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Naturgarten Darum sollten Sie Brennnesseln im Garten stehen lassen

Die Raupen des Kleinen Fuchs ernähren sich ausschließlich von den Blättern der Großen Brennnessel
Die Raupen des Kleinen Fuchs ernähren sich ausschließlich von den Blättern der Großen Brennnessel
© Lars Johansson / Adobe Stock
Brennnesseln sind nicht nur bei Gärtner*innen wenig beliebt. Zu Unrecht. Denn sie bieten zahllosen Insekten Unterschlupf und Nahrung

Wer einmal Berührung mit einer Brennnessel hatte, vergisst sie nicht wieder. Das leicht brennende Gift ihrer Nesseln ist wohl der Grund dafür, dass die Pflanze zu den bekanntesten Wildpflanzen überhaupt gehört. Wenn auch nicht zu den beliebtesten: In Gärten ist die Brennnessel meist unerwünscht. Sehr zu Unrecht.

Denn Urtica dioica, die Große Brennnessel, ist mit ihren tief grünen, gezackten Blättern nicht nur schön anzusehen; sie ist Superfood für zahllose Insekten und andere Tiere im Garten – und bietet ihnen gleichzeitig Unterschlupf.

Allein die Schmetterlinge: In Deutschland wurden schon Raupen von 49 Arten an der Brennnessel nachgewiesen. Darunter so charismatische Spezies wie der Admiral, das Tagpfauenauge, der C-Falter oder das Landkärtchen. Der Kleine Fuchs (Aglais urticae) trägt die Brennnessel sogar in seinem lateinischen Namen – und wird darum auch Nesselfalter genannt. Die Raupen des Großen Hopfen-Wurzelbohrers dagegen ernähren sich von den unterirdischen Teilen der Pflanze.

Neben den prächtigen Faltern leben – vergleichsweise unspektakulär – noch eine ganze Reihe anderer Krabbler auf den nesselbewehrten Blättern. Darunter die Gepunktete Nesselwanze und Käfer wie der Gefleckte Brennnesselrüssler, der Gekörnte Nesselrüssler oder der Brennnessel-Spitzmausrüssler.

Wo es viele Insekten gibt, stellen sich neben den ausgesprochenen Spezialisten natürlich auch Spinnen wie die Krabbenspinne ein. Und alle zusammen machen: einen gedeckten Tisch für Gartenvögel.

Brennnesseln lassen sich einfach in den Garten integrieren

Gut zu wissen: Wer keine Brennnesseln im Garten hat, braucht sich kaum um die Ansiedlung zu kümmern. Denn die anspruchslosen Pflanzen stellen sich meist von selbst ein. Brennnesseln lieben einen nährstoffreichen Boden und eher schattige Standorte, kommen aber auch mit voller Sonne zurecht.

Der perfekte Standort für Brennnesseln ist wohl der Kompost. Denn die Wertstoffsammlung im eigenen Garten hat meist einen schattigen, nicht zu trockenen Standort – und der Boden drumherum ist ohnehin nährstoffreich. Ideal wäre etwa auch die Schattenseite einer Benjeshecke. Wenn die Pflanzen sich einstellen, wo wir sie nicht haben wollen: Kein Problem. Das Umsetzen von anderen Standorten vertragen junge Brennnesseln problemlos.

Gut geeignet sind auch alle anderen Stellen, die nicht einsehbar oder ungenutzt sind. Zusammen mit aufgeschichtetem Gehölzschnitt oder Totholz bilden Brennnesseln hier einen kleinen Biodiversitäts-Hotspot, der auch noch Igeln und anderen Gartenbewohnern Unterschlupf bietet.

Und wenn die Brennnessel im Garten doch einmal überhandnimmt? Können wir sie immer noch zu Pesto, Spinat, Tee oder zu Pflanzenschutzmittel und Dünger verarbeiten.


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