Böhmische Kultur in Rixdorf

Mitten im heutigen Bezirk Neukölln liegt das böhmische Rixdorf. Anhänger des tschechischen Reformators Jan Hus fanden nach seiner Verbrennung hier Zuflucht und gründeten rund um die Richardstraße eine Gemeinde. Auf ihren Spuren lässt sich auch noch heute wandeln. Die engen Gassen von Rixdorf sind gesäumt von historischen Gebäuden, wie die alte Rixdorfer Schmiede oder die Bethlehemskirche. Beide Bauten schauen auf rund 400 Jahre Geschichte zurück. Im stadtgeschichtlichen Museum oder auf dem sogenannten Lebensweg im Comenius-Garten können Besucher mehr über das Leben der böhmischen Flüchtlinge erfahren. Traditionsreiche Küche und selbst gebraute Biere werden in den Rixdorfer Restaurants gereicht. Besonders viel los ist anlässlich des alljährlichen Rixdorfer Strohballenrollens "Popráci" im September.

Erholung im Treptower Park

Ob per Rad an der Spree entlang oder mit der S-Bahn, der Volkspark Treptow ist schnell erreicht. Und dennoch eröffnet sich hier eine andere Welt. Große Wiesenflächen wechseln sich mit Fluss- und Seenlandschaften ab. Das Herz bildet das Sowjetische Ehrenmahl, das größte Denkmal für die gefallenen Soldaten der Roten Armee in Deutschland. Traumhaft ist die Nähe zur Spree, kilometerlang lässt es sich auf der weitläufigen Promenade des Parks in Wassernähe spazieren. Wer sich zwischendurch stärken möchte, kehrt in eins der vielen kleinen Cafés ein, oder probiert sich auf der neuen Streetfoodmeile am Treptower Hafen von der Nordsee bis nach Mexiko durch. Ebenfalls hier erhältlich sind die gut gefüllten Picknickkörbe von Spreewein, mit denen man sich dann an einen Lieblingsplatz zurückziehen kann. 

Geschichte erradeln auf dem Mauerweg

Wie der Name bereits vermuten lässt, kennzeichnet der Mauerweg die ehemalige Grenze zwischen DDR und West-Berlin. Auf fast 160 Kilometer führt er durch Berlin und nimmt somit eine Sonderstellung unter den Fahrrad- und Wanderrouten der Hauptstadt ein. Historisch interessante Orte, an denen noch Mauerreste zu sehen sind, wechseln sich mit landschaftlich reizvollen Abschnitten an Havel und den Berliner Seen ab. Entlang der Route gibt es insgesamt 40 Stationen, die auf unterschiedlichste Art und Weise die Geschichte der Teilung Deutschlands spiegeln und erläutern. Der Mauerweg gliedert sich in 14 Einzelstrecken auf, die zwischen sieben und 21 Kilometern lang sind. Alle Anfangs- und Endpunkte der einzelnen Etappen sind zudem so ausgelegt, dass sie sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichen können.

Entspannt feiern

Noch immer gilt Berlin als einer der besten Orte für durchzechte Nächte in Europa. Dabei ist die tanzwillige Szene immer auf der Suche nach neuen Adressen. Das Berghain ist hier kein Thema mehr und wurde den Touristen überlassen. Entspannt elektronisch feiert sie jenseits harscher Türpolitik beispielsweise in der Kultstätte Keller in Neukölln oder im Weddinger Humboldthain. Letzterer lockt zudem mit einer schönen Außenanlage und Tischtennisplatten. 

Alternative Stadtführungen

Die Hauptstadt ist stets im Wandel und da verlieren auch gebürtige Berliner schon mal den Überblick. Warum also nur Stadtführungen auf unbekanntem Terrain machen und nicht in der eigenen Stadt? Berlin bietet zudem so viele kreative Varianten davon an, dass es für jeden Geschmack etwas geben dürfte. Friedrichshain lässt sich zum Beispiel im eigenen Tempo per Audioguide erkunden, der seine Zuhörer auf dem Weg vom Strausberger Platz bis in den Boxhagener Kiez über Prachtstraßen, in Hinterhöfe und Wohnprojekte führt. Die Streetart-Szene und ihre Werke sind der Kern der dreistündigen Führung von Alternative Berlin. Sie führt zu berühmten und weniger bekannten Graffitispots in der Hauptstadt. Bezahlen kann jeder, soviel er möchte. Wer meint in Berlin alles zu kennen, kann es sich auch noch von unten ansehen. Der Berliner Unterwelten e.V. bietet regelmäßig Führungen an, zum Beispiel zum Geisterbahnhof Oranienburg.

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