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Technik aus Hollywood Delfinshows ohne Tierleid: Roboter-Doubles ersetzen echte Meeressäuger

Delfin-Roboter
Der 250 Kilogramm schwere Roboter hat eine Haut aus Silikon. Für die Zuschauer soll es sich anfühlen, als streichelten sie einen echten Delfin
© Edge Innovations
Weil Filmemacher verstärkt auf Computeranimation setzen, wollen Tricktechniker aus Hollywood ihr Angebot auf Aquaparks ausweiten - und Delfinshows ganz ohne Tierleid ermöglichen

Sie lassen sich bereitwillig streicheln und schwimmen mit ihren Besuchern durchs Becken: Tricktechniker aus den USA haben Roboter entwickelt, die echten Delfinen täuschend ähnlich sehen. Tierschützer hoffen, dass diese ferngesteuerten Imitate künftig in Zoos und Vergnügungsparks auftreten könnten, anstelle lebender Meeressäuger.

Delfinshows gelten als Quälerei, weil die bewegungsfreudigen Tiere meist in viel zu engen Becken gehalten werden. Dennoch ist die Nachfrage nach derartigen Vorführungen groß. „Etwa 3000 Delfine leben derzeit weltweit in Gefangenschaft und bringen Veranstaltern Milliarden ein“, so Animationskünstler Walt Conti.

Seine Firma Edge Innovations hat die schwimmenden Roboter entworfen. Um Verhalten und Bewegungen so realistisch wie möglich zu imitieren, ließen sich die Entwickler von Meeresbiologen beraten. 

Üblicherweise entwickelt Edge Innovations künstliche Tiere für die Filmbranche, einige ihrer Kreaturen waren in Blockbustern wie „Free Willy“ zu sehen. Da Filmemacher aber mittlerweile verstärkt auf Computeranimation setzen, will die Firma ihr Angebot auf Freizeit- und Aquaparks ausweiten. Denkbar wären Pools, in denen Gäste mit ferngesteuerten Weißen Haien baden, oder Becken mit Urzeit-Echsen.

Noch sind die Kunstwesen teuer, der Delfinroboter etwa kostet mehr als drei Millionen Euro. Dafür lassen sich mit dem Double die Kosten für Futter und Pflege sparen, und es benötigt weder große Becken, noch speziell aufbereitetes Wasser. Ein Vergnügungspark in China hat bereits geordert.


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