Infektionskrankheit West-Nil-Virus breitet sich aus: Vorsicht in Italien und Griechenland

Das West-Nil-Virus breitet sich in Teilen Europa aus. Auch beliebte Urlaubsregionen wie die Adria in Italien sind betroffen. Mediziner raten: Mückenschutz beachten
Mücke saugt Blut

Das West-Nil-Virus wurde bereits bei Dutzenden Stechmückenarten nachgewiesen, vor allem bei solchen der "Culex"-Gattung

In mehreren Süd- und Südosteuropäischen Ländern gibt es vermehrt Infektionen mit dem West-Nil-Virus, auch als West-Nil-Fieber bekannt. Das Europäische Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) meldet 55 Fälle der Infektionskrankheit innerhalb der EU allein im Zeitraum vom 27. Juli und 2. August. Die meisten Infektionen gab es in Griechenland und Italien.

Welche Regionen sind besonders vom West-Nil-Virus betroffen?

In Italien wurden seit Ende Juni in den Regionen Emilia-Romagna und Venetien insgesamt 50 Erkrankungen und zwei Todesfälle registriert, berichtet das Centrum für Reisemedizin CRM.

In der Region Attika in Griechenland seien Ende Juni die ersten drei Fälle in diesem Jahr bestätigt worden. Seitdem sei die Gesamtzahl landesweit auf 43 gestiegen. Betroffen sei auch die Region Mittelgriechenland. In Griechenland wurde das Virus erstmals 2010 nachgewiesen. Laut CRM erkrankten damals 262 Menschen, es gab 35 Todesfälle. Auch im vergangenen Jahr seien 48 Menschen erkrankt und 5 verstorben.

Besonders betroffen sei auch Serbien. Seit Anfang Juli wurden hier laut CRM 70 Infektionen und 4 Todesfälle gemeldet. Viele davon im Raum Belgrad.

West-Nil-Virus: Übertragung, Symptome und Schutz

Das West-Nil-Virus wird durch Mücken übertragen. Zumeist sind infizierte Vögel die Wirte.

In den meisten Fällen bleibt die Infektion unbemerkt. West-Nil-Virus-Infektionen verlaufen laut dem Robert-Koch-Institut zu einem großen Teil asymptomatisch (ca. 80 %), ansonsten als fieberhafte Erkrankung (ca. 20 %) mit Kopfschmerzen und Gliederschmerzen. Insbesondere bei älteren und immunschwachen Patienten können jedoch Komplikationen auftreten - im schlimmsten Fall mit Todesfolge.

Zur Vorbeugung raten Mediziner zu einem konsequenten Schutz vor Mückenstichen durch entsprechende Kleidung und Insektenschutzmittel.

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