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Tierverhalten Weshalb Hunde Angst vor Gewittern haben - und was ihnen hilft

Ängstlicher Hund auf dem Schoß seines Besitzers
Der Druckabfall vor Gewittern und der Donner machen manchen Hunden Angst
© kerkezz - Adobe Stock
Wenn der Himmel sich verdunkelt und Donnergrollen ein nahendes Gewitter ankündigt, reagieren viele Hunde gestresst oder ängstlich. Dafür gibt es eine Erklärung

Der Hund fiept und wimmert, fängt laut an zu bellen, hechelt, zittert am ganzen Körper und läuft rastlos hin und her – die Zeichen sind klar: Das Tier ist hochgestresst. Nicht wenige Vierbeiner reagieren bei Gewitter mit großer Unruhe und Angstzuständen, bei manchen zeigen sich solche Verhaltensauffälligkeiten bereits bei starkem Wind und Regen. Wenn dann noch Donnergrollen und helle Blitze hinzukommen, ist es mit der Ruhe endgültig vorbei.

Für Hundehalterinnen und Hundehalter und natürlich für das Tier selbst können Unwetter regelmäßig zu einer echten Belastungsprobe werden. Bei manchen Vierbeinern nimmt die Gewitterpanik sogar gefährliche Ausmaße an. Sie versuchen mit aller Kraft, der angsteinflößenden Situation zu entkommen – zum Beispiel bei dem Versuch, durch geschlossene Glastüren zu springen. Bei älteren Hunden kommt noch die Sorge hinzu, dass sich großer Stress schlecht auf das Herz auswirken kann.

Hunde sind elektrisiert

Doch weshalb haben viele Hunde überhaupt Angst vor Gewitter? Die Antwort liegt in ihrer hohen Sensibilität. Die Vierbeiner sind dazu in der Lage, Luftdruckveränderungen wahrzunehmen. Druckabfall ist ein deutliches Zeichen für ein bevorstehendes Unwetter. Wenn sich dazu noch der Himmel verdunkelt und Donnergeräusche ertönen, kann dies Angst auslösen.

Noch dazu können Hunde aufgrund ihres hervorragenden Gehörs ein aufziehendes Gewitter viel eher hören als wir Menschen. Sie geraten daher bereits in Stress, bevor Herrchen oder Frauchen das kommende Unwetter überhaupt bemerken.

Außerdem kann sich das Fell eines Hundes elektrostatisch aufladen, besonders bei großen Hunderassen und Hunden mit viel Unterwolle. So ist die Gefahr groß, dass Hunde, die schon Angst vor Gewitter haben, zusätzlich noch weiter in Panik geraten, wenn sie mit der Schnauze einen Gegenstand aus Metall berühren und durch die elektrostatische Entladung einen Schlag bekommen. Dieser Umstand wurde zwar nie wissenschaftlich erforscht, doch dass Hunde auf einen kurzen elektrischen Schlag nicht mit großer Entspannung reagieren, dürfte ohne Zweifel sein.

Tipps, um den Hund bei Gewitter zu beruhigen

Herrchen und Frauchen können einiges tun, um ihren Vierbeiner bei Gewitter zu besänftigen. Hier kommen die wichtigsten Ratschläge:

  • Selbst ruhig bleiben: Der wohl wichtigste Ratschlag: Herrchen und Frauchen sollten selbst gelassen bleiben. Bei Unsicherheit orientieren die Vierbeiner sich oft an ihren Bezugspersonen. Strahlen diese Ruhe aus und verhalten sich ganz normal, hilft das.
  • Auf keinen Fall allein lassen: Wenn Hunde bei Gewitter panisch reagieren, sollten sie unter keinen Umständen allein gelassen werden. Das verschlimmert die Panik.
  • Einen sicheren Rückzugsort anbieten: Ängstliche Hunde suchen sich einen Ort, an dem sie sich sicher fühlen. Idealerweise ist es dort leiser und dunkler und in der Nähe von Frauchen und Herrchen. Manchmal tut es bereits eine Decke auf dem Sofa.
  • Türen und Fenster schließen: Um vom Lärm so viel wie möglich draußen zu halten, sollten bei Gewitter Fenster und Türen geschlossen bleiben. Außerdem lässt sich so verhindern, dass ein in Panik geratener Vierbeiner nach draußen läuft.
  • Donnergrollen übertönen: Ein guter Trick ist auch, das Gewitter mit anderen Geräuschen zu übertönen. Das können ein lautes Radio oder der Fernseher sein, oder aber der laufende Staubsauger – je nachdem, was der Vierbeiner als beruhigend empfindet.
  • Ablenken: Funktioniert nicht nur bei Hunden, sondern auch bei uns Menschen oft ganz gut. Das Lieblingsspielzeug, ausgiebige Streicheleinheiten oder die liebste Kaustange können helfen, zu entspannen. Mit einem Kausnack sollte man Hunde jedoch nie allein lassen, da sie sich dabei verletzen oder verschlucken könnten.
  • Hausmittel anwenden: Wer seinen Vierbeiner kennt und ein Gewitter im Anmarsch ist, kann vorbeugend beruhigende pflanzliche Mittel geben. Dazu vorab mit der Tierärztin oder dem Tierarzt sprechen und entsprechende Mittel im Haus haben. In Extremfällen können angststillende Medikamente verabreicht werden.
  • Langfristig an Gewitter gewöhnen: Leidet der Hund stark an Gewitterangst, können ein spezielles Training oder die individuelle Verhaltenstherapie die Lösung sein.

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