Usbekistan: Reisen im "Herzen" der Seidenstraße"

Reisebericht

Usbekistan: Reisen im "Herzen" der Seidenstraße"

Reisen in Usbekistan - TASCHKENT - FERGHANA-TAL - TASCHKENT 680 km

Unser TITELBILD zur Reise

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Alternatives Reisen, - nicht immer muss es das andere Asien sein!
Da sehr wenig INFOS über Usbekistan ( Zentralasien ) im Umlauf sind, möchte ich dieses Reiseziel ein wenig in Erinnerung rufen.
USBEKISTAN, an der ehemaligen Seidenstraße gelegen ist ein äußerst interessantes Reiseland mit sensationellen Attraktionen und kann einfach ( und sicher ) bereist werden.
Flughinweis:
z. B. leicht erreichbar über Wien - Istanbul ( 1,45 Std ) - Istanbul - Taschkent ( 4,15 Std ), auch von Deutschen Airports oft direkt erreichbar.

Die Reise sollte im FERGANA – Tal beginnen;
Traumlandschaften, über Pässe - alles auf der alten Seidenstraße-
diese führte ab 3.000 b C. von XIAN-Tarimbecken-Turfan-Khotan- Kashar- Pamir - bis ins FerganaTal nach Usbekistan, sowie weiter über Palmyra, das Ziel war Rom. Für die Hin – u Rückreise wurden 6 – 8 Jahre benötigt.
Im Fergana-Tal ist die "Zeit noch stehen" geblieben. Verpflegung ohne Probleme.

Die weitere Reiseroute der Touristen führt über Taschkent –
..mit dem Bus nach Samarkand (310 km) –
Hier ist der schönste offene Platz der Welt, der RIGESTAN, eingesäumt den 3 Medresen, Ulughbek – Tella-kari und Schir-dar. ( 2 – 3 Tage notwendig ),
weiter auf der „alten Seidenstraße“ nach BUCHARA - die Stadt ein "Märchen" aus 1000 + einer Nacht, unzählige Besichtigungen, darunter die originale Altstadt mit ihren Basaren, 2 Tage einplanen.
...durch die Wüste KISILKUM weiter nach CHIWA ( 450 km , etwa 10 Std mit dem Bus .Die ganze Stadt gleicht einem Museum, 3 Tage notwendig ).
Schon die Anreise auf der alten Karawanenstraße und danach die Stadt sind ein Erlebnis.
Rückflug von Chiwa/Urgensch ( 1,5 Std ) nach Taschkent.

Usbekistan war und ist nie überlaufen, dazu ist es zu wenig als Reiseland bekannt.
Reisen in Usbekistan ist wie in eine andere Welt zu kommen, man wird in Medresen (Häuser des Wissens- früher waren es Koranschulen ) aus dem 15., 16., Jht geführt,
lernt die Mausoleum aus alter Zeit kennen und wird die Geschichte des "großen" TIMOR ( Eroberer bis Indien )-
sein Spruch aus 1380 -
"zweifelst du an unserer Macht- schau auf die Bauten“ – vorgetragen bekommen".

Die Flüsse durch Usbekistan wurden bereits in der Antike erwähnt.
12 - 14 Tage für eine Besichtigungstour von Usbekistan sind ein Mindestmaß.
..wird sehr empfohlen – die Reise zu den prächtigsten Bauten des Islams…..,

USBEKISTAN – reisen im „Herzen“ der Seidenstraße, hier unsere Erlebnisse:



TASCHKENT

Am Denkmal zum großen Erdbeben...

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Am Nachmittag hebt sich unser Airbus A 219 in den Himmel. Es regnet in Wien. UnserZiel war Istanbul, wo wir die Zwischenlandung nach Taschkent hatten.

Am Abend geht es weiter mit einer Boing der TKA. Die Flugzeit nach Taschkent beträgt etwas mehr als 4 Stunden. Kurz vor Mitternacht, die Landung in der Hauptstadt von Usbekistan.

Die Uhren werden um 2 Stunden vorgestellt. Bei der Einreise musste sich die Gruppe zum Gruppenvisum in alphabethischer Reihenfolge anstellen. Die Passkontrolle war genau aber ging auf 2 Schaltern zügig voran.

Um 3 Uhr früh saßen wir mit allen Koffern im Bus und eine Fahrt über 20 Minuten führten in unser Hotel.

Trotz der späten Stunde trafen wir uns noch kurz in der Bar, da noch nicht alle Zimmer fertig waren. Nach und nach konnte ich die Zimmerschlüssel an die Teilnehmer übergeben, mein Zimmer war das Letzte.

Nach einem späten Frühstück am Vormittag verließen wir das Hotel bei herrlichem Sonnenschein.

TASCHKENT, die Hauptstadt von Usbekistan heißt übersetzt „steinerne Stadt“, obwohl alle Bauten früher aus Lehm errichtet waren.

Die Stadt liegt am Rande des Tianshangebirges, nördlich der großen Seidenstraße, an der Grenze zu Kasachstan und hat heute mehr als 2,5 Millionen EW. Taschkent liegt auf 540 m Seehöhe und wurde im Jahre 1966 durch ein sehr starkes Erdbeben schwer in Mitleidenschaft gezogen, viel Gebäude wurden dabei zerstört.

Der Wiederaufbau erfolgte mit Plattenbauten, jedoch breite Straßen und Alleen wurden dabei angelegt. Heute ist Taschkent eine grüne Stadt mit vielen Parks, aber auch Industriestadt, Verkehrsknotenpunkt und Universitätsstadt.

Der Bus brachte uns als erstes zum Erdbebendenkmal.

Am 26.04.1966 um 17.22 Uhr zerstörte das schwere Beben 35.000 Gebäude, meist Lehmbauten, 16.000 Menschen verloren dabei ihr Leben.




Am Amtssitz des Mufti

Mausoleum Kaffal Schaschi in...

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Weiter geht es zum „Hasrati Imam Komplex“ mit Mausoleum Kaffal Schaschi, Medrese Barak Khan, neue Moschee Harati mit Biliothek. Amtssitz des Mufti von Usbekistan und islamische Hochschule Imam al Buchari.

Das Mausoleum „KAFFAL SCHASCHI“ wurde im 16. Jh. errichtet, und im 19.Jh umgebaut, mit seinem aufallend großen Schmuckiwan ist dieses Kuppelmausoleum ein bedeutendes Bauwerk und nun frisch restauriert.

Die Medrese „ BARAK KHAN“ stammt aus dem 16 Jh., Medrese heißt „Haus des Wissens“ – früher waren es Koranschulen, später Universitäten, wo nicht nur Islam unterrichtet wurde.

Vor 2 Jahren, bei meiner letzten Reise war mehrere Gebäude noch eingerüstet und das Gelände eine riesige Baustelle. Heute liegen die restaurierten Baudenkmäler in einer gepflegten Parkanlage vor uns.

Die Moschee Hasrati wurde in nur 8 Monaten erbaut. 90 % der Usbeken sind Moslem, sie leben in einem toleranten Islam, es gibt keine islamische Regierung.

Das Muftiat – der Amtssitz des Mufti – befand sich zur Sowjetzeit in der Medrese Barakhan, nun in dem neuen Gebäude neben der Moschee.

Die islamische Hochschule „IMAM al BUCHARI“ ist die einzige in Usbekistan, es werden islamische Geistliche ausgebildet.

Nach Beendigung eines 7-jährigen Grundstudiums an der Medrese „Mir-e ARAB in Buchara, für deren Besuch wiederum eine abgeschlossene Oberschulausbildung Voraussetzung ist, können Studenten ihr Studium an dieser islamischen Hochschule aufnehmen.

Hier werden sie im Lauf von vier Jahren in allen islamischen Wissenschaften unterrichtet. Neben den religiösen Disziplinen gibt es Lehrveranstaltungen über Literatur, Geschichte, Geographie der arabischen Länder, sowie Unterricht der arabischen, persischen und englischen Sprache !

In der neuen Bibliothek vor der Moschee HASRATI wird der älteste KORAN Usbekistans aufbewahrt. Er wurde von UTHMAN, dem 3. Kalifen im 7. Jh. geschrieben und von TIMUR im 14 Jh. nach SAMARKAND gebracht.

Das 1,5 m breite, dicke Buch liegt in einem Glaskasten. Die arabischen Schriftzeichen sind sehr groß geschrieben.

Wir durften den Hof der neuen Moschee besuchen. Es ist ein schöner Säulenumgang mit Kassettendecken aus Ulmenholz zu sehen, an der Umfassungsmauer zeigen 5 Uhren die Gebetszeiten an.

Die erste und vierte Gebetsstunde wird nach der Sonne verändert.

Die Gebetshalle durften wir als „Ungläubige“ nicht betreten.

Weiterfahrt mit dem Bus ging es nun zur Medrese“ KUKALDASCH“, errichtet 1420. Die Hauptfassade ist mit schönen Fayencen geschmückt. Das Einganstor – Pischtat – hat blaue Kachelverziehrungen, ebenso die Ecktürme in türkis, die kleine Minarette sind, sondern die Fassade stützen.

Die Medrese und alle vorher besuchten Gebäude hinterlassen für uns „Andersgläubigen“ einen „gewaltigen“ Eindruck, Fotomotiv reiht sich an Motiv.

Alle diese neuen Eindrücke und Informationen über den Islam waren völlig neu für die Teilnehmen und sollte das erst der Beginn der Reise „zu den prächtigsten Bauten des Islams“ sein.

In den nächsten Fortsetzungen werde ich versuchen, Ihnen unsere Eindrücke „hautnah“ zu vermitteln. Um aber die „Pracht des Islams“ in Usbekistan zu verstehen, muss man erst diese Reise unternommen haben.

Unsere Reise durchs FERGHANA-Tal, ein richtiges Abenteuer, noch dazu ist dieses ( schon vor 5.000 Jahren bewohnte, fruchtbare Tal ) mit etwas Risken belegt, da für dieses Gebiet eine teilweise-Reisewarnung besteht.

Vor Antritt diese Fahrt ins Ferghana-Tal, in 6 Taxis verteilt, mussten wir sogar ein Risikopapier unterfertigen……



..am Hasrati Imam Komplex in Taschkent



Taschkent – über den KAMCHIK Pass ( 2.400 m ) nach Kokand.

..über den...

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Unsere morgentliche Abfahrt verzögerte sich ein wenig, da ich bei der Kontrolle der Fahrzeuge festgestellt hatte, dass drei der Fahrzeuge keine Reservereifen mitführten.
Kurz später jedoch waren diese beigebracht und so konnte die Fahrt in dieses geschichtsträchtige Tal erfolgen. Unsere „Expedition“ umfasste 6 Teilnehmerfahrzeuge, ein Fahrzeug der örtlichen Reiseleitung und der Kofferwagen.

Stadtauswärts bis zum Flughafen war viel Verkehr, dann erreichten wir die Autobahn. An der Straße lagen Baumwoll-Getreide- u. Maifelder, wurden Melonen verkauft und kamen Eselfuhrwerke entgegen. Dann bogen wir auf eine vierspurige Straße ab.

Die Usbeken überraschten uns mit einem interessanten Fahrstil. Es wurde rasch gefahren, blitzartig überholt, dann wieder eingebremst – aber alles ging reibungslos.

Unser Fahrer war hauptberuflich ein Polizist. Nun erreichten wir eine neu asphaltierte Autobahn, wir näherten uns den Bergen. Auf den Feldern wurden Kartoffel geerntet und standen in Säcken zum Abtransport bereit.

In Angren legten wir eine Pause ein und unser Guide – Shavkat – wies uns in die Geschichte, Geografie und anhand einer Landkarte in die von uns zu bewältigende Fahrtroute ein.

Diese führte von Taschkent über Ahangaran und Angren zum KAMCHIK Pass – 2.400m hoch, Kokand – Margilan nach FERGHANA.

Nun wurde es gebirgiger, wir trafen auf viele Militärkontrollen, da wir uns im Grenzgebiet zu Tadschikistan befanden. Auch an den Bezirksgrenzen befanden sich Militärposten. Die neue Autobahn führte durch eine Felsschlucht. Im Flusslauf waren Pappelnalleen und kleine Dörfer zu erkennen, die Bauern verkauften ihre Produkte wie Obst und Gemüse am Bankett der Autobahn.

Wir entdeckten ein Hinweisschild -

„907 km bis Kashgar“.

Erinnerungen kamen auf, da wir einige Jahre vorher auf der „anderen“ Seidenroute von Islamabad – bis Kashgar, durch die Wüste Gobi – nach Peking unterwegs gewesen waren.

Nun reisten wir, wieder auf einer Route der „Seidenstraße“, welche von Samarkand über den

Kamchik Pass weiter bis nach Kashgar in China führte.

In Serpentinen erreichten wir gegen Mittag die Passhöhe in 2.400m. Es boten sich tolle Ausblicke, weit ins Tal hinaus und die bereits „ bezwungenen“ Serpentinen lagen unter uns.

Auf den Berghängen konnten wir Lawinenverbauungen erkennen, im Winter liegen hier bis zu 2 m Schnee.

Seit kurzem führen zwei Tunnel durch die Berge und verkürzen die Fahrstrecke. Im ersten Tunnel arbeiten noch die Bauarbeiter, doch man durfte einseitig schon durchfahren.

Ein großes Militäraufgebot bei den Tunneleinfahrten. Schwer bewaffnet werden die Tunnels vom Militär gesichert – „Strengstes Fotografierverbot“!

Sehr genau wurde unsere „Kolonne“ kontrolliert.
Alle mussten die Reisepässe vorzeigen.

Auch die „Lizenz“ unseres Guides wurde vom Militär äußerst genau „ unter die Lupe“ genommen und alles zu unserer „Kolonne“ notiert

Danach ging es hinunter ( teilweise in richtigen Straßenschluchten ) ins Ferghana-Becken, eine weite Ebene mit Baumwollfeldern, Mais, Maulbeerbäumen und Wein.

Das FERGHANA-Becken, die „Perle Usbekistans“ ist die größte, reichste und am dichtesten besiedelte Oase von Zentralasien und gehört eigentlich zu drei Republiken – Usabekistan – Tadschikistan – und Kirgistan.

Nur ein 9 km breiter Durchlass, das „Tor von CHODSCHAND“, durch das der SYR DARJA fließt, öffnet den Weg vom Tiefland zum Ferghana Becken, einer 300 km langen und etwa 150 km breiten Ebene innerhalb des zentralasiatischen Hochgebirges.

Das Ferghana-Tal ist ein „überdimensionaler Garten“, in dem alles wächst, was angebaut wird.

Durch den 350 km langen Ferghana-Kanal kann alles bewässert werden, da im Tal, ein weit verzweigtes Bewässerungssystem angelegt wurde.

Dadurch wurde jedoch die dem Aralsee zugeführte Wassermenge immer weniger und beschleunigte auch die Austrocknung des einst so gewaltigen Binnensees.

Nun überquerten wir den SYR DARJA und durchfahren anschließend riesige Baumwollfelder, wo gerade geerntet wird.



..am Kamchik Pass - das Tor zum Ferghana Tal



.... an den Baumwollfeldern des Ferghana- Tales

Baumwollernte im Ferghana Tal

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Also FOTOSTOPP !.
Seit dem 5 Jh. v.Chr. wird am SYR DARJA Baumwolle angebaut.

Die asiatische Baumwolle wird jedes Jahr im März neu gesät, händisch vereinzelt auf einen Pflanzenabestand von 20 cm gebracht, ab einer Wuchshöhe von 50 cm geschnitten, damit die Pflanze Seitentriebe macht.

Die reifen, aufgesprungenen Samenkapseln werden händisch gepflückt, in großen Ballen eingebunden und abgewogen.

Ein guter Pflücker schafft 200 kg am Tag – eine Samenkapsel wiegt 2 Gramm – das sind 100.000 Samenkapseln!!!

Am Feldrand waren Tische und Sesseln für die Mittagspause der Pflücker vorbereitet.

In riesigen Kesseln, am offenen Feuer wurde Suppe gekocht, Gemüse u Fleisch brodelten darin, es roch köstlich.

Von den Köchinnen wurden wir auf eine Kostprobe dazu eingeladen. Frisches, noch warmes, selbstgebackenes Brot dazu, es schmeckte uns allen.

Kurz danach erreichten wir KOKAND, eine Stadt mit heute ca 250.000 EW.



Baumwollfelder im Ferghana - Tal



...im Friedhof der Khane in Kokand

Tor zum Friedhof der Khane in...

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Zuerst besuchten wir den „Friedhof der Khane“.
Das Khanat von Kokand wurde im 17 Jh. gegründet. Zwei Khane und ihre Familien sind hier bestattet, auch heute wird der Friedhof noch benutzt. Die Toten werden in ein weißes Tuch gewickelt, mit dem Kopf Richtung Mekka auf die Erde gelegt und darüber ein Hügel aus Stroh und Erde gebaut.
Die Erde ist heilig, darum werden die Toten nicht eingegraben. Über vielen, dicht angeordneten Gräbern erheben sich überkuppelte Mausoleen.

Die Grabmoschee „DACHMA- je SCHAHAN“, erbaut 1825, mit überkuppelten Eingang dürfen wir nicht betreten. Auf Bänken davor kann man sich den „bösen Blick“ ausmassieren lassen.
Durch das „Klopfen“ des Körpers mit den Fäusten, einem kleinen Besen, den Schuhen und Gemurmel – der böse Blick muss weg – wird der Körper davon befreit.

Dieser Aberglaube wird am Friedhof als heiligen Ort praktiziert. Vor der Grabmoschee wächst ein Pfefferbau, auch scharfe Sachen schützen vor bösen Blicken.
Einige von uns haben sich „ ausklopfen“ lassen.
Weiter geht es zum „Palast des KHUDAJAR KHAN“, Er wurde 1871 mit einer Auffahrtsrampe für Kutschen erbaut.

Der Palast wurde soeben restauriert, wegen der 1500 Jahrfeier von KOKAND im nächsten Jahr. Das Bauwerk gehört zu den letzten Großbauten des Islams.

Von gewaltigen Bergketten umschlossen, konnte sich die gepflegte Tradition des Handwerkes im Tal, über Jahrhunderte, wesentlich unverfälschter erhalten, als in anderen Gebieten Zentralasiens, die oftmals von fremden Völkern erobert wurden.

Die 70m lange Fassade ist mit blau-grün-weißen Kacheln und schönen Ornamenten, geometrischen Mustern, Arabesken und weißen Schriftzeichen in blau gekachelten Feldern geschmückt.

Über dem Portal befindet sich eine persische Inschrift. Der Palast hat 9 Innenhöfe. Die Wände sind mit Stuck verziert. Die Fliesenmosaike und die bunt bemalten Holzdecken sind ein besonderes Zeugnis für das überlieferte Volkskunsthandwerk dieser Region.
Im Museum sahen wir die Routen der Seidenstraße, ein Bild von TIMUR, Waffen und Rüstungen.



Palast des Khudajar - Khan in Kokand



Margilan - FERGHANA

"Seidenweberinnen" in...

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In der nächsten Stadt, nämlich in MARGILAN besichtigten wir ein Seidenfabrik. Die Stadt zählt heute 170.000 EW.
Die Seidenfabrik war zur Sowjetzeit verstaatlicht und arbeitete in 3 Schichten. Es gab damals 70.000 Seidenweberinnen. Heute ist die Fabrik privatisiert.

Danach erreichten wir unser Ziel, die Stadt FERGHANA, heute 340.000 EW.
Die Bezirkshauptstadt wurde 1876 als Verwaltungszentrum gegründet, weist heute eine blühende Textil u. Chemieindustrie auf, sowie auch zahlreiche Hochschulen.

Wir nahmen unsere Unterkunft im wunderschönen ASIA-Hotel und verkosteten kurz später die usbekische Nationalspeise, den PLOV, wozu uns vom Koch das Rezept und die Herstellung vorgezeigt wurde. Eifrig haben die Damen der Gruppe notiert.
Dazu wurde Wodka und Bier serviert.
Es ist ein langer Abend geworden.



Seidenraupen - "Kokons" werden gekocht



Besuch im Keramikmuseum in Rishtan

RISHTAN- Keramik ( nur hier in...

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Schon am nächsten Morgen verließen wir unser schönes Hotel und traten die Rückfahrt nach Taschkent an.
Es schien wieder die Sonne und wir fuhren vorerst die 10 km nach RISHTAN, wo der Besuch des berühmten Keramikmuseums der Familie RUSTAM am Programm stand.
Entlang der blumengesäumten Autobahn lagen Obstplantagen und gepflegte Felder, kamen uns Frauen in bunten Kleidern und dazu passendem Kopftuch, Kinder in Schuluniformen und ältere Männer mit Usbekenkäppis entgegen.

Es gibt drei Keramikschulen in Usbekistan – Buchara – Samarkand – und eben RISHTAN.
Die typischen Farben von Rishtan waren blau-weiß-grün.
Der Ton, der hier verarbeitet wird stammt aus der Umgebung.

Die Gefäße werden auf der Töpferscheibe händisch geformt, bei 900 Grad gebrannt, nochmals gebrannt, dann glasiert mit der Asche der „40-Wirbel-Pflanze“ und nochmals gebrannt.
Die Farben sind aus Kobalt, Mangan und Kupfer gemischt. Beim Bemalen sehen alle Farben grau aus und bekommen erst durch das Glasieren und Brennen, die berühmte, nur hier hergestellte, leuchtend blau-grüne Farbe.
Natürlich wurden hier einige Souverniers erstanden.

Am Nachmittag erreichten wir wieder die Tunnels an der Passhöhe, wo auch unsere Ausreise aus dem Tal, sehr genau kontrolliert wurde.

In Taschkent zurück, bezogen wir unsere Zimmer im tollen „La Grande Plaza“- Hotel.

Am Abend war der Besuch des „NAWAI-Theaters“ angesagt.

Wir bestaunten danach die kunstvoll prächtigst ausgestatten Räume und Säle des Theaters, bevor wir das Ballet „ Don Quichote“ in den vordersten Reihen erlebten ( ein Kunstgenuss höchsten Ranges ).

Der Besuch des FERGHANA-Tales, ist quasi ein Vorprogramm zur Rundreise in Usbekistan, und wird nur von wenigen Agenturen in Europa organisiert.

Die Höhepunkte der Reise kommen JETZT, mit den Städten

a) SAMARKAND – mit dem wohl schönsten Platz der Welt, dem Registan.

b) BUCHARA – die Stadt – ein „Märchen aus 1000 + 1 Nacht“

c) CHIWA – mit den ältesten Moscheen und „Prachtbauten“ des Islams.

Alle, IHRE Vorreisenden waren einfach so begeistert, dass viele davon mehrmals nach Usbekistan reisen/reisten, um sich wiederholt an den „prächtigsten Bauten des Islams" zu begeistern…..
WIR erreichen SAMARKAND – WELTKULTURERBE !





NAWAI - Theater in Taschkent



TIMUR, TIMUR LENK, genannt „TAMERLAN“

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Um zu den nachfolgenden Beiträgen ein noch besseres VORWISSEN zu haben, darf ich IHNEN empfehlen, den nachfolgenden LINK zu „klicken“, um sich in die
„Geschichte, in das Leben“ des
TIMUR, TIMUR LENK, genannt „TAMERLAN“ einzulesen.

Dieser „Herrscher“ ( 08.04.1336 – 19.02.1405 )
ist UNTRENNBAR mit der Geschichte USBEKISTANS verbunden…..
http://de.wikipedia.org/wiki/Tamerlan

….sein Ausspruch „ ( REISENDER)“ ,

„zweifelst DU an unserer MACHT, schau auf die BAUTEN“…

Pünktlich um 8 Uhr verließen wir das Hotel und auch Taschkent. Es schien die Sonne und wir hatten einen ganz neuen 55-sitzigen Bus ( bei einer Gruppe von 21 Reisenden, jeder hat eine Reihe für sich – machen wir immer so ), in China gebaut mit Toilette.

Mit Fahrer Ibrahim und Beifahrer Leo fuhren wir auf einer achtspurigen Straße stadtauswärts.
Wir fuhren am Großhandelsbasar vorbei – täglich außer Montag kommen tausende Händler aus den Bundesländern und kaufen für den Weiterverkauf in den Dörfern ein. 40% der Usbeken leben vom Handel.

Auf den Ausläufern des Pamir-Sarafschan- u. Tienshan-Gebirges kann man bis April Schifahren, während in den Tälern ab Mai Erdbeeren, Marillen und Gemüse geerntet werden.
Von der Sowjetunion wurden Stauseen angelegt, Kanäle gebaut, das trockene Land bewässert und damals durch Kolchosen bewirtschaftet.

Wir hielten bei Baumwollpflückern, eine Schulklasse war im Ernteeinsatz, die Lehrer passten auf. Einige haben das Pflücken ausprobiert.
Die Baumwolle hängt fest in der Kapsel und muss ganz herausgelöst werden – gar nicht so leicht, wie es aussieht.
Neben dem „weißen Gold“, die Baumwolle, hat Usbekistan reiche Bodenschätze an Erdöl, Erdgas und Gold.
Jährlich werden 76 Tonnen Gold gewonnen und 8 – 10 Milliarden Tonnen Erdgas über den Ural nach Westeuropa exportiert.

Drei große Flüsse – Amu Darja, Syr Darja und Sarafschan entspringen im Gebirge und bringen Gletscherwasser zu Tal.

Auf den geernteten Getreidefelder weiden Kühe und Schafe. Wir fotografieren vom Bus aus die Brücke über den Syr Darja. Hinter Pappel u-Maulbeerbäumen lagen der Straße entlang die Häuser mit Gemüsegärten, Esel, Kuh, Hühner- und an den Hauswänden entlang verlaufen die Gasleitungen.

Gegen Mittag passieren wir die TAMELAN PFORTE – wie vor uns TIMUR und Alexander der Große – die Felsgebirge verengen das Tal bis auf einen schmalen Durchlass für den Fluss Syr Darja und die Straße.

Diese Pforte ( strategische Lage ) war als Eingang zum fruchtbaren Land und Wasser, jahrhunderte immer wieder sehr „umkämpft“.

Am Nachmittag erreichten wir SAMARKAND, im „Herzen“ der Seidenstraße. Die Stadt liegt in einer Oase am Fluss SARAFSCHAN. Der Fluss ist 870 km lang und versickert am Ende in der Wüste KISILKUM (auch googeln).

SAMARKAND, die Gebietshauptstadt liegt 720 m über dem Meer, hat heute 520.000 EW, 8 Hochschulen und ist neben Taschkent das wichtigste Industriegebiet in Usbekistan.
Der alte Name SAMARKAND war MARAKANDA, es war TIMURS Hauptstadt, von IHM als „schönste Stadt der Welt“- schönstes Antlitz der Erde“ bezeichnet.

TIMUR hatte von seinen vielen Kriegszügen, Baumeister, Steinmetze und Künstler mitgebracht, die diese Bauwerke ausführen. Er hatte 15 Gärten angelegt – Timur „der Nomade“ liebte Gärten und lebte nicht gerne in Palästen.

SAMARKAND – heißt fruchtbare Ansiedlung, besteht seit mehr als 2500 Jahren und gehört zu den ältesten Städten und KULTURZENTREN der WELT.

Es war unter dem Namen AFROSIAB die Hauptstadt von SOGD, wurde 329 vor Cht. von Alexander dem Großen erobert, von Dschingis KHAN zerstört, 1369 unter TIMUR Hauptstadt und entwickelte sich im 15. Jh. zu einem bedeutenden Kultur- u Wirtschaftszentrum.

ERKLÄRUNG des Autors;
Werte Leser dieses Reiseberichtes, ich werde in meinen nachfolgen Erläuterungen die Sehenswürdigkeiten, die „prächtigsten Bauten des Islams „ nur namentlich, ohne auf die große Geschichte dieser Bauten einzugehen, anführen.

Eine umfassende Darstellung diese „Weltkulturerbe – Gebäude“ würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen.
Ich ersuche SIE daher bei weiterer Interesse, die Paläste, Moscheen, Gärten, Grabanlagen usw, einfach zu „GOOGELN“-, SIE werden dann Stunden dazu benötigen.



Mausoleum des "TAMERLAN"



Wir sind in Samarkand...

REGISTAN -schönster Platz der...

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Ab nun, 2 Tage Besichtigungen in SAMARKAND, unvorstellbare Pracht, Geschichte undTradition sind hier vereint:

Mausoleum „RUCHABAD“ – das Grab des 1380 verstorbenen Scheichs Sagardschi zählt zu den ältesten noch erhaltenen Baudenkmälern in Samarkand;

Mausoleum „GURE-e-AMIR“ – palastartiges Grab des Mongolenherrschers TIMUR, über dem Torbogen der Name des Erbauers – bereits 1405 vollendet; schönste Kuppel von Samarkand, eine „Melonenkuppel“ mit 64 Rippen – eine Sensation.

An der Tür die Schriftzeichen:
“ Glücklich ist, der die Welt verlässt, bevor die Welt auf ihn verzichtet“-----

Nach dem Eingang sieht man die LANDKARTE mit TIMUR´S Feldzügen von
1365 – 1405, insgesamt 71 Plünderungen und Raubzüge, davon sehr große Feldzüge mit 350.000 Soldaten;

In der Krypta liegt TIMUR begraben und mit ihm zwei Söhne und Enkel, ihre Grabsteine sind im Mittelraum des Mausoleums zu sehen.
1941 wurden die Gebeine von Timur und Ulughbek ( „goggeln“ ) aus der Krypta untersucht und festgestellt, dass sie tatsächlich hier bestattet sind.

Vorbei an den Stadtmauern aus Lehm und Afrosiab, den Grabmälern von SHAH-e-SENDE und an den Moscheen fuhren wir nun zum Höhepunkt der Reise, zum REGISTAN Platz – dem schönsten Platz der Welt – ( für mich persönlich ist ER das ) heute WELTKULTURERBE.

Nach dieser „Fotorunde“ ( mache Teilnehmer haben noch nie so viel fotografiert, wie heute ) kehrten wir in unser Hotel zurück, nahmen am Abend das Dinner ein u n d kehrten noch einmal, dieses Mal unter Beleuchtung zum REGISTAN zurück..

Ohne Führung, ohne zu sprechen haben wir dort noch lange den REGISTAN auf uns einwirken lassen……

Am nächsten Morgen, weiter ging es mit den Besichtigungen in SAMARKAND;

Zurück zum REGISTAN, um die dortigen Medresen

a) Ulughbek 1417 - 1420 erbaut

b) Tella-kari 1646 – 1660 erbaut

c) Schir-dar 1611 – 1636 erbaut

zu besichtigen. Wir benötigten mehr als 3 Stunden vor Ort.



Medrese Ulughbek



In Smarkand

In der Anlage BIBI HANIN 1400-1404

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Nach der Einnahme des Mittagessens ( im Angesicht des REGISTAN ), weiter auf
Besichtigungstour ( unsere Kameras liefen dabei „ heiß“ ),

Gleich zur großen Moschee „BIBI HANIN“ – 1400 – 1404, zum Gedächtnis an seine Schwiegermutter von TIMUR errichten lassen,

BIBI HANIN war einmal die „schönste Moschee im mittelalterlichen Orient. Die Moschee eines der größten Bauwerke seiner Art in der islamischen Welt erstreckte sich über eine Fläche von 109 x 167m, hatte vier Iwane die zu großen Säulenhallen führten, wo Hunderte Marmorsäulen mehr als 400 Kuppeln trugen.

Durch Erdbeben wurde vieles zerstört und nun wieder teilweise restauriert.
Die melonenförmige Kuppel ist wieder zu einem Wahrzeichen von Samarkand geworden.

Weiter ging es zur Gräberstadt „ SCHA-e-SENDE“, d.h. ewig lebender König.
Die meisten Mausoleen stammen aus Timur´s Zeit, insgesamt gibt es 16, ihr Fayencenschmuck stellt den Höhepunkt in der islamischen Baukunst dar.
Nach der Gräberstadt ging es noch zum „Observatorium des ULUGHBEK,
schon 1429 erbaut.
Die große Besichtigungstour wurde im Museum der Stadtgeschichte von Samarkand beendet.
Nach diesen 2 Tagen war die Gruppe „erledigt“, aber begeistert von Samarkand,
man müsste wiederkommen, um noch weitere „prächtige Bauten des Islams“ in Samarkand zu sehen.

Dann, eine einzigartige Einrichtung, nur in Usbekistan gibt es so etwas.
Abendessen im privaten Haus einer usbekischen Familie.

In der Stadt gibt es in jedem Stadtviertel einen MAHALLA – einen Vorsteher, der für die soziale Betreuung der Einwohner zuständig ist. Er registriert jene Familien, welche Gäste ( Touristen ) in ihren Häusern bewirten möchten.
..dann werden „Gruppen“ so wie wir, gerecht aufgeteilt, den Familien zugewiesen.

Diese Art des „Dinners“ muss man langzeitig vorbestellen, da die Interesse zu einem solchen „Abendessen“ sehr groß ist.

Der Sohn, Masanat unserer Gastfamilie AZIZA empfing uns bereits vor dem Tor und führte uns ins Haus, dort „Schuhe ausziehen, alle erhalten usbekische „Pantoffel“.

Die Familie AZIZA bewohnt ein großes, gepflegtes, einstöckiges Haus mit Innenhof.
Die Eltern und zwei Söhne leben hier, die Tochter ist schon verheiratet. Oben befinden sich die Schlafräume der Familie.
Wir saßen an einer langen Tafel im Speiseraum im Stofftapeten und vielen Teppichen.
Frau AZIZA ist Lehrerin in einem College und hatte für uns gekocht.

Nach vielen Vorspeisen, wie gebratene, gefüllte Melanzani, Kartoffel, Kraut und roter Rübensalat, Topfen und Brot ( noch warm vom Ofen ), gab es gefüllte Krautrouladen und Paprika mit Kartoffeln mit Karotten, dann noch Weintrauben, glasierte Erdnüsse und Kuchen.
Zu den ausgezeichneten Speisen wurde Bier, Wein und Wodka angetragen.
Als Abschluss gab Kaffee, wieder mit Kuchen…

Erst gegen Mitternacht kehrten wir in unser Hotel zurück.
Die usbekische Gastfreundschaft ist sagenhaft und unvergesslich………

Morgen werden wir weiterreisen, im „ Herzen“ der Seidenstraße, nämlich nach BUCHARA ( 410 km ), wo wir wieder auf „prächtige Bauten“ des Islams stoßen werden…….



Die riesige Grabanlage SCHA-e-SENDE in Samarkand



Weiterfahrt nach Buchara..

Begegnung in der Wüste

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Samarkand – Sharisabs – unser Ziel BUCHARA:

Um 8 Uhr früh verließen wir unser Hotel in Samarkand. Bevor wir die Stadt verließen machten wir noch einen Stopp bei der
Moschee „CHOJA AHRERI WOLI, Sitz des Mufti von Samarkand.

Auf der rumpeligen Asphaltstraße fuhren wir nun in Richtung Südwesten.
Vorbei an Hühnerfarmen und Weinfeldern näherten wir uns dem Sarafschan-Gebirge.
Ein Sandsturm fegte von den Bergen herunter und bald waren wir mitten drin.

Er begleitete uns nur ein kurzes Stück ( mit so was ist hier immer zu rechnen ), dann wurde er vom Regen abgelöst. Auf den kargen Flächen weideten Schafe und Rinder, sie ziehen im April ins Gebirge und im September kehren sie zurück.

Bei den Bezirksgrenzen waren wieder Polizeikontrollen, die Straße führt dazu durch ein Tor.
Touristenbusse werden nicht angehalten. Nur die Einheimischen werden an diesen Innengrenzen kontrolliert.

Wir hielten in einem Dorf. Kinder auf einer Eselkarawane kamen uns entgegen. Die Häuser sind aus Lehm erbaut, Heizmaterial sind Mistkugeln. Die Frau des Hauses, das wir besuchten ( dazu wurde vorher durch unseren Guide gefragt ), reichte uns Brot als Willkommensgruß.

Bald war das ganze Dorf versammelt, eine große Kinderschar umringte uns und brachte selbst gewebte Teppiche mit, wovon wir einige erstanden
( besser als Geld zu geben ), wir haben damit die „Dorfkassa“ ein wenig aufgebessert.
Alle wollten fotografiert werden und dann ihr Bild im Display anschauen.

Je näher wir zum Ort SHARISABS kamen, desto fruchtbarer wurde die Landschaft. Große Mais u Getreidefelder lagen an der Straße, in den Dörfern winkten uns Schulkinder zu.
Die Kinder Usbekistans gehen ab 4 in den Kindergarten, ab 5 in die Vorschule, ab 6 zur Schule, am Land, ab 7 bis zur 9. Klasse ist Schulpflicht, dann besuchen sie ein College zur Berufsausbildung für drei Jahre.



.. im Dorf in der Wüste Kisilkum..



KESCH - die Geburtsstadt von TIMUR

Ak Sarai -

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Gegen Mittag erreichten wir Sharisabs und stiegen bei der alten Stadtmauer aus. Bereits im Jahre 1378 war sie 14 km lang, 11 m hoch und noch oben 5 m breit.
Die Stadtmauer hatte 6 Stadttore, heute leider ist nur noch ein kürzeres Stück davon erhalten geblieben.
Gegründet wurde die „grüne Stadt“ bereits im 3. Jh v.Chr.

Unter dem Namen KESCH war sie Geburtsstadt und Stammsitz TIMURS, der KESCH und nicht Samarkand als Hauptstadt seines Reiches ausbauen wollte.

Seit 1996 steht sein Standbild anstelle von Stalin vor dem Eingang seines Schlosses „AK SARAI“.

Dort, der berühmte Ausspruch TIMURS am Eingangsportal:
„Zweifelst du an unserer Macht, schau auf die Bauten“

Vor dem Palast ist nun ein schöner Garten angelegt, mit Petunien, Zypressen und türkischen Nelken, in der Mitte die Statue von TIMUR mit Schwert und Krone.

Anschließend besuchten wir dort den
„DAR ut TILAWAT Komplex – bestehend aus Moschee, Medrese und 2 Mausoleen.

Weiters besuchten wir die „ GÖK GUMBAS Moschee,1436 von ULUGHBEK errichtet.
Danach das Mausoleum „SHAMSEDDIN KULAL, zu Ehren des Lehrer von Timur errichtet.
Als Abschluß noch das Mausoleum „GUMBAS SAINEDDIN“, 1438 für Vater und Bruder von TIMUR errichtet.
Gegen Mittag, wieder Mittagessen „ bei der Familie“, kennen wir schon. Abermals „bogen“ sich dort die Tische mit den Vor-Haupt-u Nachspeisen
( an dieses Ritual könnte man sich rasch gewöhnen ).



Palast des TIMUR



...durch die Wüste Kisilkum...

..die Wüste blüht....

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Unser nächster Stopp, ein riesiges Baumwolllager. Die Bauern bringen dort mit ihren Traktoren die gepflückt Baumwolle ein. Der Traktor hat nur drei Räder ist aber 3x so groß wie unsere Traktoren, damit ist das Befahren der Felder einfacher.

Bei einem Kontrollpunkt wird die Probe genommen, im Labor auf Feuchtigkeit und Schmutz untersucht, dann abgewogen und abgeladen.

Es waren schon 10 riesige Haufen aufgetürmt und mit Planen abgedeckt. Durch die Mitte jedes Haufens verläuft ein Gang zur Belüftung der Baumwolle.

Ein Haufen hat 600 – 700 Tonnen und wird vorerst 2 Monate gelagert. Dann wird die Baumwolle zur Entkernungsfabrik gebracht, aus den kernen Öl gepresst, der Schrott als Tierfutter verwendet und die Baumwolle gereinigt und weiter verarbeitet.
38 % bleiben in Usbekistan, der Rest wird exportiert.

Die alte Seidenstraße kann nicht viel holpriger gewesen sein. Über Stock und Stein führte nun die „Straße“.
Wir passierten die Stadt Karschi, 190.000 EW. Hier sind die großen Erdgasvorkommen und große Raffinerien.
Trotzdem kostete ein Liter Benzin 1.900 Som,.= 1 €., für Usbekistan ein „stolzer“ Preis.

Shavkat, unser Guide zeigt uns Pflanzen am Straßenrand, kleine hellrot blühende Büsche, genannt „Fischauge“.
Die fleischigen Blätter speichern das Wasser und so werden die Pflanzen hier gerne von den Pferden und Kamelen gefressen.

Nun durchfuhren wir die weiten Ebenen der vegetationslosen Wüste KISILKUM.
Neben KARAKUM – Schwarzer Sand – südlich des Aralsees -
ist KISILKUM – „ Roter Sand“,mit etwa 300.000 qkm zwischen Amu Darja und Syr Darja, das zweitgrößte Wüstengebiet Zentralasiens.

Wertvolle Bodenschätze befinden sich hier, Erdlöl, Erdgas – in riesiger Menge, Mangan, Chrom, Vanadium, Silber und Gold, immer mehr davon wird im Tagebauverfahren gewonnen

Die „Straße“ führt nun über den AMU BUCHARA Kanal, der 1960 angelegt wurde, um noch mehr Baumwolle zu pflanzen. Er ist 240 km lang, führt ein kurzes Stück durch Turkmenistan, wofür Gebühr bezahlt werden muss und bewässert 850.000 qkm Felder.

In Kagan ist eine Station der Transkaspischen Eisenbahn ( russische Spurbreite ).

Wir haben das Ziel erreicht, Die Stadt BUCHARA liegt vor uns. Die Gebietshauptstadt hat 300.000 EW, liegt auf 200 m Seehöhe und wird vom 200 km langen Bewässerungskanal aus dem Amu DARJA mit Wasser versorgt.

In BUCHARA bezogen wir die Zimmer im wohl schönsten Hotel der Reise, direkt am BASAR.

Müde, „zerschlagen“ von der langen Busreise und den vielen Eindrücken am Weg, zogen wir uns nach dem Abendessen gleich in unsere Zimmer zurück.

Es wird schwer werden, Ihnen die „ prächtigsten Bauten“ des Islams, in deren Vielzahl hier in Buchara „ gerecht“ vorzustellen……



Ein Baumwolllager am Wege nach Buchara



Wir besichtigen die Stadt BUCHARA;

Minarett KALAN - eines der...

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Buchara, bereits vor 2500 Jahren ein wichtiges Kultur- u. Handelszentrum.

Im Mittelalter hatte die Stadt eine vorzügliche Lage an der Seidenstraße, die von Westen kommend, durch die Syrische Wüste, über Palmyra nach Merw führte und sich in Buchara in eine nördliche und südliche Route teilte.

Buchara hatte bereits im 7.Jh. eine Zitadelle, einen Palast, einen Tempel und ein Gefängnis. 1220 wurde die Stadt von Truppen des Dschingis Khan erobert, zerstört und entvölkert, dabei wurden 30.000 Einwohner enthauptet. Buchara wurde erst im 14. Jht. wieder unabhängig.

Buchara wird auch die „Macht des Islams“ genannt, da sich von hier aus der Islam verbreitete ( das 2. islamische Buch – Ismail al Buchari – 810 - 870 ).

Als Wahrzeichen von Buchara gilt des Minarett KALAN erbaut im 12 Jht. aus gebrannten Ziegelsteinen. Der 46m hohe Turm ist auch innen begehbar und bietet von oben einen tollen Ausblick über die Stadt ( das beste Motiv ).
Bis ins 20 Jht. war der Turm auch Richtstätte. Die Art der Hinrichtung bestand darin, die Delinquenten in einen Sack zu stecken und hinunterzuwerfen.

Anschließend gleich die Moschee KALAN aus dem 12 Jht. ( Beschreibung und gr. Geschichte – bitte „googeln“ ),
In Buchara gab es 800 Moscheen und Medresen, viele davon wurden in der Sowjetzeit abgerissen, Religionsausübung war verboten.
Gegenüber die Medrese „Mir-e ARAB“, wurde 1535 errichtet, – sie ist die einzige Hochschule in Zentralasien, die seit mehr als 400 Jahren ausschließlich muslimisch-geistliche Lehranstalt ist.
Zur Zeit sind 180 Studenten dort eingetragen.
Weiter führte unser Weg, zu Fuß zum „Goldbasar „ TAK-e SARGARAN.

Im Basar ein buntes Treiben, jeder kaufte und verkaufte sein Gold, darunter viele Zahnkronen.
Im nächsten Basar tranken wir usbekischen Kräutertee aus Sternanis, Kardamon, Zimt, Pfefferminz, Basilikum und Nelken – 1 Teelöffel auf 1 Kanne heißes Wasser ergab köstlichen Tee.
Die Basare in Buchara vermitteln auch heute noch das Bild einer orientalischen Stadt mit regem, buntem Treiben. Hier im Schatten der Gewölbe verläuft das Altagsleben der Bewohner.

Schon über Jahrhunderte werden hier die Waren feilgeboten, früher waren es die Waren von den Karawanen der Seidenstraße, welche das „Drehkreuz“ Buchara erreichten.
Die Basare sind eine „Fundgrube“ für die Touristen. Stundenlang könnte man hier „shoppen“.
Wir spazierten weiter zu den nächsten zwei Medresen;

Medrese ULUGHBECK – wurde anfangs des 15. Jht. erbaut – über dem Eingang die Inschrift: „Streben nach Wissen – das ist die Pflicht aller Muslime.

Medrese ABDULASIS KHAN – errichtet 1652 – besondere Ausschmückung am hohen Portal und im Innenhof.
Mittagessen im LABE-e Haus am Teich der Stadt, im Zentrum der Altstadt.
Unter einem 1477 gepflanzten Maulbeerbaum speisten wir Suppe und anschließend Hühnerspieße.
Bereits im alten Buchara gehörte Lab-e- Haus zu den wichtigsten Handelsplätzen der Stadt, wo immer die Hauptgeschäftsstraße ihren Anfang nahm und durch die überkuppelten Basare, vorbei an den großen Medresen und Moscheen zum Registan ( gibt es hier auch ) führte.

Ende der 1920-er Jahre gab es noch 97 Wasserreservoire dieser Art in Buchara.
Im Wasser des Teiches spiegeln sich noch immer, wie schon vor mehr als 300 Jahren, die Fassaden der

a) Medrese KUKALDASCH, 1569
b) das CHANAKA ( Pilgerherberge ) 1620 und
c) die Medrese NADIR DIWAN BEGI 1623 errichtet.
welche, wir gleich nach dem Mittagessen ausführlich besichtigten.

Nun weiter zur wohl schönsten Medrese ( auch eines der schönsten Motive ) der gesamten Reise, nämlich zur
„CHOR MINOR“ – sie hat vier schlanke Minarette mit glänzenden blauen Kuppeln. Im Hof davor blühten duftende, gelborange Rosen.

Ein reicher turkmenischer Kaufmann ließ 1801 eine große Medrese mit 92m Seitenlänge errichten, von der nur mehr das Torhaus, ein zweistöckiges mit einer breiten Kuppel überdachtes Gebäude, das an seinen vier Ecken von 17m hohen Minaretten überragt wird, erhalten blieb,
Die Minaretts symbolisieren die vier bedeutendsten Städte der damaligen Zeit:
Buchara
Samarkand,
Merw ( 360 km sw in Turkmenistan ) und
Termes ( an der Grenze zu Afghanistan ).

Am Abend überraschte uns unser Guide mit einem, in seiner Art wohl einzigartigen Abendessen für die Gruppe, wir wurden zum Dinner in den Hof der Medrese
NADIR DIWAN BEGI ( welche wir ja am Nachmittag ausführlich besichtigt hatten ) eingeladen.
Bei unserem Erscheinen spielt eine 10 Mann Kapelle auf, die Musik erinnerte uns an die Türkei.
Für uns waren große Tische in der ersten Reihe vor der Tanzfläche ( Bühne ) reserviert.
Dann wurde ein ausgezeichnetes, mehrgängiges Abendessen aufgetragen, wobei alle Spezialitäten der usbekischen Küche vorhanden waren.
Das Abendessen wurde von sehr feschen, schlanken Tänzerinnen ( und Musik ) untermalt, welche in traditioneller Kleidung erschienen waren und ihre traditionellen Tänze darboten.
Welch ein schöner Abschluss eines erlebnisreichen Tages.
Im Hotel zurück, wurden wir von unserem Guide „Shavkat“ mit einer Sure aus dem Koran in die Zimmer verabschiedet:
„Wer sein Haus verlässt und nach WISSEN sucht, wer reist um WISSEN zu finden, wird das Paradies erreichen“
DEM ist nichts hinzuzufügen!

Am nächsten Tag wollen wir in die nähere Umgebung Bucharas fahren, um dort einige Attraktionen zu bewundern.
Am Abend werden wir dann ( wir warten schon sehr darauf ), in Buchara zurück, den

ARK, die Zitadelle von Buchara ausführlich besichtigen. Der ARK ( große Burg ) war einst Regierungssitz und Palast der Herrscher von Buchara.



CHOR MINOR, "Torhaus" zur ehemaligen...



Prächtige Bauten rund um Buchara...

Die "Sensation" in...

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Wir waren zeitig vom Hotel abgefahren, nun 5 km westlich von Buchara besuchen wir im Dorf SUMITAN die Nekropole„
TSCHAR BAKR“ –1560 – 63 ließ Abdullah KHAN für die DSCHUIBARI-Scheichs, die geistlichen Machthaber in seinem Staat, eine Familien- Begräbnisstätte mit Moscheen, Medresen und Grabbauten errichten.
Die „Straße der Mausoleen“ führte uns zu Gräbern von drei Religionen,
a) Gräber der Christen, mit einem Kreuz,
b) der Zoroastrier, mit einem Feuerzeichen
c) der Moslem, mit einem Mosaik Stern.

Nachdem wir uns über 2 Stunden in der Gräberstadt aufgehalten haben, fuhren wir zurück, in Richtung Buchara, wo wir anschließend, am Rande der Stadt, den
NAKSHBANDI – Komplex besichtigten.
Die Anlage besteht aus CHANAKA ( Herberge ) für Derwische, Winter u. Sommermoschee und dem Iwan ( Eingangstorbau ).
Die Säulen sind aus Maulbeerbaumholz mit schönen geschnitzten Abschlusskapitellen und Stalaktiten.
Dabei Besuch am Grabmal von KHAZRETI MOHAMMED NAKSHBANDI, geb 1318 in einem kleinen Dorf bei Buchara, Gründer des gleichnamigen Ordens und ein großer Prediger im Islam.
In Buchara zurück besuchten wir den MASAR (Wallfahrtsort) TSCHESCHME AJUB, den Hiobsbrunnen.
Der Brunnen, den Hiob (Ajub) nach der Legende mit einem Stab aus dem Felsen geschlagen haben soll, spendet auch heute noch muslimischen Pilgern heiliges Wasser.
Weiter führte unser Weg zum wohl berühmtesten, ältesten Mausoleum in Usbekistan, nämlich zum Mausoleum der SAMANIDEN, dem Familiengrab der Samaniden-Herrscher. Ihre Hauptstadt war Buchara. Blütezeit unter Ismail ibn AHMAD (Ende 8., Anf 9. Jht ).
Die Samaniden waren iranischer Herkunft und die letzten arischen Herrscher. Drei Herrscher wurden im Mausoleum bestattet. Die Samaniden waren 96 Jahre an der Macht.
Rundum der Nekropole lag die Stadt mit Moscheen und Medresen. Dschingis Khan zerstörte alles.
Nur das Mausoleum war der Zerstörung entgangen, da es beim Nahen der „wilden Horden“ mit Sand zugeschüttet und dadurch für die Eroberer nicht zu erkennen war,

Es ist das bemerkenswerteste, älteste, wertvollste und in seiner Art schönste der in Zentralasien noch erhaltenen Bauwerke.
Unser nächster Besichtigungspunkt war die Moschee BALA Haus, mit Spiegelung im Teich davor. 40 geschnitzte Säulen aus Ulmenholz tragen eine bunte Kassettendecke.
Diese, 1712 errichtete Anlage war die Freitagsmoschee für den Emir.



Moschee "Bala-Haus" in Buchara



Weitere Besichtigungen in Buchara

Tor zur Grabanlage TSCHAR BAKR...

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Das Mittagessen wurde wieder am Teich, im Lab-e Haus eingenommen und danach ging es endlich zum erwarteten BURG-BESUCH, zur Zitatelle ARK, dem ehemaligen Palast der Herrscher von Buchara.
Mitten in der Stadt, auf einem ca 4 ha großen und bis zu 20m hohen, künstlich aufgeschütteten Hügel, erhebt sich der ARK, die ehemalige Burg von Buchara.

Davor der REGISTAN- Platz, der für seine Hinrichtungen, die täglich außer Freitag stattfanden, bekannt war. Von der Burg aus, hoch oben sahen der Emir und seine Frauen den Hinrichtungen zu. 11m hohe Mauern umgeben die Burg, die meisten Gebäude im Innern sind verfallen.
Durch ein Portal, an dem sich auch das ehemalige Verließ befindet, erreichten wir den Innenhof mit der 1712 errichteten Moschee.
Anschließend besuchten wir den Thronsaal, in dem 20 Emire gekrönt wurden. Der letzte 1920.
Oben an der Festungsmauer, ein unbeschreiblicher Blick über die Stadt zu den Spitzen der Minaretts, Moscheen und Grabanlagen. Und dann noch der Sonnenuntergang über all den Gebäuden.
Der Abend wird von uns nicht vergessen werden.

Nach einem Abendessen, dieses Mal in der Medrese MODARIXON, mit klassischer Musik, endete dieser ereignisreiche, unvergessliche Tag für die Gruppe im Hotel.
Für den nächsten Tag war die überaus anstrengende 10 -stündige Busfahrt nach CHIWA, über eine Strecke von 450 km geplant ( ein „wilder“ Ritt stand bevor ).

Erst am Abend werden wir CHIWA erreichen.



Medrese, Labé Haus, Buchara



Buchara – CHIWA – 450 km durch die Wüste KISILKUM.

"blühendes...

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Um 7 Uhr verließen wir Buchara, es war trübes Wetter. Schafe und Hirten waren schon auf den abgeernteten Feldern, Kühe grasten bei den Obstplantagen. In der Oase waren Baumwoll-u Maisfelder, Maulbeerbäume am Straßenrand, Kanäle bewässerten Felder, noch 30 km mit uns.

Nun fuhren wir – wie früher die Karawanen ( nur das Transportmittel hat sich geändert ) auf der „Großen Seidenstraße“ durch die Wüste KISILKUM mit Sand und Steinen, wo nur mehr Tamarisken und Sandakazien wuchsen ( heute hatte ich besonders darauf geachtet, dass wir ausreichend WASSER im Bus mitführen ).

Nach der weitgehenden Austrocknung des Aral Sees wurde das Klima noch kontinentaler, die Winter kälter – 30 – 40 Grad minus, die Sommer heißer 40 – 46 Grad. Der Aral See hatte ausgleichend gewirkt.

Von Dezember bis Februar ist Winter mit wenig Schnee, der Frühling ist kurz März, April, im Sommer bis Ende September herrscht große Hitze. November bis April regnet es 400-600 mm im Jahr.
Um 08,30 Uhr erreichten wir die Stadt GASLI, 110 km von Buchara entfernt. Es ist nicht schwer zu erraten, hier gibt es reiche Gasvorkommen und eine Raffinerie. Die Gasleitungen führen nach Russland zum Ural und von dort nach Westeuropa.

Die Wüste ist reich an Bodenschätzen- Erdöl, Edelmetalle auch Gold, Kohle, das
Gasvorkommen unvorstellbare 9 Trillionen km3.
Die Sonne hat sich durchgesetzt. Die Wüste KISILKUM, eine „rote“ Sandwüste erstreckt sich in Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan. Ein weiterer Name ist „goldene Wüste“ wegen der überreichen Goldvorkommen.

Zu Sowjetzeiten gab es bis zu 17 Millionen Karakulschafe in der Kisilkum. Die Persianerpelze wurden für Militärmützen und Mäntel verwendet. Die beste Pelzqualität hat das ungeborene Lamm, die schwangeren Tiere wurden/werden dazu getötet. Hirten und Herden weiden im Sommer bei Nacht, bei Tag ist es zu heiß. Den Winter verbringen die Tiere in Ställen.

In der KISILKUM wachsen 140 verschiedene Heilpflanzen, wie z.B. die stinkende Ferula, Ginster, Iris, Rhabarber, Tamarisken, Blütezeit ist im April, da wachsen auch Grasbüschel.
Im Sommer fressen die Tiere Ginster und Tamarisken. Zu Sowjetzeiten durften die Tiere nur nach Plan weiden und nicht frei herumziehen!
Es gibt Schlangen – Kobra und sehr giftige Sandviper- Eidechsen, Schildkröten, Warane ( haben wir gesehen ) und Wölfe hier.
Die Straße war vorerst asphaltiert und schnurgerade, es gab stellenweise Sandverwehungen ( auch im Bus wurden Schaufeln mitgeführt – man weiß ja nie ).
Auch Polizeikontrollen am Weg, sie kontrollieren die einheimischen ( seltenen ) Fahrzeuge, Touristenbusse durften – langsam im Schritttempo – durchfahren – aber ja nicht fotografieren!
Den Verlauf der riesigen Gasleitung markieren eingegrabenes Schilf ( als Sperre gegen die Wanderdünen, welche die Straße „zumachen“ ) und Betonschilder. Jedoch, nicht immer geling es, die Straße freizuhalten.
Wir hielten bei schönen Sanddünen, um Wüstenfotos zu „schießen“ – dabei ACHTUNG auf eventuelle Schlangen im heißen Wüstensand.

Nächster –erzwungener Stopp – eine Herde aus Schafe und Ziegen, ca 700 Tiere auf der Straße vor uns, - auch gute Fotos.
Gegen Mittag, PICKNICK in der Wüste, wir hatten Lunchpakete dabei, - schon eine tolle Jause bei völliger Stille, nur Wüstensand rund herum – eine eigenartige, jedoch gefühlvolle Stimmung kam auf.
Noch 220 km bis CHIWA.
Nach weiteren 2 Stunden, STOP an einem sehr geschichtsträchtigen Ort, wir erreichten den Fluss AMU DARJA, den schon in der ANTIKE erwähnten OXUS, daher die frühere Bezeichnung TRANSOXANIEN, jenseits des OXUS, später Turkestan.

In dem breiten Flussbett, das mit Gras bewachsen ist, nur ein schmaler Wasserlauf.
Geringe Niederschläge im Gebirge während der letzten Jahre ( Klimawandel auch hier ? ) brachten wenig Schmelzwasser. Vom Stausee führen Kanäle nach Turkmenistan und Kasachstan.
Auch die Bahnlinie verläuft hier.
Wir fuhren weiter, entlang eines Kanals des Amu DARJA, dann entlang der Bahnlinie.
Wir überquerten den Fluss auf einer Brücke für Schienen und Straße und erreichten die OASE CHORESM am Unterlauf des Amu DARJA.
Oase CHORESM, eine der ältesten, bewirtschafteten Oasen in Zentralasien. Endlich wieder grüne Landschaft.
In dieser 60m über dem Meeresspiegel, mitten in der Wüste liegenden Oase wird Baumwolle und Reis angebaut und in Obst u-. Gemüseplantagen vermehrt Äpfel, Marillen, Kirschen, Feigen, Quitten, Pflaumen, Wein, Tomaten und 60 verschiedene Sorten von Honigmelonen.
Dann Fotostopp bei einem islamischen Friedhof mit Grabhügeln aus Lehm und Stroh, die weiß gekalkt sind.




"Wie heißt diese Pflanze"



Chiwa ist erreicht

Stadttor "Ata...

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Gegen 17.00 Uhr erreichten wir unser Ziel, die Stadt CHIWA, wir waren exakt 10 Stunden am Weg hierher gewesen.
Schon in alter Zeit rasteten die Karawanen auf ihrem Weg durch die Wüste KARAKUM in CHIWA an einem alten Brunnen, den sie „cheiwak“- oh, wie ist das wohltuend – nannten.
Um diesen Brunnen entwickeltes sich später, über Jahrhunderte hinweg, die Siedlung, im 10. Jht. wird CHIWA als Stadt erwähnt und wurde 1592 Hauptstadt von CHORESM. 1785 wurde mit dem Bau der 2200m langen und bis zu 8m hohen Stadtmauer begonnen, welche heute noch, in voller Pracht und Unversehrtheit zu bewundern ist.
Heute siedeln hier Usbeken und Turkmenen, betreiben Viehzucht und Ackerbau, bewohnen niedrige Lehmhäuser mit Stroh am Dach und Mauern um die Anwesen. Auch kleine Ziegelhäuser mit Kartoffel und Gemüsebeeten vor dem Haus.

Dazwischen liegen die Felder, Obstbäume, Kanäle, von Pappeln und Maulbeerbäumen eingesäumt, die für die Seidenraupenzucht notwendig sind.
Unser erster Streifzug zur Orientierung in der Stadt führte vorerst durch das Südtor

„Dascht Darwase“, in die Altstadt ITSCHAN KALE, zur Medrese und Minarett Hodscha, Medrese Abdullah Khan, Medrese Kutlug Murad, am Palast Tasch Hauli vorbei, zum Minarett Kalta Menar, zur Festung Kohne Ark und beim Westtor Ata Darwase wieder hinaus zu unserem Hotel an der Stadtmauer vor der Stadt.

Diese Stadt ist wie ein riesiges Museum, gewaltig die „prächtigsten Bauten“ des Islams, nun wussten wir, dass wir mindestens 2 Tage benötigen würden, um hier diese Bauten und Denkmäler einigermaßen besichtigen zu können.

Wir freuten uns schon auf den nächsten Morgen, um von unserem „allwissenden“-Guide, SHAVKAT durch CHIWA geführt zu werden.

Anmerkung des Autors,
CHIWA ist wie ein großes Freilichtmuseum, die Bauten, unzerstört im Original vorhanden, in der Zahl unzählig und unvorstellbar in ihrer Pracht, die Besichtigungen hier in den 2 Tagen sind nur als „Schnellkurs“ durchzuführen.

Für eine intensive, mit großen kulturhistorischen Geschichtserklärungen durchgeführte Führung, würde man eine ganze Woche dazu benötigen.
Mein Vorschlag – kommen SIE einmal in diese Stadt – auch SIE werden so begeistert sein wie WIR.



"Blick" über die Dächer von CHIWA



Wir sind in CHIWA unterwegs...dann Flug TASCHKENT zurück.

... blaue Kuppel...

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CHIWA – das große Freilichtmuseum, wir fangen an die Stadt zu besichtigen:

Die Altstadt ITSCHAN KALE erstreckt sich über 26 ha, 20 % der Häuser sind noch bewohnt ( also 80 % ein großes „Museum“ ),
Es gibt 81 Moscheen, Medresen und Paläste, fast die meisten davon gut erhalten. Die Stadtmauer, über 2200 m völlig erhalten und in gutem Zustand, ebenso die Schutzwälle und Bastionen aus getrockneten Ziegeln.
CHIWA – einst die Stadt der Religionen und Wissenschaften, aber auch der Macht und Sklaverei.
CHIWA war einst auch als „Räuberstadt“ gefürchtet. Kamele und Frauen wurden geraubt. Es war gefährlich in die Stadt zu kommen. Hinrichtungsart war das „Pfählen“.
Von der alten Festung sieht man noch die Blutrinne, eine viereckige Vertiefung. Hier wurden die vom KHAN verhängten Todesurteile unmittelbar vollstreckt.
Im noch stärkerem Maße als BUCHARA hat die Altstadt von Chiwa
( auch heute als KHIVA, XIVA geschrieben ),

Itschan Kale seinen orientalischen Charakter bewahrt. Enge, kleine Gassen, ebenerdige, aus Lehm und Stroh errichtete Häuser, prächtige Mausoleen, Moscheen, Medresen, Paläste und Minaretts stellen ein „steingewordenes Märchen“ aus 1001 Nacht dar!
Hinweis: Bei Interesse zur erweiterten Geschichte der „prächtigsten Bauten des Islams“, bitte wieder zu den einzelnen Objekten „googeln“, da eine detaillierte Darstellung ( obwohl äußerst interessant ), hier einfach nicht möglich ist.

Wir besichtigen das Mausoleum „PAHLAWAN MAHMUD“ mit grüner Kuppel und goldener Spitze, sowie davor befindliche Grabmäler verschiedener Herrscher.
Der berühmte Volksheilige P. MAHMUD war wegen seiner Tapferkeit und Stärke, aber auch als Dichter und Arzt bekannt.
Beim Kalta Menar liegt die Medrese „MOHAMMED AMIN KHAN, die größte Medrese in Chiwa.
Das Minarett KALTA MENAR ist das Wahrzeichen von Chiwa, errichtet 1855 ( große Geschichte dazu ),
Unmittelbar neben dem Westtor erhebt sich die Festung KOHNE ARK, gegründet im 17 Jht., bis 1865 Sitz der Khane.
Am RICHTPLATZ davor war vom 17.- 19 Jht. der größte Sklavenmarkt Zentralasiens.
In der Festung, Besichtigung der Sommermoschee, des Empfangspalastes, des Thronsaales und des noch immer Wasser –führenden Brunnen.
Von oben hat man den besten Blick ( Motiv ) über die gesamte Stadt mit ihren Türmen und Minaretts.
Anschließend gingen wir durch den Basar, heute das Handelszentrum der Stadt.

….weiter ( in CHIWA werden alle Besichtigungsobjekte zu Fuß erreicht ), zum Palast von Alla-Kuli-Khan dem „TASCH HAULI“ war Palast und Gerichtshof, Harem und Innenhöfe sind von einer hohen Mauer mit Zinnen umgeben.







Blick über Chiwa



...der letzte Tag in Chiwa...

Minarett zu Islam Hodschar- Medrese

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An unserem letzten Tag besichtigten wir, die DSCHUMA Moschee, aus dem 10 Jht., mit 213 Holzsäulen, einige noch im Original, die Moschee fast 15.000 Gläubige, am Freitag ist alles voll.
Im Zuge unseres heutigen "freien" Tages besichtigen wir weitere interessante, historische Gebäude der Stadt.

Nach dem Besuch eines Familienfestes, eine Tauffeier, zu welcher wir durch unseren Guide geladen waren, beendeten wir die Besichtigungen in CHIWA, da leider unser Aufnahmevermögen „voll“ war und wir schon alle Bauten, Paläste und Medresen „durcheinander“ brachten.
( einmal ist die „Speicherplatte“ eines jeden voll ).
Am nächsten Vormittag, unser Rückflug von URGENTSCH nach TASCKENT, wo wir nach 1 ½ Stunden Flug landeten.
Noch am Nachmittag fuhren wir einige U-Bahnstationen in der Hauptstadt ab, welche eine tolle Ausschmückung haben.
Am Abend, ein großes Abschiedsfest mit unserem Guide im Hotel. Zeitig am Morgen unser Rückflug nach Wien.
Ich möchte mich bei allen Organisatoren und Betreuern ( auch bei „unseren“ Busfahrern ) dieser Reise herzlich bedanken, besonders bei unserem Guide „SHAVKAT“, dem wir den Titel „Professor“ verliehen haben.

Unser ( mein ) weiterer Dank gilt jedoch dem Team von SOGDA-Tours in Taschkent,
welches diese Reise beispielhaft für uns organisierten und uns professionell,
aber auch herzlichst betreuten.

Wir kommen wieder, „ ins Herz“ der Seidenstraße“,



Medrese Kutlug Murat Inak




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Kommentare

  • Pinky3

    vielen dank für einen neuen hochinteressanten beitrag über usbekistan, ein land das mir vollkommen fremd ist..........wenn ich die wunderschönen bilder vom registan platz in samarkand ansehe kann ich verstehen das dieser platz für dich der schönste der welt ist........lg gaby

  • globetrotter

    Ein sehr schöner, informativerBbericht über Usbekistan, ein Reiseziel, das ganz oben auf unserer Wunschliste steht.
    LG Ute

  • reisefreudig

    Servus Ute,
    ..danke Dir für Deine zustimmende Bewertung. Bitte dorthin schnell reisen, die Zahl der Touristen in diesem Land hat sich seit 2008 ( war ich das erste mal da ) verdoppelt. Ich selbst führe schon im April zum 3.x eine Gruppe durch das "Herz" der Seidenstraße.
    lg Harald

  • bezi

    Ein wirklich sagenhaft schöner und interessanter Bericht von Dir. Mit Deiner Art zu schreiben verstehst Du es, Deine Leser quasi mitzunehmen auf Deinen Reisen. Dafür muss man einfach danke sagen.
    LG Claudia

  • reisefreudig

    Servus Claudia, danke auch Dir für Dein Interesse und die Ausdauer den langen Bericht zu lesen, zu bewerten und noch nett zu kommentieren.
    In diesem Land stehen die prächtigsten Bauten des Islams, leider reisen nur wenige nach Usbekistan. Das Land ist ein "Paradies" für Fotografen und Kulturfreaks!
    lg harald

  • mhsch

    Mit großem Interesse habe ich deinen Reisebericht über Usbekistan gelesen. Der Text, informativ und spannend, dazu die gelungenen Fotos, machen neugierig auf dieses Land und führen mich in Versuchung ... , mit einem Blick auf den Terminkalender, man könnte vielleicht, so zwischendurch ... ? Toller Bericht von dir! Gruß von mhsch

  • reisefreudig

    Servus mhsch,
    Danke für die von Dir gezeichte Ausdauer und Interesse beim Bewerten des Berichtes.
    Falls daraus was wird, Reise nach Usbekistan, hätte jede Menge Tipps für Dich. Da ich erst im April dort war ( zum 3.x), werde ich meine nächste Reise erst 2015 dorthin führen.
    lg Harald

  • nach oben nach oben scrollen
  • BuWe

    Welch eindrucksvolle Reise Reise, Harald! Die zahlreichen Fotos gehören unbedingt zum Text, denn den meisten Lesern ist das Reiseziel vollkommen unbekannt, vermute ich. LG AnneDo

  • reisefreudig

    Servus Anne Do,
    ..danke auch Dir, freue mich über jede Zustimmung, insbesonders zu den vielen netten Kommentaren zum Beitrag. Danke auch für Deine Ausdauer beim Bewerten der vielen Bilder.
    lg harald

  • Blula

    Lieber Harald!
    Es ist mir völlig unverständlich wie es geschehen konnte, dass ich diesen Riesenbericht von Dir bisher übersehen habe..... Usbekistan hatte für mich bisher immer etwas "Geheimnisvolles" an sich. Du hast nun so manches davon 'lüften' können.
    Hab Dank für diesen grandiosen Bericht und die wunderbaren Fotografien dazu.
    LG Ursula

  • reisefreudig

    Ursula, um so mehr freut es mich, dass Du nun den Bericht "gefunden" hast. Danke auch Dir für Deine Ausdauer und Bewertung. Ich kann Dir und den weiteren hier Angeführten versichern, Usbekistan ist immer eine Reise wert. Dieses Land mit seinen tollen Motiven ist ein richtiger Ausgleich zu anderen Ländern in der Welt. Oftmals steht man hier vor den prächtigsten Bauten des Islams und benötigt Zeit um die Dimensionen der Medresen, Koranschulen, Moschees, Mausoleen und Grabmäler auf sich einwirken zu lassen. Auch die Fahrt durch die Wüste Kisilkum ist ein Ereignis an Natur und Wüstengewächsen. Besonders die Geschichte zu TIMUR geht wie ein "roter Faden" durch dieses Land an der Seidenstraße. Seit 5000 Jahren reisen hier die Menschen, nur die "Fahrzeuge" dazu haben sich geändert.
    lg harald

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Usbekistan: Reisen im "Herzen" der Seidenstraße" 4.87 23

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