Triberger Wasserfälle

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Triberger Wasserfälle

Triberger Wasserfälle: 5 Sterne bei 1 Bewertung

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  • Triberger Wasserfälle: Bewertet mit 5 Sternen
    p4t4r 09.04.10

    Deutschlands bekannteste Wasserfälle

    „Sie sind die höchsten Wasserfälle Deutschlands“ - So werden diese Wasserfälle der Gutach angepriesen – in der Literatur, in Prospekten und nicht zuletzt im Internet.
    Um es gleich zu sagen: Es stimmt nicht! Die Triberger Fälle sind nicht die höchsten Fälle in Deutschland. Deutschlands höchster Wasserfall befindet sich im Gebiet des Königssees und ist mit ca. 460 Metern Höhe um ein Vielfaches höher als die Fälle von Triberg.
    Derartige Übertreibungen haben diese Fälle allerdings auch überhaupt nicht nötig. Sind sie auch nicht die höchsten, so gehören sie doch mit Sicherheit zu den schönsten Wasserfällen Deutschlands. Die Attraktivität dieses Naturwunders ergibt sich ohnehin nicht aus seiner Gesamthöhe, da diese nicht auf Anhieb zu erkennen ist.
    Die gut 160 Meter Höhenunterschied meistert die Gutach, nach ihrer Vereinigung mit dem Schwarzenbach und dem Weißenbach, in sieben aufeinander folgenden Etappen. Dabei zieht sie erstens alle Register eines wild gewordenen Sturzbaches und zweitens alle Blicke auf sich.
    Triberg ist ein typisches, liebliches Schwarzwaldstädtchen, das sich idyllisch an die Hänge des Talkessels schmiegt. Mag man sich auch über den Kommerz ärgern, der hier betrieben wird – er ist nun einmal auch ein wichtiger Wirtschaftszweig. Die Bevölkerung solcher Landstriche hatte früher zeitlebens mit der Abgeschiedenheit der Gegend und der Unwegsamkeit des Geländes zu kämpfen. Wer will es den Leuten hier verdenken, dass sie sich jetzt die Schönheiten ihrer Heimat zunutze machen. Immerhin werden viele Menschen auch dadurch auf die Schönheit und Problematik der Natur, sowie auf die Erhaltenswürdigkeit solcher Wunder aufmerksam. Wenn sich niemand mehr für Natur interessiert, haben die Betonatoren leichtes Spiel.
    Der Eingang in die Wasserfallschlucht liegt fast unmittelbar an der Hauptstraße. Schon vorher konnte man das Rumoren der Gutach vernehmen, die in ihrem gefassten Bett, mit ansprechendem Gefälle mitten durch die Triberger City poltert. Sie ist dort immer zu hören. Deshalb wird dort auch nie, außer in eisigen Winternächten oder zu Zeiten extremer Trockenheit, absolute Stille sein. Stets belebt der Fluss die Stadt mit seinem erfrischenden Murmeln, Rauschen und Tosen. Schon bald nach dem Passieren des Einganges, an dem ein bescheidener Obolus zu entrichten ist, sieht man es weiß gischtend zwischen den Bäumen durchschimmern.
    Die Neugierde ist somit geweckt, die treibende Kraft der Unrast, die den aufgeschlossenen Menschen zueigen ist. So eilt der Naturbegeisterte zum Tumpf des unteren Wasserfalles hin und erreicht ihn mit nahezu derselben Geschwindigkeit, wie der ihm entgegenkommende Fluss. Hier wird das Erahnte zur Realität, doch die Ahnung wird übertroffen. Äußerst figurativ stürzt die Gutach zweistufig über eine hohe Schwelle. Durch eine enge Rinne fällt sie in eine Kompression, fächert sich auf und gischtet in den Tumpf, aus dem Schleier empor wehen, die sowohl die Haut der Umgebung wie auch der Besucher mit ausreichend Feuchtigkeit benetzen.
    Kann man sich schließlich von diesem Anblick lösen, so wandert man den asphaltierten Weg in Serpentinen aufwärts, stets in Sicht- und Hörweite des tosenden Flusses. Mehrere Brücken ermöglichen ein Überqueren der Schlucht und bieten hervorragende Sichtpositionen auf das schäumende Element. Der Fluss gebärdet sich wie eine ausgelassene Gesellschaft auf einer feuchtfröhlichen Party. Unter Missachtung aller Lärmschutzverordnungen stürzt er torkelnd und brüllend durch die Schlucht und darf sich dabei der Aufmerksamkeit seiner Gäste sicher sein. Jeder Absturz ist hier figurativ und sehenswert.
    Auf dem Rückweg durch die Schlucht abwärts wird man offenen Auges auch der anderen, kleineren Naturwunder gewahr: wunderschön gerundete Findlinge, Bäume mit freigespültem Wurzelgeflecht u.v.m. Jedes dieser Bilder vermag eine phantasievolle Geschichte zu erzählen, dem, der dafür Ohr und Sinn hat.
    Reizvoll und lieb sind auch die zahmen Eichhörnchen, die sich hier ihre Erdnüsse verdienen. Vor allem Kinder, kleine wie auch große, bekommen leuchtende Augen angesichts dieser putzigen Gesellen. Vor allem aber blickt man auch immer wieder auf den Hauptdarsteller der Szenerie, den Fluss, der hier, in seinem selbstgebauten Theater, die sieben Akte seines Dramas zelebriert und nie müde wird, sein Publikum mit stets derselben Handlung und derselben Musik zu unterhalten und zu begeistern. Möge er das noch möglichst lange tun!

    Bilder von p4t4r zu Triberger Wasserfälle

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