Reisebericht

Reisebericht: Gestrandet an der Skelettküste

 
 
 
 
 

Krawumm

KRAWUMM....!!! - Ich realisiere sofort: DAS war übel, lege daher eine
Vollbremsung hin, auf eventuell folgenden Verkehr brauche ich keine Rücksicht zu nehmen – denn das letzte Auto begegnete uns vor vier Stunden. Schlingernd und in eine Staubwolke gehüllt kommt der schwere Toyota Hilux Bushcamper auf der Schotterpiste zum Stillstand. Wortloser Blickkontakt zwischen Christina und mir. Alles Okay?

Okay ist relativ - wir befinden uns im menschenleeren
Niemandsland an der Westküste Namibias. An der Skelettküste. An jenem
unwirtlichen Ort, den Reisegruppen nicht ansteuern; hier gibt es nur
Einsamkeit und raue Natur. Nur skelettierte Wracks, mumifizierte Kadaver, graue Steinöde, den eiskalten Atlantik – diese Küste zählt zu den lebensfeindlichsten Gegenden der Erde. Wer hier einst mit seinem Schiff strandete, war dem Tode geweiht. Auf Salzwasser folgt Wüste. Und sonst nichts.

Hier stehen wir nun. Wie erwähnt, das letzte Auto kam uns vor vier Stunden entgegen. Ich steige aus dem Bushcamper, um den Schaden zu begutachten....Gütiger....das sieht nach einer gebrochenen Kurbelwelle aus....wie viel Wasser haben wir eigentlich an Bord?



 
 
 
 
 

(14 Stimmen)

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Feuermachen, Grillen - da ist Mann noch Mann

Rückblick...

Nach Zwischenstopp in Johannesburg Weiterflug nach Windhoek, der
Hauptstadt Namibias. Wir werden am Flughafen von einem Shuttleservice
der "Pension Steiner" abgeholt; nur einmal in Windhoek
übernachten, am nächsten Tag werden wir unseren Bushcamper abholen. Zeit um
sich ein wenig von den Anreisestrapazen auszuruhen und einen kurzen
Blick auf Windhoek zu werfen. Jene afrikanische Hauptstadt, dessen Land
erst nach langen Wirren und Kämpfen der SWAPO gegen die südafrikanischen
"Besatzer" 1990 als letzter Staat auf diesem Kontinent in die
Unabhängigkeit entlassen wurde. Dass Namibia fast 30 Jahre (von 1888 bis
1915) deutsche Kolonie war, spiegelt sich noch heute im Straßenbild von
Windhoek wider: die Geschäftssprache ist zum Teil immer noch deutsch,
die Speisekarte in den Restaurants preist "Schweinshaxe mit Kraut" an,
dazu gibt´s Jägermeister und Weißbier.

Auf der Fahrt vom Flughafen plaudere ich ein wenig mit dem
dunkelhäutigen Fahrer. "Ah. Germany. From Cologne. Podolski..." ICH habe mein Schwätzthema mit dem hochsympathischen Gentleman gefunden, Christina
verdreht nur die Augen...

Klamotten in der "Pension Steiner" im Zimmer verstaut. Hunger.

Ich entscheide mich für namibisches Lamm, Christina nimmt eine
Grillplatte mit einem Mix aus Oryx-Antilope, Kudu und Strauß. Kudu und
Oryx sollten im Laufe der Reise zu meinen persönlichen Favoriten werden,
das Fleisch ist fettarm und sehr würzig....schmatz.Namibia. Kein Land für Vegetarier.

Am nächsten Morgen also beim deutschsprachigen ("Hi, ich bin der Stefan..")
Autovermieter unseren Toyota Hilux Bushcamper abgeholt. Die übliche
Variante mit Dachzelt wählten wir nur nicht, weil "Reiseveranstalterin“
Christina – meine werte Gemahlin - in ihrer an einen Bluthund erinnernden Beharrlichkeit
tatsächlich einen Anbieter gefunden hatte, der uns einen Bushcamper für
90,- Euro am Tag vermietet. Normalerweise kosten diese Teile ungefähr
das Doppelte. Verbinden diese Bushcamper halt die Robustheit und
(annähernde)Geländetauglichkeit eines 4X4 mit dem Komfort eines
Wohnmobils, incl. einer kompletten und gut sortierten
Camping-Ausrüstung. Und dem Vorteil, zur Nachtruhe nicht jedes Mal das
Dachzelt aufbauen zu müssen. Der Schutz vor Eindringlingen in einer
kompakten und abschließbaren Schlafzelle vermittelt zusätzlich ein gutes
Gefühl der Sicherheit. Auch tropische Regengüsse(man weiß ja nie...) in
einem Zelt ertragen zu müssen, können Urlaubsfreuden trüben. Daher:
Bushcamper.

An den Linksverkehr und das quasi umgedrehte Sitz- und Schaltschema
gewöhn´ ich mich schnell, einzig beim Blinken betätige ich die ersten
Stunden ständig den Scheibenwischer ....(Blinker rechts, Scheibenwischer
halt links vom Lenkrad...). Raus aus Windhoek...ab Richtung Waterberg,
der ersten Etappe. Schon nach wenigen Kilometern außerhalb Windhoeks
ebbt der Verkehr schlagartig ab. Die Landschaft wirkt menschenleer, die
Gegend wird hügeliger. Namibia zählt zu den spärlich besiedelten
Ländern der Erde. Auf einer Fläche, etwa der doppelten Größe
Deutschlands entsprechend, leben gerade mal knapp zwei Millionen
Menschen. Zieht man davon noch die 300.000 Windhoeker ab, verteilen sich
gerade noch gute 1,5 Millionen Menschen auf diese riesige Fläche.
Herrlich für gestresste Großstädter.

Nach einigen Stunden Fahrt durch die schöne und abwechslungsreiche
Landschaft, steuern wir den Camping-Platz am Waterberg an. Wobei
"Campingplatz" nicht mit deutschen Maßstäben zu beurteilen ist. Man
bekommt eine mehrere hundert Quadratmeter große Parzelle mit Wasser- und
Stromanschluss, eigenem Grillplatz (die Namibier scheinen die
Weltmeister im Grillen zu sein...)und unter dem schattenspendenden
Schutz der weit verbreiteten Kameldornbäume. Gewarnt wird vor diebischen
Pavianen, tatsächlich besucht uns nur eine Großfamilie Mangusten,
irgendwelche Hörnchen und eine Heerschar bunter Vögel.

Während ich auf einem soliden Klappstuhl rumfläze, genieße ich das
herrliche Klima: 28 Grad, extrem trockene Luft, eine sanfte Brise und
keine Moskitos. Perfekt. Der Holzkohlegrill wird angeworfen (Feuermachen
- DAS archaische Ritual, das noch in jedem Mann genetisch verankert zu
sein scheint... )und die noch rasch in Windhoek gekauften
Porterhouse-Steaks werden wenig später unter freiem Himmel genüsslich
verzehrt....URLAUB !



 
 
 
 
 

(10 Stimmen)

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Nachts lauern die Schakale (auf die Schnitzel für den Grill...)

Bin ich in Afrika, will ich auch Wildtiere gucken. Dafür gibt es in
Namibia zum Beispiel den Etosha Nationalpark im Norden, Richtung Grenze zu Angola.
Afrika ist groß. Sehr groß. Deswegen hat ein "Nationalpark" auch mal eben die Fläche Sloweniens. Das Camp ist natürlich umzäunt....wilde Viecher sind
neugierig ! Trotzdem schaffen es Schakale und auch schon mal Hyänen in
das umzäunte Camp - daher niemals im Freien übernachten. Neben uns(das
bedeutet 30 Meter entfernt - eng geht es NIE zu...) machte es sich ein
südafrikanisches Pärchen mit ihrem Landrover und Bodenzelt gemütlich.
Um das Camp zu erkunden gingen die Beiden mal eben ne halbe Stunde weg und ließen die Türen von ihrem Landy weit offen; (geklaut wird eigentlich nie etwas...auf solchen Camps sind halt nur die Globetrotter-Freaks...da beklaut man
sich nicht gegenseitig...:-) ) Großer Fehler!:keine zehn Minuten später umschlichen Schakale den Landy und fingen an sich für den Innenraum des Autos zu interessieren. Die Viecher musste ich dann erstmal mit ein paar
Drohgebärden und nem Knüppel verjagen.

Aggressiv sind diese Tiere nicht. Die wissen nur, dass es bei den
Zweibeinern immer Leckerlis gibt. Sobald der Holzkohlegrill angeworfen wird,
leuchten schon die Schakalaugen aus dem Dickicht....



 
 
 
 
 

(29 Stimmen)

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Rudel Touristen beobachten Rudel Löwen (oder umgekehrt)

Am nächsten Morgen dann Pirschfahrt. Gnus, Zebras, Springboks,
Giraffen, Elefanten, Oryxe in Hülle und Fülle. Und dann seh´ ich den Landy
der Südafrikaner. Der Knabe hatte ein supergutes Auge: ein verschlafenes
Löwenrudel - mindestens acht ausgewachsene Weibchen ! Aber leider völlig
entspannt und offenkundig nicht hungrig. In einer Entfernung von 20
Metern von dem Rudel entfernt stehen geblieben - gleich neben dem Landy
der Südafrikaner und mit offenem Fenster (das Auto im Etosha Park zu
verlassen ist absolut lebensgefährlich!)geplaudert.

Plötzlich ein Brummen. Der Fahrer eines Reisegruppenbus ist ganz
offensichtlich auf unsere beiden Fahrzeuge aufmerksam geworden und
rumpelt in unsere Nähe. Der Bus bleibt stehen. Und circa dreißig Touris -
allesamt mit laufenden Camcordern - stehen wie die Hühner auf der Stange
- und filmen uns..und das Löwenrudel...der Anblick ist zum Schreien :
Matronen in Leopardentops und Goldklunkern behängt, Männer in suboptimalem Fitnesszustand in albernen Muscle-Shirts
und Tropenhüten. Der Südafrikaner und ich schauen uns an..und brechen
wie auf Kommando zusammen in schallendes Gelächter aus - WIE in einem
schlechten Film...nachdem eine Minute gefilmt wurde, rumpelt der Bus
weiter. Und wir haben wieder unsere Ruhe - und können die Löwen weiter
beobachten...



 
 
 
 
 

(23 Stimmen)

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Die Skelettküste ist eigentlich auf dem Mars

Namibia begann mir richtig gut zu gefallen. Egal, wo wir uns aufhielten,
die Menschen waren herzlich & hilfsbereit. Die Landschaft grandios. Als
nächstes größeres Ziel hatten wir uns die Skelettküste ausgesucht.
Hunderte Kilometer keine Tankstelle. Hunderte Kilometer auf der einen
Seite nur den brandenden Atlantik, auf der anderen Seite beginnen schon
nach wenigen 100 Metern die steilen Dünen der Wüste. Diese
Unberührtheit, die Schroffheit, diese Menschenleere wollen wir erkunden,
wollen wir auf uns einwirken lassen. Daher hatten wir in einem der
wenigen Unterkünfte für zwei Tage ein Zimmer gebucht. Vor der Einfahrt
zur Skelettküste muss man an einem Kontrollpunkt ein gültiges Permit
vorweisen können - sonst darf man dort erst gar nicht einfahren.
Totenköpfe am Tor sollen die Besucher zusätzlich sensibilisieren, welche
Gegend sie im Begriff sind zu betreten. Motorradfahrer dürfen die
Skelettküste erst gar nicht befahren.

Die Fahrt zur Küste ähnelt einem Trip auf dem Mars. Felsen und rötlicher
Sand. Und keine lebende Kreatur weit und breit. Und plötzlich kommt man
an einer Oase vorbei. Mitten im Nichts. Oryxe äsen am Schilfgras,
Flamingos schwimmen auf einem kleinen See. Es wirkt wunderschön und
unwirklich.

Nach einigen Stunden Fahrt erreichen wir unsere Unterkunft in "Terrace Bay".
Hier gibt es außer uns als Gästen nur Fischer. Die Fischgründe an der
Skelettküste - so ließ ich mir sagen - sollen gigantisch gut sein. Ich
gehe am Strand spazieren. Schaue mir die Wracks gestrandeter Schiffe an
und genieße ansonsten die Warmherzigkeit des Personals und relaxe
einfach mal zwei Tage, bevor es weiter Richtung Swakobmund gehen soll.



 
 
 
 
 

(18 Stimmen)

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Schön zu wissen, dass schon vor uns hier Leute gestrandet sind...

Wir verlassen die Skelettküste Richtung Swakobmund,
da...KRAWUMMM.....siehe Einleitung.
Ein Blick unter den Bushcamper lässt meine schlimmsten Befürchtungen wahr werden: der Bruch eines Kardans beziehungsweise der Kurbelwelle.
Ich realisiere, dass es sich wohl um die Kardanwelle handelt, die die
Fronträder im Allradmodus antreibt. Was tun? Es ist menschenleer.
Die nächste "Stadt" (das sind in Namibia manchmal nur drei
Häuser....)liegt wohl 100 Kilometer entfernt....
Christina holt ihr Handy raus.....schaltet es ein…unfassbar: wir haben
ein Netz! An der Skelettküste. Selbst daheim in der Eifel, vor den Toren Kölns, ist das mitunter ein Lotteriespiel! Die Nummer unseres Vermieters in Windhoek gewählt...: „Hello?....“
Stefan, unser Vermieter, bekommt die Sache geschildert. SAGENHAFT:
die namibischen Autovermieter haben über das ganze Land ihre Kontakte
geknüpft. Er benachrichtigt den Mechaniker, der uns am nächsten
ist. WO GENAU wir denn seien ? Es ist wahrlich von Vorteil, dass es an
der Skelettküste nur eine Straße gibt, wir geben einfach die Entfernung
von unserer letzten Unterkunft an...alles klar - Stefan führt einige
Telefonate und meldet sich dann wieder bei uns....

Tatsächlich ist nach vier Stunden ein Mechaniker mit seinem Landy und
Werkzeug bei uns. Legt sich unters Auto und bestätigt meine Diagnose. Er
schraubt den Kardan ab und funktioniert unseren Bushcamper einfach zu
einem heckgetriebenen Vehikel um. Stefan fragt uns, ob wir mit dieser
Variante unseren Urlaub fortsetzen möchten oder ob er uns ein neues
Fahrzeug besorgen soll ? Das könnte allerdings ein paar Tage dauern und
wir müssten so lange irgendwo auf das Ersatzfahrzeug warten. Kurze
Abstimmung mit Christina - wir behalten unseren Bushcamper und ich meide von nun an Tiefsand....



 
 
 
 
 

(24 Stimmen)

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Auge in Auge mit der Speikobra

Hier und dort hüpften allenorts vor und hinter unserem Bushcamper Springboks und Antilopen herum; vor mich hin lächelnd drängt sich mir der Vergleich mit verspielten Tümmlern und Delfinen auf, die in den Bugwellen von Schiffen ihre Kunststücke demonstrieren.



 
 
 
 
 

(17 Stimmen)

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Voller Aufmerksamkeit, bloß keines dieser Tiere anzufahren, wundere ich mich plötzlich. Vor mir, in 150 Metern Entfernung, liegt eine schwarze, circa 1,5 Meter lange Dachlatte mitten auf der Piste. Ich verlangsame das Tempo. Nicht, dass ich mir noch einen Platten fahre, man weiß ja nie, ob nicht Nägel herausragen. Doch zu meiner großen Überraschung richtet sich die Dachlatte unvermittelt auf! Und entpuppt sich als eine stattliche Kobra, die sich herausfordernd dem Toyota – die markanten Halsschilde bedrohlich ausgefahren – entgegenstellt. Mutiges Biest – Respekt! Da ich aber fürchte, dass die Schlange gegen den Bushcamper als zweiter Sieger die Arena verlassen wird, bremse ich den Wagen zum Stillstand ab, greife meine Kamera, und versuche statt dessen, ein Foto von diesem wilden, wunderschönen Reptil zu machen. Meine Frau fragt mich, ob ich den Verstand verloren hätte, mich einer Königskobra zu nähern. Aber sie kann mich nicht davon abhalten, beim Fotografieren halte ich es gern mit dem Motto des weltbekannten War Photographer James Nachtwey: Ist das Objekt zu weit entfernt, bist du nicht nah genug dran! Das mit dem zweiten Sieger denkt sich die Schlange vermutlich zwischenzeitlich auch und trollt sich dann doch von der Straße. So bleibt leider nur dieses eine, sehr spontan aus dem Hilux geschossene Photo. Wer weiß allerdings, wofür die Flucht gut war. Zurück in der Heimat lese ich, dass es sich bei diesem pechschwarzen Exemplar höchstwahrscheinlich um eine so genannte Speikobra gehandelt haben muss, die bei Gefahr ihren Gegnern ihr Gift aus mehreren Metern Distanz gezielt ins Auge spucken kann…na, denn….



 
 
 
 
 

(26 Stimmen)

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Der Himmel über der Wüste

Um unseren Zeitplan einzuhalten, verkürzen wir unseren Aufenthalt in
Swakobmund um einen Tag und machen uns auf den Weg nach Sossusvlei...in
die Namib. Dort, wo sich mit die höchsten Dünen der Welt befinden.

Angekommen, beziehen wir unseren Campingplatz und legen uns unter
den Sternenhimmel.Niemals zuvor habe ich einen
solchen Sternenhimmel betrachtet. NIEMALS! Atemberaubend! Die Milchstraße
scheint zu glühen...die Sterne sind zum Greifen nahe...SO habe ich das
in der Form noch nie zuvor gesehen. Hammer !

Am nächsten Morgen geht´s sehr früh in die Wüste. Hier lasse ich einfach
die Bilder sprechen.



 
 
 
 
 

(19 Stimmen)

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Wilde Pferde - braver Hilux

Nach den beeindruckenden Riesendünen führte uns unser Weg in mehreren
Etappen ganz in den namibischen Süden. Der Fish River Canyon - nach dem
Grand Canyon wohl zweitgrößter Canyon der Welt. Dort war noch
einmal Wandern angesagt, man trifft auf wilde namibische Pferde,
wunderschöne kreisende Adler - und vor allem wieder Einsamkeit und
grandiose Landschaften. Auf dem Weg zurück nach Windhoek übernachteten
wir in Rehoboth in einer wunderschönen Lodge an einem stillen See. In Windhoek
schließlich Rückgabe unseres geschundenen, braven Toyota Hilux, dem wir
wirklich alles abverlangt haben. Bei den entschuldigenden Worten des
Vermieters zucke ich nur grinsend mit den Schultern...Dinge passieren...im Senegal habe ich mal ein Auto in einem Fluss versenkt...so ist das
halt.... Ich versichere Stefan, dass ansonsten alles tiptop gelaufen ist
und ich jederzeit wieder bei ihm ein Fahrzeug buchen würde.
Am letzten Tag gammeln wir noch ein wenig in Windhoek rum.
Schauen mal ins Internet, kleine Souvenirs für die Lieben daheim.. - wir
waren zwei Wochen ohne Infos aus Europa von der Außenwelt abgeschnitten
- HERRLICH!



 
 
 
 
 

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Namibia? Ja!

Namibia ? Unbedingt hin ! Grandiose, faszinierende, sehr
abwechslungsreiche Landschaften, eine gute Infrastruktur, supernette
hilfsbereite Menschen, ein tolles Klima. Und - weil weniger bereist -
irgendwie abenteuerlicher als Südafrika. Und man sollte vielleicht
schnell hin: zwar nicht so dramatisch wie in Simbabwe, machen die
Politiker immer wieder mal Stimmung gegen die weiße Minderheit - von
Enteignungen ist zwar (noch) nicht die Rede, aber sollte es zum Worst Case Scenario kommen, könnte Namibia bald evtl. nicht mehr so leicht und unbeschwert zu bereisen sein -
das kann in Afrika leider ganz schnell passieren....

Stichwort Kriminalität: sie ist vorhanden. Wie überall auf der Welt. Uns
ist sie mal wieder nicht begegnet. Die Menschen sind arm. Sei demütig.
Sei aufgeschlossen und tritt freundlich auf. Protze nicht mit dem, was du
hast. Die Offenheit und Herzlichkeit, die du entgegen bringst, kommt zurück. Vielleicht ist das
unser(!) Schlüssel auf unseren Reisen. Namibia? JA!



 
 
 
 
 

(35 Stimmen)

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Kommentare
  • moho 11.05.2012 | 09:50 Uhr

    ich bedanke mich herzlichst fürs mitnehmen! LG Moni

  • mamaildi 11.05.2012 | 18:52 Uhr

    Zuerst bin ich hier beim Rumsurfen auf dein Speikobra-Dachlattenbild gestoßen. Das brachte mich zum Reisebericht. Nach dem ersten Abschnitt hab ich mir noch schnell ein Glas Rose eingeschenkt - und dann gings ab nach Namibia.
    Ein ganz mitnehmend geschriebener Bericht, der total Lust macht auf das Land. Wenn es dann bei uns so weit ist werde ich Kontakt aufnehmen mit deinem Bluthund, trotz der Kardanwelle will ich auch so einen Bushcamper!!!
    Liebe Grüße - Ildiko

  • Schili 11.05.2012 | 19:10 Uhr

    Hallo Moni, hallo Ildiko. Danke für euren netten Kommentare und wenn es soweit sein sollte, teil ich dir, Ildiko, gerne den von meinem Bluthund rausgesuchten Anbieter mit....;-) Grüße aus Köln

  • ingepeter (RP) 11.05.2012 | 22:04 Uhr

    Ein wenig erinnerte mich deine Reisebeschreibung an "Hummeldumm" (eine Reisegruppe in Namibia unterwegs), recht witzig und humorvoll geschrieben. An der Skelettcoast eine Handyverbindung zu haben, ist ja schon fast wie sechs Richtige im Lotto. Hilfsbereit sind die Menschen egal welcher Hautfarbe immer. Auf einer meiner Reisen durch Namibia erlebte ich eine ähnliche Situation. Der Reifen (eine spezielle Grösse für den Allradwagen)
    wurde nachts quer durch Namibia gefahren, nur damit wir möglichst wenig Zeitverlust erleiden sollten und gezahlt haben wir fast nichts. Unglaublich für uns, doch nicht in Namibia.
    Interessant und auch ernst zu nehmen Deine Anmerkungen über die schnellen politschen Veränderungen, die in den afrikanischen Ländern möglich sind. An Kudu und Oryx (auch auf dem Grill) denkend grüsst Inge

  • Zeitreisende 12.05.2012 | 23:12 Uhr

    Danke fürs Mitnehmen- war eine sehr schöne Reise !!! LG Dani

  • Schili 13.05.2012 | 11:43 Uhr

    Ein herzliches Dankeschön nochmals für die netten Kommentare und tollen Bewertungen. :-) Mit meinen - vielleicht ein wenig unkonventionell gehaltenen - Reiseberichten verfolge ich primär zwei Ziele: erstens durchlebe ich selbst nochmals meine Reisen und zweitens möchte ich manch reisefreudigen Mitmenschen - hoffentlich halbwegs erfolgreich - ein klein wenig die Angst oder Scheu vor dem individuellen Reisen speziell außerhalb Europas nehmen.Oder vielleicht das Zünglein an der Waage, es individuell anzugehen. Diejenigen Mitleser unter euch, die(ganz oder teilweise) so ticken wie ich, werden meine Gedankengänge sowieso nachhalten können...;-) Die Welt ist wunderschön.Und aufregend. Und sie wird für den Betrachter noch viel schöner, kann er Einfluss auf die Gestaltung seiner Sinneswahrnehmungen nehmen. Das ist MEIN Credo. Wenn meine Berichte zusätzlich noch unterhalten, freu ich mich doppelt und fühle mich gleichzeitig weiter angespornt. Viele Grüße aus Köln, Schili

  • Blula 28.05.2012 | 09:55 Uhr

    Ich glaube, nach Namibia muss ich in meinem Leben auch noch mal. Danke für diesen überaus anschaulichen Bericht und die herrlichen Fotos.
    LG Ursula

  • nach oben nach oben scrollen
  • Schili 29.05.2012 | 19:42 Uhr

    Hallo Ursula. Es wird - und das meine ich alles andere als hochnäsig -irgendwann recht schwer, gewisse Destinationen und Urlaubserlebnisse zu toppen. Namibia war so ne Geschichte, bei der ich mir im Vorfeld dachte: bestimmt nett - wird aber meine quasi "ewigen Top 3"(Patagonien/Neuseeland/USA-mit dem Cabrio von San Diego nach San Francisco via Highway Nr. 1) wohl nicht toppen. Zumal ich schon einige Afrika-Aufenthalte hatte. Aber es kam anders...Namibia war einfach der Oberkracher und hat sich mal eben auf meinen persönlichen Platz 3 geschoben.....;-)

  • Blula 29.05.2012 | 20:17 Uhr

    Ich denke auch immer öfter über Namibia nach.....!!!

  • charbonnier 30.05.2012 | 13:22 Uhr

    Spannend geschrieben, schöne bis hinreißende Bilder, danke!
    Und wenn Du beim nächsten mal noch ein wenig näher an die Natur kommen möchtest: probier mal Botswana. Da haben die Camps keinen Zaun...
    Ob das mit dem Handy dort auch so sagenhaft geklappt hätte, bezweifle ich allerdings.
    Der Einsatz Deines Autovermieters ist unglaublich - hat der auch einen Namen? Wir wollen ja keine Werbung machen - aber ein Tipp ist doch o.k., oder?
    LG Ulrich

  • Schili 30.05.2012 | 13:32 Uhr

    Hallo Ulrich. 2013 steht tatsächlich Namibias Nordosten plus Botswana ganz! Oben auf unserer Urlaubsagenda..;-) Ja,und ich denke auch,dass ich diesen wirklich tollen Vermieter hier ein klein wenig bewerben darf...;-) http://www.africamper.de/ Danke & Gruß aus Köln.

  • u18y9s26 30.05.2012 | 22:18 Uhr

    Das war ein Revival! Namibia durch eine andere Brille erleben, das hat einen riesigen Spaß gemacht und spornt uns an, das Land auf neuen Wegen zu erkunden.
    LG Ursula

  • claudili (RP) 30.05.2012 | 23:21 Uhr


    ... wenns gehen würde, würdest du dafür von mir 10 Pünktchen bekommen, so witzig und spannend geschrieben. Man kann sich das richtig bildlich vorstellen, mitten in der Wüste ein Schaden am Auto, ich würde ausflippen :-) Bitte mehr von solchen Berichten... LG Claudia

  • nach oben nach oben scrollen
  • Schili 31.05.2012 | 14:08 Uhr

    Nochmals herzlichen Dank für die supernetten Kommentare und tollen Bewertungen.:-)
    @ Ursulau18y9s26: Spaß, exakt das ist es, was ich vermitteln möchte. Denn das erwarte ja auch ich selbst von den Reiseberichten in der RC. Und die Messlatte liegt hier zum Teil verdammt hoch...;-)

    @ claudili: jahrzehntelanges individuelles Reisen in zum Teil sehr unwirtliche Gegenden, schafft natürlich auch eine gewisse Gelassenheit, passiert halt mal so etwas wie ne Panne auf dem Mars... wünschen tut man sich das allerdings trotzdem nicht.;-) Aber das sind schon die Dinge, an die man sich rückblickend erinnert.Das hat schon eine andere Güte als ".. und erinnerst du dich noch, wie mir der Engländer mein Handtuch von der Pool-Liege genommen hat...?" HIER sind die Leute, die verstehen, weshalb man solche Trips überhaupt macht...:-)
    Ein neuer Reisebericht ist grad in Arbeit....werde versuchen, wieder alles zu geben...
    Liebe Grüße aus Köln.

  • ursi67 03.06.2012 | 14:48 Uhr

    So amüsant und witzig geschrieben, gratuliere! Wir waren vor 6 Jahren in Namibia und jene Erinnerungen wurden wieder geweckt, danke. Auch die Bilder sind wunderschön und eure Reise wirklich abenteuerlich mit dieser defekten Kurbelwelle!
    Liebe Grüsse aus der Schweiz, Ursi

  • pleuro 30.06.2012 | 21:57 Uhr

    Ganz super geschrieben, ganz meinStil! Ein toller mit viel Humor verpackter Reisebericht, der zudem noch viele Informationen liefert. In 2 Monaten, so nichts dazwischen kommt, bin ich auch in Nambia. Diesmal in eigener Regie auch mit einem Toyota Hillux, aber kein Bushcamper; wir haben Lodges gebucht. Ich kann nur hoffen, dass unsere Kurbelwelle hält. :-)
    LG Anne

  • Schili 01.07.2012 | 08:48 Uhr

    Da wünsche ich jetzt schon mal viel Spaß und erwarte! anschließend einen zünftigen Reisebericht...;-) Habt ihr schon sämtliche Lodges gebucht? Ich hätte nämlich noch einen echten Geheimtipp: statt die letzte (oder die letzten) Nacht im eher langweiligen Windhoek vor der Rückgabe des Mietwagen zu verbringen, kann man vor den Toren Windhoeks(ca.80km) noch ein- oder zwei Tage in traumhafter Lage in Lodges an einem See gelegen verbringen.Einsam in die Landschaft gebettete komplette 2-stöckige Häuser, superschön, supergemütlich eingerichtet. Zwar Selbstverpflegung, dafür ist im Haus - incl. großem Grill auf der Terrasse- wirklich alles vorhanden....http://www.wheretostay.co.za/rehobothlodge/ Bei Interesse stehe ich mit Einzelheiten natürlich gerne zur Verfügung.

    Ansonsten an dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön für die netten Kommentare und zahlreichen positiven Klicks. :-)

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Gestrandet an der Skelettküste 4.95 20