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Ratgeber Ist es sinnvoll, Eichhörnchen im Winter zu füttern?

Eichhörnchen mit Frucht im Mund klettert bei Schnee am Baum hoch
Eichhörnchen vergraben im Herbst Vorräte für den Winter – bei starkem Bodenfrost können die Nager die Nüsse und Samen nicht mehr ausgraben
© Mariia Petrakova /Adobe Stock
Eichhörnchen sind mit ihren Knopfaugen, den spitzen Ohren und ihrem buschigen Schwanz niedlich anzusehen. Verständlich, dass viele Menschen den Tieren in der kalten Jahreszeit helfen wollen. Wir verraten, ob es sinnvoll ist die Tiere zu füttern und wie man Eichhörnchen in Not rettet

In Jahren mit geringer Nussernte und wenigen Bucheckern ist es für Eichhörnchen schwer, einen ausreichenden Vorrat für den Winter anzulegen. In der kargen Jahreszeit finden die Nager nur wenige Samen, Nüsse oder Knospen. Vor allem bei starkem Bodenfrost ist es für die Eichhörnchen schlimm, sie gelangen dann nicht mehr an ihre vergrabenen Vorräte. Doch ist es sinnvoll, die possierlichen Nager zu füttern?

Der WWF informiert darüber, dass Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer am besten fruchttragende Büsche wie Haselnusssträucher anpflanzen, um Eichhörnchen und anderen Wildtieren zu helfen. Naturnahe Gärten seien nachhaltiger als das Füttern. Doch es schade den Nagern auch nicht, wenn sie gefüttert werden. Sie gewöhnen sich laut WWF nicht an die Futterstellen. Vor allem in der Stadt helfe die Fütterung den Tieren, weil es dort wenige Nussbäume, Buchen und Haselnusssträucher gebe.

Was sollte man beim Füttern von Eichhörnchen beachten?

  • Den Tieren ganzjährig Wasser in einer flachen Schale anbieten. Diese muss regelmäßig gereinigt werden, informiert der Verein "Eichhörnchen-Schutz". Regentonnen hingegen sollten abgedeckt werden, da die Nager darin ertrinken können.
  • Eichhörnchen können Wal- und Haselnüsse mit und ohne Schale, Sonnenblumenkerne, Pekanüsse und Pinienkerne angeboten werden. Erdnüsse, Mandeln oder Macadamianüsse seien hingegen ungeeignet, informiert der "Eichhörnchen-Schutz". Laut WWF können Sie den Nagern auch Karottenstücke, Apfelstücke oder Weintrauben reichen.
  • Futterstellen auf dem Boden können für Eichhörnchen zur Gefahr werden. Jungtiere können von Katzen gejagt werden. Besser höher gelegene Futterstellen anbieten – zum Beispiel große Vogelhäuser.
  • Damit sich die Eichhörnchen untereinander aus dem Weg gehen können, ist es optimal, wenn Sie im Garten gleich mehrere Futterstellen aufstellen.
  • Wichtig sind hygienische Futterstellen. Vogelhäuschen sollten am Boden mit Zeitungspapier ausgelegt und regelmäßig gereinigt werden.

Wie erkenne ich ein Eichhörnchen in Not?

Sind die flinken Nager leicht einfangbar oder laufen gar Menschen hinterher, handelt es sich oft um Tiere in Not, informiert der WWF. Nager, die am Boden liegen, brauchen sofort Hilfe. Wer ein Tier findet, das scheinbar in einer Notsituation ist, sollte es zunächst beobachten, rät "Eichhörnchen-Schutz". Jungtiere werden in einigen Fällen noch von den Müttern zurückgeholt. Bei Jungtieren sei es wichtig, das Tier zu sichern und warm zu halten. Junge Eichhörnchen sterben oft an Unterkühlung, weil sie ihre Körpertemperatur noch nicht konstant halten können. Ihnen sollte kein Futter oder Flüssigkeit angeboten werden.

Bei erwachsenen Tieren müssen Helfende vorsichtig sein, wenn sie das Eichhörnchen einfangen wollen. Die Tiere haben scharfe Nagezähne – dicke Handschuhe oder ein Tuch können vor Bissverletzungen schützen. Der Verein "Eichhörnchen-Schutz" betreibt ein Notfall-Telefon, das durchgehend besetzt ist. Dort können Sie sich hinwenden, wenn Sie ein Eichhörnchen in Not finden. Dort werden, wenn nötig, deutschlandweit passende Pflegestellen vermittelt.


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