Haarige Angelegnenheit Warum das Innere der Hagebutte so fürchterlich juckt

Die Hagebutte gilt als eine der gesündesten Früchte überhaupt, doch ihr Juckreiz auslösendes Inneres schreckt manch einen vom Verzehr ab. Was uns jedoch stören mag, macht biologisch durchaus Sinn
Hagebutte

Die Hagebutte enthält viele kleine Nüsschen mit darin liegenden Samen. Das Fruchtfleisch ist im Herbst süßsauer und reich an Vitaminen

Eine Perle der Natur ist die Hagebutte nicht erst, seit Lebensmittelproduzenten sie im großen Stil zu Tees, Marmelade, Wein und Mus verarbeiten: Schon in der Jungsteinzeit — so belegen über 7000 Jahre alte Funde — haben Menschen die rote Frucht gesammelt und verzehrt. Kaum verwunderlich: Schließlich zählt die Hagebutte zu den vitaminreichsten, gesündesten Früchten der Welt. Exotische Überflieger wie Goji-Beeren oder Acerola-Kirschen haben sie ein wenig in Vergessenheit geraten lassen. Doch würde man die Hagebutte heute auf einer fernen Insel neu entdecken, sie würde mit Sicherheit alsbald zum angesagten Superfood erklärt.

Wäre da nur nicht ihr haariges Innere, das manche von uns noch aus Kindertagen kennen — und einst zur Herstellung von Juckpulver verleitet hat. Denn die Nüsschen tragen kleine, widerhakenbestückte Härchen, die sich leicht in die Haut bohren und dann Reizungen verursachen.

Biologisch hat der fiese Flaum sicher einen Sinn: Sehr wahrscheinlich ist etwa, dass er die Verbreitung der Frucht fördert. Hagebutten locken im Spätherbst und Winter vor allem Drosseln an. Fressen die Vögel die rote Kost, sorgen die Härchen im Inneren als unverdaulicher Ballaststoff vermutlich dafür, dass die Samen möglichst rasch den Darm der Tiere pas­sieren. So ist sichergestellt, dass die Vögel in kurzen Abständen allerorten Nachwuchs verteilen und immer wieder Appetit auf neue Hagebutten bekommen.

Alle gewöhnlichen Gartenrosen tragen Hagebutten

Einen Hinweis auf ihren botanischen Ursprung gibt die englische Namensbezeichnung „rose hips“: Es sind die Früchte der Rose, die uns da von wilden Sträuchern entgegenleuchten. Grundsätzlich tragen auch alle gewöhnlichen Gartenrosen Hagebutten.

Doch die bekommen wir in der Regel nicht zu Gesicht, weil die welken Blüten, aus denen sie ent­stehen, zuvor meist abgeschnitten werden.