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Notfälle zum Fest Versteckte Gefahren: Worauf Hunde- und Katzenhalter an Weihnachten achten sollten

Katze im Weihnachtsbaum
Funkelnde Lichter und leuchtender Weihnachtsbaumschmuck wirken auf Katzen verführerisch
© Eric - Adobe Stock
An Weihnachten ist alles anders, der Trubel und die Hektik können Haustieren schnell auf den Magen schlagen – oder aufs Gemüt. Wenn dann noch ungewohntes Essen oder verschluckte Weihnachtsdeko hinzukommen, endet der Weihnachtstag schnell in der tierärztlichen Praxis. Welche Gefahren lauern und mit welchen Leckerchen Sie Hund und Katze etwas Gutes tun

Die Weihnachtszeit, insbesondere Heiligabend, ist für viele die schönste Zeit des Jahres – die Familie kommt zusammen, überall funkelt die Weihnachtsdekoration, Päckchen versetzen die Kleinsten in Aufregung und ein üppiges Festessen macht die Feier perfekt.

So besinnlich das Weihnachtsfest für uns Menschen auch ist, so ungewohnt und mitunter stressig ist es jedoch für unsere Haustiere.

Verpackungen und Dekoration

Funkelnde Lichterketten und flackernde Kerzen, glitzerndes Lametta am Baum und kräuseliges Geschenkband an den Päckchen – aus Sicht eines Tieres sind all diese Dinge hochinteressant. Die Neugierde treibt unsere Vierbeiner dazu an, in einem unbeobachteten Moment die weihnachtliche Deko genauer zu untersuchen.

Katzen spielen gerne mit Geschenkbändern, nehmen funkelnde Lichterketten genauer unter die Lupe oder betrachten den Weihnachtsbaum als neues Kletterterrain. Hunde fressen Lametta oder verwechseln die bunten Weihnachtskugeln am Tannenbaum mit Spielbällen.

Hund frisst ein kleines Päckchen unter dem Weihnachtsbaum
Gerade auf Junghunde sollte man an Weihnachten ein waches Auge haben, sie sind besonders neugierig - und oft noch nicht perfekt erzogen
© LIGHTFIELD STUDIOS - Adobe Stock

Schnell werden auf diese Weise Dekoartikel zur echten Gefahr für die Tiere. Zersplitterte Deko wird schnell zur scharfkantigen Waffe, die zu ernsten Verletzungen führen kann. Scharfe Dekobändchen, Geschenkpapier oder Lametta können sich durch Verschlucken im Darm festsetzen und damit lebensgefährlich werden. Verschluckte Weihnachtsbaumkugeln können zerkaut zu bösen Verletzungen im Magen-Darm-Trakt führen und ein angeknabbertes Kabel einer Lichterkette versetzt dem Stubentiger mitunter einen Stromschlag.

Wer etwas mehr Sicherheit bringen möchte, sollte zunächst bruchsichere Weihnachtsbaumdeko wählen – zum Beispiel aus Holz oder Papier. Die Kabel von Lichterketten sollten so gelegt werden, dass sie außer Reichweite der Vierbeiner sind. Ist man nicht im selben Raum und wird die Lichterkette darum nicht benötigt, heißt es am besten: Stecker ganz rausziehen und die Stromverbindung unterbrechen.

Das gleiche gilt für Lametta oder brennende Kerzen am Weihnachtsbaum – wer nicht darauf verzichten möchte, sollte sie immer weit genug oben in den Tannenzweigen anbringen, damit sie nicht mit der Hundeschnauze oder durch das Schwanzwedeln auf den Boden befördert werden.

Auf Geschenkverpackungen und bunte Bändchen soll natürlich niemand an Weihnachten verzichten müssen. Jedoch sollten die verpackten Geschenke so lange wie möglich an einem sicheren Ort aufbewahrt werden. Nach der Bescherung gehören die Verpackungsreste dann schleunigst aufgeräumt, damit sich Hund und Katze nicht darüber hermachen.

Adventskranz und Weihnachtsstern

Außer Reichweite von Hund und Katze gehören auch giftige Pflanzen wie der Weihnachtsstern, der gerade in der Adventszeit gern aufgestellt wird. Der Weihnachtsstern, wissenschaftlich uphorbia pulcherrima, gehört zu den Wolfsmilchgewächsen. Diese enthalten einen giftigen Milchsaft, der bei Kontakt zu Hautreizungen führt.

Katze schnuppert an einem Weihnachtsstern
Typische Weihnachtspflanzen wie der Weihnachtsstern sind giftig für Hunde und Katzen
© anngirna - Adobe Stock

Auch wenn das Gift aus den handelsüblichen Weihnachtssternen mehr oder weniger herausgezüchtet wurde und daher für den Menschen so gut wie keine Gefahr darstellt, können Katzen und Hunde durch das Fressen der Pflanzenteile durchaus eine Vergiftung erleiden.

Werden Pflanzenteile verzehrt, sind vergiftungsähnliche Erscheinungen wie Bauchschmerzen, Zittern und vermehrter Speichelfluss sowie Übelkeit und Brechreiz oft die Folge. Da gerade Katzen dazu neigen, an Zimmerpflanzen zu knabbern und sie auch vor dem Weihnachtsstern nicht Halt machen, sollte die Pflanze daher sicherheitshalber außer Reichweite aufgestellt werden. Gleiches gilt übrigens auch für die Amaryllis und die Mistel.

Ähnliches gilt auch für den Adventskranz. Die Tannennadeln können für Vierbeiner giftig sein. Die darauf abbrennenden Kerzen und das verflüssigte Wachs stellen eine weitere Gefahrenquelle für neugierige Hunde und Katzen dar. Der Adventskranz sollte also immer außer Reichweite der Vierbeiner aufgestellt werden und Kerzen nie unbeaufsichtigt abbrennen.

Weihnachtsessen und Süßigkeiten

Auch wenn der Bratenduft verführerisch durch die Räume zieht und unsere Vierbeiner mit großen Augen darum betteln, ein Stückchen vom Festmahl abhaben zu dürfen, sollten Herrchen und Frauchen unbedingt standhaft bleiben und das Essen auf dem eigenen Teller behalten.

Und selbst, wenn Reste übrigbleiben, sollten diese nicht als Weihnachtsfutter in den Näpfen von Hund und Katze landen. Fettige und gewürzte Speisen, Fischgräten und Knochen sowie Süßkram sind für Hunde und Katzen absolut tabu.

Hund schnuppert an Weihnachtskeksen
Süße Gefahr: Schokolade, Zucker und Nüsse sind für Hunde hochgefährlich
© RomanWhale studio - Adobe Stock

Knochen, insbesondere Geflügelknochen sind verboten, da sie splittern und zu inneren Verletzungen führen können. Gewürzte und fettige Speisen führen zu Problemen im Verdauungstrakt und machen sich durch Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen bemerkbar. Für Katzen können Fischgräten eine Erstickungsgefahr darstellen, insbesondere dann, wenn Hauskatzen nur kommerzielles Katzenfutter gewohnt sind.

Auch süße Speisen und Schokolade sollten nicht an die Vierbeiner verfüttert werden. Gerade der Naschteller auf dem Couchtisch wird schnell zur Gefahrenquelle Nummer eins. Schokolade ist in zu großen Mengen giftig für Hunde und Katzen. Grund dafür ist der in der Kakaobohne enthaltende Stoff Theobromin. Was viele nicht wissen: Auch der Zuckerersatzstoff Xylitol (Birkenzucker) ist hochgiftig.

Wer den Genuss des Weihnachtsessens mit seinen Vierbeinern teilen möchte, sorgt am besten vor und kauft bei den weihnachtlichen Besorgungen ein Stück Fleisch mit. Gekochtes Hühner- oder Putenfleisch eignet sich zum Beispiel hervorragend, ist schnell und einfach nebenbei zubereitet und auch noch schonend für den Magen.

Auch zu einem ungewürzten, gekochten Stück  Fisch sagen viele Hunde und Katzen nicht nein, empfehlenswert sind beispielsweise Forelle und Wildlachs. Auf Thunfisch sollten Halterinnen und Halter besser verzichten, insbesondere wenn dieser in Öl eingelegt ist. Dieser kann für Hund und Katze schwer verdaulich sein.

Ausreichende Ruhephasen sind wichtig

Mann liest ein Buch, zu seinen Füßen liegt auf einem Fell ein schlafender Hund
Entspannung an den Feiertagen ist wichtig – für Haustiere ebenso wie für uns Menschen
© Soloviova Liudmyla - Adobe Stock

Abseits all dieser physischen Gefahren sollten Herrchen und Frauchen auch das seelische Wohlergehen ihrer Vierbeiner an Weihnachten nicht zu kurz kommen lassen. Denn während uns ausgiebige Feiern und der Besuch von Freuden und Verwandten mit Freude erfüllt, bedeuten diese Dinge für ein Tier vor allem Stress.

Viele Vierbeiner reagieren sensibel auf Änderungen im Tagesablauf, ebenso auf ungewohnten Lärm und Hektik. Das macht sich nicht selten auch schnell bemerkbar – zum Beispiel durch gereiztes Verhalten oder durch Appetitverlust und Durchfall.

Ausreichende Ruhephasen und genügend Rückzugsmöglichkeiten sind daher an den Feiertagen enorm wichtig. Hunde freuen sich darüber, wenn man einen großen Spaziergang mit ihnen an der Luft unternimmt.


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