Endlich verstehen Warum Äpfel nicht in die Obstschale gehören

Fast jeder hat einmal gehört, dass bestimmte Obstsorten besser getrennt gelagert werden. Aber welche? Und warum eigentlich?
Obstschale

Wer Äpfel und anderes Obst zusammen lagert, riskiert eine Reifung im Zeitraffer

Des Rätsels Lösung heißt Ethylen, ein gasförmiges Pflanzenhormon. Pflanzen bilden es, und lose Früchte oder Gemüse auch. Und manche Sorten produzieren besonders viel davon. Zum Beispiel Äpfel, aber auch Tomaten, Aprikosen, Nektarinen und Pflaumen sind für hohe Ethylen-Emissionen bekannt. Das Problem: Gelangt das Ethylen in den Dunstkreis einer unreifen Frucht, wird diese zum schnelleren Reifen animiert. Wenn sie schon reif, also gut genießbar ist, kann das dazu führen, dass sie im Zeitraffer fault und vorzeitig ungenießbar wird.

Für diesen Botenstoff besonders empfänglich sind Kiwis, Broccoli, Blumenkohl, Rosenkohl, Mangos, Honigmelone, Gurken und Tomaten. Also lieber getrennt von Äpfeln oder reifen Tomaten lagern. Ein halber Meter Abstand sollte schon reichen. Das heißt aber im Umkehrschluss auch: Bei diesen Früchten können Sie, wenn sie noch unreif sind, die Wartezeit verkürzen, indem Sie sie bei Raumtemperatur mit Äpfeln zusammen lagern.

Obsthandel macht sich den Effekt zunutze

Ethylen ist übrigens nicht nur im Spiel, wenn Früchte reifen und von der Mutterpflanze abfallen. Forscher fanden das Hormon auch im Trenngewebe, das Laubblätter mit dem Ast und Blütenblätter mit dem Fruchtkörper verbindet – bis beide welken und abfallen.

Auch im Obsthandel macht man sich den Effekt zunutze. So ist Ethylen laut EU-Ökoverordnung zugelassen, um den Reifungsprozess zu beschleunigen – etwa bei Bananen, Kiwis oder Kakis, die unreif geerntet und über längere Strecken transportiert werden müssen. Bevor sie in den Handel gelangen, können sie durch eine künstliche Ethylen-Begasung zur appetitanregenden Reife getrieben werden.

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