Mallorquinische Winterimpressionen - Dezember 2009

Reisebericht

Mallorquinische Winterimpressionen - Dezember 2009

Reisebericht: Mallorquinische Winterimpressionen - Dezember 2009

Weihnachten mit der ganzen Familie - von der 83-jährigen Oma bis zur 16-jährigen Urenkelin - auf Mallorca: Mit dieser Idee umwarb uns schon im Frühjahr meine Schwiegermutter. Und es gelang tatsächlich: Zu siebt flogen wir am Heiligen Abend auf die Baleareninsel und mieteten uns für eine Woche auf einer Finca bei Lloret de Vistalegre ein. Doch wir feierten dort nicht nur Weihnachten...

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24.12.2009

24. Dezember 2009: Heiligabend auf Mallorca

Annäherung an Mallorca

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Janas Mutter hat schon im Frühjahr darüber nachgedacht, Weihnachten heuer nicht zuhause zu feiern, sondern gemeinsam zu verreisen. Deswegen führen die inzwischen gereiften Planungen am Morgen des 24. Dezember sieben Mitglieder der Großfamilie auf dem Parkplatz des „Parkservice Bayern“ in Schwaig zusammen – Janas Eltern und Omi sind schon da, als wir zusammen mit Denise und Cindy auch eintreffen. Mit dem Kleinbus werden wir zum Flughafen München gefahren, checken unser Gepäck bei „Air Berlin“ ein und stoßen mit Sekt auf die vor uns liegende gemeinsame Unternehmung an: In weniger als zwei Stunden soll es losgehen, wir tauschen den deutschen Winter gegen mildere südliche Temperaturen ein! Doch vor den Start haben die Fluglotsen das Wörtchen „Geduld“ gesetzt. Erst mit 50 Minuten Verspätung, sicher der hohen Flugfrequenz an diesem Tag geschuldet, hebt unsere Boeing 737 gegen 12.40 Uhr ab. Zwei Stunden dauert der Flug über die Alpen in Richtung Mittelmeer, bis im Landeanflug die Küstenlinien zweier Inseln erkennbar werden und unsere Maschine schließlich bei knapp 15° Celsius, aber auch Regen und Wind, in Palma, Hauptstadt der spanischen Baleareninsel Mallorca, landet.
Tatsächlich, wir sind da – auf „Malle“, am „Ballermann“, auf der „Putzfraueninsel“, in „Deutschlands 17. Bundesland“!
Das sind jedenfalls die Assoziationen, die mir im Zusammenhang mit dieser Mittelmeerinsel einfallen und die mich bislang davon abgehalten haben, hier einen Urlaub zu verbringen. Aber jetzt habe ich die Gelegenheit, die Vorurteile auf den Prüfstand zu stellen und ein realistisches Bild zu gewinnen, wie Mallorca wirklich ist. Noch dazu besuchen wir die Insel weit außerhalb der Sommersaison und haben daher die Chance, sie in aller Ruhe und ohne Touristenmassen zu erleben. Um mobil zu sein, brauchen wir erst einmal unsere fahrbaren Untersätze – eine Mitarbeiterin der Autovermietung „Centauro“ bringt uns mit einem Kleinbus zum Betriebsgelände, auf dem wir zwei Ford Fiesta, einen dunkelblauen und einen silbernen, erhalten. Wir verstauen unser Gepäck und düsen los – allerdings nur bis zum nächsten Supermarkt am Stadtrand von Palma. Hier ist mächtig was los: Auch die Mallorquiner rüsten Küche und Vorratskammern für die Feiertage auf, und wir fahren mit dem Einkaufswagen mehrmals kreuz und quer durch den riesigen „Carrefour“, wobei wir uns fast aus den Augen verlieren, bis wir endlich alles beisammen haben, was uns zu einem gelungenen Weihnachtsfest noch fehlt. Omi, die sich diese Lauferei nicht antun wollte, hat in der Zwischenzeit im Auto gewartet.



In unserer Finca

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Die Dämmerung bricht schon herein, als wir über eine Schnellstraße ins Landesinnere fahren. Dort geht es einige Kilometer weiter auf schmalen, gewundenen Straßen, begleitet von Steinmauern, durch altertümliche, eng bebaute Dörfer, bis wir in Lloret de Vistalegre angekommen sind. Auf dem Dorfplatz erwartet uns die deutsche Mitarbeiterin der Agentur, über die wir unsere Unterkunft gebucht haben und lotst uns über noch kleinere Strässchen, schließlich einen holprigen Feldweg zu einem weit außerhalb des Dorfes gelegenen, düster anmutenden Gebäude, das aus grobem Naturstein errichtet ist.
Wir sind, es ist inzwischen Nacht geworden, am „Cas Poller“ angekommen, unserem Zuhause für die nächsten acht Tage. Der erste Eindruck ist nicht gerade überwältigend: Dunkel, kalt und muffig – als die Dame aber die Beleuchtung anbekommt, wirkt das massive, rustikale Bauernhaus, das innen sehr schön und stilvoll renoviert und modernisiert worden ist, gleich viel heimeliger. Nur ein Problem lässt sich nicht sofort lösen: Wie bekommt man die Heizung eingeschaltet? Die Frau ruft den Sohn der Hausbesitzerin an, der kurz darauf tatsächlich auftaucht und dafür sorgt, dass die Temperaturen schnell angenehmer werden. Um Denise und Cindy zu beruhigen, machen wir gleich Jagd auf die auffälligsten Exemplare der zahlreich in den Mauerritzen und auf den Steinen sitzenden Kellerasseln. Und in der Küche wird alles vorbereitet für eine gute Brotzeit. Damit auch die Atmosphäre zum Tag passt, verteilt meine Schwiegermutter Weihnachtsmützen. Schon nach kurzer Zeit hat sich die Hektik des Tages gelegt und macht einer lockeren, zunehmend ausgelassenen Stimmung Platz. Im geräumigen Wohnzimmer dekorieren wir ein paar trockene Zweige zum Weihnachtsbaum um und beginnen mit dem Austeilen der Geschenke. Letztendlich schläft die übermüdete Gesellschaft auf Sofas und Sesseln gegen zehn Uhr abends nach und nach ein.


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