1. Hier wartet eine wilde Wanderwelt

Der Blick fällt vom 2351 Meter hohen Gipfel auf sprießend grüne Landschaften und den Atlantik. Der höchste Berg Portugals befindet sich auf den Azoren, auf der Insel Pico: Der Vulkan Serra do Pico. In rund vier Stunden führt der sechs Kilometer lange Wanderweg auf den Gipfel. Alle neun Azoren-Inseln bieten spektakuläre Wanderwege - fast immer mit Atlantik-Aussicht. Die meisten Besucher mieten einen Wagen, um die Inselgruppe zu erkunden. Wer die Inseln aber wahrhaft entdecken will, die besten Aussichten genießen und die geheimnisvollen, einsamen Ecken erkunden möchte, der erwandert sich die Azoren. Am Wegesrand bildet die wilde Schönheit der sattgrünen Vulkaninseln die perfekte Kulisse aus Steilküsten, Kraterseen, heiße Quellen und dichtem Tropenwald.

 

Ausführliche Informationen zu den Trails in allen Schwierigkeitsstufen gibt es unter: trails.visitazores.com

2. Die Azoren gehören zu besten Revieren für Walbeobachtungen

Ein Tag ohne Wellen sei ein perfekter Tag für Wale, sagt Cidónio Gonçalves, einer der “vigia”, ein Wale Watcher, auf der Azoren-Insel São Miguel. An solchen Tagen ist der “Blas”, die weiße Wasserfontäne, die Wale beim Atmen ausstoßen, zu erkennen. So könne man die Wale einfach aufspüren. Walsafaris boomen auf den Azoren. Ausgezeichnet als eines der weltweit besten Reviere für die Beobachtung der Meeresriesen, befindet sich vier Flugstunden von Deutschland ein einmaliges Ökosystem für Wale und Delfine. Mehr als zwanzig Arten kämen jedes Jahr, um in dem warmen Wasser ihre Jungen aufzuziehen, sagt Gonçalves. Zwischen April und November beobachtet er regelmäßig Blauwale, Buckelwale oder Finnwale. Blauwale sind die größten Tiere der Welt - und besonders bedroht: Laut Greenpeace leben weniger als 2000 Tiere in unseren Ozeanen. Auf einer vierstündigen Bootstour teilt Gonçalves’ Kapitän Jose Costa sein Wissen über Wale und erzählt dazu spannende Azoren-Anekdoten. Eine Walsafari kostet 35 Euro. Werden keine Wale gesichtet, gibt es das Geld zurück.

3. Hier werden Feste noch richtig gefeiert

Eine Prozession zieht an der Igreja Sao Jose vorbei. In der Hauptstadt Ponta Delgada wird der Festtag Senhor Santo Cristo dos Milagres begangen. Auf dem Kirchplatz sind Jahrmarktbuden aufgebaut. Es duftet nach Bifana. In den Pfannen der Händler simmern in einer würzigen Knoblauchsauce Schweineschnitzel für den liebsten Snack der Portugiesen: das Bifana-Sandwich. Auch wenn die meisten kulturellen Feste auf den Azoren einen religiösen Bezug haben - für die Portugiesen sind sie untrennbar mit kulinarischem Genuss verbunden. Weitere populäre Feste sind zum Beispiel der Karneval auf São Miguel (Februar), mit der Kuriosität, dass die Besucher sich mit wassergefüllte Ballons bewerfen. Das Festival das Camélias auf São Miguel (Februar), ein Blumenfestival, auf dem Hunderte Kamelien ausgestellt werden. Die Tradition geht auf die portugiesischen Seefahrer zurück, die erste Kamelien aus der Kolonie Macau mitbrachten. Das Musikfestival von São Roque auf Pico (Juli). Die Segelwoche auf Faial (August), mit Segelregatten und Musikkonzerten. Oder die Tradition der Romeiros (São Miguel, im Februar und März), einer Pilgerfahrt, bei der die sogenannten “Ranchos”, die Pilger, in traditionellem Gewand für acht Tage im Uhrzeigersinn die Insel umrunden und dabei von Kapelle zu Kapelle ziehen.

4. Feine Fischküche und kulinarische Kuriositäten

Die portugiesische Geschichte, die subtropische Lage und der vulkanische Ursprung der Azoren schlagen sich in der Kulinarik nieder. Eine Kuriosität gibt es in dem Dorf Furnas auf São Miguel: Hier wird ein Eintopf serviert, der “Cozido das Furnas”, der bis zu sieben Stunden im Thermalwasser der vulkanischer Erde schmort. In den Schmortopf kommen verschiedene Fisch-, Fleisch- und Wurstsorten, Kohl, Karotten, Yamswurzel, Kartoffeln und Reis. Auf São Miguel befindet sich auch die einzige Teeplantage Europas, die “Chà Gorreana”. Ein portugiesischer Kommandeur brachte die Teepflanze 1820 aus Brasilien mit. Azoren - das bedeutet vierzig regionale Käsesorten. Die Azoren bedeuten aber vor allem täglich fangfrischer Fisch. Für das beste Thunfischsteak muss man allerdings anstehen. Das beliebte Restaurant “A Tasca” in Ponta Delgada (Rua do Aljube 20) nimmt keine Tischreservierungen an. Das “Bolo Lêvedo”, ein süßes Hefeteigbrot, wird auf allen Inseln als Nachspeise gereicht. Zucker, Mehl, Eier, Milch - dazu eine Riesenportion Geheimnis. Wenn es um das Rezept des Brotes geht, verrät keine Insel-Bäckerei ihr Geheimnis auch nicht die bekannte Pastelaria Glória Moniz in Furnas (Rua Victor Manuel Rodrigues 16).

5. Die Azoren lassen sich das ganze Jahr erkunden

Die Azoren leuchten immer grün. Die geographische Lage und der Golfstrom machen es möglich: Das Klima auf den Azoren ist das gesamte Jahr über mild und subtropisch. Selbst im Winter sinken die Temperaturen kaum unter 10 Grad. Dennoch ist das Azoren-Wetter launisch: An einem einzigen Tag kann man hier alle vier Jahreszeiten erleben. Eine gute Zeit für einen Besuch ist zwischen Mai und September. Dann ist das Wetter relativ stabil und es regnet weniger. Denn im Jahresdurchschnitt gibt es 188 Regentage auf São Miguel. In der Sommersaison ist der Blick in die Ferne von den Aussichtspunkten (Miradouros) am besten und Wandern ist ebenso möglich wie die Wal-Safaris. Die Webcam-App SpotAzores ist ein guter Reisebegleiter und hilft sowohl die Reise als auch Ausflüge und Wandertouren zu planen.

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