Das neue Tunesien

Reisebericht

Das neue Tunesien

Reisebericht: Das neue Tunesien

Eine quasi Dienstreise nach Tunesien

Kurze Einführung

Da im Zuge des Arabischen Frühlings die Touristenzahlen in Tunesien rapide gen null gingen, hat Thomas Cook und das Tunesische Fremdenverkehrsamt in Kooperation mit TunisAir Reisebüromitarbeiter für ein paar Tage nach Tunesien eingeladen um das Land kennenzulernen. Ich werde hier in diesem Bericht wie gewohnt keine Werbung für irgendeinen Reiseveranstalter machen. Da wir leider nur fünf Tage in diesem doch sehr faszinierenden Land waren, kann ich nur kurze Einblicke geben und werde im folgenden über unsere Ausflüge nach Carthago, Sidi bou Said, Port el Kantauoi und Hammamet schreiben. Ich weiß, dass Tunesien noch viel mehr zu bieten hat - und ich werde auf jeden Fall auch noch mal dorthin reisen und dann auch mehr berichten können.



Auf dem Weg nach Carthago

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Carthago

Carthago

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Ein Standardausflug vieler Tunesientouristen führt sicherlich nach Carthago, einem Villenvorort von Tunis. Carthago war früher eine große Handelsmacht im Mittelmeer und großer Konkurent des römischen Imperiums in der Vormachtstellung im Mittelmeerraum. Letztenende bekannt geworden ist Carthago mit Sicherheit auch durch Hannibal, der ja bekanntlich mit Elefanten die Alpen überquerte. Heute ist Carthago eine sehenswerte Ruinenfläche, die sich im Prinzip über weite Teile des Vorortes erstreckt. Am bekanntesten ist aber sicherlich der Archäologische Park mit den Antonius-Pius-Thermen direkt am Mittelmeer gelegen. Hier kann man die Reste dieser gigantischen Thermen sehen, außerdem Teile der alten Stadt und einiges über die Kultur der Carthager erfahren. Der Park liegt sehr schön direkt am Mittelmeer und auch hier bekommt man das neue Tunesien zu spüren. Da die Präsidentenvilla direkt an diesen Park anschließt, war es früher verboten in diese Richtung zu fotografieren, heute ist es kein Problem mehr. Hier, wie an allen Sehenswürdigkeiten in der Region wird man von sehr vielen Händlern mit mehr oder weniger schönen Souvenirs angesprochen. Da man in einem arabischen Land ist sollte man entweder gut handeln oder einfach an den Händlern vorbeigehen. Manchmal hilft ein energisches Nein schon weiter und wirkt wahre Wunder.
Im archäologischen Park kann man punische Nekropolen, die Ruinen mehrerer VIllen und eines Freudenhauses, einer frühchristlichen Kapelle und mehrerer Basiliken sehen. Höhepunkt des Parkes sind aber die schon erwähnten Thermen, in denen im Sommer auch häufiger Musikveranstalltungen stattfinden. Außerdem kann man hier auch ein kleines Museum besuchen.
Wer mehr Zeit in Carthago hat als die normalen Touristen - und leider auch wir - kann sich auch noch einige andere andere Ausgrabungen ansehen. Am besten macht man dieses mit einem Taxi inklusive Reiseführer oder mit einer Droschke. Da Carthago zu Tunis gehört - und der Hafen auch gerne von Kreuzfahrtschiffen angefahren wird kann es in Carthago auch schonmal sehr voll und sehr troubelig werden. Einen ruhigen Ort zum Genießen findet man aber kurisoserweise trotzdem immer.



Carthago

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Sidi bou Said

Sidi bou Said

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Ein weiteres Highlight im Großraum Tunis ist sicherlich das blauweiße Künstlerdorf Sidi bou Said auf einem Felsen des Cap Carthage gelegen, der hier bis zu 100m tief zum Meer abfällt. Sidi bou Said wurde von maurischen Flüchtlingen aus Spanien gegründet und erinnert in seiner bauweise sehr stark an weiße Dörfer in Spanien. Außerdem ist Sidi bou Said für Moslems in Tunesien ein wichtiger Ort, da hier der Gründer eines Sufi Ordens gelebt hat. Sehr sehenswert ist hier der alte Stadtkern, der sich mehr oder weniger steil den Felsen hochzieht und aus weißen Häusern mit blauen Toren und Erkern bzw. Fenstern besteht, welches in Kombination mit vielen bunten Pflanzen den Charme dieses Ortes ausmacht. Hier hat auch Paul Klee einige Bilder gemalt! Bekannt ist das Minarett der Moschee und das Cafe des Nattes, welches davor an einem kleinen Platz liegt. Man sollte aber auf jeden Fall auch mal durch die Gassen des Ortes abseits der Hauptgasse bummeln und einfach die Atmosphäre auf sich wirken lassen. Oder in einem Cafe mit Blick aufs Mittelmeer einen Pfefferminztee genießen. Ja, in Sidi bou Said reiht sich auf der Hauptgasse ein Souvenirgeschäft an das nächste und auch ich konnte hier leider nicht weg ohne ein Souvenier einzukaufen. Ich hatte aber den Eindruck, dass die hier angebotenen Souvenirs allemal hochwertiger waren als in vielen Hotels. Man muß nur gut Handeln können, dann macht das Einkaufen in den vielen kleinen Kunsthandwerksläden wirklich auch Spaß. Außerdem hat der Ort auch einige schöne, kleine Lokale zu bieten in denen man sehr gut einheimisch Essen kann.
Allerdings sind auch hier viele Kreuzfahrttouristen unterwegs, da ja Tunis mit seinem Hafen La Goulette nicht weit weg ist! Ein Ausflug ist der Ort aber allemal wert.

Sowohl Sidi bou Said als auch Carthago kann man auch Problemlos mit Bussen und Bahnen erreichen, in Tunesien ein recht sicheres und vor allem günstiges Fortbewegungsmittel!



Sidi bou Said

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Port el Kantaoui

Port el Kantaoui

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Port el Kantaoui (Gartenhafen) liegt ca. 10 Kilometer nördlich von Sousse und wurde Ende der 70er Jahre des 20.Jahrhunderts im maurischen Stil erbaut. Es ist eine Retourtenstadt die eigentlich nur aus Appartments, Hotels und Restaurants und eben dem Yachthafen besteht. Der Ort ist sicherlich ein idealer Urlaubsort für Golfer (hier befindet sich einer der größten und bekanntesten Golfplätze Tunesien), für Wellnesurlauber - ein Thema das in Tunesien eh sehr hochgehalten wird und bedingt für Badeurlauber. Bedingt aus dem Grund, dass ich hier den Strand - im Gegensatz zum Strand z.B. in Hammamet als sehr dreckig empfand und ich hier eher ungerne am Strand liegen würde. Vom Hafen aus starten Fahrten aufs Mittelmeer und rund um den Hafen versammeln sich viele Restaurants und Bars, sodass der Ort wirklich sehr auf die Bedürfnisse westlicher Urlauber zugeschnitten ist. Trotzdem hat der Hafen aber einen gewissen Charme!



Port el Kantaoui

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Hammamet

Medina von Hammamet

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Sicherlich ist Hammamet für viele der Inbegriff des Tunesienurlaubes durch seine sehr langgezogene Hotelmeile. Aber Hammamet ist anders als Port el kantaoui keine künstliche Schöpfung - von Hammamet Yasmine mal abgesehen - sondern durchaus eine sehr alte Stadt mit einer direkt am Mittelmeer gelegenen arabischen Medina. Diese ist auch noch komplett von einer Stadtmauer umgeben und nach wie vor extrem verwinkelt. Im Gegensatz zu früheren Zeiten als hier Händler alle möglichen Waren feilboten und hier die Bewohner einkaufen gegangen sind, dominieren hier heute Souvenirläden. Und das ist auch der einzige Wehmutstropfen an der Medina von Hammamet - ich enpfand die Besitzer und Verkäufer in den Souvenirläden hier im Gegensatz zu Sidi bou Said als sehr aggresiv und aufdringlich. Wenn man hier nur zum bummeln hin will und um sich die wirklich sehr sehenswerte Altstadt anzusehen braucht man mitunter schon ein recht dickes Fell - das soll aber nicht abschrecken es trotzdem zu tun. Ein Highlight ist sicherlich die Große Moschee die rchteckig mitten in der Medina liegt und aus dem 15.Jahrhundert stammt. Aber auch ansonsten ist die Medina wirklich sehr sehenswert und die Lage direkt am Mittelmeer macht auch einen gewissen Charme aus. Wenn man das Glück hat in einem Hotel im näheren Umkreis zu wohnen kann man zur Medina wunderschön am Strand lang gehen!



Medina von Hammamet

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Tipps am Ende:

Und wie immer am Ende noch ein paar Tipps bzw. Hinweise. Fangen wir mit den Hoteltipps an:

In Hammamet:

Hotel Sindbad - ein 4,5 -5 STerne Hotel nur wenige Kilometer entfernt von der Medina gelegen im arabischen Stil gebaut. Die Zimmer sind fast alles ebenerdig gebaut und durch überdachte Wandelgänge miteinander verbunden.

Sentido Hotel Aziza Beach - ebenfalls unweit der Medina nur in die andere Richtung gelegenes Adults-Only Hotel. Hier wird sehr viel Wert auf Welnness und Ruhe gelegt. Die Zimmer sind durchdesignt aber nicht ungemütlich!

Hotel Meditterannee - direkt neben dem Aziza Beach gelegenes 3 1/2 Sterne Familienhotel. Die beiden Hotels teilen sich die Wellnessabteilung. Sehr schönes Hotel, welches sich über eine große Fläche verteilt und ebenfalls arabische Elemente hat! Trotz nur 3 1/2 Sterne sehr empfehlenswert!

Port el Kantaoui:

Hotel Royal Kenz - 300 Meter vom Meer entferntes 4 Sterne Adults-Only Hotel mit einem paradisischen Wellnestempel der keine Wünsche offen läßt. Sehr schönes Hotel im arabischen Stil erbaut und mit vielen landestypischen Elementen im innern!

Und hier noch ein paar Hinweise:

Tunesien ist ein arabisches Land, man sollte sich also auch entsprechend benehmen. Mit Badesachen außerhalb der Hotelzonen rumlaufen ist tabu, ebenso für beide Geschlechter Trägershirts und zu kurze Hosen. Beim Fotografieren von Menschen sollte man um Erlaubniss fragen! Ebenso sollte man auf jeden Fall während dem Fastenmonat Ramadan das Alkohol und Essverbot in der Öffentlichkeit über Tag respektieren und verständniss dafür haben dass in dieser Zeit das Servicepersonal etwas gestreßter ist als sonst, da Muslims erst nach Sonnenuntergang wieder Essen dürfen!



Fazit

In Tunesien hat sich vieles getan - wie mir Kollegen die schon einmal in Tunesien waren erzählt haben. Das Land ist entspannt und die Menschen dort sehr freundlich. Außerdem ist es ein sehr sicheres Reiseland, welches ich nur mit bestem Gewissen empfehlen kann. Ich habe weder gemerkt das die Frauen aus unserer Gruppe belästigt worden sind, noch mich sonst irgendwie belästigt oder bedroht gefühlt. Tunesien hat es wirklich verdient, wieder verstärkter bereist zu werden!!!!


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Kommentare

  • agezur

    Ein guter und vor allem wichtiger Reisebericht, denn nach all den Wirren der letzten Zeit ist man als möglicher Gast mehr als unsicher. Ich freue mich zu hören, dass das Land offensichtlich wieder Anschluss an das "Vorher" gefunden hat!
    LG Christina

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