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Mittelmeer Gewaltiger Ölteppich treibt auf Zypern zu

Das Satellitenbild zeigt in Rot den Ölteppich zwischen Syrien (r.) und Zypern (l.)
Das Satellitenbild zeigt in Rot den Ölteppich zwischen Syrien (r.) und Zypern (l.)
© EXCELSIOR H2020/ERATOSTHENES/Sentinel-1/dpa
Das Öl soll vor etwa einer Woche aus einem syrischen Elektrizitätswerk ins Meer gelangt sein. Nun bedroht es Zyperns Küste

Ein riesiger Ölteppich treibt derzeit östlich der Mittelmeerinsel Zypern. Er bewegt sich westwärts und könnte die Küste im Nordosten der Urlaubsinsel bei der Landzunge Karpasia (türkisch: Dipkarpaz) binnen Stunden erreichen. Das teilte der für die Umwelt zuständige zyprische Minister Kostas Kadis am Dienstag im zyprischen Rundfunk mit.

Länder wie Griechenland seien bereit, beim Schutz der Küste Zyperns vor Verschmutzung zu helfen. Das Öl sei vor etwa einer Woche aus einem syrischen Elektrizitätswerk ins Meer gelangt, sagte Kadis weiter.

Dabei handelt es sich Berichten zufolge um ein Kraftwerk auf dem Gelände der größten Erdölraffinierie des Landes in Baniyas. Das Öl ist offenbar durch ein Leck aus einem 15.000-Tonnen-Tank entwichen. Satellitenaufnahmen zeigen, dass der Ölteppich größer ist als ursprünglich angenommen. Rund 800 Quadratkilometer des Mittelmeeres, das entspricht etwas mehr als der Fläche Berlins, sind demnach betroffen.

Die zypriotische Fischerei- und Meeresforschungsbehörde rechnet aufgrund von Wetterdaten und Simulationen damit, dass der Ölteppich zuerst beim Kap Apostolos Andreas auf Land trifft. Die Landzunge im äußersten Nordosten der Insel ist nur rund 130 Kilometer von Baniyas entfernt.

Teilung der Insel könnte Rettungseinsatz erschweren

Ein geopolitisches Problem erschwert die Vorbereitungen: Zypern ist in einen von türkischen Truppen besetzten türkisch-zyprischen Norden und die überwiegend griechisch-zyprisch geführte Republik Zypern im Süden geteilt. Die Landzunge Karpasia liegt im türkisch-zyprischen Norden. Die Kooperation zwischen den beiden Inselteilen ist minimal.

"Wir treffen die notwendigen Maßnahmen, um eine Umweltkatastrophe zu verhindern",  sagte der türkische Vizepräsident Fuat Oktay der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu.

Unterdessen berichtet einer der betroffenen Anwohner an der zypriotischen Küste auf CNN: "Die Regierung hat nur Teams mit Schwämmen und Wasserschläuchen geschickt; sie haben nicht die Kapazitäten, um das hier in den Griff zu bekommen."

mit dpa

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