Wertvolles Naturprodukt Darum sollten Sie alte Daunendecken nicht wegwerfen

Daunen sind ein kostbares Naturprodukt – das mit viel Tierleid verbunden ist. Umso pfleglicher sollten wir mit Federbettwäsche umgehen. Das sind die Möglichkeiten
Daunen

Die federleichten Daunen stammen meist aus dem Untergefieder von Enten und Gänsen

Wohl jeder hat schon mal unter einer geschlafen. Oder tut es regelmäßig: Daunendecken sind vor allem in der kalten Jahreszeit in puncto Gemütlichkeit und Schlafkomfort nahezu unschlagbar.

Sie sind allerdings ein Naturprodukt, und das bedeutet: Sie halten nicht ewig. Nach etwa zehn bis 15 Jahren im Dienst können die Daunen im Inneren so stark verklumpt oder verschmutzt sein, dass wir aktiv werden müssen. Doch zum Wegwerfen dürften Feder-Decken und -Kopfkissen in den meisten Fällen viel zu schade sein.

Daunenprodukte sind mit Tierleid verbunden

Denn Produkte aus Daunen haben viel Tierleid im Gepäck. Weil die Nachfrage das Angebot übersteigt, wird nicht nur toten Enten und Gänsen das Gefieder abgenommen. Beim so genannten Lebendrupf werden den Tieren ohne Betäubung große Teile ihres weichen Untergefieders ausgerissen – und das gleich mehrmals in ihrem traurigen Leben. Diese Praxis ist in Europa mittlerweile verboten – es gibt aber Schlupflöcher.

Tierschützer raten darum dazu, sich gar nicht erst Daunenprodukte zu kaufen, egal aus welchem Land und mit welchem Siegel (die Tierschutzorganisation Vier Pfoten stellt die wichtigsten auf ihrer Homepage vor). Ist auch nicht nötig: Es gibt inzwischen Bettdecken- und Kopfkissenfüllungen auch aus gut wärmenden und hautfreundlichen Naturfasern, zum Beispiel aus Bambus, Hanf oder Holzbestandteilen. Informationen über tierfreundliche Alternativen zu Daunen gibt es bei Peta.

Daunendecken nicht wegwerfen, sondern reinigen lassen

Wer noch eine Daunendecke besitzt, muss sie darum aber nicht ausmustern. Im Gegenteil: Wer die Decken pflegt und so lange wie möglich verwendet, senkt im gleichen Maß die Nachfrage nach Produkten aus frischen Vogelfedern.

Oft lohnt es sich, im Betten-Fachgeschäft nach einer Möglichkeit zu fragen, das Bett professionell reinigen zu lassen. Dabei werden die so genannten Kassetten der Decke aufgetrennt und die Federn mit Wasserdampf schonend gesäubert. Anschließend werden die sauberen Federn – allerdings aufgefüllt mit neuen Daunen – in eine neue Bettdeckenhülle gefüllt, zum Beispiel bei der Nachtmanufaktur. Das Lingener Unternehmen snooze arbeitet nach eigenen Angaben nur mit gebrauchte Daunen – und nimmt gerne auch Spenden in Form von alten, nicht mehr gebrauchten Daunendecken an.

Alte Daunendecken, die noch in gutem Zustand sind, können auch an karitativen Sammelstellen abgegeben werden. Ist ein Tierheim in der Nähe, lohnt sich auch hier eine Anfrage.

Ist Daunen-Bettzeug erkennbar jenseits jeder Wiederverwertbarkeit, kann es im Restmüll entsorgt werden. Lose Federn können Sie aber auch bedenkenlos in den Biomüll geben. Tipp für Gartenbesitzer und Gärtner: Lose Federn, locker in den Kompost eingearbeitet, verrotten genau wie jeder andere organische Abfall. Und steigern auch noch die Fruchtbarkeit der Komposterde.