Auf dem Bärentrek / von DarekWylezol

Reisebericht

Auf dem Bärentrek / von DarekWylezol

Reisebericht: Auf dem Bärentrek / von DarekWylezol

Die 132-km-lange Trekkingtour quert das Berner Oberland und lässt kein einziges Highlight der Region aus: Eiger-Nordwand und Kleine Scheidegg; Mönch und Jungfrau oder Blümlisalp mit Oeschinensee – das Panorama wechselt ständig und überzeugt bald, dass man gerade einen der malerischsten Winkel der Alpen erwandert.

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Eiger, Mönch und Jungfrau - wer kennt sie nicht, die Schweizer Trojka, die Mutter aller Berglandschaften? Sie ist es, die Millionen Besucher jedes Jahr ins Berner Oberland lockt, dort wo die Schneeberge über den grünen Almen zu schweben scheinen. Die kühnen Zacken des Finsteraar- und Schreckhorns, gewaltige Nordwände des Eigers und Gspaltenhorns, Blümlisalp, der massige Wildstrubel: Sie alle säumen einen Traumpfad, der sich mitten durch die schweizerische Urigkeit und Naturidylle schlängelt und unter dem Namen Bärentrek das Herz jedes Trekkers höher schlagen lässt.




Der Einstieg ist eher wenig spektakulär: Am Meiringener Bahnhof steigt man in den Postbus ein. Nach Rosenlaui im Reichenbachtal. Die Tür schließt... und schon wird es spannend: Denn nun begibt man sich auf die Spuren der Großen Oberlandtour, dem ersten Reiseschlager Europas im 19 Jh. Das Rosenlaui Hotel ist die nächste Station, Jugendstillfassade, mondän, legendär. Genächtigt wird hier immer noch wie vor 100 Jahren, vielleicht im gleichen Zimmer, wo sich Nietzsche über Menschliches, Allzumenschliches den Kopf zerbrach. Die Schwarzwaldalp folgt, man schultert den Rucksack und staunt – die Engelhörner. Kalkweiße Felsen ragen in den Himmel, ein Kletterparadies par excellance. Gleich an der Großen Scheidegg lohnt es sich, von der Hautroute abzuweichen und nach First zu wandern. Denn schon nach wenigen Wanderminuten stehen Gletscher und Gipfel Spalier. Das Finsteraarhorn z.B.: Mit 4273 m der höchste Berner, der früher wegen seines dunklen Gesteins (Amphibolit) Schwarzhorn genannt und bereits 1812 auf der schweren Südostroute erstbestiegen wird. Oder Groß Fiescherhorn (4049 m), dessen Erstbesteigung 1862 den Engländern Moore und Goerge gelingt - in Begleitung von zwei Grindelwalder Bergführer Ulrich Kaufmann und Christian Almer. Der letzte übrigens mausert sich mit seinen zahlreichen Erstbegehungen zum erfolgreichsten Grindelwalder Bergführer aller Zeiten. Wer seine Heimatberge in voller Pracht bewundern möchte, der steigt noch von der First-Seilbahnstation weiter zum Bachalpsee; hier spiegeln sich die Berner Gipfel grandios im Wasser. Per Seilbahn gelangt man dann nach Grindelwald, in die – dem keltischen Grindel nach – „durch Wald vom Rest der Welt abgeschnittene Talschaft“. Vom Abgeschnittensein ist allerdings längst keine Rede mehr, denn schon in den frühen Jahren des 18. Jhs. kamen die ersten Touristen, um die Naturwunder des Tals zu bestaunen. „Es gibt wenige Alpentäler, wo auf so kleinem Raum sich so viele Größe und Schönheit entfaltet: das kühne, wuchtige Wetterhorn, der finstere, wilde (...) Eiger in seiner erdrückend nahen Riesigkeit, dahinter die wilde, (...) Welt bis zu den Fiescherhörnern und dem Finsteraarhorn und dazwischen die beiden Gletscher in ihrer rauen, feindlichen Wüstheit und giftigen Bläue“. Treffender als es Hermann Hesse 1913 tat, kann man die Schönheiten Grindelwalds wohl nicht beschreiben. Und auch wenn sich die Gletscher immer weiter zurückziehen – die einzigartige Berglandschaft Grindelwalds ist mit Sicherheit einer längeren Visite wert.


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Kommentare

  • astrid

    Ein wunderschöner Bericht der mich das Berner Oberland wieder hautnah erleben lässt.
    Gruß
    Astrid

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Auf dem Bärentrek / von DarekWylezol 4.00 8

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