärgerfaktor.

"Gold": Autor Reiner Knizia, Game Factory, ab 6 Jahren, für 2-5 Spieler, Spieldauer ca. 15 Minuten, Preis ca. 6 Euro

7. "Remember our Trip"

Vergleichsweise viel Material findet sich in der kompakten Schachtel, so dass das Spiel im etwas größeren Gepäck auch urlaubstauglich ist. Thematisch geht es nach Asien - in Tokio und Singapur wird versucht, einzelne Plättchen auf einem eigenen Tableau zu zusammenhängenden Flächen zusammenzulegen. Erinnerungskarten geben vor, wie die Teile platziert werden können. Die Spielenden puzzeln dabei nicht solitär vor sich hin: Fertige Bauwerke werden auf einem gemeinsamen Stadtplan gewertet. Auch wenn das Thema der Erinnerungen an einen Urlaub etwas aufgesetzt wirkt und die Anleitung nicht sofort alle Fragen beantwortet, ergeben sich durch die hohe Interaktion immer wieder neue Anreize.

"Remember our Trip": Autoren Saashi und Daryl Chow, dlp games, ab 10 Jahren, für 2-4 Spieler, Spieldauer ca. 30 Minuten, Preis ca. 30 Euro

8. "Spicy"

Wer kennt nicht das klassische Kneipen-Würfelspiel "Mäxchen" oder "Meiern", wo ein Gebot des vorherigen Spielers immer überboten oder gelogen werden muss? "Spicy" transformiert dieses Prinzip in ein scharfes Bluff-Karten-Spiel. In den drei Gewürzrichtungen (Farben) Chili, Wasabi und Pfeffer müssen Karten mit den Werten eins bis zehn aufsteigend verdeckt abgelegt werden. Dabei darf kräftig gelogen werden. Der Clou: Wird eine Aussage angezweifelt, muss der Zweifelnde auch sagen, was falsch ist: Gewürz oder Zahl. Da können am Tisch schnell die Emotionen hochkochen. Die mit Gold-Folie beschichteten Karten in Tiger-Optik sind ein echter Hingucker.

 "Spicy": Autor Zoltán Györi, Heidelbär Games, ab 10 Jahren, für 2-6 Spieler, Spieldauer ca. 15 Minuten, Preis ca. 15 Euro

Benjamin Siebert und Florian Lütticke, dpa

Mehr zum Thema