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Biologisch gärtnern Blattläuse bekämpfen – ganz ohne Chemie

Blattläuse
Ein Graus für viele Gärtner: Blattläuse im Blumenbeet
© pixelnest / Colourbox
Wer Blattläuse an seinen Pflanzen erspäht hat, muss nicht gleich mit der Chemie-Keule anrücken. Es gibt kostengünstige, wirksame und naturverträgliche Hausmittel zum Blattläuse bekämpfen

Wohl jeder Gärtner kennt das: Ob Kopfsalat oder Rosen - kaum treibt das erste zarte Grün aus, sind auch ungebetene Gäste an den Pflanzen zur Stelle. Blattläuse finden mit traumwandlerischer Sicherheit ihren Weg zum frischen Grün, an dem sie schmarotzen können.

Blattläuse: Schädlinge für Pflanzen und Gehölze

Etwa 650 verschiedene Arten von Blattläusen sind bei uns heimisch. Die meisten dieser Blattläuse sind spezialisiert auf eine bestimmte Pflanzenart, deren zuckerhaltigen Saft sie durch ihren Stechrüssel aufsaugen. Und auch wenn die grünen, schwarzen, bräunlichen oder gelben Insekten von Nahem betrachtet noch so faszinierend sein mögen – so gehen sie etwa eine Symbiose mit Ameisen ein, die den Blattläusen Schutz gewähren. Im Gegenzug bieten diese den Ameisen Zuckersaft. Den Gärtner allerdings stören sie, weil sie seine Schützlinge - die liebevoll gepflegten Pflanzen - schwächen.

Blattläuse verwerten nur einen Teil des Zuckersafts. Einen Teil davon scheiden sie aus. Autobesitzer, die im Sommer unter Linden parken, können ein Lied davon singen. Und der ausgeschiedene Zuckersaft wiederum ist ein idealer Nährboden für Pilze. Und Pilzinfektionen. Auch können Blattläuse Viren übertragen, die vor allem Obstgehölzen gefährlich werden können.

Blattläuse bekämpfen ohne Gift

Um Blattläuse verschiedenster Arten loszuwerden, müssen wir nicht die Chemie-Keule auspacken, die auch andere Kleinstlebewesen schädigen würde.

Wenn der Befall nur vereinzelt ist, hilft schon einfaches Abstreifen der Schädlinge, oder – bei kräftigeren Stauden oder Rosen – ein Abspritzen mit dem Wasserstrahl. Wenn der Befall auf den Pflanzen allerdings fortgeschritten ist, müssen raffiniertere Mittel gegen die Blattläuse her.

Mit Brennesseln und Rainfarn gegen den Befall

Ein probates, vollkommen natürliches Hausmittel, um Blattläuse zu bekämpfen ist etwa Brennnesselbrühe oder Brennnesselsud. Um den anzusetzen, geben Sie einfach

  • zwei (behandschuhte) Hände voll Brennnesseln in ein Gefäß
  • und gießen zwei Liter Wasser dazu. Zwölf Stunden stehen lassen – fertig.
  • Geben Sie die Flüssigkeit dann in eine Sprühflasche und besprühen Sie die befallenen Pflanzen kräftig von oben bis unten.
  • Das biologisch abbaubare Nesselgift macht Blattläusen zuverlässig den Garaus.

Zehn Waschnüsse aus der Drogerie oder dem Bioladen, ergeben, ausgekocht in einem Liter Wasser, ebenfalls eine wirksame Anti-Blattlaus-Lösung. Einfach abkühlen lassen und die Pflanzen damit besprühen.

Auch der gelb blühende Rainfarn leistet gute Dienste, wenn Sie Blattläuse bekämpfen möchten: Lassen Sie jeweils 100 Gramm der getrockneten Pflanze mit einem Liter Wasser eine halbe Stunde kochen. Den erkalteten Sud verdünnen Sie mit Wasser – im Verhältnis 1:10 bei leichtem Befall. Bei stärkerem Befall mischen Sie den Sud im Verhältnis 1:6.

Auch eine verdünnte Lösung aus Neemöl hilft zuverlässig dabei, Blattläuse zu bekämpfen. Sprühen Sie die befallenen Pflanzen damit einige Tage lang morgens ein. Nach wenigen Tagen haben die Blattläuse das Weite gesucht und lassen die Pflanze in Frieden.

Zuletzt: Freuen Sie sich über Marienkäfer. Während seine Larve in den drei Wochen bis zur ihrer Verpuppung 400 bis 600 Blattläuse vertilgt, frisst der fertige Käfer zwischen 100 und 150 Läuse täglich. Genau wie Bienen und Schmetterlinge fühlen sich in einem insektenfreundlichen, blütenreichen und giftfreien Garten auch die natürlichen Feinde der Blattläuse wohl.


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