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NABU-Aktion Stunde der Gartenvögel: Vegetarier im Aufwind

Der farbenfrohe Stieglitz (oder Diestelfink) ist in Deutschland im Kommen
Der farbenfrohe Stieglitz (oder Diestelfink) ist in Deutschland im Kommen
© Miroslav Hlavko/Shutterstock
Bei der "Stunde der Gartenvögel" zeichnen sich erste Ergebnisse ab. So haben Diestelfinken und Kernbeißer zugelegt, die Blaumeisen konnten sich gegenüber dem Vorjahr erholen

Bei der größten Vogelzählaktion in Deutschland haben bislang rund 99.500 Vogelfreunde mehr als 2,2 Millionen Vögel gemeldet. Bei der Aktion "Stunde der Gartenvögel", die immer am zweiten Wochenende im Mai stattfindet, hielten die Vogelbegeisterten in rund 68.000 Gärten und Parks Ausschau nach Amsel, Fink und Star.

Zwar können noch bis zum 24. Mai Sichtungen gemeldet werden. Doch schon jetzt zeichnen sich klare Trends des Wochenendes ab.

So wurde der Diestelfink – auch Stieglitz genannt – wie schon in den Vorjahren häufiger erspäht. Damit gehört der farbenfrohe Singvogel – wie auch der Kernbeißer – zu den klaren Gewinnern bei den Bestands-Trends. Beide Vögel gehören zu den Vegetariern im Vogelreich. Was denNaturschutzbund Deutschland (NABU) dazu veranlasst, zu spekulieren, ob die reinen Pflanzenfresser im Vorteil seien. Beide Arten ernähren sogar ihre Brut ausschließlich pflanzlich, zum Beispiel auch mit Blattsprossen, und sind damit im Frühjahr nicht auf Insekten oder deren Raupen und Larven angewiesen.

Blaumeisen-Bestände erholen sich

Die Blaumeise scheint sich den Meldungen zufolge von der Suttonella-Epidemie "deutlich erholt" zu haben. Im vergangenen Jahr hatten sich Meldungen von kranken oder toten Tieren gehäuft. Grund war das Bakterium Suttonella ornithocola, das bei Meisen eine Lungenentzündung hervorruft.

Auch bei den Rotkehlchen und den Haussperlingen gibt es dem NABU zufolge einen positiven Trend, auch wenn die Arten an bisherige Rekorde nicht anknüpfen können. Mit Ausnahme von Schwalben und Mauerseglern konnten die meisten der typischen Gartenvögel ihr Niveau halten –  oder sogar leicht verbessern.

Die Rangliste der am häufigsten beobachteten Vögel führt der Haussperling an – gefolgt von der Amsel und der Kohlmeise.

Mit 33 Vögeln je Beobachtungsort liege das Ergebnis leicht über Vorjahr, schreibt der NABU. Doch der langjährige Durchschnitt von 34,3 gezählten Vögeln pro Ort werde wohl nicht mehr erreicht werden. Es sehe zwar etwas besser aus als im Vorjahr, "aber nicht wirklich gut". Alle Ergebnisse der Vogelzählung auf einen Blick.


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