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Ratgeber Wo Grillen in Großstädten erlaubt ist und auf was man achten sollte

Zwei Menschen liegen im Park und im Vordergrung ist ein Grill
Wer im Park gillen will, sollte ein paar Dinge beachten
© Photographee.eu/Shutterstock
In Deutschland ist das Brutzeln von Würsten, Steaks oder Gemüse sehr beliebt. Wer in Großstädten lebt, hat oft keinen eigenen Garten – der Grill wird also kurzerhand eingepackt und im Park aufgestellt. Doch das ist nicht überall erlaubt. Ein Überblick der Regeln in den vier größten deutschen Städten und auf was Sie beim Grillen im Grünen achten sollten

Es gibt fast keinen Deutschen, der nicht gerne grillt – ganze 97 Prozent brutzeln laut dem Statistikprotal "Statista“ gerne Würste, Steaks, Feta oder Gemüse auf dem Rost. In den Großstädten der Bundesrepublik hat nicht jeder einen eigenen Garten oder einen Balkon, wo das Grillen gestattet ist. Bei schönen Temperaturen pilgern deshalb unzählige Grillfans in die Parks und Gärten oder an die Flussufer.

Doch wo dürfen Großstädter ihren Grill aufstellen und was sollten sie beim Brutzeln beachten? Ein Überblick der Regelungen in den vier größten Städte Deutschlands: Köln, Hamburg, Berlin und München.

Darf ich in öffentlichen Grünanlagen grillen?

In Parks oder an Flussufern ist es nicht erlaubt, überall zu grillen. Die genauen Vorschriften unterscheiden sich zwar von Gemeinde zu Gemeinde, doch allgemein gilt: "Es darf überall da gegrillt werden, wo die Erlaubnis sichtbar ist, etwa durch ein Hinweisschild“, erklärt Rechtsanwalt Swen Walentowski, Sprecher der Deutschen Anwaltauskunft. Wer jenseits ausgewiesener Plätze grillt, riskiert ein Bußgeld.

In Hamburg ist es in den meisten Parks nicht erlaubt zu grillen. Die Stadt hat eine Übersicht mit Grillzonen veröffentlicht und weist auch festinstallierte Grillplätze aus – dort muss kein eigener Grill mitgebracht werden. In München kann an der Isar und in einigen Parks gebrutzelt werden. Die bayerische Hauptstadt hat eine Grillhotline für Fragen rund um den Grillspaß in der Natur eingerichtet. Auch in Berlin und Kölngibt es ausgewiesene Grillzonen.

In der Corona-Pandemie gilt es außerdem, sich beim Grillen an Kontaktbeschränkungen, Abstände und die Hygieneauflagen des jeweiligen Bundeslandes zu halten.

Darf ich im Wald grillen?

Im Wald oder in Waldnähe darf kein Grill aufgestellt werden. Zwar gibt es dazu keine bundeseinheitliche Regel, doch grundsätzlich gilt: Wer in Waldnähe grillen will, muss 50 bis 100 Meter Abstand einhalten. Je nach Landeswaldgesetz gibt es einige Ausnahmen – in Nordrhein-Westfalen ist es beispielsweise mit einer Sondergenehmigung der Forstbehörde möglich, im Wald zu grillen. An manchen Hütten gibt es zudem ausgewiesene Grillplätze.

Wer sich nicht an das Grillverbot hält, kann mit einem Bußgeld bestraft werden. Wie hoch das ausfällt, regeln die 16 Bundesländer in ihren Landeswaldgesetzen. In den meisten Bundesländern liegt das Bußgeld bei unter 100 Euro – in Mecklenburg-Vorpommern aber zum Beispiel bei 500 Euro. Herrscht eine hohe Waldbrandgefahrenstufe kann das Grillen im Wald sehr viel teurer werden.

Sind Einweggrills erlaubt?

Auf Einweggrills sollte aus Umweltschutzgründen besser verzichtet werden. Meist bestehen die Einweg-Schalen komplett aus Aluminium. Wie groß der Schaden des Metalls für die Umwelt ist, hängt davon ab, wo und wie es hergestellt wird: In China entstehen bei der Produktion von einem Kilogramm Aluminium 25 Kilogramm CO2-Äquvalente, in Deutschland sind es 17 Kilogramm CO2-Äquivalente und in Norwegen nur 0,5 Kilogramm CO2-Äquivalente, berichtet "Quarks“.

Problematisch ist auch, dass Aluminium nicht gut recycelbar ist – das liegt an verschiedenen Aluminium-Legierungen. Das sind Metallgemische aus Aluminium und anderen Metallen – sie lassen sich oft nicht mehr voneinander trennen. Es kann also nicht sortenrein recycelt werden und es kommt zum Downcycling. In Deutschland wird laut Umweltbundesamt der größte Teil des Aluminiums zu "Gussaluminium“– und geht damit direkt ans Ende des Recycling-Prozesses. Zudem wird der Grill nach einmaliger Benutzung sofort entsorgt und es entsteht viel Müll. Und alle Ressourcen, die zur Herstellung aufgewendet wurden, landen quasi gleich mit in der Tonne.

Ein weiteres Problem: Die Einweggrills werden direkt auf den Boden gestellt. Die große Hitze beim Grillen sorgt dafür, dass die Rasenfläche für Jahre geschädigt wird. Einige Städte wie zum Beispiel Köln verbieten deshalb Einweggrills in ihren Grünanlagen und ahnden Verstöße mit einem Bußgeld. Es gibt gute, mitnahmefähige Alternativen wie ein kleiner Kugelgrill, ein faltbarer Grill oder ein Eimergrill. Ein Eimergrill sollte besser auf einen hitzebeständigen Tisch gestellt werden, da - wenn er keine Füße hat - die Hitze durch das Grillen den Rasen schädigen könnte.

Was sollte ich sonst noch beim Grillen in der Natur beachten?

Oft sieht man, dass einige Grillfreunde mit zahlreichen Klappstühlen, Tischen, Taschen voller Essen, Geschirr und Grillutensilien in den Park kommen, aber ihren Müll nicht wieder mitnehmen, sondern in der Grünanlage hinterlassen. Die Mülleimer quillen über oder Plastikverpackungen, Flaschen und heiße Asche werden einfach auf der Wiese zurückgelassen.

Rechtsanwalt Swen Walentowski sagt, dass länder- und kommunenübergreifend gilt: Wenn alles aufgegessen ist, muss der gesamte Müll inklusive Kohlereste mitgenommen und selbst entsorgt werden. Andernfalls drohen auch hier Bußgeldstrafen. Die Stadt Köln bittet außerdem darum, dass keine Essensreste oder Knochen in den öffentlichen Mülleimern entsorgt werden sollten. Heiße Asche sollte vorsichtig abgelöscht werden – in Hamburg beispielsweise gibt es für deren Entsorgung extra Rote Behälter.

Der Grill sollte ausreichend Abstand zum Boden haben, um die Grasnarbe nicht zu schädigen – die Stadt Hamburg empfiehlt 50 Zentimeter. Außerdem sollte genügend Abstand zu Bäumen und Sträuchern eingehalten werden. Statt Wegwerfgeschirr besser die Teller aus Kunststoff oder aus Porzellan mitbringen, das ist die bessere und nachhaltigere Alternative. Auch bei der Wahl der  Grillkohle gibt es nachhaltige Alternativen. Bei konventioneller Kohle wird nämlich nicht selten Tropenholz verwendet.


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