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Schnelllehrgang So unterscheiden Sie Honig- und Wildbienen

Sandbienen sind für Laien oft nur schwer von Honigbienen zu unterscheiden
Sandbienen sind für Laien oft nur schwer von Honigbienen zu unterscheiden
© Wirestock / Adobe Stock
Die Honigbiene ist nur eine von 585 in Deutschland vorkommenden Arten. Doch mit ein bisschen Übung ist es nicht schwer, eine Honigbiene von ihren wild lebenden Verwandten zu unterscheiden

Inhaltsverzeichnis

Wer von Bienen spricht, meint meist die Honigbiene. Dabei ist die Honigbiene (Apis mellifera) nur eine Bienenart von 585 Arten, die allein in Deutschland nachgewiesen wurden. Und gefährdet, um hier gleich ein weiteres Missverständnis auszuräumen, sind die Honigbienen nicht. Ihre wild lebenden Verwandten dagegen schon: Rund die Hälfte aller Wildbienenspezies in Deutschland stehen auf der Roten Liste der bedrohten Tier- und Pflanzenarten.

Wie unterscheidet man Honig- und Wildbienen?

Wer mit der surrenden Vielfalt der Insekten im Garten oder in der Feldflur noch nicht vertraut ist, der wird schon mal eine Schwebfliege mit einer Biene verwechseln. Macht nichts: Je länger und genauer man beobachtet und zu bestimmen versucht, desto deutlicher werden die Unterschiede.

Von ihrer wilden Verwandtschaft sind die Westlichen Honigbienen durch einige Merkmale relativ leicht zu unterscheiden: Auf den ersten Blick sind es meist die Körpergröße – zwischen 11 und 13 Millimetern – und die auffallenden, so genannten Sammelkörbchen mit den Pollen an den Hinterbeinen, die die Honigbiene von ihrer wilden Verwandtschaft unterscheiden. Aus der Nähe zeigt sich zudem die dichte und flauschige Behaarung vieler Wildbienenarten. Wer eine Kamera mit Makroobjektiv besitzt, kann zudem die meist unbehaarten Augen der Wildbienen erkennen. Bei der Honigbiene dagegen fallen zwischen den einzelnen Facetten des Auges herauswachsende Haare auf. Auch an den Flügeln lassen sich Unterschiede ablesen: Bei Honigbienen – und nur bei ihnen – findet sich an der vorderen Kante der Vorderflügel in der Netzstruktur des Flügels eine auffallend lange Zelle.

Woran kann man erkennen, um welche Wildbiene es sich handelt?

Wildbienen sind sehr formenreich. Manche von ihnen sehen Honigbienen zum Verwechseln ähnlich, andere sind für Laien kaum als Bienen zu erkennen.

Da ist zum Beispiel die Winzige Schmalbiene, die – der Name sagt es bereits – im Vergleich zu einer Honigbiene sehr klein ist: Nur etwa drei Millimeter misst das Insekt. Eine unserer größten Wildbienen ist die wärmeliebende Große Holzbiene. Die fast drei Zentimeter langen blauschwarzen Brummer erinnern eher an Hummeln (die übrigens auch zu den Bienen zählen).

Wer jenseits auffälliger Arten Wildbienen sicher bestimmen will, kommt um das Studium einschlägiger Bestimmungswerke nicht herum. Für einen Einstieg in die Vielfalt der Wildbienen eignen sich Websites (zum Beispiel deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/wildbienenwildbienen.info, wildbienenwelt.de) und Bestimmungsbücher.

Wie leben Wildbienen?

Die allermeisten Arten – mehr als 90 Prozent – leben nicht wie die Honigbiene in großen Staaten, sondern solitär, also allein. Das Weibchen sucht sich eine Höhle in Lehm, Sand, Stängeln oder Totholz und legt seine Eier in meist 10 bis 20 Brutzellen. Es gibt unter den Wildbienen aber auch ausgesprochene Spezialisten mit ungewöhnlichen Vorlieben.

So legt die Zweifarbige Schneckenhausbiene – wie der Name schon verrät – ihre Eier in leere Schneckengehäuse. Aber nicht einfach so. Sie sucht sich Schneckengehäuse ganz bestimmter Arten, schichtet erst Pollen und Nektar hinein, legt dann ein Ei dazu und verschließt das Gehäuse mit einem Mörtel aus Pflanzenteilen und Steinchen. Und damit nicht genug der Sorgfalt: Die Biene dreht das Gehäuse so, dass die Öffnung nach unten zeigt und vor Regen geschützt ist. Zu guter Letzt wird die fertige Kinderstube auch noch mit Pflanzenteilen getarnt.

Es gibt allerdings auch über 130 Wildbienenarten, die die Brutpflege gleich anderen Wildbienen überlassen – nach Kukucksart.

Können Wildbienen stechen?

Im Prinzip schon. Allerdings ist zumal bei den kleineren Arten der Stachel so klein und dünn, dass das Insekt damit die menschliche Haut nicht durchdringen kann. Tipp: Einfach nicht anfassen!


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