"Nur eine Stewardess" Flugbegleiterin wird unterschätzt - und reagiert mit starken Worten

Von unangenehmen Situationen mit Passagieren wird jeder Flugbegleiter zu berichten wissen. Eine amerikanische Stewardess wehrte sich nun in einem offenen Brief und zeigt, was den Job von Flugbegleitern wirklich ausmacht
Stewardess

In einem vollen Flugzeug muss auf die gut ausgebildeten Flugbegleiter Verlass sein

Flugbegleiter werden von vielen Passagieren eher beiläufig wahrgenommen, ihre Hinweise, wie das Handgepäck zu verstauen ist, wann technische Geräte ausgeschaltet werden müssen oder wann es unabdingbar ist sich anzuschnallen werden nicht selten als lästig angesehen. Andere degradieren das ausgebildete Personal gar als „Saftschubse“.

Von unangenehmen Situationen mit Passagieren wird jeder Flugbegleiter zu berichten wissen. Eine amerikanische Stewardess wehrte sich nun in einem offenen Brief an einen Passagier, der sich ihren Anweisungen mit den Worten sie sei schließlich nur eine Flugbegleiterin wiedersetzte. Der Journalist Gary Stoller aus dessen Bekanntenkreis die Stewardess stammt, veröffentlichte den ganzen Brief auf Forbes.com und die Verfasserin erfährt seitdem viel Zuspruch aus aller Welt. Piloten, Flugbegleiter, aber auch Passagiere teilen ihre Ansichten und positiven Geschichten.

Verliebte im Flugzeug
Studie bestätigt
Jeder Fünfzigste findet die Liebe seines Lebens im Flugzeug
Wer hätte es gedacht? Flugzeuge sind, laut jüngsten Studienergebnissen, der optimale Ort, um neue Kontakte zu knüpfen, sich zu befreunden - oder die große Liebe zu finden

In ihrem Brief thematisiert die Stewardess vor allem die Ausbildung, die sie durchlaufen hat und die sehr viel mehr beinhalte, als das Ausschenken von Getränken und das Verstauen von Gepäckstücken: „Ich habe gelernt in 10.000 Metern Höhe ein Feuer zu löschen, weiß, wie ich Waffen erkenne und sie aus dem Verkehr ziehe und kann lebensrettende Maßnahmen unter akutem Stress durchführen“, erklärt sie eingangs. Sie sei zudem bestens geschult in dem Umgang mit Menschen aller Kulturen und in der Evakuierung eines Flugzeuges.

Im zweiten Teil ihres Briefes wird sie emotionaler und erzählt von persönlichen Erlebnissen während ihrer 20-jährigen Karriere als Flugbegleiterin: „Ich habe die Hand einer trauernden Mutter gehalten, die auf dem Weg zu ihren verstorbenen Sohn war, ich habe darauf verzichtet meine Familie an Weihnachten zu sehen, damit Sie pünktlich zu Ihrer gelangen und musste dabei zusehen wie ein Mann vor meinen Augen verstarb, weil die Wiederbelebungsmaßnahmen nicht anschlugen.“ Man solle sie nicht falsch verstehen, sie habe sich für diesen Beruf entschieden und mache ihn gern, aber sie wünsche sich, dass die Passagiere zukünftig öfter daran denken, wofür Flugbegleiter eigentlich da sind, bevor sie eine abwertende Bemerkung äußern.

„Wenn Sie also das nächste Mal denken: Ach, nur eine Flugbegleiterin, hoffe ich, dass Sie sich schnell daran erinnern, wofür ich eigentlich da bin und dass das Servieren von Essen und Getränken den geringsten Teil meines Jobs ausmacht.“

GEO Reise-Newsletter
Aktuelle GEO-Magazine
<< zurück >> vor
nach oben