Tektonikarena Sardona In diesem Naturerbe stehen die Alpen Kopf

Was macht die Tektonikarena Sardona so besonders? Und wann sollten Sie die einzigartige Gebirgslandschaft am besten besuchen? Antworten finden Sie in unserer Reihe "Traumort des Tages"
Glarner Hauptüberschiebung

Von Weitem ist die Glarner Hauptüberschiebung, auch "magische Linie" genannt, im Gestein als messerscharfe Kerbe gut zu erkennen

Wo liegt die Tektonikarena Sardona?

Im Herzen des Geoparks Sardona, zwischen Murgsee, Pizol und Martinsloch bei Elm, erheben sich die schroffen Gipfel der Tektonikarena Sardona. Hauptattraktion in dem geologisch bedeutsamen, rund 33.000 Hektar großen Gebiet ist die Glarner Hauptüberschiebung. Die große Kerbe in den Felswänden zählt zu den berühmtesten Geotopen der Schweiz.

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Was macht die Gebirgslandschaft so besonders?

Hinter der exotisch klingenden Bezeichnung "Tektonikarena Sardona" verbirgt sich ein Bergtheater ersten Ranges. Als hätte ein Riese die Berge zerlegt und versucht, sie danach wieder zusammenzusetzen, dabei allerdings so einiges durcheinandergebracht.

Und tatsächlich scheinen die Berge hier kopfzustehen: Oberhalb der markanten Glarner Hauptüberschiebung (Foto) liegen 250 bis 300 Millionen Jahre alte Verrucano-Gesteine, unten findet sich Flysch - nur etwa 35 bis 50 Millionen Jahre alte Sedimente eines nicht mehr existenten Meeres.

Während sich durch den Zusammenstoß der Kontinentalplatten Afrikas und Europas Berge auftürmten und dabei in der Regel jüngere auf älteren Gesteinsschichten zum Erliegen kamen, gestaltete sich dieser geologische Prozess in der Tektonikarena Sardona genau andersherum.

Ältere Gesteinsschichten schoben sich auf weitaus jüngere Gesteine. Dies geschah vor etwa 10 bis 20 Millionen Jahren weit unter der damaligen Erdoberfläche und dauerte bei einer Geschwindigkeit von einigen Zentimetern pro Jahr mehrere Millionen Jahre. Durch die Hebung und Erosion des Gebirges ist die Überschiebungsfläche heute an der Erdoberfläche sichtbar. Das macht die Region in den Schweizer Alpen weltweit einzigartig.

Im Jahr 2008 wurde die rund 300 Quadratkilometer große Gebirgslandschaft in die Liste der UNESCO-Weltnaturerbe aufgenommen. Damit steht sie in einer Reihe mit weltweit bedeutsamen Naturhighlights wie dem Grand Canyon in den USA, den Galapagos-Inseln oder dem Great Barrier Reef.

Wer die geologisch bedeutungsvolle Region erkunden möchte, tut das am besten zu Fuß. Unterschiedliche Wanderrouten führen durch das Gebiet der Tektonikarena Sardona, das Besucherzentrum Glarnerland informiert an zwei Standorten ausführlich über das Unesco-Weltnaturerbe und über die Entstehung von Gebirgen.

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Wann ist die beste Reisezeit für die Tektonikarena Sardona?

Wer die Region in den Schweizer Alpen auf ausführlichen Wanderungen durch die Berge erkunden möchte, kommt am besten im Sommer.

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