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Reisebericht: Cornwall Coast Path I St. Ives-Zennor
1996 hatte sich eine Wanderreisegruppe gesucht und gefunden bei einem Wanderurlaub in Irland. Mein Wunsch, einmal den Coastpath in Cornwall zu gehen,
mündete in eine von mir zusammengestellte Reise, die ich meinen Reisefreunden präsentierte und die begeistert angenommen wurde. Im Mai 1998 war es dann soweit.
Die ersten beiden Wanderungen auf der Penwith-Halbinsel
16. Mai 1998
Frühmorgens Treffpunkt der Wiener und Niederösterreicher am Flughafen Schwechat und der Vorarlberger, Tiroler und Salzburger am Flughafen München. Wir finden uns in Heathrow problemlos, und auch unsere Hamburger Freundin nehmen wir bald in Empfang. Der Bus wartet schon. Gepäck verstaut, und schon geht's los. Das Wetter ist herrlich, und wir knüpfen locker dort an, wo wir beim letzten Treffen aufgehört haben - das Gruppengefühl ist gleich wieder da, und die Neuen, die ja durch andere Mitglieder dazukamen, finden sich schnell ein. Mit einigen kurzen Rauch- unbd WC-Pausen, einem einfachen Mittagessen in einer Raststätte, vielen Gesprächen und einigen Infos ist die etwa sechsstündige Fahrt durch die schöne südenglische Landschaft unterhaltsam und scheint uns kurzweilig. Unser Ziel ist Mousehole, ein kleines Fischerdorf auf der Halbinsel Penwith. Wir müssen am Ortsanfang aus dem großen Bus raus, weil er die engen Gassen des Ortes nicht passieren kann, und gehen zu Fuß zu unserem Hotel, dem "Lobster Pot", während Angestellte mit Van und Hänger unser Gepack transportieren. Der kurze Spaziergang tut uns gut. Das Örtchen gruppiert sich um den kleinen Hafen.
Zimmerverteilung. Meins ist im Erdgeschoß eines Nebengebäudes mit einer kleinen Terrasse und direkt über dem Bootshafen. Die Eingangstür ist wie bei einem Pferdestall zweigeteilt, der obere Teil kann wie ein Fenster geöffnet werden. Die Tür insgesamt klemmt und ist kaum auf- bzw. zuzukriegen - ich schaffe es nicht und bitte einen Angestellten, mir zu helfen. Er wendet fast Gewalt an und bestätigt mir: "It's a little bit stiff!" D i e Untertreibung des Jahres! Da wird wohl die feuchte Seeluft ihren Anteil dran haben... Das Abendessen schmeckt - der Service ist schleppend. Wir erfahren, dass das Hotel gerade von einem neuen Pächter übernommen wurde, der offensichtlich wenig Ahnung hat - kein Wunder, dass das Personal auch etwas unbeholfen ist.Für uns kein Problem, wir amüsieren uns königlich.
Nach dem Essen besprechen wir noch die morgige Wanderung, und dann geht's ab in die Heia.
17. Mai
Wieder wunderbares Wetter! Nach dem Frühstück holt uns unser Fahrer mit einem Kleinbus ab. Bald sind wir in St. Ives. Ein kurzer Gang durch die Stadt, vorbei an der Tate Gallery, einer Filiale der berühmten London Tate. Sie liegt hoch über dem herrlichen Porthmeor Beach - goldgelb, das Wasser ist türkis bis dunkelblau - ein Traum! Wir jedoch wandern und lassen Strand und Ort hinter uns. Auf dem - noch - gepflegten Weg begegnen uns Spaziergänger, die gemütlich dahinschlendern, während wir in lockerem Tempo dahinmarschieren und nur ab und zu stehen bleiben, um die Aussicht zu genießen oder uns an den vielfältigen Blumen am Wegrand freuen. Auf einem Wiesenband unterhalb des Weges entdecken wir Maler, die die idyllische Landschaft auf der Leinwand festhalten. Die klare Luft und das Licht hier zieht viele Künstler an - die wohl berühmteste war Barbara Hepworth, deren Haus heute als Museum fungiert.
Mich begeistern die vielen Blumen am Weg, der jetzt schmal und bucklig ist, mal rauf, mal runtergeht wie eine Berg- und Talbahn. Die Wanderstöcke sind sehr nützlich. Meine noch relativ neue Gleichtsichtbrille setze ich bald ab, da ich mich damit auf den unterschiedlichen Stufenniveaus unsicher fühle. Ich erkenne gelben Hornklee, Bluebells, Margeriten, Lilien und vor allem Strandnelkenpolster von Weiß über zartestes Rosa bis zum knalligsten Pink - das Blühen nimmt kein Ende!
Von der Stirne heiß rinnen muss der Schweiß - in die Augen - mein kleines Handtuch ist schon ganz feucht vom Abwischen. Auf Felsen über dem Meer halten wir Rast, laben uns mit Speis und Trank und sehen den Wellen zu, wie sie sich brechen. In einem Naturbecken streckt eine Robbe ihren Kopf neugierig aus dem Wasser und beäugt uns. Krähenscharben landen auf einem kleinen Felsinselchen, wo sie ihre Flügel zum Trocknen ausbreiten.
Wir packen zusammen und marschieren weiter. In Zennor müde und durstig angekommen, geht's trotzdem erst zur Kirche, wo die "Mermaid" der Sage nach einen Jüngling bezauberte und ihn in ihr kühles Reich lockte.
Im Hof des Pubs zischt das Bier erquickend durch unsere ausgedörrten Kehlen, und bald raffen wir uns noch zu einem kurzen Gang nach Chysauster auf, einer Siedlung aus der Eisenzeit, die vom 1. vorschristlichen bis ins 3. nachchristliche Jhdt. bewohnt war. Die Abendsonne leuchtet rotgolden, als wir uns auf den Rückweg nach Zennor machen, wo uns der Bus abholt und zurück in den "Lobster Pot" bringt - zu Speis und Trank und guter Ruh' - die ist verdient heut: schließt die Augen zu!.
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Hallo, der Cornwall-Footpath ist einfach wunderschön, die Natur und auch die alten pittoresken Orte, typischer englischer Snobismus, herrlich diesen Weg mit dir zu gehen, doch der Wanderzeitraum erstaunt mich 12.05.2013 bis 31.05.1998 :-)) auch wenn gerade Cornwall das Gefühl eine Zeitreise zu unternehmen vermittelt (mal wieder einer typischer Fehler des Eingabesystems hier). Nun werde ich noch den 2. Teil lesen und dann wieder von Cornwall träumen - obwohl ich überhaupt kein Pilcher-Fan bin.
Gruss Inge
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