Chefchaouen - die blau-weiße Stadt im Rif

Reisebericht

Chefchaouen - die blau-weiße Stadt im Rif

Reisebericht: Chefchaouen - die blau-weiße Stadt im Rif

Ockerfarben oder rosarot sind die meisten alten Städte Marokkos. Nur wenige weichen davon ab. Dazu gehören Essaouira, Tetuan und Moulay Idriss. Ein ganz besonderes Juwel liegt abseits der gängigen Touristenrouten im Rifgebirge. Es ist die kleine Stadt Chefchaouen. Ihr allein soll dieser Bericht gewidmet sein.

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Anreise

Wir haben die beindruckende Königsstadt Fès verlassen, die nicht zu Unrecht von der UNESCO zum Weltkulturerbe erhoben wurde. Sie ist nicht nur die älteste der vier Königsstädte des Landes, sondern gilt auch als seine geistige und religiöse Hauptstadt. Durch die leicht-gewellte, fruchtbare Sais-Ebene sind wir nach Norden gefahren, vorbei an mächtigen Stauseen, die zum Aufschwung der Landwirtschaft ihren gehörigen Beitrag leisten.



Stausee nördlich von Fès



Es geht gegen Ende April zu und noch herrscht Frühling in diesen Höhen. Blütenteppiche überziehen das Land, dass es eine wahre Wonne ist. Bald schon wird es hier so heiß sein, dass all diese Pracht vergangen sein wird.



Frühling bei Fès



Frühling bei Fès 3

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Ich fühle mich an Griechenland erinnert, insbesondere an den Peleponnes und an Kreta, wo ich auch in Entzücken geraten bin, als ich das rot-weiß-gelbe Farbenspiel dort erleben durfte. Im Mai ist dort bereits alles verbrannt. Hier wird es ähnlich sein.



Frühling bei Fès 2



Olivenbäume

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Langsam ändert sich das Landschaftsbild; die Straße, die in den äußersten Norden über Tetouan nach Tanger führt, steigt kontinuierlich an. Wir kommen ins Rif, dem Gebirge, das jeder Freund von Kreuzworträtseln zumindest daher kennt. Noch bedecken Olivenbäume den Großteil der Hänge, doch hier und da nehmen Zedern, Steineichen und Pinien mehr und mehr Raum ein.



Geäst einer Zeder



Die Stadt der "zwei Hörner"

Eukalyptus-Allee

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Von der Hauptstraße biegen wir auf eine Nebenstraße ab, die als eine Eukalyptus-Allee angelegt ist. Nach wenigen Kilometern öffnet sich hinter einer Kurve der Blick auf die Stadt Chefchaouen, die malerisch hingegossen zwischen zwei mächtigen Bergen, dem 2050 m hohen Djebel Kalaa und dem 2123 m hohen Djebel Meggou liegt. Diesen beiden Bergen verdankt die Stadt auch ihren Namen, der in der Sprache der Berber "Die zwei Hörner (von Ziegen)" bedeutet. Die Bewohner nennen ihre Stadt meist verkürzt "Chaouen".



Stadtansicht von Chefchaouen



Der Fotoapparat schafft es nicht, das gesamte Panorama einzufangen, Ein Ausschnitt muss genügen. Mein Tele richte ich auf die Stadt am gegenüberliegenden Hang, zoome sie wie in einem Fernglas heran und erkenne es deutlich: Weiß und Zartblau sind die vorherrschenden Farben.



Die blau-weiße Stadt Chefchaouen



Die Stelle, an der unser Bus gehalten hat, ist gut gewählt. Nicht nur, dass wir uns von hier aus einen guten Überblick verschaffen können, nein, wir stehen auch bei einem modernen Einzelhaus, das der alten Bautradition - zumindest äußerlich - folgt.

Im unteren Bereich ist es ganz "marokkanisch-modern". Die breite Eingangstür ist in kräftigen Farben gehalten, so wie es die Marokkaner lieben.



Knallig



Doch ganz anders die Fenster; sie wirken leicht verspielt, sind mit maurischen Doppelbögen gestaltet, davor ein lichtes schmiedeeisernes Gitter, darüber ein schmales vorgezogenes Dächlein mit roten Ziegeln. So kennt man Fenster in Andalusien.



Maurisch-andalusisch



Stadtgründung

Andalusien. Das ist der Stichwortgeber.

Gehen wir zurück ins Jahr 1471. Es war die Zeit, als die Reconquista auf der Iberischen Halbinsel die Herrschaft der berberischen Almoraviden und Almohaden immer weiter eingeengt hatte. Den Norden hatte der spanische Nationalheld El Cid schon lange zuvor zurückgewonnen. Cordoba und Sevilla waren in die Hände der Christen gefallen. 1492, dem Jahr, als Kolumbus Amerika entdeckte, sollte dann auch mit Granada die letzte maurische Hochburg fallen.

In all den Jahrhunderten waren Moslems und Juden über die Straße von Gibraltar nach Marokko geflohen, wo sie eine neue Heimat fanden. Jetzt - 1471 - wurde unter ihrem Führer Moulay Ali Ben Rachid El Alami Chefchaouen zur Zufluchtsstätte vieler Menschen aus Al-Andalus. Sie brachten natürlich auch ihre gewohnten Baustile und Techniken mit und so entstand auf marokkanischem Boden eine Stadt, die so gänzlich andalusisch wirkt.

Dem Stadtgründer wird noch heute gehuldigt. Sein Mausoleum ist zu einer bedeutenden Wallfahrtsstätte geworden.



Rundgang

Bab al-Ain in Chefchaouen

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Unser Bus hält auf einem kleinen Platz vor der Stadtmauer und wir betreten die Medina durch ein dunkles Tor. In ihren engen verwinkelten Gassen und Sträßchen hat kein Auto auch nur die geringste Chance. Auch Motorräder scheinen nicht erlaubt zu sein. Zumindest bekomme ich kein einziges zu Gesicht. Und das ist gut so, denn so lässt es sich wunderbar durch das Städtchen bummeln. In unserem Fall müsste es - genauer gesagt - heißen: "Ließe es sich gut bummeln", denn leider stehen wir unter Zeitdruck. Auf dem Tagesprogramm stehen noch Besuche von Tetuan und Tanger...



In der blau-weißen Stadt 1



Ich bedaure das zutiefst, denn kaum sind wir in das sich terrassenförmig den Hang hinaufziehende Quartier Al-Andalus eingetaucht, bin ich hin und her gerissen von der Schönheit der Gassen, der Häuser, Türen, Fenster und Treppenaufgänge.



Die Djellaba und die Türen



Fotomotive wohin ich auch schaue. Wenngleich das Schauen Schwierigkeiten bereitet. Die weißgekalkten Wände werfen das gleißende Sonnenlicht zurück, so dass ich selbst unter meiner Sonnenbrille die Augen zusammenkneifen muss.



In der blau-weißen Stadt 2



Unwillkürlich muss ich an meinen ersten Aufenthalt auf Santorin denken. Damals - mein Gott, es ist tatsächlich fast auf den Tag 50 Jahre her! - war meine einzige Sonnenbrille zerbrochen und ich war halbblind durch die grelle Weiße des Hauptortes Thera gestolpert. Zum anderen erinnert mich die Architektur, ja die ganze Atmosphäre dieses Ortes an Santorin und die kleineren Kykladeninseln - eigentlich um einiges stärker als an Andalusien. Das Einzige, das hier fehlt, ist das tiefblaue Meer ringsum.

Freunde Griechenlands und seiner Inselwelt, auf nach Chefchaouen!



In der blau-weißen Stadt 3



Dankbar muss ich den Bewohnern sein, dass sie wenigstens die Sockel der Häuser in Himmelblau streichen; wenigstens dort findet das Auge ein wenig Erholung - vor allem, wenn eine Seite der Gasse im Schatten liegt. Dort "mausert" sich das Zartblau dann auch zu einem kräftigeren Blauton, der mit den geplagten Augen etwas mehr Nachsicht hat. In manchen Gassen sind die Bewohner sogar so weit gegangen, dass sie die Steinfliesen blau übermalt haben.



Orgie in Blau-grün



Warum dieses allgegenwärtige Blau? Ist es reine Dekoration wie auf den griechischen Inseln oder sollte es gar eine hintergründige Bedeutung haben?
Auch in Rajasthan in Nordwestindien gibt es eine blaue Stadt: Jodhpur. Dort kursieren mehrere Deutungen für das Blau. Diese Farbe kennzeichne Häuser von Angehörigen der obersten Kaste, den Brahmanen, heißt es da. Andere meinen, die blaue Farbe wehre Moskitos und Termiten ab oder aber die Farbe habe einen kühlenden Effekt.

Auch für das Blau von Chefchaouen findet sich eine Erklärung - ob sie zutrifft, kann ich nicht sagen. Angeblich schütze die Farbe vor dem bösen Blick, d.h. sie wehre Unheil ab, das andere dem Haus und seinen Bewohnern wünschen. Eine Erklärung, die zumindest gut in die Gedankenwelt der Marokkaner passt.



Fensterkunst in der blau-weißen Stadt 1



Immer wieder bleibe ich stehen, um zu fotografieren. Richtige Muße finde ich dabei nicht. Warten, bis der oder die Letzte meiner Gruppe aus dem Bild verschwunden ist; dann vielleicht noch einmal kurz warten, bis eine Frau in einem Kaftan oder ein Mann in einer Djellaba um die Ecke gebogen ist und Leben in mein angedachtes Motiv bringt. Danach heißt es, wieder schnell den Anschluss finden. Verloren gehen würde ich nicht, denn wie stets bei unseren Spaziergängen durch die Medinas mit ihren völlig unübersichtlichen, labyrinthartigen Souks haben wir einen ortskundigen
"Lumpensammler" dabei, der zum Letzten der Gruppe Kontakt hält. Die 10 Dirham Trinkgeld für seine Mühen gibt man ihm gerne hinterher.



In der blau-weißen Stadt 4



Was machen Kinder in dieser engen, steinernen, lichterfüllten Welt? Kein Stückchen Rasen, auf dem man zünftig bolzen könnte. Aber offenbar ist man anpassungsfähig. Womöglich müssen nur die Regeln ein wenig geändert werden. An einer Biegung, an der sich die Gasse zu einem kleinen Dreieck weitet, spielen tatsächlich ein paar kleine Jungen mit einem bunten Fußball. Ich kann zwei von ihnen sogar dazu bewegen, für ein Foto vor einer Nebengasse zu posieren. Dass mir das gelingt, überrascht mich selbst, denn überall in Marokko heben auch schon Kinder angesichts einer auf sie gerichteten Kamera abwehrend die Hand vors Gesicht, wie sie es von den Alten lernen.



Gassenjungen...



Wenige Schritte weiter muss ich schmunzeln: Offenbar müssen in der blauen Stadt selbst Dreiräder blau sein.



Das blaue Dreirad



Der Hang, an den sich das Quartier Al-Andalus hinaufzieht, verflacht jetzt etwas und die Gassen werden breiter. Da taucht vor mir unvermittelt das Minarett einer Moschee auf. Ein Minarett, das in seiner Form aus dem üblichen Rahmen fällt. Im gesamten Maghreb folgen Minarette dem Vorbild der Giralda in Sevilla und der Koutoubia in Marrakesch. Im Gegensatz zum türkisch-osmanischen schlanken, bleistiftartigen Minarett im Osten, sind sie viereckige Türme, die meist mit geometrischen Mustern reich verziert sind. In Moulay Idriss hatten wir vor zwei Tagen das einzige zylinderförmige, runde Minarett Marokkos gesehen. Hier nun das einzige 8-eckige des Landes.

Es geht zurück auf den Stadtgründer Moulay Ali Ben Rachid, der 1471 diese Moschee bauen ließ.



Warum nicht mal achteckig?



Treppensteiger

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Hier möchte ich noch einmal kurz innehalten, bevor wir den Rundgang fortsetzen. Es ist noch ein Wort zur Geschichte von Chefchaouen vonnöten.

Den Flüchtlingen aus Spanien waren die Christen dermaßen verhasst, dass denen das Betreten der neuen Stadt verboten war. Wie das legendäre Timbuktu in Mali wurde auch Chefchauouen jahrhundertelang von keinem Christen betreten. Man sagt, dass vor 1920 wahrscheinlich der französische Priester und Missionar Charles de Foucauld der einzige Nicht-Moslem war, der innerhalb der Stadtmauern geweilt hat. 1920 eroberten die Spanier die Stadt, die nach einigem Hin und Her sieben Jahre später endgültig unter spanische Kontrolle geriet. Mit der Unabhängigkeit Marokkos 1956 fiel dann auch Chefchaouen an die Marokkaner zurück.

Sehr lange also blieb Chefchaouen von europäischen Einflüssen unberührt. Dieser Tatsache ist es wahrscheinlich zu verdanken, dass die Stadt ihren ursprünglichen maurischen Charakter so gut bewahren konnte.



Schwarzer Mann - blaue Wand



Hier und da sind selbst in den Gassen die Attribute einer neuen Zeit spürbar. Sind es an der einen Stelle die Stromleitungen, die eher dem Fotografen als den einheimischen Bewohnern ein Dorn im Auge sind, sind es an anderen Stellen öffentliche Telefone, die nicht so richtig ins "mittelalterliche" Bild passen wollen. Doch irgendwie hat auch gerade dies seinen Reiz.



Das blau-rote Telefon



Selbst Graffiti scheinen kein Tabu mehr zu sein. Aber wie es sich wohl für einen traditionsbewussten Sprayer in der "Blauen Stadt" geziemt, sind auch seine Werke wie selbstverständlich in Blau gehalten... Gerne würde ich die Botschaft in arabischer Schrift lesen können. Der Gedanke, dass es sich bei diesen Graffiti um Schmierereien handele, kommt mir nicht im Geringsten.

Wie steht es überhaupt mit Schmutz? Die Bewohner scheinen so umweltbewusst zu sein wie sonst nirgends im Lande. Wie hatte mich doch oft der herumfliegende und herumliegende Dreck gestört, wenngleich die Vermüllung bei weitem nicht an die in Indien heranreicht. Vom Boden der Gassen könnte man essen! Wie als würde er laufend gefegt werden. Papierkörbe? Fehlanzeige! Offenbar nicht nötig.



Graffiti à la Chefchaouen



Tür in Chefchaouen

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Noch einige Male geht es links herum, rechts herum - immer die Augen offen haltend nach schönen Winkeln, Sackgassen, Türen und Fenstern. Mittlerweile bin ich fast süchtig geworden nach diesen verschiedenen Blau-Nuancen. Ist es die Hitze, ist es der - positive (!) - Stress, ist es die Anstrengung für die Augen? Auf jeden Fall verspüre ich zum erstenmal auf meiner Reise leichte Kopfschmerzen. Sicherlich habe ich auch zu wenig getrunken. Meine beiden kleinen Wasserflaschen sind während des Rundganges um keinen einzigen Tropfen leichter geworden. Vor lauter Schauen ist mir nicht einmal der Gedanke gekommen, für Flüssigkeitsnachschub zu sorgen.



In der blau-weißen Stadt 5



Frisch gebacken!

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Plötzlich ist die Luft erfüllt vom Duft frischen Brotes. Wo gibt es das schon? Direkt an der Straße ein offener Backofen, in den der junge Bäcker die typischen Fladenbrote schiebt. Lecker, lecker sehen die fertigen aus. Zum Reinbeißen!



Open-Air-Bäckerei in Chefchaouen



Die Gasse hinauf.

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Kurz darauf erreichen wir das Herz der Stadt, die Place Uta el-Hammam, auf die von allen Seiten die Gassen zulaufen. Auf der einen Langseite, erhöht auf einer Plattform, die Große Moschee aus dem 17. Jahrhundert, auf der gegenüberliegenden Seite mehrere Restaurants und Cafés, die mit ihren Tischen im Freien zum Verweilen einladen. Ein wenig fühle ich mich an die Piazzetta auf Capri erinnert; man ersetze die Moschee lediglich durch eine Kirche. Außer dass hier alles ein paar Nummern kleiner ist, besteht sicherlich ein anderer, gravierender Unterschied: Hier kostet eine Tasse Kaffee oder ein Glas Tee garantiert keine fünf bis acht Euro. Zu gern würde ich die Probe aufs Exempel machen und dem Treiben auf dem Platz in Ruhe zuschauen, doch leider drängt unser Reiseleiter zum Weitergehen. Wir hätten doch heute noch so viel vor...

So bleibt es dabei, dass ich mir sage, solltest du noch einmal nach Marokko kommen, dann reist du mit dem Mietwagen durchs Land und baust hier in Chefchaouen mindestens zwei Übernachtungen ein.



Place Uta el-Hammam



Schnell fotografiere ich noch das freistehende blau-weiß-rote Brunnenhäuschen am Platz, dann folge ich meiner Gruppe in die Gasse hinein, die uns zum Bus zurückführen wird. Wären wir tatsächlich auf Capri, würden sich hier sündhaft teure Boutiquen aneinander reihen. Es ist das Charmante an Chefchaouen, dass sich die Händler in ihrem Warenangebot - noch? - nicht an den Wünschen oder Bedürfnissen der Touristen orientieren - oder soll ich besser sagen "sich ihnen unterwerfen". Die Gasse erweckt den Eindruck, als sei sie eine Miniaturausgabe einer Soukgasse in Fès oder Marrakesch. Die Wollstoffe Chefchaouens, hergestellt in den mehr als 100 Webereien in der Medina, genießen einen besonders guten Ruf im Land. Sie sollen besonders für Djellabas ideal sein.



Der Brunnen an der Piazza



Berberhüte im Rif

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Schon bei der Herfahrt waren mir die bunten Strohhüte aufgefallen, die in erster Linie von Frauen bei der Feldarbeit, aber auch von einigen Männern getragen wurden, die ihre Esel am Straßenrand entlang trieben. Es ist offenbar die für die Rifbewohner typische, traditionelle Kopfbedeckung. Aus dem fahrenden Bus ein Foto von ihnen zu machen, war mir nicht geglückt. Jetzt begegne ich mehreren Personen und komme auch an Läden vorbei, vor denen diese hübschen Hüte zum Kauf ausliegen.



Wohlbehütet



So endet unsere Entdeckungstour durch das marokkanische Rothenburg-ob-der-Tauber, wie ich es nennen möchte. Schade, dass nur so wenig Zeit zur Verfügung gestanden hat.
Sicherlich wäre ein Besuch der kleinen Kasbah hinter der Place Uta el-Hammam lohnend gewesen. Hier hatte der legendäre "Löwe des Rif", Abd El Krim, Führer der Rebellen im Kampf gegen die spanischen Eroberer, sein Hauptquartier. Heute ist hier ein volkskundliches Museum untergebracht, das der Kultur der Rifbewohner gewidmet ist. Auch das sicherlich sehenswert.
Schließlich die Wassermühlen und Waschhäuser aus der Gründungszeit der Stadt nördlich der Stadtmauer - auch sie blieben uns verborgen. Mein Reiseführer hält fest, dass diese Gegend mit ihren Kaskaden, Wasserbecken und Cafés eine der hübschesten von Chefchaouen sei. Wahrscheinlich bleibt es ein Wunschdenken, dass ich das noch eines Tages persönlich überprüfen kann.



In der blau-weißen Stadt 9


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Kommentare

  • agezur

    Deinen Bericht hab ich gerne gelesen - ich mag es, wenn eine Stadt, ein Ort, eine Gegend so intensiv vorgestellt wird. Es ist als ob man selber durch die Straßen geht, auf der Suche nach Fotomotiven, und dabei das Flair auf sich wirken läßt.
    Ein toller Reisebericht - danke!
    LG Christina

  • tumtrah

    Liebe Christina,
    ich freue mich, Deinen Geschmack getroffen zu haben! Hab ganz herzlichen Dank für Dein gutes Urteil und auch für die guten Bildbewertungen!
    LG Hartmut

  • globetrotter

    Lieber Hartmut,
    Marokko einmal farblich ganz unerwartet: klasse ! Dein Stadtrundgang war -wie immer- informativ, liebevoll ausgemalt und mit eindrucksvollen Bildern versehen :)
    LG Ute

  • pleuro

    Du schreibst sehr spannend, unterhaltsam und informativ. Es hat Spaß gemacht, Dich zu begleiten und in mir den Wunsch geweckt, das alles selbst mal in Angriff zu nehmen.
    Liebe Grüße
    Anne

  • tumtrah

    Anscheinend spreche ich mit meinem Bericht (besonders) die Damenwelt an. Christina, Romy, Ute, Anne.... Sollte das an den lichten Farben liegen?
    Herzlichen Dank euch dreien für die lobenden Worte und für die vielen guten Bewertungen der angefügten Fotos.

    Auch ein Dankeschön an die Redaktion, dass dieser Bericht so wohlwollend aufgenommen wurde.
    LG Hartmut

  • u18y9s26

    Gerade heute haben wir einen Flug nach Marrokko gebucht und so lese ich deinen Bericht mit großer Neugier und Interesse. herzlichen Dank für den herrlichen Streifzug in Weiß-Blau!
    LG Ursula

  • Claus_Wagner

    Lieber Hartmut,
    heute habe ich Dich mal wieder auf einer Deiner wunderbaren Reisen begleiten können. Anders kann ich es nicht nennen, denn wer Deine Berichte liest ist dabei.
    Dass ich diesen Stil mag, ist Dir bereits bekannt. Das Ergebnis ist dabei stets die Freude etwas Schönes gesehen zu haben und wieder auch etwas gelernt zu haben.
    Und dann die "betörend" schönen Aufnahmen- wer braucht da noch Kif?
    Liebe Grüße
    Claus

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  • Schalimara

    Hallo Hartmut,
    wieder ein schöner informativer Reisebericht - die Farben - dieses weiss/blau - für mich als Griechenlandfan eine tolle Alternative ;-)
    LG Schalimara

  • tumtrah

    Liebe Ursula und Schalimara, lieber Claus!
    Euch sei ganz herzlich gedankt für eure anerkennenden Worte! Auch schließe ich einen Dank ein für eure Ausdauer beim guten Bewerten der vielen Fotos!
    Über die Anspielung auf das Kif habe ich sehr schmunzeln müssen.
    Es grüßt euch alle herzlichst
    Hartmut

  • female42

    Hallo Hartmut,

    wunderschöner Bericht mit tollen Fotos.

    Gruss
    Sonja

  • umi.s

    Lieber Hartmut,
    da ist Dir ein besonders schöner Bericht gelungen - ich bin vor allem begeistert über die Bilder -- dieses Blau-weiss im - ich sag mal - Griechenlandstil, das hat etwas ganz besonderes. Es spricht mich irgendwie in der Tiefe an.
    LG Ursula

  • freeneck-farmer

    ein sehr gut gbeschriebenes Bericht und tolle Bilder. Marokko ist immer für überraschungen gut.
    LG Anneken

  • matulr

    Lieber Hartmut,
    Dein Bericht und die Bilder sind, wie immer, absolut genial.
    Marokko bestand bisher für mich (ich war noch nie dort) aus Casablanca, Marrakesh und Arganöl, sowie aus einigen Kapiteln des James-Michener-Romans "The Drifters", dt. "Die Kinder von Torremolinos".
    Danke für diese wunderschöne und interessante Ergänzung!
    LG ULI

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  • tumtrah

    Liebe Sonja, Ursula und Anneken,
    lieber Uli,
    auch euer Lob nehme ich gerne an! Ich bin überrascht, wie gut der Bericht aufgenommen wird. Dass einige Fotos Anklang finden würden, habe ich mir gedacht. Als ich mich aber ans Schreiben machte, kam es mir vor, als hätte ich eigentlich gar nichts Substanzielles in der Hand. Wie aus dem Wenigen nur Viel machen?! Irgendwie scheint's wohl gelungen zu sein.
    Speziell @Uli: Dass du etwas mit Arganöl anfangen kannst, ehrt dich! Mein Physiotherapeut hatte noch nie davon gehört!

    Herzlichen Dank euch allen auch für die zahlreichen guten Bildbewertungen!!
    LG Hartmut

  • moho

    schon Pablo Neruda schrie nach Blau
    Danke dir Hartmut fürs mitnehmen in diese auf der Landkarte ver-rückte Griechenland ohne Meer. Gerne würde ich noch wissen ob du dir so einen bunten Hut gekauft hast ?
    Ein Bericht, wie immer mit tollen Erkllärungen auf den Grund gehend, mit tollen Fotos.
    Chefchaouen habe ich jetzt gesehen und erlebt :-))
    LG Moni

  • tumtrah

    Liebe Moni,
    traust du mir das wirklich zu? Ich will mich doch nicht zum Depp machen! Ich habe grundsätzlich etwas dagegen, wie die Einheimischen gekleidet herumzulaufen. Ich denke, sie kommen sich dann irgendwie veräppelt vor. Bei meinem ersten Besuch in Marokko vor 35 Jahren hatte ich mir tatsächlich eine leichte Djellaba gekauft, doch die war nur für den Fasching daheim gedacht.
    Herzlichen Dank für deine guten Bewertungen!
    LG Hartmut

  • travelfan81 (RP)

    großartiger Bericht mit grandiosen Bildern!
    Danke, Hartmut, auch dafür, dass alte Erinnerungen wiederkehrten...
    LG Rainer

  • tumtrah

    Hallo Rainer,
    entschuldige bitte, dass ich mich erst mit Verzögerung für deine guten Bewertungen von Text und Bild bedanke; war mal wieder drei Wochen lang unterwegs - wenn auch "nur" im wunderschönen Bayernland.
    LG Hartmut

  • Kabeljau

    Sehr schöner Bericht, spieglt auch meine Erfahrungen wieder...

  • nach oben nach oben scrollen
  • tumtrah

    Hallo Kabeljau,
    ich danke dir für dein gutes Urteil über meinen Bericht!
    LG Hartmut

  • trollbaby

    Lieber Hartmut!
    Ja, da ist mir wohl etwas entgangen bei meiner Marokko-Reise! Das Städtchen scheint ja wirklich allerliebst, doch es erinnert mich auch ein wenig an die Kasbah des Oudaias in Rabat. Auch dort ist Weiß-Blau vorherrschend.
    Dein Epilog hat mich dann aber schon ein wenig aus den Träumen gerissen. Sollte Chefchaouen wirklich so einen schlechten Ruf haben? Etwas Wahres muss jedoch dran sein, denn wieso wird bei Rundreisen grundsätzlich ein Bogen um diese Gegend gemacht? Wie dem auch sei, ich bin Dir dankbar, dass Du uns diese Stadt vorgestellt hast! Und Deine traumhaften Fotos unterstreichen das Geschriebene perfekt. Wieder ein 1A-Bericht von Dir!
    LG Susi

  • tumtrah

    Liebe Susi,
    tausend Dank für Deine gute Bewertung von Bericht und Fotos; sie ehrt mich! Bezüglich der schwarzen Flecken auf der weißen (und hellblauen) Weste dieser Stadt empfehle ich Dir (und anderen Interessierten), einfach ein wenig zu googlen bei "Chefchaouen" und "Kif Marokko". Du wirst auf einige sehr aufschlussreiche Artikel stoßen.
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
    Hartmut

  • Blula

    Lieber Hartmut! Ich habe zwar vor Jahren einmal eine 14-tägige Studienreise durch Marokko gemacht, der Norden des Landes wurde dabei jedoch ausgespart und somit habe ich auch nicht diesen malerischen Ort Chefchaouen besuchen können. Vielen Dank für diesen schönen und interessanten Bericht sowie die traumhaften Bilder dazu.
    LG Ursula

  • tumtrah

    Liebe Ursula, ich freue mich, dass ich dir etwas Neues zu Marokko bieten konnte. Gerade habe ich noch einen ähnlichen Bericht verfasst. Er behandelt zwei Orte ganz in der Nähe - die Römerstadt Volubilis und die heilige Stadt Moulay Idriss. Auch das
    könnte dich interessieren, denke ich nach dem Lesen deiner Zeilen.
    LG Hartmut

  • einfreund

    Lieber Hartmut,
    ganz herzlichen Dank für Deinen ausfürhlichen Bericht und für die ausgezeichneten Begleitfotos.
    Deine behutsame Darstellung des kleinen blauen Idylls Chefchauen in Wort und Bild
    hat mich zutiefst berührt aber auch etwas beschämt. Beschämt deshalb, weil ich aus einer ganz nahen Gegend stamme (Alhocema, wenn Dir das was sagt) und mir nie die Mühe gemacht habe, meine unmittelbare Umgebung bzw die Nachbarorte kennenzulernen und in diesem Fall eben Chefchauen - ein sehenswertes Städtchen, wie Du mir hier vorbildlicherweise vorgeführt hast... Ich finde das einfach unglaublich lustigt: Ein unternehmungsfreudiger und kluge Deutscher namens Hartmut fliegt über 3000 Kilometer nach Morokko, dann besichtigst Du zufällig Chefchauen, ein Ort der sozusagen direkt vor meiner Haustür seit jeher weilt, dessen Existenz ich mir aber leider nie bewusst war. Du hast von Dort in kürzerster Zeit, die Dir zur Verfügung stand, ansehliches Bildmaterial und ausfühliche Mitteilungen mitgebracht, die mich erstaunten einerseits und mich aber auch etwas Reue verspüren ließen anderseits, weil ich während ich noch in Marokko war den Besuch des Städtchens versäumt habe.
    Ich war das letzte Mal vor 25 Jahren in Marokko. Persönliche Gründe liessen mir keine andere Wahl, als den Kontakt völlig abzubrechen, der ganzen Familie dort und folglich auch der Heimat den Rücken zu keheren. Diese Lange Zeit ließ in mir allmählich jedes Nationalgefühl und jeden Gedanken an dort abflauen. Heutefrüh endeckte ich diese Seite, Deine Seite lieber Hatmut, mit all ihrem blauen Zauber. Und nun weiss ich nicht mehr wie es mit mir geschah...Ich denke nur noch ans Kofferpacken und an Flugzeugen und natürlich an den blaugetünchten Häuserwänden zwischen den zwei grünen Hörnern im Rif.
    Herzlichst
    Omar Ballali

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  • tumtrah

    Lieber Omar,
    um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen: Eine solche Reaktion auf einen meiner Reiseberichte habe ich bislang noch nie erfahren. Und sie macht mich glücklich. Es hat nicht viel gefehlt und Deine Worte hätten mir vor Rührung die Tränen in die Augen getrieben. Was kann es für mich ein schöneres Kompliment geben, als dass ich es mit meinen Worten und Bildern geschafft habe, in Dir nach so langer Zeit der - selbstgewählten - Trennung von der Heimat wieder ein Gefühl der Sehnsucht zu erwecken!! Heute sagt man vielleicht dazu "Back-to-the roots-Gefühl". Ich wünsche Dir von Herzen, dass es Dir gelingen möge, Deiner Sehnsucht Taten folgen zu lassen und womöglich alte Wunden schließen zu können.

    Ich habe hier auch noch einen Bericht über Volubilis und Moulay Idriss eingestellt - beide Orte ja nicht allzu weit von Deiner Heimatstadt entfernt. Sollte Dich auch der interessieren, so findest Du ihn unter
    www.geo-reisecommunity.de/reisebericht/518343

    Zweimal hatte ich vor mehr als 30 Jahren Dein wunderschönes Land bereist und ich war nach der langen Pause überaus angetan davon, wie Deine Landsleute es geschafft haben, alten Traditionen treu zu bleiben und doch das Land ungemein weiter voranzubringen. Einen reichen Bilderbogen findest Du in mehreren Alben unter der Adresse www.picasaweb.google.de/hartmutassmann
    Du musst nur ein wenig rückwärts gehen in der Gesamtübersicht der Alben, dann wirst Du auf die Marokko-Alben stoßen. Vielleicht kommen Dir hier und da schöne Erinnerungen an "alte Zeiten".
    Ich grüße Dich ganz herzlich und bedanke mich nochmals.
    Hartmut

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