Muziru Muzungu - oder Die grausame Wahrheit über eine Gruppenreise

Reisebericht

Muziru Muzungu - oder Die grausame Wahrheit über eine Gruppenreise

Reisebericht: Muziru Muzungu - oder Die grausame Wahrheit über eine Gruppenreise

Der Name Uganda ist von dem im südöstlichen Teil des Landes gelegenen, vom Stamm der Bantu bewohnten Königreich Buganda abgeleitet.
Das Land grenzt im Südwesten an Ruanda, dass durch den Völkermord im Jahre 1994 traurige Berühmtheit erlangte.
Im Norden grenzt Uganda an den Sudan und im Süden an Tansania und Kenia. Im Westen grenzt Uganda an die Demokratische Republik Kongo.

Muzungus & Chimps

Kongo, Victoriasee, Ruanda, dass klingt sehr nach Abenteuer.
So finden wir uns um 5:50 Uhr am Flughafen Berlin Tempelhof ein, um in Entebbe um 23:30 Uhr auf den Rest der Gruppe zu treffen. Nachdem wir für 50 USD das Visum erstanden haben und unser Gepäck vom Band gezogen haben, beginnt die Reise afrikanisch. Niemand, der uns abholen will ist zu finden. Auch einer der Koffer ist nicht in Entebbe angekommen.
Nun heißt es warten. Zum Glück gibt es Bier und so läßt sich die laue Nacht schon mal genießen. Nachdem sich der Flughafen fast völlig geleert hat, entdecken wir einen Fahrer vom Hotel oder er uns.
Wir sind müde, checken nur noch schnell im Hotel ein und hauen uns auf´s Ohr.

Den nächsten Tag beginnen wir um 6:00 Uhr. Wir genießen ein englisches Frühstück, afrikanischer Interprätation.
Das Rührei oder Omlett ist wie überall in Uganda weiß, da es hier so Sitte zu sein scheint, das Eigelb nicht mitzuessen.
Besonders lecker sieht das nicht aus. Ich probiere es mit einem Muffin, der wie sich herrausstellt, eine Konsistenz hat die etwas an Gummi erinnert. Der hier angebotene Toast ist süß und so halte ich mich an Früchte, Kaffee und Zigarette.
Es stellt sich herraus, dass unser Fahrer irgendwann später kommt, da das Auto defekt ist. Da das Hotel direckt am Victoriasee liegt, laufen wir zum Stand und staunen über den schlechten Ausblick, dass dreckige Wasser und den Müll am Strand. Nach einer Stunde ist Ivan unser Fahrer und Guide mit einem Minibus da um uns abzuholen und wir stellen uns an den Stau nach Kampala hinten an.
Wir fahren zum Büro der örtlichen Agentur um dort das Auto zu tauschen, denn der Bus der eben noch 90 km/h mit sieben Leuten und Gepäck lief ist angeblich defekt und wir tauschen ihn gegen einen uralten Toyota Land Cruiser. Nachdem das Gepäck mit Mühe und Not verstaut ist, ein Koffer fehlt ja "glücklicherweise" und sich sechs Leute und der Fahrer reingefaltet haben, fahren wir mit verknoteten Gliedmaßen nach Fort Portal. In Mubende machen wir eine kurze Pause.
Fort Portal liegt auf 1.525 Metern am Rande der Rwenzori Berge.
Auf dem fünfeinhalb Stunden langen Weg dorthin können wir erste Reiseeindrücke sammeln.
Heute ist im engeren Sinn der erste wirkliche Urlaubstag. Schimpansentrekking steht auf dem Programm. Na dann los zum Kibale NP. Auf dem Weg dorthin das Postkartenmotiv bei dem über einem wie mit Aquarellfarben gemaltem Tal, über dem Nebelschwaden hängen, die Sone aufgeht. Wir können angeblich nicht anhalten - ist zu gefährlich. Zwei Kilometer weiter ist es dann nicht mehr gefährlich und wir halten an einer Stelle von wo der Ausblick langweiliger nicht sein könnte.
Nach einem weiteren Kilometer halten wir an einer anderen Stelle und machen Kackbilder vom Rwenzori Gebirge.

Vielleicht gibt es wirklich Reisende die mehrere Trekking Touren buchen, aber in keinster Weise mit den Verhaltensregeln in NPs und gegenüber den Tieren vertraut sind. Für alle Fälle gibt es daher vor dem Start der Gruppen ein Briefing und selbstverständlich müssen wir uns alle ordnungsgemäß mit allen Personaldaten in das Besucherbuch eintragen. Nun stolpern wir mit zwei anderen 6`er Gruppen durch den Regenwald auf der Suche nach unseren nächsten Verwandten. Die sitzen hoch in den Bäumen, warnen sich gegenseitig vor den nahenden Touristen und lachen sich schlapp. Nur kurze Blicke kann man auf einige Chimps erhaschen und auch von den Waldelephanten entdecken wir nur Spuren.
Nach drei Stunden kehren wir zurück und in ein neu errichtetes und sehr schönes Restaurant ein. Hier kann man im Freien sitzen und wir sind die einzigen Gäste. Eines hat bei Gruppenreisen Priorität - geregelte Mahlzeiten.
Angenehm gesättigt fahren wir weiter zum Bigodi Wetland Reservat, ein Feuchtbiotop, welches trotz aller Bemühungen nicht trockenzulegen war. So machte man aus der Not eine Tugend und aus dem Sumpf eine Reservat in dem Touristen (an der Nase) herumgeführt werden.
Mit einer sehr wortkargen Frau, die hier lebt, umrunden wir dieses Resevat in der Gluthitze des Nachmittags. Die einheimische Begleiterin verströmt dabei derart intensiven Schweißgeruch, dass man nicht hinter ihr gehen möchte.
Während der Rückfahrt nach Fort Portal, fängt es wie oft am Nachmittag, zu regnen an. Zum Dinner sitzen wir in einem halboffenen lieblos gemauerten,
grau verputzten Gebäude mit der obligatorischen Pastikbestuhlung. Es gibt Spaghetti, Kartoffeln, Currygemüse, schwarzgebratenes Hähnchengemetzel, zähes Steak und Obst. Während einige Reiseteilnehmer über die Tücken der deutschen Krankenversicherung streiten schaut unser Guide Ivan etwas ratlos in die Runde. Begriffe wie Krankenversicherung und viele andere Dinge, die wir als Problem betrachten sind in Uganda ein Fremdwort.
Bei einer Arbeitslosenquote von nahezu 50 % haben die meisten Menschen sicher andere Probleme, als was bei wem zu wieviel Prozent erstattet wird.



Victoriasee sunset



Queen Elisabeth National Park

Vier von Sechs versuchen heute morgen das versäumte Sonnenaufgangsbild nachzuholen.
Jedoch kann man einmalige Gelegenheiten nicht nachholen, deshalb heißen sie so und man trauert ihnen nach. Der Versuch scheitert, da es sehr bewölkt ist. Nicht selten hat dichte Bewölkung Regen zur Folge. Bis zum Frühstück um halb acht ist es so dunkel geworden, dass wir das Licht einschalten würden, wenn es denn funktionieren würde. Während des Gewitters fahren wir in Richtung Äquator und Ivan meint: "Ich glaube Regenzeit hat begonnen". Tolle Aussichten!
Um die Mittagszeit treffen wir am Äquator ein, es hört auf zu regnen und es wird wieder etwas freundlicher.
Als wir am Nachmittag am "Queen Elisabeth NP" eintreffen, machen wir zuerst eine Pirschfahrt und haben Glück. Löwen aus 10 Metern Entfernung, Elephant, Warzenschwein, Ugandakob, Wasserbock, Oryxantilope, Büffel, Weißkopfseeadler, Rothkehlfrankolin, Marabu, Hammerkopf, Kuhreiher, Glanzstar, Palmengeier, Webervogel und Necktarvogel können auf der fotografischen Abschußliste abgehakt werden. Der "Queen Elisabeth Park" im Süden Ugandas, liegt am Eduard- und Georg See. Mit über 600 Vogel- und 100 Säugetierarten ist er ein Ort der ein Gefühl für das ursprüngliche Afrika vermitteln kann. Eine traumhafte Lage wählte man für die edle aber preiswerte Mweya-Lodge.
Sie liegt auf einem Hochplateau mit Blick auf den Kasingakanal, der die beiden Seen verbindet. Auf dem Gelände der Mweya-Lodge kann man den ganzen Tag Warzenschweine beobachten. Am späten Nachmittag kommt ein Hippo den Berg hoch auf das Gelände der Lodge gestapft. Das ist natürlich die Sensation für die anwesenden Touris, die sich todesverachtend bis auf wenige Meter an das Hippo heranwagen. Ein kurzes Schnauben, eine ruckartige Bewegung, alle schreien auf und schon ist der Abstand wieder deutlich vergrößert. Aber auch das Hippo hält sich nicht an die empfohlenen Sicherheitsabstände und latscht einen Meter an der Außenterrasse vorbei und entlässt aus dem hinteren Ventil noch einen halben Kubikmeter Hippogülle in die Blumenrabtte sprudeln. Boaahh - was für eine Show!

Kurz nach sechs Uhr torkeln wir mir 35 anderen Touris, die auf Pirsch fahren wollen, zum Kurzfrühstück. Der Himmel wirkt düster und ab und zu blitzt es. Trotzdem fahren wir in den Park. Alle Tiere haben sich vor dem nahenden Unwetter versteckt und wir sehen außer einer Fleckenhyäne nichts Erwähnenswertes. In einigen Teilen des "Queen Elisabeth Parks" ist es aufgrund des dichten Buschwerks ohnehin schwierig zu fotografieren.
Ich hätte sicher gute Bilder von dem von Blitzen durchzucktem Himmel über dem Kasingakanal machen können, wäre ich in der Lodge geblieben - aber wie war das mit den einmaligen Gelegenheiten?. Statt dessen fahren wir mehr als zwei Stunden über matschige und holprige Pisten durch den Regen und starren in den Busch.
Nach dem opulenten zehn Uhr Frühstück, ist Zeit zur freien Verfügung und das Wetter bessert sich. Da in der Lodge keine individuellen Aktivitäten angeboten werden, müssen wir die Zeit mit Postkarten schreiben und Vögel knipsen totschlagen.
Der Lunch um halb eins verdient ebenfalls das Prädikat opulent und in dieser Küche hat man die afrikanische Interprätation der Pizza zu Vollendung gebracht. Vollgefuttert und faul werden wir nach dem Mittag die 200 Meter bis zur Anlegestelle bergab heruntergefahren.
Von dort schippern wir in einem Blechkahn über den Kasingkanal und machen Millionen von Vogel- und Hippobildern. Da wir alle aufgegessen haben ist uns der Wettergott wohlgesonnen und beschert uns am Abend einen schönen Sonnenuntergang. Nach dem Lunch sitzen wir bei Rotwein noch bis nach zehn Uhr abends zusammen.



Hippopotamus amphibius attractio



Fahrt zum Bwindi NP

Bis um sieben Uhr können wir heute ausschlafen, bevor wir uns beim Frühstück zum Wettessen treffen. Der Land Cruiser verlässt um kurz nach acht das Gelände der Lodge. Unser Ziel ist der Bwindi NP. Nachdem wir von der asphaltierten Hauptstrasse runter sind, ist die Straße durch den "Queen Elisabeth Park" Richtung Ishasha sehr schlecht und wird mit jedem Kilometer schlechter. Für einen Toyota Land Cruiser kein Problem. Für einen Toyota Land Cruiser der irgendwann in den 80´er Jahren das Licht der Welt erblickt hat, der seit langem unter dem Ersatzteilmangel leidet und mit sechs Touristen, Fahrer und allem Gepäck beladen ist, eine Reise zum Schrottplatz. Doch bis dahin kommen wir nicht. Irgendwo hinter Kiseny, ich sagte noch wir sollten dort besser noch Bier holen, gibt es einen Knall und eine weitere Federlage und das Federauge ist ausgebrochen.
Um elf Uhr sitzen wir bei 30 ° C auf einer staubigen Schlaglochpiste ohne Schatten, ohne Handyempfang und ohne Bier fest.
Da wir keine andere Wahl haben, schleppen wir uns mit Schrittgeschwindigkeit zur Polizeistation am Tor zum Park.
Diese Station besteht zwar nur aus Blech- und Lehmhütten, an dem Polzeiauto wird gerade geschraubt, aber es gibt wenigstens Handyempfang und einen schattigen Baum. So gut wie möglich versuchen wir die Zeit zu verbringen. In der Zwischenzeit ziehen nagelneue Offroader besetzt mit zwei Touris plus Fahrer an uns vorbei. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sonnen sich auch die beiden neueren Land Cruiser auf dem Gelände des lokalen Büros in Kampala in der Sonne.
Während wir unter dem Baum Ameisen und die Zeit totschlagen, fotografiere ich Frösche, Eidechsen und Blechhütten. Eine zweifelhafte Alternative zu den Touristen - Hochglanz - Afrika - Postkartenmotiven.
Nach fünf Stunden kommt dann doch noch ein Auto der lokalen Argentur. Ein baugleicher Toyota Land Cruiser bringt etwas Werkzeug, welches wie Altmetall aussieht. Altmetall in jedem Fall ist die Feder in Einzelteilen die mitgebracht wurde.
Der Fahrer stinkt wie ein Wunderbaum und macht sehr aufgesetzt auf gute Laune. Er versichert uns, das Problem sind logischerweise die schlechten Straßen, nicht die schrottreifen, verbastelten und geflickten Uraltkarren von Churchilltours.
Wahrscheinlich glaubt er, dass wir das glauben. Nachdem wir den katastrophalen Teil der Straße hinter uns gelassen haben, prügelt der Fahrer mit bis zu 70 km/h über die Schlaglochpisten und durch die Ortschaften, dass man glaubt die Karre würde jeden Moment auseinanderbrechen. Um 18:45 Uhr erreichen wir den Parkplatz des "Lake Kitandara Tent Camp".
Die Zelte haben Licht, eine Terrasse, ein Bad mit Badewanne!, eine Dusche und eine Toilette. Aufgrund der Feuchtigkeit riecht es etwas gammelig. Von jeder Stelle des Camps hat man einen schönen Blick auf den Regenwald und aus der abenteuerlichen Küche werden leckere Speisen gezaubert.



Der lange Weg



Flachlandgorillas

Auf den heutigen Tag sind wir schon lange gespannt. UNESCO Weltnaturerbe ist das Prädikat dieses 310 km² großen "Bwindi Impenetrable Nationalparks", der auf einer Höhe von 1.190 - 2.607 Metern liegt. Nach letzten Schätzungen leben in diesem Hochlandurwald noch ca. 340 Gorillas.
Im Bwindi-Impenetrable Nationalpark wurde 1999 von Rebellen eine Gruppe ausländischer Touristen entführt und später acht von ihnen ermordet.
Die Gorillas sind hier die Hauptdarsteller. Schon um 6:30 Uhr stehen wir auf, frühstücken, nehmen unsere "have to" Lunchpakete welche in einer Tupperbox fast ein Kilo Lebensmittel enthalten und laufen zur nahe gelegenen NP Station. Dort sehen wir zuerst ein Video über die famosen Schönheiten Ugandas und danach gibt es die obligatorische Einweisung in die Verhaltensweisen im NP. Dann werden die Gruppen eingeteilt. Unsere Gruppe fährt eine Stunde einen steinigen, schmalen und steilen Weg hinauf zu dem Punkt an dem das Trekking starten soll. Optimale Bedingungen. Die Sonne scheint, es regnet nicht.
Mit den teuersten Wanderequipment, Lunchpaketen, Wanderstöcken, Regenkleidung, Handschuhen, Mützen, einem Hektoliter Wasser, mehreren Trägern und bewaffneten Parkrangern brechen wir auf. Die Guppe ist wohl gerüstet für einen mehrtägigen Marsch durch den Dschungel. Mit Sicherheit könnten auch kleinere Operationen durchgeführt, oder Opfer eines Flugzeugabsturzes gerettet werden. Unter Aufbietung aller Kräfte bahnen uns die Führer einen Weg durch das Unterholz und dank ihrer Erfahrungen werden wir uns sicher auch nicht verirren.
Es geht in einem Tempo vorran, dass es uns erlaubt hätte einen Rollstuhlfahrer mitzunehmen.

Zehn Minuten nachdem wir aufgebrochen sind erreichen wir das Ziel.

Einige Gorillas langweilen sich im Unterholz oder schlafen. Die Anderen der Gruppe Habinyanya mit insgesamt 22 Mitgliedern verstecken sich wirkungsvoll und kümmern sich nicht um gute Bilder. Nur zwei Babys spielen etwas miteinander, doch es fällt so wenig Licht durch die Baumkronen, dass ein Fotografieren unmöglich ist. Die Guides achten genau darauf, dass wir nach einer Stunde die Gruppe wieder verlasssen.
Bereits um 12:30 sind wir wieder im Zeltcamp.
Was tun in diesem Straßendorf das nur auf Gorillatourismus ausgerichtet ist. Es gibt keine individuellen Alternativangebote. Also Andenken runterhandeln, Bier saufen und auf eigene Faust in der prallen Sonne nach Kanunga laufen und Kinder beschenken.
Als wir am Abend zurück kommen ist Ivan mit unserem Toyota eingetroffen. Er erzählt uns, dass der Schaden nur notdürftig repariert werden konnte, da er weder Ersatzteile noch eine entsprechend ausgerüstete Werkstatt auftreiben konnte.
Jedoch war der selbsternannte Oberingeneur von Kihihi sehr zuversichtlich, dass wir mit viel Glück Ruanda erreichen oder vielleicht auch nicht. Weitere Ersatzteile sowie der noch fehlende Koffer sollen von den aufopferungsvollen und engagierten Mitarbeitern von Churchilltours zu unserer Lodge in Ruanda nachgesendet werden. Nach dem Dinner sitzen wir noch lange zusammen und meine Reiseaufzeicnungen werden vorgelesen. (hier die jugendfreie Version)

Das Frühstück besteht aus angekohltem Toast und vorkompostiertem Annanas, Butter und Saft der nach einer Minute ausflockt - unten Frucktextrakt oben Zuckerwasser - lekker! Aus dem löslichen Kaffee und viel Zucker lässt sich ein einigermaßen kalorienhaltiges Frühstück zusammenrühren. Nachdem wir unsere überdimensionalen Masken, die wir gestern hier kauften, auf das Dach des Toyota gebunden haben, starten wir in Richtung Ruanda. Nach 39 Kilometern über eine Straße, die in Deutschland nicht das Prädikat Feldweg bekommen würde, stellt sich ein was eigentlich immer klar war. Die Feder beginnt sich wieder in ihre Bestandteile aufzulösen. Diesmal im Dschungel und mit Handyempfang. Man kann oder will uns nicht helfen und Ivan setzt alles auf einen Karte und fährt sehr langsam weiter. Die schöne Landschaft des Bwindi NP und des Gebietes des Forrest Elephant Reserve genießend schleichen wir bangend dahin. Jedes Schlagloch kann das Ende sein.
Wie durch ein Wunder erreichen wir den Stadtrand von Kisoro. Niveaugleich kreuzen wir die Start- und Landebahn des Flughafens, fahren vorbei am ehemaligen Flüchtlingslager der Kongolesen, auf dem noch ein UNICEF Zelt steht und erreichen mit knurrenden Magen das Travellers Rest Hotel.
Hier finden wir Asyl und eine sprudelnde Bierquelle. Kisoro ist ein quirliges Städtchen voller Leben und Abgase. Im Krieg wurden viele Häuser zerstört, doch Dank des Fleißes der Ugandaer stehen die meisten in Beton gegossen wieder da. Auch der Gorillatourismus ist wiedererstarkt und man sieht immer wieder Mzungus auf der Durchreise in der Stadt und im Travellers Rest.



Flachlandgorilla



Jabba und King Kong

Leider wurden allein in der Saison 2007 im Grenzgebiet zu Ruanda zehn Gorillas von Rebellen abgeschossen. Dies macht die Tiere sehr scheu und die Wahrscheinlichkeit einer Sichtung sinkt. Einige der rebellierenden Stämme wollen an den Einahmen durch den Tourismus beteiligt werden. Um Druck auszuüben und vollendete Tatsachen zu schaffen werden Gorillas abgeschossen - frei nach dem Motto: Bekomme ich es nicht, sollst du es auch nicht haben! Keine Ahnung wer wie was und warum - Fakt ist, dass die Stammesfehden in diesem Gebiet unter der Oberfläche weitergehen und die Gorillas nur abgeschossen werden um dem Saat Ruanda, Uganda und Kongo zu schaden. Die Touristen sollen verschwinden, da die Rebellen an den Einahmen nicht beteiligt werden. Der Schritt wieder Touristen zu entführen und zu töten ist kein grosser.
Es gibt 53 Stämme in diesem Gebiet, dessen Interessen man sicher nie unter einen Hut bekommt. China sendet Waffen an die Staaten, die USA an die Rebellen - der kalte Krieg geht weiter. Nach unserem Rundgang durch Kisoro müssen wir noch eine weitere Stunde auf Ivan, der mit unserem Auto zur Werkstatt gefahren ist, warten. Frisch zusammengeschweißt geht es weiter zur Grenzstation Cyanika die nur durch die abgeschlossenen Schlagbäume als solche zu erkennen ist. Die Formalitäten für sieben Personen dauern nur eine halbe Stunde. Mit der afrikanischen Gründlichkeit, die hier an den Tag gelegt wird, wäre es sicher kein Problem täglich hundert Leute unkontrolliert über die Grenze zu bringen. Ein bisschen geschäftig umherlaufen und schon glauben alle man würde gerade die Grenzformalitäten erledigen. Kontrollieren tut dies dann niemand mehr.

Hinter dem Schlagbaum eine andere Welt. Siedlungen überall, Bananenfelder soweit das Auge reicht. Dazwischen Felder zum Anbau anderer Früchte und Nahrungsmittel. Die Straßenränder voller Menschen, Fahrräder und Matatus. Der Hang des Vulkanes Sabinyo ist ebenfalls zur Hälfte bereits besiedelt. Ein auffällig glattes und neues Asphaltband mit Fahrbahnmarkierung zieht sich durch das Land. Der jetzige Präsident Paul Kagame hat den Bau dieser Straße, der durch die STRABAG realisiert wird, initiiert und verkündet: "Die Straße ist für das Volk, ich habe sie für euch gebaut." Dies nahmen die Menschen so wörtlich, dass kaum ein Verkehr mehr möglich war. Inzwischen haben die meisten gelernt, dass Autos stärker sind, Vorsicht ist jedoch immer noch geboten.
Um 18:30 Uhr treffen wir im Mountain Gorila Nest Camp ein. Hier hat man inmitten der zersiedelten und übervölkerten Landschaft ein Golfresort aus dem Boden gestampft, in dem man die Realitäten dieses Landes bestens ausblenden kann. Auch tummeln sich hier viele Inder, die auch in Ruanda die Versklavung der Menschen auf den Plantagen vorantreiben. Für die 155 Kilometer die wir heute zurückgelegt haben, benötigten wir 10 Stunden 15 Minuten, dass entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 15,12 Km/h. Das wäre auch mit dem Fahrrad machbar gewesen.

Der Koffer ist da!!!

Das wir den heutigen Tag so erleben können verdanken wir wohl in erster Linie Dian Fossey. Sie war tief beeindruckt von dieser Landschaft aus immergrünen Bambuswäldern, Grasland, Sumpf- und Heideflächen, vor dem Hintergrund der erloschenen Vulkane. Fossey lebte und forschte hier einige Jahre. Diese Landschaft im Nordwesten Ruandas ist heute der "Parc National des Volcans Ruanda". Taucht man in die geheimnissvolle Intimität des Regewaldes ein, wird man begleitet vom Gesang der vielfarbigen Vögel und den Rufen der Goldaffen. Doch bei aller Artenvielfalt - eine Gattung stiehlt allen die Show - die Bergorillas.

Der Tag beginnt wie ein ganz normaler Urlaubstag. Wir sind um 5:30 Uhr aufgestanden und verkosten um sechs Uhr das Frühstück. Die Vorzüge einer Nobelherberge liegen unter anderem auch darin, dass die Buffets immer eine reichhaltige Auswahl an Essbarem bereithält. Frisch gestärkt verlassen wir das Ressort und müssen auf dem Parkplatz auch nicht lange nach unserem Toyota suchen. Wir gehen einfach zu der gammeligsten Karre und liegen immer richtig. Nach einer kurzen Fahrt zur Verwaltung des NP des Volkanos, wo wir uns zunächst wieder anmelden müssen, geht dann alles seinen langwierigen Gang. Video gucken, Kaffee trinken und zuschauen, wie sich der Platz langsam mit abenteuer- und wanderlustigen Touristen füllt. Einige sehen aus als wollten sie den Everest bezwingen andere sind in weißer Hose gekommen.
Schätzungsweise 45 Touris stehen nun auf dem Gelände herum. Da zunächst die Fahrer ihre Einweisung bekommen ist es bis zur Aufteilung der Gruppen noch etwas Zeit und es beginnt langweilig zu werden. Als letzter Trekkingteilnehmer kommt ein riesiger fetter Schwarzer, den ich gleich Jabba taufe, mit seiner Freundin auf den Platz geschländert. Dieser rastergelockte zweimeiter große schwarze Koloss wiegt mindestens 200 kg und ich frage mich still: "Wer soll diese gigantische Ansammlung von Fettzellen auf den Berg wuchten?" Da er aber nur hellbraune Wildlederhalbschuhe, eine beigefarbene Hose sowie ein Shirt in der gleichen unpassenden Farbe trägt, die ihn noch gigantischer wirken lässt, ist nicht davon auszugehen, das er am Trekking teilnimmt.
Endlich werden die Gruppen aufgeteilt. Unsere Gruppe geht zu einer Gorillafamilie bei der einem der Männchen der Arm von einem LKW abgetrennt wurde und zu der eine weite Anfahrt über eine schlechte Straße nötig ist. Die Ruandis geben den Fahrern aus Uganda immer die schlechtesten Touren. Zu allem Überfluß werden Jabba und seine Freundin, unserer Gruppe zugeteilt. Düstere Aussichten für unsere Gruppe. Jabba und seine Freundin haben weder Trekkingsachen, feste Schuhe, Wasser, oder was absolut naheliegend wäre, Nahrungsmittel dabei. Als wir losfahren, zündet sich Jabba in seinem Auto, logischerweise braucht er ein eigenes Fahrzeug, erst mal eine Zigarette an. Klar mache ich ja auch ab und zu und verstehen kann man es auch, denn Rauchen macht bekannlich schlank. Als Trekkingvorbereitung jedoch halte ich es für nicht sehr geeignet.
Nach kurzer Fahrt endet das von STRABAG gezogene Asphaltband und es beginnt etwas, für das es noch keine Verbalextreme gibt. Zwischen den kargen Hütten und Feldern liegt auf zwei Meter Breite ein Geröllband aus fest gefahrenem Lavagestein. Die Brocken unterschiedlicher Größe sind entweder spitz oder messerscharf, an machen Stellen jedoch fehlen Sie und die Löcher sind mit knietiefen rotbraunen Schlamm gefüllt. Das die Steine ihre Aufgabe Reifen zu killen erfüllt haben, erfahren wir erst bei unserer Rückkehr. Es schaukelt nach links, es schaukelt nach rechts, rauf und runter, wir setzen auf und fahren uns fast fest.
Das alles geschieht in einer Geschwindigkeit, die ein nebenherlaufen mühelos möglich macht. So werden wir auch die gesamte 40 minütige Fahrt von Kindern begeleitet, die überall von den Grundstücken angelaufem kommen. Kinder, überall Kinder. Sie schreien Bottoro, give money, give pen oder give sweet.
Angekommen am Ausgangspunkt starten wir mit Trägern, bewaffneten Soldaten sowie den Rangern. Zunächst geht der Marsch über einen Feldweg bis zum Anstieg des Vulkankegels. Nach höchstens 800 Metern, am Waldrand stoppen wir für eine weitere Einweisung. "Everybody OK?" Klar sind alle OK, war ja noch nix! Außer auf Jabba und seine Begleitung müssen wir fünf Minuten warten bis er schweißüberströmt angestampft kommt. Dann geht es entspannt durch einen Bamushain. Der Weg wird aber schnell anspruchsvoller und der Bambuswald immer dichter.
Da es in der vergangenen Nacht ausgibig geregnet hat, ist der Weg sehr schlammig. Nein, schlammig beschreibt es nicht wirklich. Der Weg ist eine knapp einen Meter breite und mehr als knöcheltiefe ausgetretene Rinne, angefüllt mit einem Brei aus Büffelkacke und Waldboden. Immer steiler geht es bergan, in einem schmalen Tunnel den die Guides in den Bamuswald geschlagen haben. Die feuchte Schwüle und die Höhe von bis zu 2.750 Metern trennt die Spreu vom Weizen aber auch die über fünfzigjährigen schlagen sich tapfer. Fast überflüssig zu erwähnen, dass es Jabba nicht schafft. Alle hundert Meter müssen wir auf ihn fast dreißig Minuten warten.
Unter seinem inzwischen schweißgetränkten Shirt versucht sein Herz die drei Kubikmeter Fett mit Sauerstoff zu versorgen wobei sein gesamter Leib beängstigend pumpt, so dass man glaubt er bekommt jeden Moment einen Infarkt. Das ständige Warten nervt und selbst die geduldigsten aus unserer Gruppe, werden zunehmen militanter. Nach dem dritten Zwangshalt beugen sich die Guides dem Gruppendruck und wir lassen den wabernden Koloss zurück. Nun geht es zügiger weiter durch den schmatzenden Brei und bei jedem Schritt saugen sich die Schuhe fest und lösen sich dann mit geräuschvollem Schmatzen. Schuhe und Hosen verschmelzen scheinbar unter der anhaftenen braunen Pampe.
Nach zweieinhalb Stunden erreichen wir eine Lichtung auf dem Berggrat. Dort hinten in einem Busch guckt der erste Gorilla aus dem Blattwerk. Die Guides gehen vor und wir müssen zunächst zurückbleiben obwohl wir vor Aufregung fast platzen. Dann gehen auch wir los und ein letztes Mal durch einen grünen Tunnel bevor auch wir sprachlos auf einer kleinen Lichtung stehen.
In einer , nein in keiner Entfernung! Wir stehen mitten in der Gruppe einer Gorillafamilie.
Es scheint, als würden sie uns nicht wahrnehmen. Sie groomen, sie kämpfen, sie chillen, die Babys klettern herum, andere klettern auf Bäume und stürzen herunter und nicht selten schrumpft die Entfernung zu uns auf einen Meter - als wären wir nicht da.
75 Minuten die man niemals vergessen kann. Kurz bevor die Zeit um ist kommt Jabbas Frauchen angeschnauft und versucht jemanden zu finden der ihre 20 € Kamera bedienen kann. Dann das Unfassbare - Jabba betritt die Bühne! Irgendwie haben es die Träger geschafft ihn den Berg hochzuziehen, wobei er aber mindestens einmal nach hinten in den Brei gefallen sein muss, so wie er aussieht. Als der tiefschwarze rastegelockte Jabba aus dem Busch tritt, verändert sich das Verhalten der Gorillas auffallend. Die Gorillamütter greifen ihre Kleinen und suchen Deckung hinter Büschen. Die gesamte Gorillafamilie, die bisher fotogen in der Sonne döste beginnt sich aufzulösen.
Es ist fast unheimich wie sie nur auf ihn reagieren.
Wir sind bereits fast fünfzehn Minuten über der Zeit und müssen los.
Unfassbar auch, dass sich nun Jabbas Weibchen nun ereifert und meint ihnen würden jetzt ebenfalls sechszig Minuten bei den Gorillas zustehen. Doch welchen Sinn sollte der Aufenthalt jetzt noch haben, wo die Gorillas im Angesicht des Grauens das Weite suchen.
Wir beginnen den leichten Abstieg.
Die Sonne hat inzwischen die Luft im Bambuswald in eine feuchte Schwüle verandelt.Die Vorsicht sich beim Aufstieg möglichst wenig einzusauen ist der Erkenntnis gewichen, das diese Mühe ganz und gar vergebens ist. Wir sehen nun aus wie die Schweine und dreckig sind wir außerdem. Wir sind erstaunt wie die Zeit vergangen ist. Seit wir unseren Fußmarsche begonnen haben sind bereits fünf Stunden vergangen.
Inzwischen hat Ivan wieder mal einen Reifen gewechselt und es beginnt wieder die spannende Fahrt in Schrittgeschwindigkeit über die Steine die nur auf eine Gelegenheit warten unsere Reifen aufzuschlitzen und durch die Schlaglöcher für die unser Auto eine leichte Beute ist. Ich renne immer wieder mal ein Stück vor um Fotos zu machen. Ein Musiru Mzungu in Dschungelkriegerbemalung und Kamera - dann laufen selbst die Kinder verängstigt in die Deckung.
Welches Glück wir hatten zeigt sich bei unserem Eintreffen in der Lodge als es zu regnen beginnt. Ich hole Zigaretten und besichtige noch zwei der typischen Straßengeschäfte. In der Zwischenzeit sind zehn Träger mit einer Trage damit beschäftigt den Kadaver aus Burundi den Berg herrunterzuwuchten.
Nun geht alles seinen gewohnten Gang. Wir duschen, die fränkische Fraktion holt Hektoliter Bier und erzählt an jeder Ecke Geschichten, wir packen und warten an der Bar auf das Dinner. Es regnet wie aus Kübeln.



Berggorilla



Mburu National Park

Es regnet immer noch als ein fehlgeleiteter Wake up call in Person eines stark pigmentierten Angestellten uns um 5:40 Uhr aus dem Bett holt. Um sechs Uhr werden pünklich die gereinigten Schuhe und Hosen geliefert. Nach dem Frühstück werden die Koffer und Taschen in den Toyota gepresst und alle falten sich in ihre Sitze. Schnell besuche ich noch einmal die Keramikausstellung, die anderen sollen ja nicht warten.
Als ich wieder herauskomme, sind alle wieder ausgestiegen und laden dass Gepäck aus. Die gestrige Fahrt hat wieder einer der Reifen mit seinem Leben bezahlt. Nach fünfzehn Minuten laden wir wieder ein und fahren los. Der graue Himmel hängt tief und wir fahren durch den Regen wieder zurück über die Grenze nach Kisoro in Uganda.
Dort kehren wir wieder in das Travellers Rest Hotel ein und kurbeln gewaltig das Geschäft an, da Ivan ein weiteres Mal versuchen will in der hiesigen "Werkstatt" das Auto für die nächsten 50 Kilometer fit zu machen. Langeweile lässt einige von uns in einen Kaufrausch fallen und ich versuche immer mal wieder auf der Straße einige Eindrücke mit der Kamera einzufangen. Nach dreieinhalb Stunden kommt Ivan mit der zusammengefrickelten Karre zurück und ist ganz stolz auf das handwerkliche Meisterstück.
Auf zur nächste Etappe. Wieder vorbei am verlassenem Flüchtlingscamp, quer über den Flughafen verlassen wir Kisoro. Auf der rotbraunen unbefestigten Hauptstraße quälen wir uns wieder die Berge hoch.
Mit uns sind in beiden Richtungen auch viele LKW unterwegs aber nicht alle fahren. Einer hat einen Achsbruch, ein anderer eine Reifenpanne. Ein dritter ist von der Straße abgekommen und lehnt nun im Straßengraben an der Felswand. Wir schlängeln uns überall vorbei kommen aber nicht weit. Einer der Hinterreifen ist nach 20 Jahren und 10 Runderneuerungen aufgerissen. Mangelhaftes Werkzeug macht den Reifenwechsel zu einer Tortour aber nach einer halben Stunde ist es geschafft.
Eingekeilt zwischen Koffern, Rucksäcken und dem Pappkarton mit unserer 135 € Maske aus dem Kongo, jagt Ivan den Toyota über die Piste und endlich erreichen wir auch wieder einmal eine Asphaltstraße. Wir durchfahren viele Ortschaften und auch Kabale. 1907 bereiste Winston Churchill das Gebiet des heutigen Uganda. Seine Reiseimpressionen schilderte er im „My African Journey“. Auf Grund seiner schwärmerischen Schilderungen bürgerte sich der Name "Perle Afrikas" ein. Ich bezweifle, dass seine Schilderungen nach einer Reise durch das heutige Uganda ähnlich schwärmerisch ausfallen würden.
Die ständigen Pannen fordern nun ihren Preis. Das geplante Ziel den Mburu NP mit dem "Mantana Luxury Tent Camp" erreichen wir nicht. Stattdessen rasen wir nach Mbarara und übernachten im "Rwizi Arch Hotel". Die Speisekarte ist wie immer reichhaltig doch nur wenige Gerichte sind wirklich verfügbar. Was solls, wir sind in Afrika, Whiskey kostet zwei Euro und Coca Cola nur Einen!



Virunga Mountains



Victoriasee

Nach einer Nacht in einem Kakerlaken verseuchten Zimmer, nicht größer als ein Handtuch, ohne viel Schlaf trotten wir Viertel nach Sechs zum Frühstück. Das es seit dem Höhepunkt beim Gorilla Trekking nur noch bergab geht war klar und so ist auch hier das Frühstück der Kochkunst Tiefpunkt. Gut, ich gebe zu, Frühstück bedeutet uns viel und ich messe hier durch aus mal mit europäischen Maßstäben.
Doch nach zwei Wochen hängen sicher auch dem geneigten Leser die immer gleichen Cerealien zum Hals raus. Bei dem Blick auf den Parkplatz, weiß nicht recht ob ich verzweifeln oder lachen soll - Ivan wechselt schon wieder einen Reifen.
Vor dem Hotel sieht es wie auf einer Müllkippe aus und ein Marabu pickt Essbares aus dem Abfall. Zunächst fahren wir zum Lake Mburu NP. Bis in die 50´er Jahre gab es hier Jagttourismus, dessen prominenter Teilnehmer unter anderem auch Ernest Hemmingway war. Die letzten Elephanten wurden aber erst im Bürgerkrieg abgeknallt und die letzten beiden Löwen von Viezüchtern vergiftet. Leider sind die Tiere daher in diesem Park immer noch sehr scheu. Im Jahr 2000 wurde der Park auf Grund des Siedlungsdrucks um 30 km² verkleinert und ist heute der kleinste NP Ugandas.
Leoparden bekommt man nur sehr selten zu sehen. Impalas, Warzenschweine, Wasserböcke, Meerkatzen und Adler sind ein gewöhnlicher Anblick. Auf der nächsten Etappe nach Jinja prügeln wir 150 Kilometer bis zum Äquator in nur zwei Stunden. Hier ist ein Touristen Hot Spot mit Andenkenläden und Restaurants.
Auch wir legen hier einen längere Pause ein und nehmen einen Snack und es scheint ich bin der einzige, der es hier ätzend findet. Auf der nächsten Etappe über Kampala nach Jinja wird es wieder spannend denn unser Getriebe beginnt kaputt zu gehen.
Die Tatsache, dass sich seit heute die Hintertür von innen nicht mehr öffnen lässt und das die Lenkung immer mehr Spiel bekommt gerät dabei zur Nebensache. Wir sind gezwungen in Kampala einer weiteren Werkstatt einen Besuch abzustatten.
Die können nichts machen außer Öl nachfüllen aber angeblich hält das Getriebe bis zum Ende der Tour. Eine halbe Stunde hängen wir an dem wohl schrecklichsten Ort in Kampala rum, an dem es keinen Schatten, dafür aber Schrott und Müll gibt.
Zur Abwechslung gibt es mal einen Verkehrsunfall zu bestaunen, war ja auch mal Zeit bei der Art wie hier gefahren wird.

Um 18:00 Uhr erreichen wir das King Fisher Resort bei Jinja mit Blick auf den Victoriasee. Der Name King Fisher Resort hat durchaus seine Berechtigung. In dem brackigen Poolwasser kann man eines der hundert schreienden Kinder fischen und die Hütten werden dem Standard der Behausung eines einfachen Fischers durchaus gerecht.

Heute Morgen genieße ich den Sonnenaufgang am Nil der jedoch wegen starker Bewölkung fototechnisch eher entäuschend ausfällt. Nach dem ebenfalls enttäuschenden Frühstück soll es heute bereits um halb Elf eine Bootsfahrt auf dem Nil für uns geben. Das ist mir dann doch zu blöd und ich laufe die gut vier Kilometer die Gleise entlang, über die Nilbrücke, bis zum Bahnhof der legendären Ugandabahn nach Jinja.
Dort sonnen sich drei blaue Henschel - Dieselloks in der Sonne und es gelingt mir mit etwas smalltalk die zwei Sicherheitsdamen milde zu stimmen und sie erlauben mir von der rangierenden Lok ein Foto zu machen. Wenig später kommen zwei bewaffnete Polizisten und finden das nicht so toll und ich verweise auf die uniformierten Mädels. Die folgende Verwirrung kann ich nutzen und entwische Richtung Bahnhofsgebäude. Das schmucklose und heruntergekommene Gebäudeensemble läd nicht zum Verweilen ein und ich winke mir ein Mopedtaxi. Down Town, Clive- Ecke Mainstreet springe ich ab und laufe durch die Stadt. Jinja ist die zweit größte Stadt Ugandas doch Städte sind wie Dörfer nur größer.
Häuser mit mehr als einem Stockwerk sind außer in Kampala die Außnahme. Uringestank mischt sich mit Autoabgasen.
Die Gehwegplatten, so vorhanden, liegen wahllos herum und das Chaos auf den Straßen wird gesäumt von Geschäften, bei denen man sich fragt, wie die Menschen von dem leben können, was sie dort verkaufen.
Die im Reiseführer gelobten historischen Gebäude zeigen sich in Form weniger heruntergekommender Fassaden. Blicke in die Seitengassen erinnern an das zerbombte Nachkriegsdeutschland und die Konstruktion und Ausführung der wenigen Neubauten lässte einen instinktiv die Strassenseite wechseln. Häufiger jedoch findet man mit Wellblech umrahmte Bauruinen.
Der Höhepunkt des heutigen Tages soll der Besuch der Bujagali Falls sein, die seit dem Bau des Staudammes keine Wasserfälle mehr sind sondern nur Stromschnellen. Der vermüllte Ort läd nicht lange zum verweilen ein und so fahren wir nach einem Bierstop in der dortigen Bar wieder zurück nach Jinja, um den dortigen Markt genauer in Augeschein zu nehmen.

Nicht nur Obst, Gemüse, Gewürze und handgemachte Kleidung sondern auch alles was die chinesische und indische Wirtschaft an Wertlosen zu bieten hat, kann man hier kaufen. Die Gänge sind sehr eng und die Stände aus alten Holzbalken, Folie, Pappe und verrosteten Wellblech zusammengenagelt. Was ist für Touristen das Faszinierende daran? Würde es einen solchen Markt in ihrem Heimatort geben würden zumindest einige der Touristen, die hier kaufen und staunen, die Nase rümpfen und zu den ersten gehören, die ein Vebot dieses Marktes unterstützen.
Wir vesuchen in Jinja ein attraktives Restaurant zu finden, doch alles ist voller Mzungus die wir erst verscheuchen müssen, bevor wir einen schönen Platz mit Blick auf das Straßenleben bekommen. Im "Source of Live" an der Clive Road chillen wir über eine Stunde bevor wir wieder zurück in den Touristenknast gefahren werden. Dort sitzen wir am Ufer des Victoriasees bevor wir beim Abendessen die Katzen füttern.



No sunset at Viclake...



Goodbye Ivan

Sonnenaufgang am Victoriasee. Heute wie im Bildband. Ein letztes Frühstück - auch qualitativ. Koffer verladen, Andenken auf das Dach binden, reinfalten und losfahren. Wir haben eine Programmänderung herbeigeführt und besuchen statt dem langweiligen Nationalmuseum den Mbaira Forest NP wo wir noch einmal einen zwei Stunden Marsch durch den Regenwald machen.
Das Highlight jedoch ist die mitten im Regenwald gelegene und erst im Oktober 2007 eröffnete "Rain Forest Lodge".
Diese architektonisch anspruchsvolle und erstklassige Lodge bietet neben hervorragenden Essen neun Häuser mit mehreren Zimmern die alle Ausblick auf den Regenwald haben, eine Sauna und einen Pool in dem ich allein umgeben von Baumriesen schwimmen konnte. Natürlich ist uns an der Erhaltung des Regenwaldes gelegen.
Mitten im Regenwald in einem Pool zu schwimmen ist aber nicht nur dekadent sondern auch schönes und besonderes Erlebnis!
Bis 15:00 Uhr genießen wir dort den letzten Tag bevor wir mit dem gewaschenen aber noch immer schrottreifen Toyotan nach Entebbe aufbrechen.
Die Durchfahrt von Kampala benötigt eine Stunde. Überall ist Stau und es stinkt, das einem die Luft wegbleibt. Jetzt lernen wir die strengen eurpäischen Abgasnormen wirklich zu schätzen.
Überall über der Stadt kreisen Schwärme von Marabus die sich über die Tonnen von Müll einer Großstadt freuen.
Dreckig und verschwitzt wie wir sind kehren wir in Entebbe im "The Windsor Lake Victoria Hotel", dem wohl vornehmsten Laden des Landes, zum Dinner ein. Für Unsummen essen wir dort und lassen die Reise Revue passieren.



Lovely Jinja



Nachwort

Ich trinke nicht den ganzen Tag Bier!

Diese Zeilen sind eine Reisebeschreibung - keine Wertung.

Ich würde gerne wieder Uganda und vor allem Ruanda besuchen.

Muziru verückt, irre
Muzungu Bezeichnung der Afrikaner für uns Weiße




Teilen auf

Mein Interessenprofil

Bitte melden Sie sich an, um Reiseziele zu Ihrem Interessenprofil hinzuzufügen.

Kommentare

  • traveltime

    Danke für den kurzweiligen Bericht. Durch die lustige Schreibweise bleiben folgende Begriffe in meiner Erinnerung.
    Jabba, Toyota, Frühstück, Bier und Berggorillas.
    LG Rolf

  • oldi

    ... ganz schön hart,- Afrika-, wie es leibt und lebt, geliebt, gefürchtet oder gehaßt, mit Gruß oldi

  • wolff_k

    Können die 75 Minuten Berggorillas alles andere eigentlich wettmachen?

  • INTERTOURIST

    wieso, der Rest war doch ebenfalls unterhaltsam und vor allem spannend
    but yes she can!
    da kann man aber nur nachempfinden wenn man es selbst gesehen hat

    grüsse

  • doubleegg

    Ja, sehr unterhaltsam und anschaulich, am Ende sogar happy. Ich war 1998 mit einem Overland in Uganda, 5 lange Tage warteten wir in einem Nest namens Kisoro auf das Trekking Permit. Als wir endlich an der Reihe waren, hatten sich die Gorillas ins benachbarte Congo (DR) verzogen. Am Grenzübergang dann die Nachricht: Rebellen hatten den Nationalpark umzingelt und sicherten Touristen und Guides freies Geleit zu, wenn wir sie unsererseits in Ruhe ließen. Unser Guide weigerte sich das Gebiet zu betreteten, und somit habe ich von den Gorillas bis heute nur Fotos gesehen. Afrika ist eben kein Zoo, aber die wichtigen Erfahrungen macht man auch ohne spektakuläre Begegnungen.
    Die Gruppe, die nach uns zu den Gorillas in den Congo ging, wurde entführt.

  • globetrotter

    Habe deinen Bericht erst jetzt in Ruhe lesen können. Da habt ihr ja einiges erlebt und auch mitgemacht:) Bei uns war es zum Glück vergleichsweise ruhiger.
    Das Erlebnis bei den Gorillas möchte ich aber keinesfalls missen, da werde ich noch sehr lange intensiv daran denken!!!!
    LG Ute

  • moppeliwan

    Hallo !
    Ein sehr kurzweilig zu lesender Bericht.
    Auch wir hatten eigentlich vor, den Berggorillas in Ruanda und Uganda noch einen Besiuch abzustatten.
    Nach diesem Bericht werde ich unseren Wunsch jedoch nochmals gründlich überdenken.
    Gruß Anne

  • nach oben nach oben scrollen
  • rawesthagemann

    Habe fast drei Jahre in Uganda gelebt und einiges wieder erkannt. Danke für den kurzweiligen Bericht.
    An vieles glaube ich nicht mehr nach meiner Zeit. Ein defektes Auto (so fängt es an) ..., es ist wohl eher African Time statt Muzungu Time.
    Was die Gorillas angeht, so finde ich den Preis einfach nur unverschämt. Ich war mit meiner ugandischen Freundin da und gab ihr die umgerechnet 80 Euro (für einen Ugander ist das ein Vermögen). Ich schaute mir dann die Pygmäen an. Ich war später wieder da als sie, sie war vielleicht eine Stunde mit den Gorillas zusammen.
    Ich bezahle keine 500 Dollar für so etwas.
    Aber Muzungus zahlen halt überall ihren Aufschlag. Bei den Gorillas hatte ich jedoch auch keine Idee es günstiger zu bekommen. Normalerweise bewege ich mich auf dem ugandischen Parkett des Verhandelns recht gut und weiss was angebracht ist.

  • INTERTOURIST

    African Time statt Muzungu Time, das mag in Einzelfällen so sein.
    Das das Auto jedoch auseinanderfiel habe ich selbst gesehen und auch beim Reifenwechsel geholfen. Die Schrottkarre diente einfach nur der Gewinnmaximierung.

    Einen Muzunguaufschlag halte ich für legitim. Besonders vor dem Hintergrund, das wir ja seit Jahrhunderten vor den dreckigsten Geschäften nicht zurückschrecken und günstig an Rohstoffe und Schnittblumen zu kommen oder uns im Winter mit Bananen vollzustopfen statt mit Äpfeln aus dem eigenen Umfeld.

    Du als jemand mit ugandischer Freundin und Einblick in die Lebenswirklichekiet Afrikas solltest das verstehen.

    Grüße Jörg

  • trollbaby

    Ein sehr amüsanter, kurzweiliger Bericht!!!
    LG Susi

  • ingepeter (RP)

    ..... so kann Afrika sein und manche Strapazen vor Ort sind dann hinterher noch interessante Erinnerungen ..... Gruss Inge

  • Schili

    Rock´n`Roll - DAS ist Afrika! Ich habe Tränen gelacht beim Lesen deiner Zeilen und sah einige Parallelen zu meinem Kamerun-Aufenthalt in den frühen 80er(!) Jahren...herrlich. :-)
    Uganda muss früher(bis in die 1970er Jahre...) DER Kracher und geradezu DIE Perle Afrikas gewesen sein, bevor das Land durch die politischen Wirren an den Abgrund gezogen wurde und sein Wildtierbestand wohl auf nahezu Null runtergeschossen wurde. Aber auch das ist halt Afrika und ich maße mir da kein Urteil an. Grüße aus Köln.

  • Steffania

    Ein toller Bericht, ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Ich träume auch noch von einem Gorilla-Trekking, aber das wird wohl noch etwas dauern.
    LG Steffi

  • nach oben nach oben scrollen
  • RELDATS

    Welch eine Story! Klasse!
    Nette Grüße von Josef

  • Pinky3

    ...........habe erst jetzt Deinen Reisebericht gelesen und muß sagen das er mir wirklich gut gefallen hat, sehr amüsant geschrieben, es hat Spaß gemacht ihn zu lesen.........LG Gaby

  • davida

    Erst heute habe ich deinen nicht mehr so taufrischen Reisebericht gelesen und mich köstlich amüsiert. Teilweise musste ich über deine Ausführungen laut lachen, vor allem, als Jabba wohl mal in die Matsche geflogen war. *rofl*
    Allerdings hätte ich auch manchmal nicht in deiner Haut stecken mögen, was euch so alles widerfahren ist. Aber die Begegnung mit den Berggorillas bzw. überhaupt Gorillas ist bestimmt ein Erlebnis für's Leben. Das vergisst man NIE mehr. Stell ich mir super vor.
    Danke für die tolle Reise, Jörg, und die außerordentlich lustigen Momente. ;-)))
    LG Verena

  • Zaubernuss

    Du bist inzwischen schon längst wieder unter uns und hast die Gorillas hinter Dir gelassen... Was unsere nächsten Verwandten so von uns halten, steht nicht in Deinem spannenden Reisebericht geschrieben. Ich vermute stark, dass sie sich nicht zu sehr mit uns einlassen wollen, was für ihre hochentwickelten Überlebensstrategien spricht ...
    Danke, dass Du mich in die Wildnis mitgenommen hast !
    LG: Ursula

  • moho

    You made my day.
    In der überfüllten Ubahn (Geschiebe von seitlich) im frühmorgendlichem Berufsverkehr habe ich deinen Bericht in Handyformat (Platz für ein Buch wäre heute morgen nicht gewesen) genossen, gelesen, gelacht. Soviel erlebtes in dieser afrikanischen Welt...
    Lebhaft konnte ich mir so einiges vorstellen. Danke dir fürs mitnehmen.
    LG Moni

  • Elindor

    Also ich finde deinen Bericht ziemlich repektlos und Lächerlich- Niemand wirft dort sein Eidotter weg- wenn du nur einmal dein Ei in Uganda selber gekocht oder gebraten hättest anstatt nur im Hotel zu konsumierenund dich bedienen zu lassen, wüsstest du, dass sehr viele der Eier tatsächlich ein helles, fast weißes Dotter haben was man im Rührei oder Spiegelei eben deshalb nicht sieht. Wie kommst du darauf dass die Menschen dort das Eidotter wegwerfen würden? So ist das wenn sich Pauschaltouristen ihre voreilige Meinung bilden.die Ugandische Kultur ziehst Du auch ziemlich ins Lächerliche und deine eigene Kultur stellst Du höher. Ich selbst lebe ca 6 Monate im Jahr in Uganda und kann von ungewohnten Erlebnissen berichten was durch die unterschiedliche Kulturprägung normal ist. Aber ich würde nie die Bevölkerung so ins Lächerliche ziehen.

  • nach oben nach oben scrollen
  • Schili

    Respektlos und lächerlich ist es vor allem, Dinge und Begebenheiten romantisch zu verklären, Humor nicht zu erkennen, Realitäten auszublenden und individuelle(sic!) Erlebnisse eines Menschen und seine generelle Attitüde an einer Eidottergeschichte festzumachen.

  • traveltime

    @Schili, ich unterstütze voll deine Meinung!

  • INTERTOURIST

    Hallo Elindor,
    ja es ist richtig, dass ich in Uganda und Ruanda als Pauschaltourist unterwegs war.
    Diese beiden Länder sind nicht gerade als die idealen Backpacker Länder bekannt.
    Aber ich werde mich nicht dafür rechtfertigen dies dort so getan zu haben.
    Da es bei unserer Art zu reisen eher selten vorkommt, genießen wir es sogar uns in einem von Dir scheinbar verpönten Resort mal bedienen zu lassen.
    Die Preise die dort aufgerufen werden ernähren ganze Dörfer. Das wird Dir als Ugandaexperte/in aber sicher bekannt sein.
    Jeder Reisebericht der Emotionen auslöst und Leser dazu bewegt sich Gedanken über das Land, die Verhältnisse vor Ort, bzw. die Verhältnisse in unserer Welt und die eigene Art zu reisen zu machen, ist ein guter Bericht.

    Ein schönes Reisejahr wünscht
    Jörg M. Seifert

  • INTERTOURIST

    ohh - ich vergas es zu erwähnen: Nirgends in meinem Bericht habe ich geschrieben, das die Eidotter weggeschmissen werden. Oberflächlichkeit ist eben kein guter Autor.

    :-))

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Muziru Muzungu - oder Die grausame Wahrheit über eine Gruppenreise 4.93 28

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps