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Reisebericht: ATOLL! ATOLL! - Leben und Wirken der Insulaner auf den Kokosinseln
Auf der Reise durch den Indischen Ozean habe ich drei Wochen auf dem abgelegenen Atoll Cocos Keeling verbracht, wo die wenigen Einwohner nur per Flugzeug weg kommen. Darum bleiben sie vorerst und versuchen auf ihrer einsamen Inselgruppe ein gutes Leben zu leben.
Ich war drei Wochen bei den Cocos Insulanern zu Besuch und habe dabei interessante Entdeckungen gemacht. Ich kam kaum mehr weg...
Das Atoll
Es war gegen Ende des Tages, gerade als die Sonne sich kuschelig und kitschig auf den Horizont setzte, wie ein zerzaustes, rotes Huhn, das mit tropischer Wollust hinter den Horizont stolzierte, und es war der 8. November 2011, als ich gegen die versinkende Sonne mit zugekniffenen Augen Land sah, oder besser gesagt Palmen, oder noch besser gesagt, Palmenpitzen, oder ihre Kronen, die mir königlich zeigten, dass meine Navigation in Etwa stimmte und ich nach einer Woche auf dem offenen Meer endlich mein Ziel vor Augen hatte: die Cocos Islands. Entdeckt wurde es1609 von Kapitän William Keeling, wodurch es heute Cocos Keeling Islands heisst, nachdem es eine Zeitlang Cocos Killing genannt wurde, davor einfach Cocos, aber von denen gab es irgendwann viele auf der Welt. Eine der raren Inseln, wo keine Einheimischen lebten, als sie von Europäern entdeckt wurde. Eine der exklusiven Inseln der Welt also, deren Entdeckung durch Weisse ohne Umschweife als Entdeckung bezeichnet werden darf, ohne dass dies unkorrekt ist. Wer mich kennt, weiss, wie wichtig mir solche Details sind. Was wird aus einem Eiland, wo Europäer als erste den Fuss gesetzt haben? Wohin führt es, wenn man sie 400 Jahre schalten und walten lässt?
Nachdem Cocos Killing bereits seine Unschuld an der Garderobe des Welttheaters vollumfänglich abgegeben hatte, die Bühne besetzt war mit zwei rivalisierenden Schurken aus Schottland, die hier ihre Camps aufschlagen hatten und mit Sklaven Cocosplantagen pflanzten, ankerte ein Schiff namens Beagle hier, mit einem neugierig die Welt umsegelnden gewissen Charles Darwin an Bord, dem auf Cocos Killing die Einsicht kam, dass ein Atoll wohl der Überbleibsel eines versunkenen Vulkans ist. Mit einem langsam sich ausbreitenden “Kragen” aus Korallen, der immer grösser wird, wäherend der Vulkan abgetragen wird vom Wind und Regen. Eine der wundersamsten Metamorphosen der Natur, wenn man bedenkt, dass auf einem Atoll das Urprinzip des Feuers buntesten Ausformungen des Wassers und Lebens zur Existenz verhilft. Auf das muss man zuerst mal kommen! Keine Reise hat die MENSCHHEIT wohl so gebildet, aufgeklärt – aber auch entzaubert – wie die des jungen und zum Bruch aller Schöpfungsmythen bereiten Abenteurers Charles Darwin, der im April 1836 hier vor Anker lag und sich Gedanken machte. Kein Atoll, schliesse ich daraus, ist also so TYPISCH, so klipp und klar ein ATOLL, wie Cocos Keeling, das weit im Meer draussen als Spielwiese logischen Denkens dienen kann, genau so wie dem einsamen Segler als Oase. So er den Eingang in die Lagune findet, in die man laut Handbuch nur bei Tag steuern soll...
Aber keine Ankunft meinerseits - der ich anderen Geheimnissen der Welt auf der Spur bin - keine Ankunft ist so typisch für mich, wie die bei NACHT! Grauenhaft! Auf Tanna Island, in Vanuatu, in der Südsee, bin ich bei Nacht eingelaufen, in die Resolution Bay. Und wäre im Sturm prompt fast auf die Felsen am Eingang der Bucht gekracht, weil die Karte nicht stimmte. In Tiga habe ich in rabenschwarzer Nacht den Anker in einen Unterwassercanyon geschmissen, aus dem ich ihn bei Tag kaum mehr rauskriegte. In Revelieu Bay (Franz.: “Traum-ort-bucht”) auf der Insel Epi, bin ich auch genau bei Beginn der Nacht angekommen, mit einem lauernden Riff zur Rechten, ebenso auf Santa Ana, der östlichsten Solomon Insel, bloss dass es dort beidseitig ein Riff hatte und nicht mal der Mond schien. Langsam wie ein Oma am Stock mit fünf Alditaschen voll Rollmöpsen, bin ich dort in die Bucht reingetuckert, immer in Erwartung, dass es gleich knirscht und ich den Rückwärtsgang einlegen muss. In die Norobucht, auf der Solomonischen Vulkaninsel Kolombangara? Natürlich nachts in einem Regenschauer, in dem man keine Krokodillänge weit sah, obwohl es solche überall hatte. Die Einfahrt in die Muhua Bucht auf der Insel Tagula im einsamen Louisiaden Archipel? Klar doch, im Stockdunkeln! Nachdem wir die Snake Passage, eine berüchtigte und meilenlange Passage durchs Riff knapp noch mit dem letzten Licht geschafft hatten. Oder Alotau, die Westernstadt im Osten Neuguineas? Nachts sind alle Katzen grau..., bloss dass uns das DORT recht war, weil wir ohne Visum unterwegs waren und nur schnell tanken wollten.
Kupang, mein erster Hafen in Indonesien: Nachtlandung! Obwohl ich mir geschworen hatte, nie mehr! Am Westende der Insel Flores..., klar, was denn SONST! War nicht so geplant, aber eben! Nur weil wir in einer Bucht davor nicht reindurften und uns ein indonesischer Bulle freundlich, aber mit umgehängter Maschinenpistole rauskommandierte. Und wir nun durch diese heimtückische Meerenge zwischen Flores Island und Rinca Island tuckern mussten, die keine hundert Meter breit ist, wo die Karte aber 400 Meter daneben liegt. Mit Strömung wie im Albtraum, wo man nirgends hinkommt, obwohl man rennt. Klar, genau als es Nacht wurde... Bima, die zuckersüsse Satdt auf der Insel Sumbawa: genau “rechtzeitig” zur einsetzenden Nacht erreicht, nachdem Liberty, unser schwimmender Untersatz, fast eine Witzinsel geknutscht hätte, weil das Leuchtfeuer nicht mehr auf dieser Insel steht – wie die Karte zeigt – sondern auf der Landzunge dahinter. Leck...! So ist es immerhin so, dass das Leben auf der spannenden Seite bleibt, wenn man in regelmässigen Abständen in einem Segelschiff nachts in exotische Buchten und Häfen einläuft! Der Laie sieht beim Stichwort Segeln gerne blauen Himmel und Delfine in schäumender Bugwellen vor seinem geisigen Auge. Der real existierende Segler sieht aber konkret während rund der Hälfte seiner Reisen schlicht und einfach NICHTS!
So steuerte ich wieder mal wacker mein Schiff einerseits auf ein wellenumtostes Atoll zu, andererseits auf die letzten tiefroten Pinselstriche am westlichen Horizont, die unaufhaltsam der Dunkelheit Platz machten. Draussen abwarten, eine Nacht lang rumeiern, darauf bedacht, nicht von der Strömung auf Land getrieben zu werden - aber auch nicht total abgetrieben zu werden, auf die hohe See hinaus - nein, das hatte ich auf der letzten Insel, Christmas Island. Auch wenn es wohl sicherer gewesen wäre, mich zog es wie ein hungriges Pferd an Land, in die Lagune rein, ins Cocos Paradis, dorthin, woher dieser bezaubernde Duft herkam, der Duft von feuchter Erde, Blumen, Palmen, der mir fast die Sinne raubte, mich zornig werden liess auf dieses elende Meer, das mich immer noch im Griff hatte, wie ein Bär eine Puppe. Wie ein Versprechen von Freiheit und Abenteuer, das aber konkret aus mehr Regeln besteht, als ein Leben an Land. Und unsichtbaren Gefahren. Mal ernster Natur, wenn man nachts auf einen treibenden Baumstamm stösst, wie im Golf von Papua, vor der Mündung des Fly Rivers: Und mal halbwegs belustigend, wenn man durchs unter den Wasserspiegel tauchende Bullauge einen Hai sieht, der seit Tagen das Boot verfolgt und nachts im Schlaf nur ein paar Meter neben dem Kopfkissen seine Warteschleifen zieht.
Gnädig schien ein halber Mond aus dem Zenith, als ich zwei Stunden nach der ersten Sichtung von Land vor der Einfahrt in die Lagune stand. Links vor mir das Leuchtfeuer am Westende der Direction Island, rechts die Horsburgh Island, die im Mondlicht knapp sichtbar war. Vor mir ein paar entfernte Lichter von Häusern auf der Home Island genannten Insel, wo die Mehrzahl der Cocosinsulaner leben soll, wenn es stimmt, was ich online gelesen hatte.
Unter Maschine näherte ich mich dem ersten Wegpunkt, den ich im GPS einprogrammiert hatte und beobachtete auf dem Echolot, wie der Meeresboden von “unendlich” auf 12 Meter hoch kam, innerhalb von nur wenigen hundert Metern.
Eigentlich hätte ich vernünftigerweise jetzt ankern und das tiefere Vorstossen in die Lagune auf den kommenden Tag verschieben sollen, aber ich war so “landgeil”, dass ich weiter fuhr, von einem GPS-Wegpunkt zum anderen, durch ein Labyrinth aus unsichtbaren Riffen, bis ich endlich dort war, wo ich schon vor Wochen geträumt hatte, zu sein: Vor dem Sandstrand von Direction Island. Auf Google Earth bereits vor der Abreise aus vom Weltraum beäugt, lag der Traumstrand jetzt zum Greifen nahe neben mir, beschienen vom silbernen Mond.
Mit pfiffigem Ziehen an diversen Tauen, etwas Zerren an den Segeln, der Mithilfe moderner, spottbilliger Elektronik, als auch einem gezielten Schuss Verwegenheit, war mir mal wieder das Kunststück gelungen, einen gigatonnenschweren Globus genau dorthin zu drehen, wo ich ihn haben wollte: 12 Grad, 5 Minuten Süd, 96 Grad, 52 Minuten Ost. Das, was Reisen im eigenen Schiff symbolisch auszeichnet, ist, dass man gar nicht wirklich reist, sondern die Welt dahin dreht, wo sie einem gefällt! Wo mein Haus ist, ist meine Mitte des Universums, egal was Gallilei sagte: Irren ist menschlich! Egal auch, wieviele erdähnliche Planeten es gibt, am Ende aller erkenntnistheoretischen Objektivität klebt doch wieder das fröhliche Sprungbrett in den schillernden See der Subjektivität, wo jeder sich selbst sein möge. Das ist, was ich Freiheit nenne! Ein Haus zu haben, aber immer mal wieder den Garten auszutauschen, die Nachbarn, die Kultur, die Sprache. Das Klima natürlich auch, die Währung, ja, die komplette Wertskala der Nachbarschaft. So spannend ist nur ein Leben an Bord! Das Essen, die Feste, selbst das Licht, alles wird morgen total anders sein, dachte ich beim Einschlafen, die Geschichten dieses Atolls, die Menschen, ihre Art zu leben, alles wird neu für mich sein, unbefleckt von gemachten Erfahrungen, aufregend wie ein weiteres, noch zu schreibendes Kapitel in einem unheimlich starken Abenteuerbuch, das mein Leben nicht ganz ungewollt, irgendwie längst geworden war – für Einen, der aus kindlichem Staunen über die Wirklichkeit unserer Welt nie herausfand - und für Andere, mit denen ich dieses etwas gefährliche, kaum mustergültige, höchts unluxuriöse, aber immer wieder mal erkenntnisreiche Wanderleben literarisch teilen möchte.
Obwohl todmüde, ging es lange, bis meine schnell drehenden Zahnräder im Hirn zum Stillstand kamen, die neuen Töne und Gerüche mir halbwegs normal schienen und ich einschlafen konnte - um Träume zu träumen, die mit der neuesten Wirklichkeit wohl kaum mithalten konnten, wenn mich letzte wache Gedanken nicht täuschten...
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Sauber - von der Analyse eines Vollblutzynikers zur Entwicklung von Menschen, Kulturen und Werten auf abgelegenen Atollen entwickelt sich dieser Reisebericht zum atemlosen Agententhriller erster Güte! Ich hoffe, ihr habt daran gedacht, ein paar Festplatten auf dem entsprechenden Friedhof dingfest zu machen, das glaubt doch wieder keiner ;-))
Trotz der Länge wieder sehr kurzweilig zu lesen, deine philosophischen Betrachtungen werden untermauert durch Beobachtungen ohne rosarote Reisebrille. Vielleicht könntest du Seite 2 nochmal teilen, da musste ich aus verschiedenen Gründen ab und zu die Lektüre unterbrechen und hatte jedes Mal Schwierigkeiten, an die richtige Stelle zurückzufinden.
Weiter gehts ja wohl in Sri Lanka - deiner Signatur entnehme ich, dass ihr dort angekommen seid - trotz Sturmwarnung und fehlender clearance.
Grüße aus Cold Germany und alles Gute zum Geburtstag von Ildiko
P.S. Ich fürchte, in dem Abschnitt über Timmy hat sich ein kleiner Freud eingeschlichen, da taucht einmal ein anderer Name auf... -
Freut mich, dass Dir meine lange Story gefallen hat, Mamaldi! Ja, die Festplatten haetten wir ja ECHT auch gleich einpacken koennen... Ich haenge am Ende noch das Foto an mit den Laptops auf der Wiese. Am Ende der Seite 9.
Irgendwann demnaechst kommt eine Fortsetzung. "Die Wolke".... Ueber unsere Ueberfahrt hierher, fuer die wir 2 Wochen geplant hatten, die dann 37 Tage dauerte. Das Tief vor Sumatra wurde zum ersten Wirbelsturm der Saison (ALENGA), und der nahm uns etwas die Sicht...Wir segelten 2 Wochen, und waren dann weiter weg als davor... Alenga ware aber nur sehr "mild"...., im Vergleich zu THANE, dem letzten und staerksten Cyclon der Saison im Nord Indischen Ozean, der als "Very Severe Tropical Cyclone" klassiert war und am 25. Dezember praktich ueber uns entstand, und uns insgesamt recht interessante Feiertage bescherte...
Ohne irgendwelche nennenswerten Probleme erreichten wir am 6. Januar Galle, im Sueden Sri Lankas, nach fast 2000 Kilometer UMWEGEN... (Total fast 5000) -
OK, ich habe jetzt noch ganz viele huebsche Fotos am Schluss der Bilderstrecke angehaengt, viele schoene Palmen...
Da ich meine Reisestories von unterwegs hoch lade, sind sie oft etwas unsorgfaeltig zusammengebacken, weil ich das irgendwo in stickigen Internetcaffes tu, so wie jetzt in Colombo.
Tschuess! (Hat nicht mal ein Keyboard mit Umlauten hier...) -
Echt gute Dokus, die zusätzlichen Fotos, perfekte "Beweisführung". Schade, dass die nicht direkt im Bericht stehen, aber das versteh ich - die mit megalangsamem und dafür überteuertem Internet nachträglich reinzupfriemeln ist leider unmöglich. Ist halt schade um die Bilder wenn die hier so zusammenhanglos durch die Community dümpeln, die versteht ja keiner!
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Ein paar interessante Fragen zu "ATOLL! ATOLL!", die mich als private Nachricht von X, Y, Z erreicht haben, aber wert sind, auch für Andere klar beantwortet zu werden:
"ATOLL, a toll Cocos strange Insel, auch unter Drogen bestimmt nicht besser zu ertragen!! a, beide male würde ich das Erwähnen der Drogen rausnehmen, schon mal um deinen Gegnern hier und auch der Redaktion keinen Angriff auf dich zu gewähren(Ist der Ruf erst ruiniert lebt sich ungeniert) Aber du willst doch deinen Bericht hier an den Mann +Frau bringen!! Es gibt hier doch Einige, die deine Geschichten, getrennt von Kindern in der Schweiz wissen und umso mehr dich in eine Schublade stecken - der schafft es eh nicht mehr im Leben!! Kann dir wurscht sein, ja es ist dir auch FÖLLICK wurscht. Eben. Aber muß doch nicht sein! Gib doch dem keinen Angriff! Laß die Tür zu deinen weiteren und bereits vorhandenen Berichte offen!!"
Antwort: Auch wenn ich zugegebenerweise manchmal gerne ein Pfeifchen rauchen würde, finde ich dann aber todsicher nichts zum reinstopfen... Ist bei mir seltene Ausnahme, kein Hobby! Hätte mir aber in Cocos ECHT gut getan... Ansonsten: Ich bin eines der seltenen Schiffe, das grundsätzlich TROCKEN unterwegs ist. Auch habe ich nie im Leben Heroin, LSD, Koks etc. konsumiert. Meine einzige Droge ist Reisen...
Ja, mein Ruf ist mir... Ausserdem habe ich mindestens 51% meiner Tausend Träume GELEBT, vielleicht "schaffe" ich noch ein paar mehr. DAS genügt mir! Die Tür in meine nächste Story ("Die Wolke") - die wieder eine GANZ ANDERE Seite der Welt zeigt - steht Jedem offen, der selber offen ist!
"...die plötzliche Bilderflut am Ende des Berichts. ha? wie? was? .....! Wirkt wie in Hektik dazugeschustert. Das machst du doch sonst nicht! schaut auch unprofessionell aus"
Antwort: Ja, sorry, IST in Hektik reingeschustert! Professionell ist mir übrigens ein GRAUS! WENN ich professionell zu werden "drohe", bitte sag es mir!
"Ich war immer von deinen Berichten positiv an Freude im Lesen, Aber mit deinem Atoll komm ich gar nicht zurecht. Der ist mir strange, völlig nicht die Konfusität der Natur an Plastikwelt lage sondern in deinem Aufbau, Abhandlung wie Erzählstil.
Entweder kommt mir das Ende so völlig wirr daher weil es 1. vielleicht schnell schnell bereits in SriLanka geschrieben nein hingehuddelt wurde??
2. MIR so den Durcheinander aufweist, weil auf einmal die tägliche Schatzsuche im Wohlstandsmüll weg ist und durch ?? 3. aufeinmal wachsende Früchte aufweist, die es vorher nicht gab ??
So nun, habe ich das was durcheinander gebracht oder liegst an deinem Erzählstil
> Irgendwas stimmt da ned an dem Bericht."
Antwort: Konfus also... Liegt wohl daran, dass ich selber so total KONSTERNIERT war, auf Cocos Keeling, dass ich schon dort wusste: so einen absolut fremdartigen Ort hatte ich noch nie gesehen! Völlig WIRR...
Sicher habe ich den EINEN oder ANDEREN Punkt dazu gedichtet, aber das habe ich immer klar rübergebracht (Strauss Kahn etc.). Was ich hier als zentralen, letzten Punkt quasi eidesstattlich wiederholen möchte, denn DAS stimmt leider: Ich habe bei insgesamt 11 (ELF) Besuchen auf Home Island, mit der einzigen Ausnahme am Schluss, nicht EINEN MENSCHEN zu Fuss gehen gesehen, ausser vom Auto ins Haus. OK, DAS war für mich (uns) eine absolute SENSATION! Auf einer Insel von einem halben mal zwei Kilometern Grösse hockt Jeder in seiner "Droschke" oder auf seinem Traktor. (So einen Ort muss man erst mal finden...)
Mir ist in Cocos VIEL durch meinen Kopf gegangen, bezüglich unserer "Moderne"! DA stimmt nämlich etwas NICHT! Und so war es mir ein Vergnügen, im Stil eines Henry David Thoreau zu schreiben, dessen Buch leider auch in den Solomonen verbrannt ist. Die ganze Story "ATOLL! ATOLL!" war meine Hommage an diesen Mann und sein berühmtestes Werk:
Cocos war also mein "WALDEN" in der Südsee! ( http://en.wikipedia.org/wiki/Walden ) -
Hier noch ein Comment von Mo, hohes Mitglied der Kölner Diozöse und einstmals mit mir in den Solomonen unterwegs, in einem Project über den Ursprung der Religionen. Wo besser versteht man den Glauben besser, als unter Menschen, die selber ihre Inseln bauen. An WAS glauben DIE wohl...?
Schwerwiegende Forschung also, den "Kardinal" Mo und ich verbinden.....
"....ich habe nun auch deinen bericht über die cocos islands gelesen!
>sehr aufschlussreich. sehr bizarr, grotesk auch, das ganze. aber auch durchaus deprimierend. ich sehe deine berichte und gedanken auch wie einen spiegel meiner selbst - das passiert ja bei jeglicher literatur, man kann immer nur subjektiv lesen, aber in diesem fall heißt das unter anderem:
>unsere welt ist so so heuchlerisch .. ekelhaft .. und ich bin einer von denen! wie sollte es auch anders sein!
>die gesellschaft ist so paradox, da muss man erstmal drauf klar kommen.
>und wenn man sich dann selbst an den schmutzigen zinken packt, bleibt die hand an der klebrigen rotze erstmal kleben, wäh. ich mein, mein flug nach indien verpestet die luft so sehr wie wenn jemand sein leben lang auto fährt. oder so.
>
>nunja .. ferner mag ich deinen stil und deine art zu schreiben, ich erkenne DICH darin sehr wieder und ich kann mir dich sehr gut bildlich vorstellen, wie du auf dieser mini-insel mit deinem riesenhut, buntem hemd und sonnenbrille mit deinem segelbaren dinghi ankommst und erstmal SO ne liste mit regeln, inklusive dress code, in die hand bekommst. mit solchen bildern im kopf musste ich oft lächeln, auch wenn mir eigentlich zu weinen zumute war.
>wo soll das alles hinführen? wir tauschen seit jahrzehnten, jahrhunderten, traum gegen "wirklichkeit", gras gegen koks, opfern alles für den "fortschritt", und sind dabei einfach nur drollige vollidioten. eingebildete, anmaßende vollidioten.
>
>aber ganz im ernst: im angesicht der weichgespülten brainwash-scheiße, die einen so täglich umspült, sind deine berichte wohltuend frisch, ungekünstelt und "real".
>von fernsehn sowie printmedien habe ich mich weitgehend abgekapselt, ich glaube denen einfach nichts mehr. das ist meine prädisposition bei allem, was ich sehe: ich stemple es erstmal als lüge, oder zumindest krasse verfälschung der tatsachen ab. medien sind schon lange so weit politisch instrumentalisiert worden, dass ich da fast resigniert habe. brot und spiele.
>
>egal, zurück zu deinem bericht!
>meine einzige kritik, mit verlaub, ist keine weltbewegende:
>in anlehnung an den spruch "der dativ ist dem genitiv sein tod" habe ich auch bei dir desöfteren fehler grammatischer natur entdeckt.
>in die deutsche alltagssprache zwar bereits voll integriert, aber trotzdem falsch, und meiner ansicht nach unschön in geschriebener sprache. "unschön" ist dabei auch das richtige wort, denn es geht dabei vor allem um ästhetik, wie meistens, wenn man über sprache spricht. grammatik existiert in allen sprachen nämlich vorrangig der ästhetik wegen, und nicht um der funktionalität willen. deswegen zwar AUCH - natürlich! - aber sprachen könnten viel einfacher gestrickt sein, ginge es dabei bloß um die möglichst präzise übermittlung von information - was eben nicht der fall ist.
>daher ist meine kritik wie gesagt "lediglich" sprachästhetischer natur, worauf du nun scheißen kannst oder auch nicht! du machst hier und da grammatikfehler. ändert nichts am verständnis. als schriftsteller interessiert es dich vielleicht trotzdem, und sowas fällt einem selber halt gar nicht auf! passiert ja häufig bei eigenen texten ....."
Danke Mo! Werde mich mal in einem Lexikon schlau machen, was Gramamamatik ist!
Grüsse an Deine Kongregation im eisigen Köln!
Gerd
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