Costa Rica

Reisebericht

Costa Rica

Reisebericht: Costa Rica

Durch einen Geo Saison Artikel angeregt verbrachten wir 2007 unseren Sommerurlaub in Costa Rica. Die im Bericht aufgeführten Stationen wollten wir natürlich sehen, von der Eiablage der Schildkröten über den Göttervogel "Quezal" bis zu den aktiven Vulkanen. Trotz Regenzeit haben wir viel entdeckt und viel Natur erlebt. Costa Rica ist ein kleines Land, das aber reichlich Naturschätze zu bieten hat.

Anreise nach San Jose





Anreise nach Costa Rica und Stadtbummel durch San Jose

Die Reise nach Costa Rica unternahmen meine Frau und ich im August 2007. Der Abflug vom Flughafen Frankfurt war spätabends und ging über Santo Domingo in der Dominikanischen Republik nach San Jose, der Hauptstadt von Costa Rica. Durch die Zwischenlandung betrug die Reisezeit circa 15 Stunden. Nachdem der Zeitunterschied acht Stunden beträgt, landeten wir morgens um 7.00 Uhr in Costa Rica.

Der Transfer zu unserem Hotel Fleur de Lys klappte und wir konnte gleich mit einer kleinen Stadtbesichtigung zu Fuß beginnen. Außer der Fassade des Opernhauses und der Post gibt es nicht viel sehenswertes, viel Lohnender ist es, das Treiben auf den Straßen zu beobachten.



San Jose



Bananen aus Costa Rica

Am nächsten Morgen wurden wir abgeholt zu unserer ersten Station in Costa Rica, dem Tortuguero Nationalpark.

Unterwegs kommen wir an einer Bananenplantage vorbei und sehen den Weg der Bananen von der Staude bis in den Karton.





Tortuguero

Die Strände von Tortuguero sind die wichtigsten Brutstellen der grünen Meeresschildkröten in der gesamten Karibik. Zehntausende Tiere kommen während der Brutzeit von Juli bis Oktober hierher, um ihre Eier in den Strand zu vergraben. Die Tortuga, wie sie in Costa Rica heißt, erreicht eine Länge von 105 cm und ein Gewicht von 100 bis 150 kg.

Die Beobachtung der Eiablage ist nur mit Führer gestattet und genau organisiert. Eine Führung beginnt um 20 Uhr, die zweite um 23 Uhr, die Teilnehmer werden ausgelost. Sobald eine Schildkröte ihr Loch gegraben und mit der Eiablage begonnen hat, wird die Gruppe an diese Stelle geführt und kann mit Hilfe einer Rotlichtlampe die Eiablage beobachten.



Im Ort Tortuguero



Zu Fuß und mit dem Kanu im Nationalpark

Bei einem Rundgang durch den Nationalpark erklärt die Biologin Barbara Flora und Fauna des Küstenwaldes. Man kann Vogelspinnen, Brüll- und Klammeraffen und die relativ giftigen, aber teilweise ausgezeichnet getarnten Eyelash-Vipern entdecken.

Am nächsten Tag unternehmen wir früh morgens noch eine Pirschfahrt mit dem Kanu und entdecken Faultiere, Otter, Affen und einen kleinen Kaiman. Hier kann ich mein neu erworbenes 400 mm Teleobjektiv gut zum Einsatz bringen.



Kanäle von Tortuguero



Selva Bananita Lodge

Auf der Selva Bananita Lodge gibt es keinen Strom. Licht erhält man durch Kerzen und Taschenlampen. Die Seitenwand unseres Appartements in Richtung Regenwald ist offen, man schläft praktisch mitten im Dschungel. Die einzigen Besucher sind Fledermäuse, die über unseren Köpfen ihre Runden drehen.Morgens weckt uns Vogelgezwitscher. Wir machen mit Jürgen, Inhaber der Lodge eine Wanderung durch das 850 ha große private Schutzgebiet von Selva Bananito.

Unterwegs finden wir Wespen, Schmetterlinge und die nur wenige Zentimeter großen Pfeilgiftfrösche. Dieses Hautgift, das als Nervengift wirkt, wurde früher zum Vergiften der Pfeilspitzen benutzt. Manche Frösche sind so giftig, dass wenn man sie eine Stunde in der Hand behält, mit dem Tode rechnen muss.





Flug zur Esquinas Rainforest Lodge

Um von der Karibikseite zur Esquinas Lodge an der Pazifikseite zu kommen, haben wir den Transfer mit dem Kleinflugzeug gebucht. Der Flug geht aber nicht direkt nach Palmar Sur, sondern zurück zur Zwischenlandung nach Tortuguero. Von oben aus dem Flugzeug können wir deutlich die Spuren der Riesenschildkröten sehen. Nach dem Zwischenstopp überfliegen wir die ausgedehnten Bananenplantagen im Hinterland von Rio Jimenez. Dann nach einer weiteren Zwischenlandung im San Jose geht es über die urwaldbedeckten Berge der Cordillera de Talamanca nach Palma Sur. Dort werden wir von einem Mitarbeiter der Lodge abgeholt.





Esquinas Rainforest Lodge

Der Regenwald um Corcovado und Piedras gehört zu den artenreichsten Wäldern Zentralamerikas.

Ein Österreicher, Mitglied der Wiener Symphoniker kam in dieses Gebiet und gründete die Organisation "Regenwald der Österreicher" und konnte mit Hilfe dieser Organisation dieses Gebiet unter Schutz stelle.

Die Esquinas Lodge verfügt über sieben Holzhäuser mit je zwei Chalets. Von der Veranda aus kann man das Treiben der Vögel, Insekten und Basilisken beobachten

Nun bekommen wir auch mit, dass wir in der Regenzeit hier sind. Jeden Nachmittag können wir das Erlebnis eines tropischen Regens genießen.





Auf ausgeschiderten Wegen können wir den Dschungel rund um die Lodge erkunden. Hierzu stehen Leihstiefel bereit.

Außerdem unternehmen wir einen Bootsausflug von Golfito aus durch den Golfo Dulce. Braune Pelikane hoffen bei den Fischern auf Überreste aus den Netzen und Fregattvögel beobachten vom Himmel. Die Fahrt führt durch die Mangrovenwälder bis nachmittags wieder der Regen beginnt.





Cerro de la Muerte

Zur Esquinas Lodge wurde unser Leihwagen gebracht. Von hier aus fuhren wir dann Richtung Norden über die Panamericana, die Straße, die Südamerika mit Nordamerika verbindet. Unser nächstes Ziel war die Dantica Cloud Forest Lodge in der Nähe des Cerro de la Muerte, dem Gipfel des Todes. Dieser höchste Pass der Panamericana liegt über 3.000 m und ist der höchste Punkt der Straße in Zentralamerika.

Abends Einkehr in der Soda von Mirian. Obwohl der Ofen brennt, ist die Bude eiskalt, wir sind froh, unsere Fleecejacken mitgebracht zu haben. Die Bewrtung ist allerdings vorzüglich, Mirian fährt auf, was die Küche zu bieten hat.

Das Gebiet um San Gerardo de Dota ist wegen seines Nebelwaldes berühmt und bietet eine der besten Gelegenheiten weltweit, den Quezal, den Göttervogel zu beobachten.

Der Quezal kommt zum Fressen der wilden Avocados in die Avocadobäume, die uns der Wirt der Dantica Lodge beschreibt. Am nächsten Morgen finden wir ihn auch zusammen mit einem Tukan im benannten Avocadobaum.

Allerdings sind im August die Vögel ohne ihren langen Schwanzfedern, diese haben sie während der Mauser verloren.



Dantica Lodge



Arenal

Weiterfahrt am nächsten Morgen zum Vulkan Arenal. Auf dem Weg dorthin müssen wir durch San Jose hindurch. In Costa Rica ist nichts ausgeschildert. Gott sei Dank haben wir ein Navigationssystem dazugebucht. Dies erleichtert uns die Durchquerung San Joses ungemein. Ohne Navi würden wir vermutlich noch heute in San Jose umherirren.

Bis Anfang Juni 1968 war der Arenal ein dicht bewachsener flacher Hügel, wie sie um La Fortuna zahlreich sind. Am 29. Juni brach dann die Hölle los, als der Vulkan Arenal explodierte. Donnernde Gaswolken, glühend rote Felsbrocken und geschmolzene Lava gingen wie ein Bombenregen auf as Land nieder. Seitdem ist der Arenal nicht mehr zur Ruhe gekommen und er gehört heute zu den aktivsten Vulkanen der Erde.

Während der Gipfel des Arenal tagsüber meist von Wolken verhüllt ist, klart es nachts auf. Mit etwas Glück können wir gegen Mitternacht einen Ausbruch glühender Lava beobachten.



Durch San José



Am nächsten Morgen ist es klar und wir besuchen das Hängebrückensystem beim Arenal. Wir beobachten wieder Brüllaffen, Blattschneiderameisen und viel Botanik auf Höhe der Baumkronen. Der Rundgang ist 3,1 km lang und man überquert Hängebrücken, die bis zu 92 m lang und 60 m hoch sind. Man hat immer wieder herrliche Ausblicke auf den Vulkan und den Arenalsee..

Zum Mittagessen fahren wir nach Fortuna. Unterwegs begegnet man oft den drolligen Nasenbären am Straßenrand.

Während wir den Nachmittag im Thermalbad verbringen, bricht ein heftiges Gewitter über uns herein.



Arenal in Wolken



Bebedero

Abfahrt am frühen Morgen zum River Berbedero. Leider ist nach wenigen Kilometern die Straße auf Grund der Regenfälle weggespült und der empfohlene Umweg ist auf keiner Karte verzeichnet. Auch unser Navi erkennt keine Straße mehr. So geht es kilometerweit über staubige Landstraßen, bis unser Naiv in der Ferne wieder eine Straße erkennt. Am Bebedero haben wir eine Flußfahrt gebucht, die uns dicht an die wilden Tiere des Flusses führt.

Besonders die großen grünen Leguane, die sich zum Sonnen auf die Büsche des Flussufers begeben haben, geben ein eindrucksvolles Bild ab.





Punta Islita

Mit dem letzten Tageslicht erreichen wir auf abenteuerlichen Wegen unser Übernachtungsziel, die Punta Islita Lodge an der Pazifikküste der Halbinsel de Nicoya. Hier entspannen wir ein paar Tage am Meer bzw. im Pool. Das Baden im Meer ist allerdings in der Brandung nicht ganz ungefährlich.





Zum Vulkan Poas

Abfahrt von Punta Islita. Die Fahrt führt wieder über die Panamericana. Viele PS-schwache LKW mühen sich schwerbeladendie steilen Bergstrecken hinauf, es bilden sich sofort lange Autoschlangen.Das Überholen auf der engen und kurvenreichen Strecke ist äußerst gefährlich und der einsetzende Regen erschwert zusätzlich die Sicht.



Panamericana



Der Vulkan Poas ist neben dem Arenal einer der aktivsten Vulkane des Landes.1952 bis 1954 war seine bisher letzte eruptive Phase.





In der Nähe des Vulkans befindet sich der Privatzoo Zoo Ave und eine Butterfly Farm, wo man die Vögel Costa Ricas aus der Nähe sehen kann. Man kann die schönen großen Morpheus Schmetterlinge beim Schlüpfen beobachten und sich den Giftschlangen ohne Gefahr in Terrarien nähern.





Rückflug

Nach 19 Tagen gaben wir den Mietwagen in San Jose ab und bestiegen das Flugzeug Richtung Heimat. 19 ereignisreiche Tage lagen hinter uns und wir haben sicher noch nicht alles gesehen, was dieses außergewöhnliche und an Naturschätzen so reiche Land alles zu bieten hat. Wir danken dem Organisator dieser Reise, Herrn Wolf-Dieter Pfister von Travel Design für die Ausarbeitung dieses tollen Urlaubs.


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Kommentare

  • weltreisen

    ein interessant geschriebener bericht. so ähnlich haben wir costa rica auch erlebt, nur hatten wir insgesamt mehr zeit. die städte leider nicht so interessant, dafür aber landschaftlich eines der schönsten länder der welt.
    übrigens nur zu deiner info: die schildkröten heissen nicht nur in costa rica tortugas, sondern es ist das spanische wort für schildkröten.

  • Skylinemen

    Höchst interessanter Beitrag mit guter bis sehr guter Bebilderung :-)

    Gruß Michael Z

  • Steffania

    Dein Bericht kommt für mich zur rechten Zeit. Fliege ich doch Ende April auch nach Costa Rica und meine Vorfreude steigt mit allem, was ich lese. Schön wäre gewesen, wenn Du Deine Bilder auch noch mit Beschreibungen versehen hättest. So wüsste man, um welche Tiere es sich denn handelt, zumindest bei den Schlangen hätte ich es gerne gewusst. Dennoch ein schöner Bericht.
    LG Steffi

  • Travelphilia (RP)

    Toller Bericht, und Respekt - das war echt jede Menge Programm für 19 Tage! Costa Rica ist ein tolles Land, auch wenn es ab und zu ein 'bisschen' regnet... Ich war auch im August dort, also kurz vor der Regenzeit. Nur die Preise (für Übernachtung, Essen etc.) fand ich (für Backpacker-Budgets) in Costa Rica sehr hoch. Das kann sich aber auch erst in den letzten Jahren so entwickelt haben.

  • Pinky3

    ..........klasse Reisebericht mit vielen interessanten informationen und tollen Fotos........lg Gaby

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