Gotthardpass

Willkommen im „Tal des Zitterns“: Die Umgebung zwingt die Tremola, den markantesten Abschnitt des Gotthard zu ständigen Kehren, Steigungen und Senkungen. Hier folgen 24 Kehren extrem dicht aufeinander, ihr Kopfsteinpflaster wurde 1830 in schwerer Handarbeit gelegt. Bis zum Bau der Autobahnen und des vielbefahrenen Gotthard-Tunnels war der Gotthardpass eine der wichtigsten Handelsverbindungen von Nord nach Süd. Sie führt von Andermatt in der Talschaft Urseren im Kanton Uri nach Airolo in der Valle Leventina im Tessin. Schluchten und Steilwände stellten die Baumeister immer wieder vor Herausforderungen, der wilden Topografie einen Weg abzuringen. Davon zeugen Nadelöhr-Tunnel und beeindruckende Konstruktionen wie die Teufelsbrücke über die Schöllenen-Schlucht.

San-Bernardino-Pass

Ein herrlich umständlicher Weg: Die Passfußorte im Hinterrhein- und Misoxtal liegen in der Luftlinie nicht weit auseinander, durch die insgesamt 2000 Höhenmeter bringt es die Passstraße jedoch auf ganze 100 Kilometer. Die führen abwechslungsreich durch das mediterrane Tessin, weitläufige Nadelwälder und eine schroffe Hochgebirgslandschaft. Der Name des Schluchtabschnitts „Via Mala“ (deutsch: „Schlechter Weg“) erinnert an die Strapazen, die der heute gut ausgebaute Weg einst bereitete. Unbedingt die alte Route mit ihren 88 Kehren nehmen, die neue langweilt mit wenigen Kurven und einem sieben Kilometer langen Tunnel. Der Pass ist besonders dann einen Schlenker wert, wenn die Reise nach Mailand oder Genua geht.

Splügenpass

Wohnmobile bleiben hier gerne mal an einer der 52 Spitzkehren an der Südrampe hängen. Der 50 Kilometer lange Splügenpass vom gleichnamigen Dorf bis nach Chiavenna ist wohl einer der engsten Pässe überhaupt – damit aber auch einer der aufregendsten. Schon die alten Römer wussten von dem Pfad. Besonders schöne Aussichten bietet der Streckenabschnitt von Pianazzo. Seit 1797 verläuft auf dem Pass die Staatsgrenze zwischen Italien und der Schweiz, am Grenzstein sollte man rasten und durch die Hochalpenkulisse spazieren. Die Straße ist durchgängig asphaltiert und ausgebaut, im Winter ist die Route geschlossen.

Furkapass

Schon Sean Connery und Gerd Fröbe befuhren diesen filmreifen Pass, und zwar im Bond-Streifen „Goldfinger“ von 1964. Der 2429 Meter hohe Furkapass von Wallis ins Urner Land ist auch ohne Aston Martin und Geheimmission spannend. Nach den ersten Kehren verläuft er am Südhang über Tiefenbach bis zum Hotel Galenstock und senkt sich in angenehmen Schleifen bis ins Urserental. Der Pass lässt sich gut in die Fahrt nach Monaco, Marseille und Genua einplanen. Wer sich mit der regionalen Folklore beschäftigen will, fährt mit der historischen Furkabahn, die ihre 18 Kilometer lange Bergroute in zwei Stunden abschnauft.

Timmelsjoch

Das Timmelsjoch eignet sich auch für weniger geübte Fahrer. Die Topografie erlaubte weit ausholende Schleifen bei der Überwindung der Passeier Rampe, vor der sich am Horizont der Bergkranz des Seebertals mit seinen vielen Dreitausendern erhebt, darunter der vergletscherte Hochfirst mit 3403 Metern. Auf der Passstraße zwischen Ötztal und Passeiertal schaut man bei guter Sicht sogar bis zur Marmolada in den Dolomiten, die im Dämmerlicht glühen. Die liebevoll angelegte Erlebnis-Route mit fünf Stationen zwischen Hochgurgl und Moos informiert über Natur und Geschichte. Dafür ist allerdings auch eine Extramaut fällig.

Stilfser Joch

Der Pass zwischen dem italienischen Bornio und dem Südtiroler Prad gilt als Königin der Alpenstraßen, allein 46 Spitzkehren überwinden die 1200 Meter zwischen Trafoi und dem Scheitelpunkt auf 2758 Meter Höhe. Die Serpentinen sind durchnummeriert – so weiß jeder Radsportler, an welcher Kehre er aufgeben musste. Wer das Kehrenkarussell überwindet, wird am Sattel mit dem grandiosen Panorama der Orlergruppe und der Ötztaler Alpen belohnt. In der Landschaft am Stilfser Joch prallen Tourismus und Naturschutz aufeinander: Der Nationalpark trägt den gleichen Namen wie das Sommerskigebiet.

Großglockner-Hochalpenstraße

Keine direkte Alternative zum Brenner, aber einen Abstecher wert ist die berühmte Großglockner-Hochalpenstraße, die sich wie ein filigranes Band durch die wilde, zerklüftete Natur schlängelt. Vereiste Hänge und Wasserfälle wechseln sich am Wegesrand ab, Murmeltiere pfeifen auf den Hochwiesen. Die Trasse wurde für den Tourismus angelegt, verbindet Salzburg und Kärnten. Die Abzweigung vom Fuschertörl führt zur Edelweißspitze – bei gutem Wetter baut sich hier eine gewaltige Bergkulisse vor einem auf, aus insgesamt 17 Gletschern, 37 Dreitausendern samt des alles überragenden Großglockners, der höchste Berg Österreichs. Für den hochalpinen Pass wird eine zusätzliche Maut erhoben.

Simplon-Pass

Der Simplon-Pass ist eine schöne Alternative zu gleich mehreren Touristenzielen. Die Route verbindet das Rhonetal mit dem Val d’Ossola in der italienischen Provinz Verbano-Cusio-Ossola und dem Lago Maggiore. Der Weg geht auf Kaspar Jodok von Stockalper zurück, genannt „König des Simplon“. Napoleon ließ den Weg zur komfortablen Chaussee mit acht Brücken und sieben Galerien ausbauen, was den Pass bis heute gut befahrbar macht. Ein neun Meter hoher Steinadler erinnert noch an die Grenzbesetzung der Schweiz im Zweiten Weltkrieg. Am Südrand erstreckt sich die Gondoschlucht. Tunnel und Galerien mit massiven Betondecken schützen vor Steinschlag und Lawinen. Markant ist das gewaltige Gletscher-Bergmassiv Fletschhorn. Wer’s kühl mag, badet im Rotelsee oder im Hopschelsee. Bis zum historischen Simplonhospiz führt auch ein viereinhalbstündiger Wanderweg.

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